Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 14 (1885)
- Issue
- N° 11. (12.3.1885)
- Date
- 1885-03-12
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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£;ung aml die litterarisohen Laistangen Abrabanel’s fi;iebt der gelehrte Uebersetzer in seiner warm emi )fandenen Einleitaag beredten Ausdruck. War es *t hm auch nicht möglich and wohl auch nicht darum c bu than, Abrabanel’s Arbeiten auf religions-philon äophischem Gebiete neue Gesichtspunkte abzuget winnen, so hat er doch zumal dem gebildeten, mit i dem jüdischen Schriftthum des Mittelalters noch un-!a bekannten Leser gegenüber Abrabanel’s Verhältnis» n< zu dem von ihm schwärmerisch verehrten Maimuni il n das günstigste Licht gesetzt. Minder zutreffend » inden wir die Kritik, die Herr Mosse in seiner Ein- I eitang an den zwei hier in Betraoht kommenden 1e Gegnern Maimuni’s auf religions-philosophischem Ger< 3iete, an Chasdai Crescas und seinem Schüler Joseph 01 Ä-lbo, übt. Abrabanel’s Hauptverdienst, der durch sein ganzes Verhalten in den verhängnissschweren, blutgetränkten, thränenreichen Jahren seines sturmbevegten Lebens, den Adel seiner Geburt, die Aristosratie seines edelea, gediegenen Charakters und eines reichbegabten, vielseitig angelegten Geistes )ekundet, wurzelt bekanntlich nicht in seinen litteraischen Leistungen auf philosophischem und religions- )hilosophischem Gebiete. Abrabanel’s ראש אמנה steht, vie bekannt, lediglich im Dienste der apologetischen Tendenz, die 13 Glaubensartikel, die Maimonides in einem ilicchnah-Commentare zu Synhedrin (Perek Ihelek hypostasirt, zu rechtfertigen. Wir haben hier elbstverständlich weder zu den 13 יקרים!? des Maiaonides noch zu der Art und Weise, wie A. 28 da- .;egen geltend gemachte Einwürfe widerlegt, Stellung u nehmen. Dagegen müssen wir der Uebersetzung .68 Herrn Mosse wahre Anerkennung zollen. Sie ist /ort- und sinngetreu, fliesst leicht und anmuthig dain und tritt im Ganzen weder dem Geiste des ebräischen Originals, noch dem anregenden, leicht eschwingten Genius der französischen Sprache zu ahe. Was dieser Version zum besonderen Vorzüge;ereicht, ist die anschauliche, leicht fassliohe Dartellungsweise. Durch geschickte, schematische Grupdrung der Fragen und der ihnen entsprechenden Lntworten kommt Klarheit und systematische Ueberichtlichkeit in die Arbeit zu Gunsten des Originals, )iese präcise logische Gliederung ist im Urtexte oft ,ar nicht markirt, oft nur ganz leise an gedeutet. ךerdienst des Uebersetzers ist es, mit aller Gonsequenz ie einzelnen Piecen des Originals schematisch geliedert und systematisch geordnet zu haben. Seine lebersetzung ziert in Folge dessen die Krone der ’opnlarität und der leichtiasslichen Gemeinverständchkeit. Die Version schmiegt sich im Ganzen sinnemäss auf das Innigste dem Texte an. Verstösse *gegen sind weder zahlnoch belangreich. Dem Jsu8 macht der Uebersetzer eine zu grosse Gonoesion, wenn er den Namen seines Autors beharrlich lit dem verstümmelten Abarbanel wiedergiebt, ährend er doch selbst pg. XIII den Namen etymo- )gisch richtig zerlegt in Ab-rabban-el, pere-maitreuissant. Grätz hat schon vor 20 Jahren sich von iesem Fehler emancipn t. Er schreibt stets Abrabanel ad begründet diese Schreibweise näher in seiner esohichte Bd. VIH (pg. 334 Anm. 1.) S. 7 citirt?r Uebers. mit dem Verf. Metzihoth (מציעא), während . Jesaja Berlin das Gitat bereits richtig stellt durch e Emendation von!ברכור Fol. 31 statt 8 .8 .מציעא ird מצולות übersetzt durch nombreuses, während doch eigentlich heissen müsste etwa: graves, imirtantes. 8. 