Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 15 (1886)
- Issue
- N° 22. (27.5.1886)
- Date
- 1886-05-27
- Page
- Seite 84 (sequence 2)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
- Rashi 1× ep/1002670
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84 2. Dass er Dein Volk nach Gerechtigkeit richte Und Deine Gedrückten nach Recht — .־{. Die Berge dem Volke Frieden entgegenbringen Und die Hügel Gerechtigkeit, — 4. Mit Gerechtigkeit soll er das gemeine Volk richten, Die Söhne der Bedürftigen retten, aber die Gewaltthätigen zermalmen. Wohl nicht ״Deine Gerichte“ oder ״Deine Urtheile“, sondern ״Deine Gebote“, gesetzliche Vorschriften, die dem Könige bei seinen Urtheilen zur Norm dienen sollen lOlshausen,— was aber Hupteld wieder nicht für passend findet.) Er neigt de Wette zu und auch llengstenberg (wie Ghald.) ״Deine Rechtssprüche“. Hier erkennt man aber nur die Verlegenheit der Ausleger, einen fasslichen!Sinn herauszuschälen. Recht• verständlich wird jedoch dieser Ausdruck, wenn wir ihn aut das, was Ezechiel beim Untergänge des zweiten Tempels mit den beiden Würden: das König- und Ilohepriesterthum, für die Zukunft verkündet hat, beziehen. Es lautet: ״UndDu entweiheterFrevler, Fürstlsraels, dess Untergang zur endlichen!Strafzeit herangeeilt, es spricht Gott Jehova: ״Ab die Tiara, nieder das Diadem, bis der kommen wird, des das Recht (אשר לו המשפט) und ich es. ihm verleihe“ (Ezech. 21, 30 32.) Und die Juden haben darauf «hofft, dass eino Zeit kommen und ein Mann erstehen werde, er beide Wurden auf sich nehmen und der rechte Mann des Rechtes sein wird Mit der Zeit der Makkabäer nahm diese Hoffnung greifbarere Formen an. Mit Alexander Janai wurde sie näher gerückt. Er trug beide Würden, aber nicht als rechter Mann des Rechts, ihrer nicht würdig, nicht der zu erhoffende Mann. Ihm fehlte die Sanftmut)! und die Demuth. ihm ging das menschliche Mitfühlen wie das Rechtsgefühl ah. Vielmehr waren seine Hände vom Blute befleckt Aber Johan Hvrkanu II. besass alle diese edeln Eigenschaften und Tugenden in hervorragendem Maasse. Salome Alexandra, der dieses Ideal wie einem jeden Juden vorgeschwebt, musste es sehr schmeicheln, es in ihrem Herzenskinde wiedergefunden zu haben, und die Vorherverkündigung Ezechiels bei ihm eingetroffen zu sehen. Man beachte sehr, dort: VUirOI המשפט und dahier: ־משפטיך — תן Auchwolleman2. Mos. 28,15,4. Mos. 27,21 und über צדק den P8. 132,0 vergleichen. — König und Künigssobn. Johan Hyrkan war selbst König ur.d des Königs Alexander Janai Sohn. Morgenländische Sitte und Denkart pflegt den König auch als Künigssohn d. i. aus königliehen! Stamm zu bezeichnen (Jesaia 19,11) (Hupfeid). Weil die ererbte Königswürde mit höherem Glanz umgeben war (Olshausen). ״Der Sultan des Sultans Sohn“ auf türkischen Münzen, Schapur_Königssohn in Pehlewi!Hitzig). Die Ansicht, dass ב ן מלך aut Chiskiah deshalb angewendet wird, weil er nicht der erstgeborene war (Graetz), verdient der Scharfsinnigkeit wegen angeführt zu werden. Ursprünglich müsste es משפטך st. משפטיך parallel mit צדקתך gelautet haben. V. 2. ץ־ין so wird er rechten; und ebenso können alle Imperff. bis zum Schlüsse von V. 7 bequem gefasst werden (Olshausen). Die LXX als stünde לדין (Hitzig). Namentlich hier ידין von jeher streitig, ob Fut. oder Opt. oder als Folge der vorhergehenden Wunsches abhängiger Satz (Conjunktiv) mit ergänzender Uonj. Dass er rechte, wie schon Svr. Ar. l.uth. Calv. (Hupfeid). V. 3. Vergleich (!' 