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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1885-03-26 · N° 13. (26.3.1885) · p. Seite 51

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
14 (1885)
Issue
N° 13. (26.3.1885)
Date
1885-03-26
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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— 51 — Iah Tag und Nacht an den fernen Bruder, fc schöne Jungfrau ist welk und schlaff gealle Freude am Dasein ist dahin, das L6ben en Reiz mehr für sie. Umsonst sucht Abel ester zu erheitern, sie weist ihn ab und ist der voll Mitleid für den guten, sanften Bruder, so herzlich zugethan ist. ״Wohlan denn“, sie zu Abel: ״wenn Kain heimkehrt, dann Beide ein volles Jahr um mich dienen und ge dann entscheiden, wem von euch ich an- 8011. Neue Hoffnungen im Herzen wendet 1 dem Felde zu, während Adah heimkehrt. 28ן trifft sie den Vater, der wiederum in sie len .wilden, störrischen Bruder zu vergessen 1s Weib zu werden. Adah weist dieses Anurück, wiederholt aber auch Adam das Ver- , welches sie soeben Abel gegeben hatte und;t es noch durch einen Schwur. — Kain noch immer durch die Wildniss, findet aber n Weg zum Elternheim und sinkt ermattet, ״ >t durch langes Rufen und Herumirren nieder n Adam und Abel den bleichen ohnmächtigen ld tragen ihn aut einer Bahre in die Höhle, irft sich auf den blassen Bruder und ruft ihn iebesworte ins Leben zurück. Sie weicht!n seinem Lager, pflegt den kranken Liebling, seinen Fieberphantasieen immer den Namen rft. Endlich ist Kain soweit genesen, dass er h’s Arm gestützt in’s Freie gehen kann. Umf;t Kain der Schwester, wie er mit Fluch beladen, anzen Vergangenheit nach, ihrer unwerth sei, ss durch Schmeichelworte seine Bedenken zu . ohtigen, und verlangt von ihm für all’ ihre ind Treue nur, dass er gut und fromm werde. ־ i,41 sich jetzt ganz dem Herrn zuwenden, will ■as Leben beginnen. Bei einem für Kains Gedargebrachtem Dankopfer, ist die ganze beisammen. Abel bittet den Vater, jetzt Kain ah ehelich einzusegnen, aber Adam will, dass Schwur inne gehalten werde. Beide Brüder .n einem Probejahr um Adah dienen. ״Gieb 1 Zeichen, o Gott, dass auch Du Deine Einig giebst, rief Kain aus“. Da erhob sich Staub rbelwind, ein Blitz fuhr hernieder und spaltete aum bis zur Wurzel. Kain erhob sich abnungsdas war kein günstiges Vorzeichen. Doch gesr aufs Neue Glaube, Liebe und Treue dem — Inzwischen war die verschmähte Lilith um Hilfe ־ angegangen/ Sie verlangt Rache n Höllenfürsten für Kain, der ihr die tiefst, h, die ein Weib erfahren kann, angethan hat;praA, dass sie ihr werden sollte, und er selbst ganzen Schaar der Bösen begab sich auf die Hier sieht er. wie Kein in harter Feldarbeit Lebens Nothdurft sich müht. Kain hat Treue ebe Gott gelobt, wenngleich sich noch oft sein iX Heist gegen niederes Dienen vor dem en bäünpt. Während einer Krankheit Abels Kain die -Steile des Bruders und führt seine n auf die Trift. Am einsamen Orte •rsoheint 1 Dämon, der ihm Wahrheit, Erkenntniss und hätze der Welt anbietet, wenn er sich ihm eri<D00h• Kain hält muthig stand. ״Ich kenne füft er mnthig tMÜ* ״Du.Jbifltfajftil schon einmal Gestalt eines verfahrenschÄiWeibes erschienen ch damals habe ich Dir widerstanden“. Und r Böse in ohnmächtiger Wuth Kain tödten erschien der von Gott gesandte Liohtengel ׳, Kain zu retten. Er ermunterte