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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1886-05-13 · N° 20. (13.5.1886) · p. Seite 77

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
15 (1886)
Issue
N° 20. (13.5.1886)
Date
1886-05-13
Page
Seite 77 (sequence 3)
Language
German
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— 77 mit deren Richtigstellung das schätzbare Werk von chronologischen Fehlern frei sein dürfte. S. 253. מערכת אלהות״ vollendet am Neumond des zweiten Adar (19. Febr.) 1558.“ Dies muss heissen: Am ersten Neumondstag (18. Febr.), da der zweite (19. Febr.) auf שבת fiel. 1 ¬תולדות יצחק vollendet Mittwoch, am Neu* I mondstage Chesohwan 319, d. i. am 13. Ootober 1558.“! — Richtig ist der 12. Ootober; der 13. Ootober j als der zweite Neumondstag Cheschwan fiel auf j Donnerstag. S 255 oben. ״Es ist aber die Misohnah-Ordnung J ״Moed“ gedruckt Sabionetta 319 (אשיח) am l. Jjar (8. April) bei Foa“. — Aus dieser Angabe, sowie aus der folgenden Bemerkung: ״Schabtai“ muss diese 1 Ausgabe von Sabionetta gesehen haben, da er das Druckjahr durch אשיח angiebt“, geht hervor, dass sie dem Verfasser aus Autopsie nicht bekannt war; er hätte soust nicht übersehen können, dass der 1. Jjar j (8. April) auf שבת fiel. i Ich bin 80 glücklich, aus dem in meinem Besitze j befindlichen Exemplar die Unterschrift vollständig I mittheilen zu können. Sie heisst: ותהי ראשית מלאכתו בו־אש חדש אייר ... אשיח ... Hierunter ist ohne Zweifel der 1. ראש חדש אייר der auf Freitag (7. April) und nicht der 1. Jjar, der auf שבת fiel, gemeint und hierdurch jede Schwierigkeit gehoben.*) Auch die Ordnung ״Sera'im“ (in meinem Expl. fehlt leider das Titelblatt) ist in Sabionetta gedruokt, wie aus dem Druckerzeichen des Tobias Foa am Schlüsse dieses Theiles deutlich erhellt. Hiernach steht auch unwiderleglich fest, dass die beiden ersten Ordnungen in Sabionetta, die vier letzteren in Mantua׳ gedruckt sind. Die Angabe des Catalog. ms. der Oppenheim. Bibliothek, der zufolge nach Zunz nur die erste Ordnung in Sabionetta und die fünf übrigen in Mantua gedruckt sein sollen, ist demnach falsch. (Vergl. auch אוצר הספרים). Die Ausgabe ״Nesikin“ hat in meinem Expl. das Datum 29! י״ט מרחשוץ שכ״ב. Oct. 1561). Das Datum für ״Seraim und Naschim“ ist mir nicht bekannt. — *j Gelegentlich mag auch dieses Beispiel zur Widerlegung einer Notiz des Herrn Simon Hock in No 17 — 18 des ״Litt.- Bl.“ dienen. Wenn derselbe meint, dass der 1. Neumondstag gewöhnlich mit א' דראש חדש CI' bezeichnet wird, so widerspricht dem die obigo Formel, in welcher nur ר״ח und nichts von einem 1. oder 2. Neumondstage erwähnt ist. Wünschen»• worth wäre es allerdings, dass solches als feststehende Norm für alle Fälle beobachtet worden wäre, wie es auch in einzelnen Fällen geschehen ist; dann wäre auch der selige Zunz nicht in die beregten Irrthümer verfallen Wenn Herr Hock ferner meint, der •'10. eines jüdischen Monats wird in der gewöhnlichen Schreibweise als der 1. des nachfolgenden Monats bezeichnet, 80 möchte ich dem entgegenstellen, dass in diesem Falle der 1. des Monats.den 2, der 2. den 3., der 3. den 4. u. s. w. des folgenden Monats bezeichnen und man schliesslich bei einem 31. des jüdischen Monats anlangen würde, was doch unmöglich ist. Auch Herr Dr. M. Steinschneider scheint dieser Theorie nicht zu huldigen. In Dr. Kohack’s ״Jeschurun“ Jahrg. VI deutsche Abtheilung S. 1U!