Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 14 (1885)
- Issue
- N° 16. (16.4.1885)
- Date
- 1885-04-16
- Page
- Seite 63 (sequence 3)
- Language
- German
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— 63 — 8yr. Bar-Härä, eine Benennung, die wohl daher | stammt, dass der Fluss aus der Richtung von Süd I nach Nord in der Bukeiaebene plötzlich nach Westen quer abbiegt, *frei“ seinen Lauf wählt (פרח wird | nah verwandt mit פרא sein) .*) Dass viele Flüsse von solchen Eigentümlichkeiten ihres Laufes den Namen I erhalten, wird ausreichend bewiesen. Solche bestimmte Namen aber haben nur einfache Landflüsse, während grosse Ströme einfach ״der Fluss, das Wasser“ (Jeor,) heissen Engel verlangt, dass man die Schilderung im I B. M. 1,10 als von der Mündung der Flüsse ausgehend annehme. Ein Nahar, eine Wasseransammlung ist es, in welche die vier Flüsse | sich ergiessen, von ihr aus — rückwärts gesehen — erscheinen die vier Zuflüsse, als von der Quelle ausgehende Zweigflüsse. Die Mittheilungen des Reisenden Wetzstein liefern unserm Bibelforscher das meiste | Material. Es muss eine Gegend gefunden werden, in welcher Lach dem Wortlaut der Bibel ״Gewässer heranstritt von Eden, zu tränken den Garten und wird sich darin ausscheiden und hat angehört vier Quell bächen.“ (Das Letztere erscheint dem Referenten zu weit getrieben. והיה kann als Sollform erfasst werden und ראשים als Zweigflüsse, |sobald man vom Ausflusse flussaufwärts blickt!) Die Harra, eine Ebene mit goldgelbem Humus, 1 erstreckt sich zwischen 32 und 34 Grad n. Br. und 37 und 39 Grad östl. L von Gr. Sie heisst Harra des Ragil. Die wellige Ebene ist mit vulkanischen Steinen dicht bedeckt, zwischen denen sich einzelne Eruptionskegel erheben. Auch auf den steinfreien Plätzen der Harra lässt die Sonnengluth keinen Halm hervorspriessen. Diese Harra ist Eden, worin der Garten oder du Paradies. (Der Name hängt mit dem arabischen Wort ädäna ״angefüllt sein“ (mit den Steinen) zusammen.) In die Harra ist eine Oase eingebettet, eine Ebene 3'/, Stunden lang und 2 */a Stunden breit. Sie ist eine wellige Niederung von thoniger Formation, liegt wie Palmyra u. s. w. in einer Thalsenkung. An ihrer ganzenWestseite erhebt sich das Vulkanplateau des ISafä als schützende Mauer, und gegen Norden, Osten und Süden wird sie völlig umsäumt von den Steinfeldern der Harra. Sie selbst ist steinfrei und mit einem Humus bedeckt, der bewässert von aussergewohnlicher Fruchtbarkeit ist und allen Gewächsen aromatischen Hauch, ihren Früchten aber aromatischen I Geschmack verleiht. Vier Flüsse kommen von der IHarra her, die sie paarweise durchströmen, sie [treten aus den Steinfeldern derselben heraus unmittelbar in die Oase ein, die ihre Abflussstelle ist und [überschwemmen Jahr aus Jahr ein, nach dem ersten | Frühregen, im Monat Dezember, ihre Fluren wochen- [lang; alsdann scheidet sich das vereinigte Gewässer [darinnen aus, und zwar in eine Senkstelle, am nord- [östlichen Ende der Oase, wo es sich zu einem kleinen [See absondert, der in der heisen Jahreszeit verdunstet luud keinen Namen hat. Nur vier Flüsse münden in |die Oase ein und sie heissen Amlud. Diese Oase in [der Harra des Ragil ostwärts vom Hauran ist der I מ Garten in Eden“ ostwärts vom Bibellande; sie heisst [fiuhbe — weites, üppiges Saatfeld. In der östlichen [Hälfte werden die Heerden geweidet und die Zelte [abgeschlagen. Die Fruchtbarkeit der Ackerkrume ist [wunderbar. — Ohne Arbeit trägt der Boden 80 bis Jl-O-fältig. In den Wintermonaten ist die Ruhbe [paradiesisch, und in dieser Jahreszeit darin zu leben, [1יי'׳' ein Genuss, der bei der Unzugänglichkeit des [händcbens durch das Gefühl der Sicherheit erhöht |w1׳rd. Ende Mai oder Juni vertrocknet der See und die Flüsse.