ihn, in Glauben reue Auszuhalten, und für das was ihm verblieb, Entschädigung, Kühe und Frieden in sbe zu finden. — Kain sohreitet in sich gekräftigt der heimathliohen Höhle zu, als ihm Adam begegnet. ״Ich freue mich ob deiner Besserung“, spricht dieser zum Sohne, ״Du weisst, welch’ herr- Hoher Lohn Dir nach gut überstandenem Prüflingsjahre winkt. Halte dich fern von uns, von Adah deiner Schwester, stähle dich in der Kunst der Selbstbeherrschung, schlage dein6n Wohnsitz abseits von dem unsrigen auf, damit Du Adahs schöne Gestalt nicht beständig schaust.“ Adam kommt mit dieser Aufforderung Kains innerstem Wunsche entgegen; er zieht weiter in den Waid hinein. Und in dem Augenblicke, da er Gott im Gebete um Stärkung in seinem Vorhaben, um Ausdauer, um friedlichen Sinn, anruft, klingt ein spöttisch Lachen an sein Ohr. Lilith schwebt vorüber, ihm zurufend: ״Ehe ein Jahr vorüber ist, bist Du auf ewig mein“. — Auch über Adah kommt der Geist der Lüge und der Versuchung. Wilde Begierde führt sie, die fromme Adah, zu Kain, und sie verfuhrt ihn zur Sünde. — — So hatte Satanas dennoch gesiegt. (Schluss folgt) Litteraturberichk Recensionen. Gustav Bickell, Der ״Prediger“ über den Wert des Daseins. Innsbruck, Wagner’sche Universitäts- Buchhandlung, 1884. 112 S. 8. Der Herr Verfi bemerkt einleitend, die einzelnen Gedanken des Buches Koheleth seien höchst sorgfältig und fein ausgedrückt, aber der im jetzigen Texte vorliegende Gedankenzusammenhang spotte jedes V.er8uohs einer Deutung; es habe sich ihm nun hierfür die Erklärung aufgedrängt, dass in derjenigen Handschrift des Buches, die dem jetzigen sowohl masoretischen als alexaudrinischen Texte zu Grunde liege, eine Verschiebung der ursprünglichen Blätterfolge stattgefunden haben müsse. Der Verf. bemüht sich, den Beweis für diese Annahme zu führen und den vermeintlich bisher zerstückelten Text wiederherzustellen, er übersetzt und erörtert die muthmasslieh berichtigte Grundschritt. So viel Scharfsinn und Ernst der Verf. zur Erhärtung seiner Conjectur auch verwendet, will uns diese doch noch nicht hinlänglioh begründet erscheinen. Der Nachweis des Gedankenzusammenhangs in dem bisherigen Texte, wie ihn namentlich auch neuere jüdische Bibelcommentatoren erbracht, befriedigt uns noch immer mehr als jene Conjectur. Vielleicht würde der Verf. manchen Streitpunkt anders aufgefasst haben, wenn er di6 gedachten Commentatoren bei seiner Arbeit mit berücksichtigt hätte. Nichtsdestoweniger bekennen wir gern, dass wir es hier mit einem Nummer-Eins-Forscher zu thun haben, der dem hebr. Schriftthum gegenüber ebenso tiefe Pietät wie wissenschaftlichen Freimuth bekundet, und dass die vorliegende Schrift viel Anregung und Belehrung bietet. Es sei uns noch eine Bemerkung gestattet: Der Verf. ist katholischer Professor an der Universität zu Innsbruck. Aber welch’ eine unüberbrückbare Kluft zwischen ihm und dem gleichfalls katholischen Prof. Rohling oder seinem Handlanger Justus und Consorten, sowie gewissen protestantischen Professoren und Predigern der ״Liebe“ —, welche auf die katholischen Gelehrten, auf die Katholiken sammt und sonders mit eigenartiger Grandezza ״von oben“ hersbsehen! Es trifft doch oftmals zu, das Le style o’est l’homme. Ja, schon die Diotion jener Wort: litterarischon Koprophoren und die eines Bickell

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