Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1885-02-26 · N° 9. (26.2.1885) · p. Seite 36

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
14 (1885)
Issue
N° 9. (26.2.1885)
Date
1885-02-26
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/6492408-5990839-5991072--0607-5367943
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

gründlich unterrichtete, vielseitig gebildete, gelehrt« Grammatiker dart liekauntlich nicht aut eine Stuf« gestellt werden mit Ihn Esra, dem Religioiisphilosophen und Dichter. Dessen ist sied» wohl auch Hr. Dr. R. roll bewusst. Er verütl'enMicht die jedenfalls geistig nicht unbedeutenden Verse nnd Reime Ibn Esra's im Dienste der historischen und wissenschaftlichen Forschung. ״Die eigenen Zeugnisse des Abraham Ibu Esra sollen— nach der Intention desllerausgebers—.,über sein Leben und Schallen, sein Glauben und Denken, seine W issrnschatt und Gesinnung, die bisher daraus gewonnenen Ergebnisse dar Forschung nicht allein anschaulich darthun nnd näher rücken, sondern im Einzelnen auch Manches berichtigen, ergänzen und in streitigen Fällen entscheiden.‘* Sehr dankenswerth sind die 1dem Werke Zachot des Ibn Esra entnoinmenen, durch Beispiele veranschaulichten liebräi- ■־chen Versmaasse, welche den analogen arabischen gegenüber gestellt sind und welche in lichtvoller Weis« über die Prosodie derjenigen Stücke orientiren, welche nicht nur kunstvoll gereimt•, sondern anch metrisch behandelt sind. Vollste Anerkennung gebtihrt »licht, nur dem änsserst sorgfältig revidirton und correct wiedergegebenen hebr. Texte, sondern auch den meist gelungenen, gewandten, tliesseuden deutschen Reimen, welche nur in den seltenstem : Fälle!» den Schweiss und die Mühe des Uebersetzers ' verratben. Wir haben bier keine weitschweifige Paj laglirase, sondern eine den Text streng berücksichj tigende, sich ihm genau anfiigeud•. nicht nur sinn-, j »ouderu meist anch wortgetreue Uebersetzung vor uns. | Es ist nicht Schuld des Uebersetzeis, wenn er witzige, hebräische Wortspiele wie “אסף רו ‘iBH בן im Deutschen nicht zur 1»11י"י Geltung bringen, ia nicht einmal markiren kann. Dass die textkritische Ausbeute nach Quantität, viel reichhaltiger ausgelallen, als nach Qualität, wird den Kuudigen nicht überraschen. Das verringert aber den Werth des philologisch - kritischen Apparates nach keiner Richiuug hin .ledenlalls werden die Lesarten so gesichtet und die corracten gesichert. Auf S. 1 s habe ich in den 1!1ir vorliegenden Editionen für die Worte: דם~; CT die sehr sinngemässe Variante gefunden ־םד־ם: C.TT (cf. 1, c. pg. ls־Z. Di von oben! S. '21, Z. I von oben ist durch Versehen ־:: statt יכביד vocalisirt. Für תתקי ח (S. 2:1. Z. :1 von ׳'bei!) schlagt Graetz in seiner Geschichte VI1 S. ■I |.’> רד־״ק־"־ vor, was er an! angeführten Orte umständlich zu rweison sucht. S. 24. Z ö von unten vocalisirt Herr Dr. K. .א־־בד in der IVdeutung ״lang“. Ich bemerke hierzu. dass אריכה :s dev sei iplio plcna nur als iioiiieu in der Bedeutung von ״Heilung, Genesuug“ vorkommt. Das Adjectivnm ״lang“ wird für das geuus femiuiuum defectiv, also ”אד zu schreiben >ein. Die mater lectionis * des uununctirt«»» Textes sollte mir den U-Laut andeuten und ist darum beim punotirten Texte zu elimiuiren. Die Conjectur לא”ים ■ S. 10. Z. 1 von oben) für das farblose לאחרים des Textes in den Handschriften nnd Editionen ist eine sein plausibele uud glücklich« und aus typographischen nnd logischen Gründen viel acceptabeler, als die von Reitmenu vorgesehlageue ~*ל״*ך, Bedenken erregt mir nur die Einstimmigkeit und Zähigkeit, mit welcher alle Handschriften und Ausgaben ohne Ausnähme!las freilich nicht sehr passende לאחרים wiedergeben. Um den llaudschrifteu und Editioneu mögliehst wenig nahe zu treten’,- mochte ich tiir “*לאחר die Kmendation לחחד״ם Vorschlägen. Bis auf das ominöse 1”. welches in א oorrumpirt erschiene, könnte 1111 il«1n von d!-n MaiiUscriptenund Editioneu trailirten Verantwortlicher Hrductcni 1•! Kahtner. Maplcbmg. Druckt Texte festgehalteu werden. Dem Sinne und Zasammenhange würde sich להחרים ohne Zwang anreihen und man hätte etwa zu übersetzen: ״Eine Auslegung giebt’s sodann, die zu scheuen ich find* für gut, ob sie auch beim Deuken nnmünd’gen Kindern Dieuste thut.