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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1885-03-12 · N° 11. (12.3.1885) · p. Seite 42

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
14 (1885)
Issue
N° 11. (12.3.1885)
Date
1885-03-12
Page
Seite 42 (sequence 2)
Language
German
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— 42 — 14. Die Mahlzeit in der Laubhütte. 15. Der Gottesdienst am Tage der Gesetzesfreude nach portugiesischem Ritus. 1 6. Die Heimführung resp. der Triumphzug des Cliassan Thora und Chassan Bereschis. 17. Die Ceremonie der ErtheiluDg des Segens durch die Cohanim. Die Gestalten, die Picart in den Cultushandlungen der Juden auftreten lässt, geben den jüdischen Typus ziemlich annähernd wieder, aber diejenigen der hausliehen Scenen sind, was den schönen Theil des Geschlechtes betrifft,entschiedencarrikirt; zunäohstfallt die allzugrosseVerschwenduug bei Vertheilung der Näsen auf, als ob alle Juden lauge Nasen hätten, als ob unter den Töchtern und Söhnen Israels nicht auch classischschöne Profile zu finden wären; zur Entschuldigung des Künstlers mag es vielleicht der Fall gewesen sein, dass er seine Gestalten aus den jüdischen Hausirern des Amsterdamer Judenviertels genommen, sollte es aber unter diesen nicht auch schöne Gesichter geben? Unnatürlich ist das Kind in dem Bilde, das von der Beschneidung handelt, so stark und entwickelt ist kein Kind von acht Tagen, dagegen ist die die Ciroumcision ausführende Persönlichkeit, obwohl in knieender Stellung, doch auf der ganzen Höhe ihrer wichtigen Mission; in diesem Gesichte spiegelt sich Frömmigkeit und Freude, Zagen und Zuversicht aus, sie ist die Illustration des biblischen Wortes: Dienet dem Ewigen m Furcht und frohlocket mit Zittern. (Ps. 2,11.1 W underschün und ganz natürlich ist die Darstellung der synagogalen Feier am Jomkippur; auch hier ist die Macht des Gegensatzes, die körperliehe durch das Fasten erzeugte Schwäche und die geistige Erhabenheit in der Zuversicht der zu erlangenden Söhne und Gnade wirkungsvoll ausgedrückt und zur innem Einheit und Versöhnung gebracht. Eine detaillirte Beschreibung der einzelnen Bilder würde uns zu weit führen, die einzelnen hier vorgeführten Vorzüge mögen das Ganze empfehlen, diese Bilder wollen eben gesehen, gewürdigt und empfunden sein. Wir empfehlen sie auf das Wärmste allen denen, die für die idealen Güter unserer religiösen Gesammtheit, für Kunst und Religion, für Sitte und Sittlichkeit noch ein rechtes und inniges Verständniss haben. In diesen Bildern ist, wie überhaupt in allen das Judenthum betreffenden Kupferstichen Picart’s, die siegreiche Macht unserer Religion und ihr belebender Einfluss aut die Pflege der Familientugenden auf das Schönste und Kunstvollste zur Darstellung gebracht. Dr. J. Blumenstein -Luxemburg. Aufgefundene Inschriften. 1. Mr. Boscawen hielt jüngst im Victoria-Institut zu London einen Vortrag, in dem er zeigte, dass durch Inschriften, die man im Geburtslande Abrahams gelunden hat, ein klares historisches Licht auf das ganze Zeitalter Abrahams und auf seine Wänderung von Ur in Chaldaea nach dem Lande Canaan geworfen wird. Die Inschriften des Sargon von Akkad und seines Sohnes Naram Sin, die man entdeckt hat, beweisen, dass unter den grossen Turanischen Stämmen, welche im;18. Jahrhundert v. Chr. iu Babylonien lebten, den Akkadianern und Sumerianern nebst den ihnen verwandten Elamiten und Kussiten, auch nomadische Semiten ansässig waren, welche sich der