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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1885-03-26 · N° 13. (26.3.1885) · p. Seite 52

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
14 (1885)
Issue
N° 13. (26.3.1885)
Date
1885-03-26
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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Man braucht nur — es wäre allerdings eine Sünde — ein Machwerk jener wissenschaftlichen Stümper und unmittelbar darauf das qu. Sohriftchen von Biokell zu lesen, um den Unterschied zwischen Geist und Herz erstickendem Miasma und beides erquickendem Aether so reoht zu empfinden. — Brandenburg a. d. H. Rabb. Dr. Krön er. זמירות ושירים, לל^יל*, שמורים. Recitative und Gesänge, Lob- und Danklieder zum Vorträge am ersten und zweiten Abende des Ueberschreitungsfestes, von Adolph Sch önfeld, Cantor der Brüder- Gemeinde zu Posen. 1884. Selbstverlag. Zu den undankbaren Litteraturzweigen gehört unbestritten auch die Synagogen-Musik-Litteratur. Sie ist auf einen nur beschränkten Abnehmerkreis angewiesen und dieser reducirt sich noch auf die wenigen bessergestellten Cantoren grösserer Gemeinden. In den mittleren und kleinen Gemeinden aber sind selbst die besten Synagogen-Gesangswerko nicht vertreten, so dass auf sie nicht einmal die mittelalterliehe Buchdrucker-Phrase אחד בעיר ושנים במשפחה ( Jes.) anwendbar wäre. Es ist daher für den Recenseuten keine angenehme Aufgabe, die Pathenschaft bei einem Musenkinde zu übernehmen, das er für wenig lebensfähig hält. Ich bin nämlich der Ansicht, dass, sofern der Verl, bei Herausgabe der v fliegenden ״Gesänge“ auf einen weitern Kreis von Abnehmern rechnete, er sich gar bald enttäuscht sehen wird. Denn auch diese schlichten Melodien der ״Hagada“ werden, hauptsächlich weil der Hagada-Text nicht beigedruckt ist, das Werckchen also ein rein musikalisches Opus darstellt, dem Schicksal der allgemeinen Synagogen- Musik-Litteratur nicht entgehen. Dieser pessimistische Ständpunkt soll uns aber nicht abhalten, auf den Inhalt des Werkes näher einzugehen. Herr Cantor Schönfeld ist kein Neuling auf dem synagogalen Gebiete. Schon vor etwa dreissig Jahren hat er in Ehrlich’s ״Liturgischer Zeitschrift“ u. A. das Schopharlied von Geiger: ״Hört, die Posaune tönt mit Macht“ und einige andere Gesänge, die er gelegentlich der Einweihung des Tempels der ״Brüdergemeinde“ in Posen componirt hatte, veröffentlicht. Auch hat er sich durch die Herausgabe eines liturgischen Handbuchs für Cantoren (קונטרס?■1חונים) bekannt gemacht. Zu den vorliegenden Gesängen scheint ihn mehr ein ״heiliger Eifer“ angetrieben zu haben. Von der antisemitischen Bewegung angefeuert, hat er sogar den Pegasus bestiegen, der sich aber unter ihm etwas unbändig geberdet zu haben scheint. Auch über das verunglückte Titelblatt liesse sich rechten, 116bcn der ״heiligen Seder-Schüssel“ die Verse Luther’s (״Hie kann nicht sein ein böser Mut, wo da singen Ge I seilen gut“) und Seume’s (״Wo man singt, da lass Dich I ruhig nieder“ u. s. w.) zu lesen sind. Doch das ist : im Grunde Nebensache. Ich gehe nunmehr auf die Hagada-Melodien selbst ein, um sie auf ihr historisches Alter und Nationale zu prüfen. (Schluss folgt.) Replik Hut Herxhcinier sein Bibel werk auf Auregung Pliillppsons geschrieben'! Um seinem Bibelwerke die Priorität vor dem Herxheimers zu wahren, zeiht mich Herr Dr. Philippson in No. 12 der ״Allgem. Zeitung des Judenthums“ vom 17 März d. J. eines Irrthums und wirft mir vor, ganz willkürlich 1844 als das Jahr des Erscheinens seines Werkes angegeben