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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1885-02-26 · N° 9. (26.2.1885) · p. Seite 35

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
14 (1885)
Issue
N° 9. (26.2.1885)
Date
1885-02-26
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
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Tochter zum Scheine den Schleier nehmen, um ihm •wieder zu seinen Schützen zu verhelfen Durch eine Reihe von widrigen Um«tünden wird sein Plan vereitelt, er wird endlich für die vergangenen Verbrechen furchtbar bestraft und, für todt gehalten, über die Mauer der Stadt geworfen. Aber seine Rolle ist noch nicht zu Ende, itn Gegentheil, der Tndtgeglaubte entwirft, frisch und gesund, einen furchtbaren Rachepinn. Zum zweiten Male belagern di* Türken die Stadt : Barrabas zeigt ihnen den ihm wo ul bekannten Weg in die Festung: seine Feinde sind in seiner!Fand: er könnte an •1**11 Johannitern sein Miit liehen kühlen. Aber der ehrgeizige Jude hat einen neuen machiavellistischen Plan, er will Gouverneur der Insel werden. Allein sein verratherischer Gedanke scheitert an der Vorsicht, der gewitzigten Christen, und der Jude nimmt ini' dramatischer Gerechtigkeit ״in jämmerliches Eude. Di״ ungleich edleren Motive, welche Shakspere dein Hass•■ Shvlocks giebt. sind zur Genüge bekannt: der־ Wucherer tritt hier nicht sowohl als ]״■rsöulielier Feind des Kaufmanns, sondern mehr als d״r Racher seines ganzen Stammes aut. ss.!,!,,—. t‘..1^1. LiU<T;1tlli־l>rrir!it. Recensionen. Mission des Jlliis. Par I’ Auteur •le ia Mission des Snnverains. Paris, bei Cahnaun le’vy 11<<»י 1U7 S. I. (Schluss.1־ lieber alt - jüdisches Familienleben giebt unser Autor die t׳>lg׳nd>• Skizze ,Tretet ein bei irgend einer jüdischen Familie in d״r Zeit •!»< Exils und sehet, wie die theokratischen Staaten helehrt durch da> Unglück und ziiriickke’irecd zu dein Dreiklang der socialen Macht«, der Weisheit, ihr Gerechtigkeit in. I der <')Ökonomie, wie sie wicd'-rtiiiden ihre Tngen len, ihr׳■ T1adir׳!״׳e11. die Empfänglichkeit der Kb-iiieu, di<! A.lnu!1g Aller v1״• der Autorität der l. elnv, die Unterwerfung den Richten: gegmüiher. ■ li« sie achten nach < ■ i: 1 1! ז - י von ihrem Glauben untivnnlaivm Gesetze. Treu 1111h •ngeii I ihr• in t'ulni'. der zugleich S. li'i!•• und Tribunal i't. geh ',!■< Ii!■ jüdische Mutier ganz ihren Kleinen an an! j״m• 11 B«l11״. der 1״׳ Iroht ist von den äu"1־׳'■ und im!•■r'l Stürmen herrschender Te•! h uschiitten Sie lehr mit einer (Ionc״n*ration aut ihr IIjus. üb.•!• welch••' 'ie mit Iler/. m. ׳! Geist, nii' A"g•• und •iir 1;1!authürlich wacht, ui;׳! si׳] ״ragi gm.z-u jüdischen tieii.-r.it;■!neu den von den Aliin n tvrbten Steinj ״i einer!.:■•1•).•!!skrntt »uf die hewegiieh und he!e,h11cud. tl1:׳<ig und ret!״c:irend zugleich i't Sie woiss. dass der iu<״«e׳׳tu.׳l!e7' frei« Wille, berechn. 11d und vorsichtig handelt. ~i׳• weis•־, dass «in wohl tib*r!׳-gtes Eingreifen und biegsame, starke Willenskraft, ein•■ resignirte 1111 I doch uitbeng- 'snie Beharrlichkeit die einzigen Watbii sind, di« ihren Kindern Aussicht biet••!! , sich auf einem Terrain 7.1t behaupten, aut dem sie in ihren materiellen Rechten so hei1a׳׳h1i1׳iligt sind Sie wviss, ■lass di« Autorität des Gultudem zum Jüngling herangewaohsonen Knaben lebensvolle Belehrung, krältige Erziehung gielit. dass sie die mütterliche Pt!•״׳.• erganzt und fort setzt und die junge Seele erst dann, wenn sie vollständig ausgebildet ist, wieder frei lasst Deshalb lehrt, die'jüdische Mutter ihre Kleinen die F,iobe zum Allvater, die Achtung vor den Lehrern, die einst seine Richter, seine Beschützer sein werden, die Ehrfurcht den Gelehrten gegenüber, welche ihr wie Hanna, der Mutter Samuels, wie die hellen Strahlen des Gettos der rain-n Vernunft,, .