Keilschrift zur Aufzeichnung der damaligen Ereignisse bedienten, und welche einen grossen Einfluss im Lande besassen. Für die Dinge, welche Genesis c. XIV erzählt werden, in Verbindung mit dem Besuche Abrams in Egypten, lässt sich nun a ei 3c w i 11 die geschichtliche Zeit ziemlich genau feststelleu. müssen sich ereignet haben zwisohen dem Einfi;i der Elamiten unter Kuder na Khonta in Chaldaea i )1 J. 2280, was die Gründung einer Elamitischen Dynast h im südlichen Babylonien zur Folge hatte, und Thronbesteigung des Chaldäischen Königs Khamm rabi, welche im J. 2120 stattfand. Der letztere siegte, einer Inschrift zu Folge, die Mr. Loftus J. 1854 aufgefuuden hat, den Herrscher von Elalb und seinen Sohn, den König Rim-Agu, von denjii der letztere allem Anscheine nach der in Genesis X erwähnte Ariooh, König von EUassar, der erste Khedorlaomer, König von Elam, ist. Auch diese I schritt, welche in einer babylonisch-semitische Sprache abgefasst 18t, giebt neben mehreren ander! den Beweis, dass zu jener Zeit eine grosse semitisc' Bevölkerung in Babylonien wohnte, deren Namen u Sprache sehr verwandt waren mit dem Hebräisch In Folge des Einfalls in Chaldaea im J. 2280 wurl ein Theil der semitischen Bewohner vertrieben u: wanderte nach Westen. Die Wahrscheinlichkeit li׳ nahe, dass dies die Wanderung Abrams nach Ganä! war, die deshalb nicht als mythische Epoche in jüdischen Geschichte, sondern als historisches Ereij niss und als Ausgangspunkt der jüdischen Chron! logie zu betrachten ist. Dr. Sch. '1 2. Eine halbe Stunde nördlich von Joppe, auf einei Felde, dass der russ. Archimandrit gekauft hat, ui ein Gasthaus für russ. Pilger zu errichten, hat ma einen jüdischen Friedhot mit Höhlen und Seitennische (כיך) gefunden, der eine reiche Ausbeute von Gral steinen mit griechischen und hobr. (Quadrat) Inschrift« bot. Geburts- und Todestag ist nirgends vermerk nur Eigen-, Familien- und Vatersnamen des Verstoi benen, dazu, ob Kohen oder Levi und oft auc grieoh. ehrende Bezeichnungen, die Redlichkeit ode Beliebtheit naohrühmen —; manchmal findet sich ״<ß Heilige“ (ob Märtyrer?). Einige Steine zeigen da Bild einer Lampe mit 7 Röhren. Fast Alle, auch di grieoh. geschriebenen, schliessen mit dem Worte לום in Quadratschrift. Viele von den Steinen sind naje Europa gebracht worden, viele sind bei den 8. נת Priestern geblieben, einige hat der Baron Ostin 0 welcher in der Nähe von Joppe wohnt. Die Inter es santeste derselben, 1 Elle lang und etwa 1/4 Elle brt ii trägt die Inschrift ד; א קכויתא דרבי י וד ן בריבי ברה ג3י טרפון נח נפש זיכרונו לברכה שלום." Viele wollen die Inschrift auf A. Jehuda ijl Sohn R. Tarfons beziehen, welcher im Rabboth Achare Mos (P. 20) R. Juda von Joppe genannt wi wie auch aus Jerus. Schwiis Haiaoha 6 zu schliesi ist; A. Tarfon selbst wohnte in Lydda, in der Nt kl von Joppe. Raschi erklärt das Wort בריבי als^r.’ Bezeichnung eines bedeutenden Mannes. ' ״ Littenitur bericht. Recensionen. Abarbauel Don Isaac, Le Principe de la (ראש אמנה), traduit par M. le grand rabbin Benjar Mos86. Avignon 1884. Gr. 8 LU und 226 S. Pi־e1 10 Francs. Der Uebersetzer, auch dem grösseren, die jüdiaob litterarischen Interessen der Gegenwart lebhaft 1*er| folgenden deutschen Publikum als Redakteur Monatsschrift ״La Familie de Jacob“ nicht unbekai hat seine wissenschaftlichen Arbeiten durch die liel voll ausgetührte Uebertragung des ראש אמנה I reichert. Der Verehrung für die historische BecÄeij

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