85,12, 98,8 und Deuterojes. 45,8. — וגבעות בצדקה ist auffallend, da eintac 1» צדקה stehen müsste, daher zu lesen רב צדקה H ausgefallen) (Graetz), בצדקה ist aber entschieden zum folgenden Y. zu nehmen und ist eher zu vermuthen, dass צדקה, welches hier der Wiederholung wegen ausgefallen sein konnte, nachgetragen werden muss. V. •1. ״ עניי צםDie Elenden des Volkes“ (de Wette), ״Die Gedrückten des Volkes“ (Hupteld), ״Die Gebeugten d. V.“ (Hitzig), sogar im Superlativ ״Die Aermsten des V.“ (Graetz). Mir aber will es bedünken dass □עניי ע ein modernisirter Ausdruck für das ursprüngliche pעם הא, welches damals eine hässliche Nebenbedeutung erhielt,*) sei und das ״gemeine Volk“ bedeute. י)'. •r>.ייראוך• Es ist schwierig, oh das Object Gott oder der König ist. L.\ X hat eine ganz andere L.-A. Viell. leg.!ייראוה• dass sie ihn, den König, verehren (Graetz und HupfeldV Allein es wird hier auf die hohepriesterliche Funktion beim Morgen- und Abendopfer angespielt. Gegenstand kann nur Gott sem. Einen Mensehen fürchten — gottesdienstlich verehren, welche Bedeutung hier ייויאוך hat, konnte einem Juden weder beinoch einfallen. Nach jüdischer Denk- und Anschauungsweise ist solches purer Götzencultus. — עם שמש ist späte Ausdrucksweise, welche im Talmud wiederkehrt. ,עם דמדומי המח, עם הנץ החמד <b. Be- *) Nach dem Talmud ist ein pעם הא zur Zeugenschaft nicht zulässig. Uebrigeus haftet die hässliche Nebendeutung noch heute an dieser Bezeichnung. 5. Dass er Dich mit Sonnenaufgang ehrfürchte Und vor dem Monde für und für. 6. Wie Regen niedergeht auf die Mächtigen, Wie Schauerregen befruchtet die Wütheriche. 7. Dass in seinen Tagen die Gerechtigkeit blühe Und Fülle des Friedens, bis kein Mond mehr ist. 8. Und er von Meer zu Meer herrsche, Und vom Eufrat bis an der Erde Enden; 9. Steppenbewohner vor ihm das Knie beugen Und seine Feinde Staub lecken. 10. Die Könige von Tarsohisch und der Inseln ihm Gaben heimbringen, Die Könige von Saba und Kusch Abgaben darreichen — rachotli 9,29, b. Sabath 118.) Auf das in dem in später Zeit verfassten, Daniel 3,33 vorkommende עם דור ודר haben bereits Olshausen und Hupteld hingewiesen. V. G. Dass nicht der König Subj. sein kann, liegt ■klar genug vor (Olshausen), das nämliche Subj. wie in ילד V. 8 (Hitzig), Subject der König (Graetz). Und doch passt ירד nur auf מטר, und sollte auch hier wie in V. 8 ירך gelautet haben, 80 würde es abgerissen, dev Zusammenhang gekünstelt und doch nicht vollständig ausgedrückt sein. Stimmen wir aber Olshausen bei und nehmen מטר als Subject., so müsste der Text ursprünglich'folgender gewesen sein• על ט TT ־כמטר Aber verführt von V. 8 und den beinahe fortlaufend mit Futt. beginnenden VY. 2, 3, 5, 7, 8, hat ein Copist auch hier ירד vor כמטר gesetzt und vielleicht auch aus demselben Grunde בצדקה V. 4 zu Anfang ausgelassen. Der Sinn wird somit erst mit V. 7 vervollständigt, weil das Regnen und Befeuchten nicht Zweck, sondern Mittel ist Vergleiche Deuterojes. 