*) Die Hitze wird sengend. — Alsdann wird die Ruhbe und ihre Umgebung verlassen und der dortige Aufenthalt wird vertauscht mit dem Aufenthalte am Ostabhange des Hauran in der Ard el hawi der Gegend des immer frischen Lufthauches. Nördlich von der Ruhbs ist eine hohe Warte aufgerichtet, um feindliche Angriffe an dieser zu Einbrüchen lockenden Stelle abzuwehren; südlich bei Nemara (wo auch die Römer eine Garnison hatten) ist ebenfalls ein bewachter Punkt. In den östlich liegenden vier Vulkanen, denen sich südöstlich noch zwei anreihen, sieht Herr E. die Kerubim und in ihrem Feuer das להט החרב המתהפכת. Dass als Analogon zu der Fellbekleidung auf die in Gazellenfelle ״eingenähten Sieb“ hingewiesen wird, bezeugt die keinen Nebenumstand ausser Acht lassende Sorgfalt des Verfassers. Die Beziehungen dieser Jäger auf Kain, die 7 und die 77fache Rache, die Identifizirung der Namen Mechujael, Naema, Lemech, Thubal Kain u. s. f. mit Gegenden und Ortschäften mögen mehr geistreich, als wahr sein — manch’ Wahres steckt aber sicher darin —; wir begnügen uns aber damit, darauf die Aufmerksamkeit der Fachmänner zu lenken. — Der Fluss Tes, welcher vom Berge Ses 13 Stunden an der Aussenseite des Nord-Safa geht, ist der Pischon und das *Safa ist Havila. Pischon ist der wie ein Bock hüpfende, Kapriolen machende Fluss — Tes heisst der Bock! Das Safa ist ein Lavaplateau von etwa 7 Stunden Länge und Breite (die eigentliche Hochebene ist nur 2'/, Stunden lang und halb so breit). Es ist der merkwürdigste Punkt in Syrien; seine Formation hat etwas höllisches, sein Feuer scheint erst gestern erloschen. Aus 18 Kratern strömte die schwarze Masse und häufte sich Welle auf Welle so, dass die Mitte die Höhe eines Gebirges annahm. — «Der unheimliebste Krater ist der Sneta; ihr Vulkanschlot ist nur ein Gerippe, das mit einer glänzend rothen Masse überzogen ist; die eine Seite ist von der an seinem Fusse entstandenen tiefen Versenkung des Bodens in die Erde gerissen worden, so dass der innerlioh roth glänzende Cylinder des Kraters nicht nur nach oben, sondern auch nach unten in die Versenkung hinein sich öffnet; hier ist einer der schauerlichsten Orte auf Erden“. Die Habakuk 3,6 genannten ״Harrer• ad und Gibeoth olam“ sucht Engel hier. Um den östlichen Lavawall dieses Nord-Sata geht der Tes auss6n herum. Es Safa heisst ״leer׳‘, das leere (das weder Wasser noch Vegetation hat und menschenleer ist) Gebirge. Synonym damit ist el Hali החוילה• Alte Halden und Stollen bezeugen, dass Bergbau hier betrieben worden ist und zwar in Basalt, der häufig Gold führt. (E. vermuthet, dass Ezeohiel 28,13 בעדן גן אלהים: בתוך אבני אש die Tyrier hier Gold und Edelgestein schürfend geschildert werden, wie auch Hiob 28,3 ff. dieses Land gemeint sei). Der Bdolach ist ihm das ב־דלח (Abürzung für J3 Sohn des) ״im Dolach oder Tolachbaume, d. h. das arabisch• Gummi. Den Schohamstein vermag E. nicht sicher zu bezeichnen, doch hält er ihn für ein edles Gestein, das in den Einschlüssen der Kraterbomben g•- funden wurde. (Schluss folgt.) Toldoth Abotfi, Auszug aus dem ersten Buche Moses, herausgegeben vom mähr.-schles. Lehrerverein. 2. Auflage Pressburg 1885. — (Schluss.) 2. Sollte man es glauben, dass man heutzutage, nach Luther, Mendelssohn, Zunz, nach den so leicht zugänglichen lexicographisohen Arbeiten noch schlecht übersetzen kann? ich hätte es nicht gedacht, aber ') Der Fluss Kebar des Ezechiel ist der Eufrat-Tigris. *) Einer derselben heisst noch heut el Gurab Der Habe.