zu haben. Den Irrthum habe ich, wie ich zeigen werde, nicht begangen, u■ den Vorwurf der Willkür weise ich, trotz aller Hofl aehtung vor dem Nestor jüdischer Publicistik, 1■ Entschiedenheit zurück. Ich habe in meinem jüngl bei F. B. Auffarth in Frankfurt a. M. erschienen■ ״Leben8bildeu+)d.sei.Dr.Herxheimer geschrieben: ״S«■ Mahnruf an die unter der Lauheit des Publikums al meisten leidenden Führer Israels: Verbreitet Bibel künde, ihr mehret die Freude an Gott und Glaube! ist nicht ungehört und unbeachtet verhallt. Die Bibi ist seitdem zu Tausenden von Exemplaren — wl gedenken der von Philippson, welcher seit 1844 sei grosses Bibelwerk erscheinen Hess, ins Leben gerufen! Bibelanstalt und ihrer orthodoxen Rivalin' — I Israels Häuser gepilgert . . . .“ I Mit diesen Worten soll ich, nach Auffassuil Dr. Ph.’s, behauptet haben, er hätte erst auf dl Mahnruf und nach dem Vorgänge H.’s sein gross! Bibelwerk erscheinen lassen. Gerade das Umgekehrl sei das Richtige, die ersten Lieferungen seines Bibel Werkes seien 1*39 erschienen, während H.’s Pentateucl erst 1841 veröffentlicht sei. Meint Herr Dr. Ph. hiel mit, dass er H. zur Abfassung des Bibelwerks an gl regt, so muss ich diese ihm vielleicht liebgewordei! Meinung zerstören. Zwischen dem Erscheinen dl Ph. Bibelwerkes und dem H.’s besteht kein ursäclil licher Zusammenhang. H. hat, wie ich aus mündl licher Unterredung mit ihm weiss, und wie dies dl nach seinem Tode aufgefundene, genau geführte Tag! buch ergeben dürfte, keinerlei Anregung von aussel empfangen, sondern selbstständig seine Idee, die Bibzu erklären, realisirt. — Als Philippson in No. 8; 90 u. 97 seiner Zeitung vom Jahre 1839 Prospekt ui. Anzeige der ersten Lieferungen veröffentlichte, wa die sechs Bogen starke Lieferung No. I des H' Pentateuchs bereits in den Händen des Recensentei der dann auch schon in No. 39 der Jost’schen ״Annalen׳ vom 27. September 1839 dieselbe besprach. — 184: (nicht 1841, wie Ph. aDgiebt) erschien der Pentateucl H.’s; der Philippson’sche 1844, wie ein Blick auf det Titel, nach welchem ich oitirte, beweist. Wo •8t nur die Willkür? Ich habe ganz correct nach biblio-js graphischem Usus gehandelt, das Datum des Erb scheinens nicht nach den Lieferungen, sondern naclij dem Titel des fertig vorliegenden Werkes angegeben! Wie es mir fern lag, die Verdienste Herrn Dr. Philippsohn’s schmälern zu wollen, so erachte! ich es als ein Gebot der Gerechtigkeit, die Selbst-J ständigkeit Herxheimers nachdrücklichst zu betonen? Mainz, 20. März 1885. Dr. Salfeld. xT oiizi. Paris. Vor 15 Jahren hat Herr Clermont Gaüieau ii.F einem alten Baue zu Jerusalem den Steinblock gefunden, deiü im herodianischen Tempel die Grenze des Vorhotes dl* Heiden! bezeichnet bat und die gr. Inschrift tragt: ״Dem fremden! welcher diese Grenze überschreitet, sei es kund, dass ih“ Tod. strafe droht“. Dieser Stein wurde nach Constantinopel;ebracl und der kaiserl. Sammlung einverleibt. Herr Clermont lat einei Gypsabzug erhalten, den er der Akademie gezeigt u»d den:. Museum des Louvre übergeben bat, wo er seine Stel* neben der Mesa-Säule gefunden. *) Wir werden auf diese treffliche Monographie 1 die►. Bl. noch zurückkommen, (Red.) Soeben ift crfdiicueti: (1747 מבוא המשנה «inlritun} in Hit KUdjna, »011 3acob )8rüll(;)fabbiner in ftoje:ein. i^mcitcr ^*a11 ״ 01)ftem bev Tlifd)1m.) — iDreiö 4 9Ä. 3« bcjicljen bei Dr.?fbof SSrüll in ftfraiiffart a. 9)b. Verantwortlicher Kedacteur Dr. Kahmer. Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, leipzig.

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