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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1886-03-04 · N° 10. (4.3.1886) · p. Seite 39

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
15 (1886)
Issue
N° 10. (4.3.1886)
Date
1886-03-04
Page
Seite 39 (sequence 3)
Language
German
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— 89 — Daten-Berichtigungen zu Dr. Znnz ״Zur Geschichte und Litter&tur*. Von L. Cohen in Rees a. Rhein. Mit der grössten Schüchternheit wage ich mich an die Lösung der mir gestellten Aufgabe. Nicht um das Werk des gefeierten Meisters zu tadeln, viel• mehr um auf das aufmerksam zu machen, was bei der Riesenarbeit seines Geistes so leicht übersehen werden konnte, habe ich jedes einzelne Datum auf seine Richtigkeit nach den verschiedensten Beziehungen geprüft und übergebe hiermit die Resultate meiner sorgfältigsten Untersuchungen der Oeffentlichkeit. Mit der peinlichsten Sorgfalt hat Zunz in dem Kapitel ״Daten-Bestimmungen“ durch Berich• tigung so vieler Irrthümer der Bibliographie einen nicht zu unterschätzenden Dienst geleistet und ist es nur zu bewundern, dass bei der Unzulänglichkeit der damaligen chronologischen Hilfsmittel nicht mehr als zwei Irrthümer von ihm übersehen worden sein konnten. Steigert sich die Zahl derselben in dem Kapitel ״Ann alen der hebräischen Typographie in Prag“ nun zwar auf die Summe von sechzehn und in der Liste der Grab-Denkmäler auf acht, so dürften auch diese zum Theil wohl auf das Conto der Abschreiber, zum Theil aber auch auf das der unzuverlässigen Hilfsmittel, welche zum Vergleichen benutzt wurden, zu schreiben sein. (Beiläufig sei bemerkt, dass auch die werthvollen Tabellen von Kornick, deren sich Zunz bediente, auf unbe dingte Zuverlässigkeit für alle Fälle keinen Anspruch haben.) Immerhin dürfte durch die hier folgende Gegen- Überstellung der Irrthümer mit ihren Berichtigungen, deren Begründung nur da anzugeben ist, wo der Irrthum zu augenfällig erscheinen musste, den Freunden der Litteratur und Bibliographie, welche bei ähnlichen Arbeiten das verdienstvolle Werk als Quellenwerk benutzen wollen, ein nicht unwillkommener Dienst geleistet, dem hochverehrten Herrn Verfasser aber zugleich der Beweis erbracht worden sein, dass sein schätzbares Werk im Sinne des am Schlüsse der Vorrede ausgesprochenen Wunsches nicht bloss nachschlagende, sondern lesende, ja sogar denkende, prüfende und für sein Werk begeisterte Leser gefunden habe. Zunz: 1. S. 215, No. 6.) Dienstag, Parascha Bamidbar, am 17. Sivan 5040. Es war aber dies die "Woche des Wochenabschn. •שלחיד׳ך־ 2. S. 216, No. 12.) 21 Kaslev, Freitag 96 (A. 1335), allein der gedachte Monatstag fallt niemals auf einen Freitag, und war sogar in jenem Jahre ein Sabbat. Wahrscheinlich soll es der 27. 0כ״ statt כ״א) heissen. 3. S. 270, No. 5.) 1522, am 22. Tammus (21. Juli). 4. S. 272 No. 12.) 1534, Freitag 6. Nisan (22. März). 5. S. 275, No. 34.) 1585, Angefangen am 17. Adar (16. Februar). 6. S. 279, No. 58.) 1595, am 21, desselben Monats (Cheschwan) 26 October. 7. Ibid. No 61.) 1596, den 4. Elul (30. August). Berichtigung: 1. Richtig ist: des Wochenabschnittes בהעלתך welcher in diesem Jahre, dessen Kalenderzeichen ,שד! war; am 21. Sivan gelesen wurd6. 2. Der 21. Kislev 1335 fiel weder auf Freitag, noch auf Sabbat, sondern aufDonnerstag. 27. statt 21. zu setzen, berichtigt den Irrthum nicht, da der 27. Kislew 96 mit dem Kaleuderzeichen גכ״ה auf Mittwoch fiel. Dagegen fiel im Jahre 95 (A. 1334) 27. Kislew auf Freitag (Kalenderz. .(הח״א 3. Richtig: 17. Juli. Kornick hat denselben Fehler. 