> bemerkt orsterer, dass im Jahre 5081 der 1. Adar I Freitag war, und der 1. Adar II auf Montag Hel. Im ersteren Falle meinte nun derselbe den 30. Schewat (30. Januar 1321), im andern dagegen den 1. des Monats Adar II (2. März 1321). In dieser zweifachen Bezeichnungswoise fehlt die Conseouenz und werde ich א״י״ה in einem folgenden Artikel hierauf . zurückkommen. — Für die Chronologie können nur feststehende Normen massgebend sein und Irrthümer verhüten und will ich gern zugeben, dass nur der Mangel solcher Normen die Veranlassung gewesen sein mag, die den seligen Zunz in die von mir berichtigten Irrthümer hat verfallen lassen. — Die Bemerkungen des Herrn Hock ad 12 und 20 enthalten eine dankenswerthe Ergänzung 1nein6rBerichtigungen zur Rechtfertigung der ursprünglichen Daten und horte ich, dem hochgeschätzten Gelehrten auf diesem Gebiete noch öfter zu begegnen. Litteraturbericht, Recension. Bnber, Salomon. Midrasch Tanohuma zum ersten Male nach Handschriften zu Oxford, Rom, Parma und München herausgegeben, kritisch bearbeitet und mit einer ausführlichen Einleitung versehen. Wilna 1885. Wittwe und Gebrüder Komm. Wir haben bereits in einer vorläufigen Anzeige auf diese hocherfreuliche und das Studium der Midraschlitteratur fördernde Erscheinung aufmerksam gemacht. Die kritische Methode, mit welcher der Autor den neuaufgefundenen Text behandelt, ist genugsam aus seiner Bearbeitung der Pesikta und des Le-, kaoh Tob bekannt; mit dem sioh erweiternden Midraschgebiet erweitert sioh auch der Gesichtspunkt und immer mehr zeigen sioh die gemeinsamen Fäden, welche die duroh Zeit und Raum auch noch so getrennten Producte der agadistischen Litteratnr durchziehen. Wieder sind es, wie in den früheren Werken, scharfsinnig« Vergleichungen mit Parallelstellen, geistreiche Reoonstructionen verderbter Lesarten, philologische und hermeneutische Abhandlungen, die den Leser orientiren, anregen und mit hoher Befriedigung erfüllen. Wir halten es für überflüssig, diesen den Text an Umfang weit überragenden Commentar hier im Einzelnen zu besprechen, da geringfügige Irrthümer und einige von denen des Verfassers abweichende Meinungen nicht in die Waagschale der Beurtheilung dieser grossartigen Arbeit fallen können. Beschäftigen wir uns vielmehr mit der wegweisenden Einleitung, die allein schon im Stande ist, den Ruhm Buber’s als gründlicher Forscher aufs Neue zu bestätigen. Auf die sichtliche Unvollkommenheit des bisher gekannten und oft gedruckten Midrasch Tanohuma haben bereits Raschi, Josef Kolon, Asaria de Rossi, Esra di Fano, Lonzano, Asulai und Rapoport (Siehe Zunz G. V. p. 238) aufmerksam gemacht. Hierzu kam noch die verschiedene Benennung scheinbar eines und desselben Werkes bald mit Tanohuma und bald mit Jelamdenu Zunz (G. V. 227 ff.) neigt anfangs der Ansicht über die Intentität beider Hägada’s zu, muss aber dem Gewichte der entgegenstehendeu Gründe (ibid. 229) naohgeben und gelangt zu der intuitiven, für unseren bisherigen Tanohuma allerdings zutreffenden Meinung, es sei derselbe aus Jelaindenu-Auszügen und älteren Hagada’s zusammengeflochteu. Warum Arueh aber nur Jelamdenu, Jalkut aber bald Jelamdenu, bald Tanohuma, ja zuweilen beide nebeneinander citirt, bleibt auoh nach dieser Darstellung ein Räthsel. Bubers Handschriften und deren kritische, bienenfleissige Behandlung geben eine vollständige und unabweisbare Lösung. Mit Buber’s Edition erhalten wir nämlich den alten, ursprünglichen, von so vielen Späteren nur gemuthmassten Midrasch Tanchuma in Händen. Hier finden sich sämintliohe Jalkut- Citate, 715 an der Zahl, riohtig vor und es kann demnach kein Zweifel sein, dass dem Jalkut, wenn er vom Tanohuma spricht, nur der alte, handschriftliche vorgelegen haben kann Beiläufig sei Bchon hier bemerkt, dass alle Beweise, die Zunz für ein verhältnissmässig junges Alter des Tanohuma beibringt, nur bei dem gedruckten zutreffen, für den bisher handschriftlichen aber dadurch hinfällig werden, dass die markautesten Stellen, die für eine späte Zeit sprechen, in demselben einfach fehlen. Um nicht weitläufig umschreiben zu müssen, werden wir fortan Buber’s Edition den ״alten Tanohuma“, den bisherigen aber ״di Fano’s Tanohuma“ nennen. Denn in der That stellt sich uns in Esra

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