Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 14 (1885)
- Issue
- N° 26. (25.6.1885)
- Date
- 1885-06-25
- Page
- Seite 103 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 103 — vorzugsweise daran, dass er trotz alles Antisemitismus und aller Gegenströmung uns treu geblieben, weil er uns kennt und deshalb bei allen unseren Schwächen uns nicht für schlechter hält, als andere Menschen. Und wenn, wie in einer früheren No. d. Bl. mitgetheilt, die Consorvativen sich keines Opfers scheuen, um das, was sie und Herr Groussilier Wahrheit etc. etc. nennen, hoch zu bringen, und wenn, wie das zweifelsohne der Fall sein wird, Herr S. M. durch die anti-antisemitische Haltung seiner Zeitschrift manchen Leser von derselben fernhält■, und er also nicht nur mit Freimnth, sondern auch mit Opfern unser Banner hochhält, so dürfte es wohl nicht zu viel verlangt sein, wenn wir jüdische Leser recht nachdrücklich auf das ״Auf der Höhe“ hinweisen und sie bitten, der trefflichen Zeitschrift nach Kräften Eingang in ihren Kreisen zu verschaffen. Eine punische Inschrift. In dem Aprilhefte des ״Vessillo Israelitico“ findet sich eine Abhandlung von Astorre Pellegrini aus Trapani ״l’iscrizione punica d’Erice“ betitelt, deren Hauptinhalt wir hier wiedergeben wollen. (Cfr. L.-B. 18*4 No. 52) Die Marraorplatte, auf der sich die ״punische Inschrift von Eryx“ befand, ist vor mehr als 2 Jahrhunderten verloren gegangen; doch besitzen wir einige Abschriften jener Inschrift, die aber auch erst nach der Copie des Antonio Cordici (1586 — 1(506) angefertigt sind. Dieser fand den Marmor im 17. Jalirh. in Monte San Guiliano im Hause des Rocco Palma und machte eine Abschrift, die sich in den 2 Originalen seiner ״Historia Erycis“ in der Stadtbibliothek zu Palermo und in Monte San Guiliano bei rev. Padre Coppola 'finden. Eins der Manuscripte benutzte Torremuzza und gab die Abschrift wieder in seinem Werke ״Siciliae et adiacentium insularum veterum inscriptionum nova collectio,“ von dem die erste Auflage 1769, die zweite 1784 erschien. Die Copie der betr. Inschrift in der 1769 er Ausgabe behandelten, jedoch nicht mit grossem Fleisse, wie Pellegrini sagt, Gesenius und Ebrard; die in der 2. Auflage untersuchte Blau. — Ebrard hielt die Inschrift für einen Leichengesang zu Ehren eines gewissen Jischlag; Gesenius, Blau und Meyer dagegen glaubten darin ein mehr oder weniger poetisches Epitaph zum Andenken an eine schöne Jungfrau namens Suthul oder Sitil zu sehen. Renan, der bedeutende französische Forscher, hält beide Ansichten für unrichtig. — Erst durch die sorgfältigen Bemühungen Amari’s, Salinas und Polizzi’s, die genaue Photographien der Copie des Antonio Cordici herstellten, ist es Renan gelungen, auf der ersten Zeile das Wort עשתרת zu lasen, wie auch Gesenius vorher schon das erste Worte der 1. Zeile לרבת richtig gelesen hat. Richtiger hat auch Lagumina das 3. Wort ארך gelesen als Renan, der früher darin כבר zu erkennen glaubte; der letztere hielt also das Ganze für eine Widmung an die Erycinische Venus, indem er folgendermassen las: .1 לרבת לצשתרת ארך הים ■ ז אש ב ו ■צ שכן אש צל.בת .3 אש צל.שבן אש. .4.צל פן.אש ■ המלך בן בצליותן! .,־׳• בן.בן.בן בן. .!י שפתם מנן ובדצשתרת ו.ו. .7.במקם. .8 בשמצ ק1לא יברבאן 1. Dominae Astartae vitae longae (auctori) . . . hoc quod ... es 2. penetrale quod ... 