4. Dieses Datum fiel auf Sonntag. 5 Dieses Datum kann nicht richtig sein, da der 17. Adar 345 (A. 1586) mit dem Kalenderzeichen הד|א auf שבת fiel. 6. Richtig: 24. October. Kornick hat denselben Fehler. 7. Richtig: 28. August. Kornick hat denselben Fehler. 8. S. 280, No. 68.) 1598, am i 5. Nisan (11. April). 9. S. 281, No. 80.) 1602, bis 1. Ab. (20. Juli). 10. Ibid. No. 82.) 1602, de« 8. Tammus (28. Juni). | 8. Auch dieses Datum ist verdächtig, da es auf שבת Sei Das Jahr שנח hat als Kalenderzeichen לחג• Dass der Druck eines hebr. Werkes am שבת begonnen oder beendigt wurde, ist doch wohl nicht vorauszusetzen. 9. Der 1. Ab fiel auf den 19. Juli; der 20. Juli war am ישבת also unmöglich richtig. Kornick hat für dieses Jahr ein falsches Kalenderzeichen. 10. Richtig: 27. Juni. Grund vorstehend. (Schluss folgt.) Litteniturbericht. Einiges über Eduard Lasker. Von Max Weinberg. I. Das hier unten*) aufgeführte, von der Redaction uns zur Besprechung übergebene Werk des Juristen Leonhard Freund behandelt ausser dem iu der Ueberschrift erwähnten Essay noch diverse Materien, die für den Leserkreis dieser Zeitschrift von Interesse sind, von denen wir indess für heute nur dasjenige über den unvergesslichen Eduard Lasker eingehend besprechen möchten; denn trotz aller Versuche fehlt es noch au einer eohten Biographie Laskers auf breiter Grundlage, wie sie etwa Georg Brandus sohreiben könnte. Und vielleicht ist auch noch nicht die Zeit dafür gekommen, denn es will mich bedünken, als ob noch Vieles und Viele im Rückstände wären bezüglich dessen, was zu einem Gesammtbilde Laskers noch zusammengetragen werden könnte and müsste, um ein getreues Bild dieses trefflichen Patrioten und Menschenfreundes zu erlangen. Das bisher Gesagte, soweit es mir zu Gesicht gekommen, beschränkt sich zu sehr auf den Politiker und Parlamentarier und den Gelehrten Lasker und erst die vorliegende Arbeit Freund’s durchbricht und erweitert diesen Rahmen um ein Bedeutendes, deshalb wird sie in jedem Fall dem einstigen Biographen Laskers eine sehr werthvoile Gabe sein, um so mehr, als sie von einem langjährigen persönlichen Freunde des edlen Todten herrührt. Sie ist aber auch reich an treffliehen, aus einer sehr genauen Kenntniss des Laskersehen Natureis und Geistes fliessenden Gedanken und Charaoterzügen. Wir bedauern nur, dass der geistvolle scharfsinnige Verfasser dieses Alles ״bei Gelegenheit von kritischen Randglossen zu einer überflüssigen Note* und nicht nnabhängig davon und auf sich gestellt, geschrieben hat, wenngleich dieses andererseits auch sein Gutes gehabt hat. Die Arbeit Freund’s ist nämlich durch eine Note des bekanntlich stark antisemitisch angehauchten Professors Sohmoller veranlasst, die dieser als Freund und besserer Kenner Laskers zurückweisen zu müssen glaubte. Welcher Art die Anschauung Schmollers, der durch seine Racenthoorie dem Juden Lasker am Besten beikommen za können glaubt, ist, ergiebt sich vielleicht am Besten, wenn ioh zusammenhangslos aus der Widerlegung Freunds die gravirendsten Sätze heraushebe. Freund sagt gleioh in der Einleitung: ״Wenn Jemand nur solchen Juden sympathisch gegenübersteht, welche der Kanti8ch-Sohleiermaoher,- sehen Ethik huldigen“ so bleibt das etwas rein Subjeotives, da ״in der Regel aus dem Spenden einer *) Studien und Streifzüge auf soci&lwissenech&ftliehen, juristischen und culturhistorischeu Gebieten von Leonhard Freund, beider Rechte und der Philosophie Doctor. Zweites Heft. Leipzig. Verlag von Karl Fr. Pfau. 1886.

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