12 findet sich ein monströser, sinnenteilender Fehler. Die hebräischen Worte מה שבקש דוד משיח אלהי יעקב נל עיני ואביב übersetzt Herr m. it: Tout mortel doit implorer, comme David, le Sainte ini-soit-il et lui dire; Dieu de Jacob dösille metei ui aa he al te rk toi IC! d« <LX da di 1לו 0 נ r e! £*! 111 ei ob ei Ie n b j£e! yeux etc. Herr M. beginnt den Psalmvers mit Dieu ds Jacob, während P8. 119,18 anhebt mit נל עיני, Er hätte übersetzen müssen: Tout mortel doit implorer, comme David, messie de Dieu de Jacob, et lui dire: Disille mes yeux etc. 8. 30 ארבעה פרקי השנה heisst nicht: des autres fetes de l’annee, sondern: Vier Festzeiten für den Jahresbeginn. 8. 42 steht irrthümlich Berachoth 41 statt 44. S. 51 בעדן אחר, Herr M. liest und übersetzt irrthümlieh בענץ אהד de la meme maniere. S. 48 identificirt Herr M. רא״בל mit K. Eleasar ben Aderet, den z. B. Asulai gar nicht kennt, während hier der bekannte Exeget Abraham ibn Esra citirt wird. (Der Initial-Buchstabe ע kann füglich auch nicht den Namen אדרות ergeben.) S. 56 בשתוף השם Sinn der Worte ist: Moseh ist der wahre Prophet, der Prophet xa־’ £!;o-/.rjv. Die anderen Propheten stehen quanitatir and qualitativ so tief unter ihm, dass man sie nur כשתוף השם metaphorisch in einem Hauche mit ihm Propheten nennen kann. Herr M. hat also die Stelle missvertanden , wenn er sagt: la prophetie est ce que les autres prophätes appellent l’assooiation du nom sacre (!) 8. 88 אל* תמירני heisst nicht: ne te revolte pas contre moi, sondern etwa: ne me change pas avec lui. 8. 95 השתנה heisst nicht se composer, sondern se ohanger. S. 103 steht I’salmiste, citirt ist aber Jesajah 5,14. Sehr auffallend ist das Versehen, das sich Herr M. im 18, Kapitel zu Schulden kommen lässt. Nachmanides rechtfertigt in seinen Bemerkungen zum המצות 'D des Maimonides den כה״ג , wonach das erste Bundeswort im Gegensätze zu Maimuni kein positives Gebot, sondern ein Glaubensprincip enthält. Abrabanel reagirt dreimal auf die Ansicht des רמב״ן, die er abzuweisen sucht. Herr M. lässt sich vom incorreoten Texte dupiren und schreibt beharrlich Maimonides statt Moise fils de Nachman ohne das Widerspruchsvolle und den non-sens seiner Worte zu merken. (Vgl. 148—150.) Andere Ungenauigkeiten und Versehen in der Angabe der Citate und selbst in der Wiedergabe des Textes übergehen wir als nebensächlieh. Die von uns urgirten Mängel beeinträchtigen den Werth der Gesammtleistung des Herrn Mosse in unerheblicher Weise und treten gegen die über wiegenden Vorzüge seiner trefflichen Uebersetzung fast gänzlich zurück. Möge sie auch in deutschen Kreisen die verdiente Beachtung finden! Sohrau O.-S. Dr. Immanuel Deutsch. דבר על אודוות התלמוד Kann der Talmud übersetzt werden? Festschrift zum 70. Geburtstage des Herrn J. H. Weiss, Lektor am Beth hamidrasch in Wien, von M. J. Sch. Friedmann. Druck von Loewy & Alkalay, Pressburg. 15 S. Lexconf. Dass der Talmud nicht mit Haut und Haaren übersetzt werden kann, ist am besten durch die vielen verfehlten Versuche bewiesen. Wie nun die Weise des Rif und die des Maimonides (Auszug oder Codex) einfct in der Fruchtbar- und Anwendbarkeitmachung des Talmud für das praktische Leben miteinander wetteiferten, so kann heutzutage ein ähnlicher Wettstreit entstehen zwischen den Auszügen aus dem Talmud (wie Rabbinowicz-Paris sie versucht hat) und der Form, welche Herr Friedmann vorschlägt. Er trennt und sondert das historisch und genetisch nicht in den ursprünglichen Text Gehörige und verweist es in Anmerkungen, er sondert so den lichten klaren Fortgang der Discussion von dem Trümmergeröll der Erklärungen, Zwischenrufe und Zusätze — und ebnet damit dem Uebersetzer die Bahn. Ja, wenn ein so kompetenter Meister wie Friedmann sich an diese mühsame Arbeit macht, wird er, wie die beigegebenen