3. quod . . penetrale qu»d . . 4. . . in facie . . Quod . . Imilko, filius Baäljathonis 5. Filii .... filii .... filii .... filii .... 6. Suffetibus Magone et Bodastrato et. 7. ... — — — — — —■ — 8. . . . quia exaudidit vo[cem eius. Benedicat. Dieser Lesart schliesst sich trotz der grossen Bedeutung ihres Antors Renan, der Verfasser des Artikels ״Ves8ilio Israelitico“ nicht an. Genaue Prüfungen der Manuscripte St. Giulianos, die er der Freundlichkeit der Rev. Pater Coppola und Castronova, der eifrigen Forschung des Can. Mondello und einer Vergleichung mit zwei Reproduktionen des ,Corpus“ verdankt, führen zu dem Schlüsse, dass man die Riehtigkeit der Renan’schen Lesart nicht nur anzweifeln darf, sondern, wenn man die Ansicht Renans in Betraoht zieht, dass man es nämlich mit einer Widmung an die Erycinische Venus zu thun hat, dass man die vielen Lücken, die R. gelassen hat, ausfüllen kann. Pellegrini hat die Ansicht, dass man in erster Linie zu berücksichtigen habe, welche Veränderungen mit dem Texte der Inschrift im Laufe der Zeit vorgekommen sein können. Zunächst muss man in’s Auge fassen, dass alle, die sich mit der Inschrift befasst haben, nicht das Original selbst, sondern erst die Copie des Antonio Cordici gesehen haben; und wer möchte die Garantie übernehmen, dass dieser selbst fehlerfrei abgeschrieben hat? Durch das Alter des Marmors selbst waren vielleicht verschiedene Buchstaben getheilt. mehr aber noch undeutlich. So war es leicht möglich, dass z. B. statt des phönizischen Zeichens ג ein י oder ד gelesen werden konnte; ebenso war eine Verwechselung der Buchstaben פיניכ״יו oder ת׳ש׳מ oder ת und א oder רידיב leicht möglich. Ausserdem konnte es Vorkommen, dass mehrere Zeichen eng aneinander geschrieben waren, so dass sie wie ein einziges aussahen, oder dass ein Zeichen getheilt war, so dass man mehrere darin erkannte etc. — Pellegrini hat alle Möglichkeiten genau erwogen und hat schliesslich folgende Lesart vorgeschlagen: .1 לרבת לצשחרת ארך ח" מסבי אש צד חדחת דר פ צ חן נשתי החם צל אחדש ז אנך מש בת מגן מטווה׳. ונן .'צ שתי ההם צל אש ים ז נד תנת שבן ופחן ותנהי צ1ל י:ן .4 ם ז צל פן הגברי נן בן אחירצומלך בצליותןן .5 בן צדיתן בן יבצלים בן צנאל בן צ .... ובשח! .6 שפטם מגן ובדצשתרת יבוצ וצורת ו.וון .7 נז צכצ שכר מקם דתם למשבצ צשתורתן. .» וכחם צפם מאש ים תנת וצשותרחו 1. Dominae Astartae, saluti, vitae, tutelae — meae quae rursus pernicies. funus, in — 2. teritus-noster, oifero lac pro instauratione liac ego Maesa filia Magonis [Moth]yensis?; atque of-] 3. fero lae pro sacrificiis diei liuius, munus Tauith tutelae-nostraenostriquo-iuteritus; et-dono[pro die] 4. hoc, in conspectu viri-mei Nun, filii Ahire’umelek, filii Ba’alja[thonis] 5. filii Sedjatlionis, filii Juba’alim, filii ’Anniel, filii S . . . . [in-anno] 6. SuffetumMagoniset-Bodastrati,et-byssum,et-pelles,et. i 7. lanam coloratam, donum secundum-edictum legum ן propter-stolam Astartae .... 8. et-cum-lacte mellis-favos pro-sacriiiciis diei Tauith atque- Astartae. Recension. Jellinek, I)1\ Ad. Der jüdische Stamm in nicht- , jüdischen Spi'üchwörtern. Dritte Serie. Französische, itaj lienische, rumänische und slavische Sprüchwörter. 1 Wien 1885. Verlag von Bemann u. Altmanu. 76. S. Seiner Tochter hat der liebende Vater dies Büch-! lein zur Hochzeitsgabe gewidmet. Und mit Recht —