“ Bei Gelegenheit weise ich darauf hin, dass Reitmauu in ßeth Talmud II. 49 das Wort?א in Ibn Esra’s Eiuleituug בראשית שר«־ בלית שהבל רדד. ד; האש!bei Rosiu 1. c. s. 1:1, Z. 5 von nuten 1 א יש in die Initialen .אבן שר«־ד auflöst, ein Erklärungsversuch, der vielleicht etwas gezwungen, aber immerhin geistvoll zu nennen ist. Was die üebertragung m’s Deutsche betrifft, sind die Rosin’schen Reime als eine wirklich gelungene litterarische Leistung zu bezeichnen, obgleich ■len» Reime manche Liceuz eingeräumt werden musste. Wenn (S. 18, Z. ti von oben! gesagt ist: ״Wie Waffen b urge tt fest geschichtet“, will uns diese Redewendung etwas kühn erscheinen. Es wäre kleinlich, wollten wir au einzelnen mehr oder minder verfehlten Metaphern. Tropen und Redefiguren Kritik üben. Die vielen Freunde der litterarisclien Erzeugnisse Ibn Esra's werden dem gelehrten Herausgeber für Text, Uebersetzuug und die trefflichen, orieutirenden und anregenden Noteu gebührend Dank wissen und auch die in Aussicht gestellten ferneren Veröffentlichungen der Jbn Ksra’schea Gedichte mit Freuden begrüssen. Sohrau O.-S. Dr. Immanuel Deutsch. Notizen. I. Ich replicirc sonst!!ich» aut Au■«Stellungen gegen meine au diesci׳ Stelle vrrOlh-ntlieliten Xoti'en un׳l lieguüge midi ■lurcli •lietbe hie mul da eine A11!cgung zu weiterem Nachdenken zu | geben. Aber heut«• sei!loch gegen *lie verschiedenen Herren. 1 «lie mich, in voriger Numnier 11cri11׳tigen,!'<■lg׳ ■Ildes )>cmerkt: ' :0 ”דבל is* vom Herrn Oollegen Kroner — Brandenburg! höchst eingehend und richtig erklärt, die Vergleichung mit J dahin des 1’linius bleibt immerhin interessant. h) Main, pomaln, 1 111:11111,1■ etc. stammen vom deutschen .Mal und mag in der! Ttiat die Vorsilbe slaviseh sein. «•! Herrn Sp. bitten wir nicht i über eine 11:111m• Arbeit zu urtlieilen. noeh ein Ronen Errata liegt in der |{edaction. Dass Krruta d. Maimouides vorliegen. werde ieh Ueuciseii. di Die Hinweisung auf u'p'w* ist inte- 1 ressant, was aber soll die Vorsilbe ב bedeuten * מלשט ist aber j jedenfalls ״gemasrhwet.־ ן b. Bei dieser < lolegenlieit seien noch einige Ansdrucke des 1 jud. deutschen oder polnischen Jargons erklärt, die Zunz a. :1. < >. j nicht oder uiangclhatt licrleitet: ' Ketowes oder lietowe» ..Spas•*. Witz• ist polnisch goto.! wose, Fertigkeit Seldagfertigkcit, | l.ock<c!1eu!ange Nadidn vom poln. lokiec. die KUe. t'lirein oder prov. Kren von elirzan, der Meercttig. 1 Sc 111.1tten dentscb .Schlote oder rom. Salat. t' 11 r i 111 s c I, F.ierkuclien t;••ricmisel von gerinnen. Z i 111 nies gleich Ziigenms. — Zwo 111 Tischtueb ist gut deutsch nnd erscheint nach iu siiwal und Zwillich. — Das von ״platigere■• stammende Jargonwort ist ..plaucln-iicn". weinen. Caro. •_׳. Die in No. •s von Herrn Dr. Duschak geltend gemachte Redeutung des ,לד” stimmt mit der von mir bereits in No. 7 gegebenen überein: dagegen weicht ׳lie Autlässiing des Stammes דבל als welken von der mehligen .Bezw. Forst’*, Ky ssel * ü. A.) ab. Ich muss indoss gegen diese sehe schwach l!egründete Autl'assuug meine Ansicht, dass דבל zu »am tuenpressen bedeutet, namentlieli auch mit Hinblick aut' la» in : No. ■s angetiihrte בת דבלים Hos. 1, :11 autreeht erhalten. Dieses heisst: Vollendung (der Buhlerei), Tochter der zwei Feigenkuchen — der geistigen und der leiblichen Sünde. ■ Otr. Ibis. 1. Das Verb דבל. von dein דבלים stammt, ist hier ebenso in übertragenem Sinne gebraucht, wie (,לנד, (אשד und C1׳v1j11׳i111ere ׳leiuiuan״. Ferner ist ■las ״< אשישים letzt• gedachter llo.-ea-Stelle ebentalls v׳■!! einen: Verb (!אשל) abgeleitet, das testniacben. testdrücken heisst. (Vergl. יי•.«•1 .«10• ד״חא־שש Auch צפד!!״' צפיחית breitdruckeu heisst eigentlich der platte Kuchen Wogt, ital.11 ־ aden« ׳ Fla'1.1׳i׳H11״igkHchen, alid. preit ing Kuchen, vnpreit breit: gr. r/.ZXiO;. lat |1lace11u von ~/.XY. — ll.ich. :111-1. llab. Kroner Brandenburg. '• ln der N״tu '1111 l X״ i d. Bl. muss ■•s!wie im Manu• script 1 ic h t ig stand Red׳ I1eis»111: .. tlid. 111:111" nicht •>! 1. I, . ,Oti D. 11. Wollt. Magdeburg. Verlag v״n Hobelt Fric'e,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.