55, 10,11, dem der Sinn entnommen sein kann. — גן die geschorene Wiese, wie Arnos 7,1, hier Wiese überhaupt (Hupfeld), ירק הטח (Raschi), עשב הנקצר (Redak). Das Grüne oder das Gras, was auf eins herauskommt, welches des erfrischenden Regens bedarf, damit os wieder wachse und nicht bis auf die Wurzeln verdorre, p mit Krochmal, den Graetz vorzieht, zu lesen, empfiehlt sich nicht. Warum gerade Galten'? — ןלןיף nur hier. Diese Form findet sich im Talmud und Targum wieder. (Siehe Arack unter שלחת)• Und זרזיף ist— *זלזיו• Verwechselung der Liquidae und verstärkte Form von ״ זלףspritzen, träufeln und tröpfeln“. לקו מטר Hiob 30,27 giebt das Targum durch יולפץ מטר wieder. ירעיפו mit Graetz nach Krochmal zu lesen, passt weder zu רביבים, noch zu ארץ: zu ersterem durchaus nicht und zu letzterem wüsste wenigstens לל folgen. Ich glaube aber nicht irre zu gehen, wenn ich, gestützt aut V. 7, folgende Textverbesserung annehmc: ירד כמטר על עז, כרביבים זרזיף עריץ• De!־ Trotzige und Gew'altthätige wird von diesem Mann, dess’ das Recht, nicht durch Gewalt und Härte, sondern durch Sanftmuth und Hochherzigkeit bewältigt werden. Ein Bild, wie es auch Deuterojes. 42, 2,4 vom Erwählten Gottes entwirft. ״Er wird nicht schreien, nicht nach Aussen vernehmbar seine Stimme erheben. Geknicktes Rohr nicht zerbrechen, dunkelglimmenden 1 Docht nicht vorlöschen. Nur• der Wahrheit willen Recht verkünden‘1. Auch Jesaija, dem ein solches Ideal von einem Könige vorschwebte, erhofft auch von demselben keine peinliche Züchtigung der Frevler, sondern ״mit des Mundes Geissei und mit der Lippen Hauch“ (Jesaja 11,4). Aber auch dort muss עריץ 8t. pא parall. mit רשע gelesen werden. V. 7. st. צדיק L צדק (Krochmal-Graetz). 1 בל ירח? findet seine Bestätigung in עד בלי שמים (Hiob 14,12). Demgemäss muss auch בלי די TH? (Maleachi 3,10), welches keinen richtigen Sinn giebt, ע!" בלי ירח gelesen werden. V. 8. Was Zacharias 9,10 vorherverkündet, ward hier als Wunch, Segen und Bitte ausgedrückt. V. 9. Ist wohl aus Deuterojes. 49,23 entlehnt, nur-viel milder ausgedrückt. — ציים -Die Parallele konnte vermuthen lassen, dass urspr. צרים dastand (Olshausen). Ebenso Hupteld und Graetz. Wäre aber dem so, so müsste man איביו צריו emendiren. Allein hier ist von einem veredelten Zustande die Rede, wie er etwa Jesaja vorgeschwebt, wie selbst die wilden Raubthiere ein sanftes, scluniegsames und geselliges Wesen annehmen werden (Jes 11. G—8). Hier also ציים die ״Steppenbe» wohner,“ Menschen oder Thiere, aber wilde, und auch diese werden, die Herrschaft des edeln Königs anerkennend, vor ihm niederknien. Vergliche auch Deuterojes. 43,20. — Zu עפר ist רגליו hinzuzudenken, wie Deuterojes. 49,23; aber hier mit Absicht, der milden Ausdrucksweise wegen, ausgelassen. V. 10. Von den vielen Völkerschaften, welche nach Ezechiel mit Sidon und Tyrus in Handelsverkehr standen, werden nur wenige heraus- und hervorgehoben. תרשיש, griech. Tartessos, nhön. Colunie in Südspanien (Hupfeid). שבא Jemen, Südarabien, Hauptstadt des ehemaligen Priesterstaates Meroe (Graetz).