•»•seheinen. ■ Der Vater wiederum betritt erst seine Wohnung, nachdem er den Tag hindurch auf dem Markte der Stadt gewasen' ist. und von «einem frommen, keusch«» Hans« rühmt er weise Haushaltung. Intelligenz, Einsicht, Schafleu*- Inst, Resignation. Ausdauer, Eigenschaften, die!täglich neu sich bothätigen und sich durch nichts entkräften lassen Er erzählt von den Hindernissen, den Enttäuschungen. den still ertragenen Demiithigungen, die er. die Stütze der Sämigen, erfahren musst«, bis er endlich langsam, allmählich erfolgreich in seiner Arbeit ist. — Es ist Freitag Abend Da wird!1er siebenarmig; Kronl-achter ang.-zündet: das Haus schmückt sich wie zu einem hohen Feste, es rü-tet sich zum Eni- ]«fange des Königs der Könige: im hellen Licht erstrahlend, wird ••s von Lohgesängeu mul Gebeten erfüllt. Und Gott, der ewig Lebende, der so von diesen Menschen in Deninth verehrt wird. Gott verwandelt die Hütte des Bssiegt••!!, des Gefangenen, in ein Heiligthum, welches in reinstem, 1nor.1!isr|1em Triumphe erstrahlt, und ans welchem die wahre Freiheit, die Fittige ״mp«rschwmgt zu dein Höchsten in den Höhen. Vater und Mutter. Gatte 1111! Gattin sind dann Eins, wie Jehovali Eins ist. Der jii lisclie Mann hat. sein Weil» erst 11.011 langen Jahr••!! •l״s Wartens sein I eigen nennen dürfen: so verlangt es die Religion. Und so halicn 'ie Beide schon jetzt auf Erden ihren Himmel, in treuer Anhänglichkeit an 1׳•»* Gesetz Gott(•'. Auch ׳las Kill•! tritt nicht zwischen Beide, zwischen di•• Autorität 11׳-r Mutter und di׳• Mach»vollkommenheit des Vaters: es herrscht nicht in einem .Hause, das d׳>n Eltern in ihren Rechten zu gleichin Theilcii g110״rt und nicht Thorheit. noch Egoismus, son lern Wissen und Lieb׳■ beherrschen die ••iuz-lneu Familieng!ied׳T. Der Gatt«; lehrt das Kind sich vor d•!•׳ וnüזtי•r!ichו^•י Autorität beugen, wahrend di׳• Lie'••• und die Weisheit der Muttur dein Kind׳• Achtung v״r 111׳• Gerechtigkeit des Vaters ciu:his-t,, und di« ganz׳• Familie!»••ngt sich in Dcmu’h vor dem allweisen, ewigen Vater.'1 Wegen der vielen sonstigen Parti.•11. das Juden- <!111111. seinen Glauben, sein׳• Gesicht.• und jüdisches Loben bctr>-llcudc Stellen, di« 'ich durch |׳1<״t iscli•• Schönheit in der Form und «ine g.-wi-s.• (üiginalit.«׳, d־׳s Gedanken' au-zoiclmcn, muss 1,11 ׳U11 L.. 1׳. Mi. au da- I>111-11 s׳||,s!• verweisen: ׳•r wird mannigfach» I>e!e|׳r1111g und Anlegung dann linden Karlsruhe. 'freit••!. Rosin. I)r. David, li-im>• m. I Gedieht» des Abraham Hm E-ra. ]!•■ft I. Rrnslau l".V Gr. ';s S. Wir b1-g;1i"״n in dies.-r 1 *111>1!י•,,־׳i-•n Ihn E'ra’- scher R• •i 111•• und G—licl!te »in״ ••be1:«0 sorgsame alliebevolle Zn'ammeiutellitng von Kundgebungen Ihn E'ra’s in gebundener R׳״|e .am-Anfänge oder an• Schiit"« litierari-eh-r Arbeiten* Ausr ׳len gereimten Zeilen, di« Hm E*ra seinen exegetischen Bemerkung»׳, zu ׳' ו1«1ו Megilloth und Jesaja voraugeh׳•!! resj! nachfolgen lä"t. linden sich einige Reime, die d11-׳ Werkei, ״Mosnajim“ und ,.Je-od‘• vorgesetzi sind, und di« t.ext- kritisch sehr gewissenhaft behandelt«;, gereimte Einleitiin» zum Pentateuch-(,'01111118ntar in diesem Hefte. Bei der Ut/.teren 'in l ausser *11 •׳! Ie-i;1״,nte11 Editionen nicht weniger als ■_'.'> 1r»11d'chritten zu Rath« g*- zogen wor׳b-n. A»hulich verfährt. d»r gelehrte Herausgeber und Uebersctzer b״i den übrigen von ihm edirten gereimten Piecen. f)b diese Verse und Reim« Ihn Esra's auch wirklich Imhen poetischen Werth haben, ist, freilich eine andere Frag״. Ihn Esra, der geistvolle, feinfühlige, witZ']»rühende. spottsüchtig• Exeget und der in der spanisch-arabisch•(! Schul«

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