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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1885-01-29 · N° 5. (29.1.1885) · p. Seite 19

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
14 (1885)
Issue
N° 5. (29.1.1885)
Date
1885-01-29
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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— 19 — ^rwerue. An Sabbathnacnmittagen lernte er sogar, <1 h. trug er einen Thoraabsohnitt in der Beleuchtung Rasohi’s und der Midraschim vor. Im April 1 stil wurde er Lehrer an der jüdischen Realschule — und zwar ein tüchtiger Lehrer. 1868 wurde sein grosses Werk endlich gedruckt — Dr. Theodor Neuburger hatte selbst bei Cotta nochmals angeklopft, lind nun erscheint es als eine Anwendung der Lehre Darwin’s aut die Sprache. 1869 folgte Ursprung der Sprache.“ Yon dem Hauptwerke ״Ursprung und Entwicklung der menschlichen Sprache und Vernunft“ ist allein der erste Band ausgeführt, vom II. und III. wurde nur ein Entwurf gefunden, der im Nachlasse G:nger’8 veröffentlicht worden ist. Am 29. August 1870 starb er an einem Herzleiden. Er hat stets sich für Aufrechterhaltung des überlieferten Judenthums erklärt. Wohl wirkte auf diese Sinnesrichtung sein Elternhaus ein, doch nur, weil es ihm ein Musterbild eines jüdischen Hauses war. Nicht Pietät, so sehr sie ihn erfüllte, vermochte es, ihm seine religiöse Stellung vorzuzeichnen. ״Er wies überhaupt, — so meint sein neuester Biograph*) — die Auffassung weit von sich, dass irgend welche Gründe oder Zwecke ihn am Judenthum festhalten sollten; denn wenn ihm das Recht zustande, aus Gründen Jude zu sein, so würde ihm das Recht der bedenklichsten Art daraus erwachsen, wenn er die Gründe nicht kennen oder sie nicht finden würde, dem angestammten Gesetze zu entsagen. Er fühlte sich durch das Ueberlieferte gebunden und hielt sich nicht für bereohtigt, diese Verpflichtungen eigenmächtig von sich abzuschütteln. — Dass Gott in seinem unerlässlichen Wesen vom Menschen nur menschlich gedacht wird, gedacht werden kann, das ist eine Hauptlehre des Judenthums, mit welcher der Denker nie in Wider- Spruch kommen kann. Die Gedanken, die dem Menschen dabei kommen können, hat er sioh nicht selbst gegeben, aber die That ist sein, und zu Thaten einer ganz bestimmten Art verpflichtet das Judenthum. Geiger sieht darin weniger eine Glaubensals eine Lebenslehre, etwas, was sich stets getreu bleibt und sich in seiner Unwandelbarkeit doch stets entwickelt.“ (Schluss folgt.) Errata des Maimonides. I. Jad-hacliasaka. Von Rabbiner Dr. Caro-Pilsen. Ich erinnere mich noch immer lebhaft des gradezu an Verblüffung grenzenden Eindrucks, den auf mich, als ich zum ersten Male Mischna-Thora des Maimonides las, die Worte in H. Sefer-Thora Cap. 9 § 10 machten, ופית שכתבתי אני. Also dieser Mann, von dessen Werken ein einziges schon die Lebenszeit und die volle Arbeitskraft eines Menschen auszufüllen vermag, dieser Mann, der in seinem Kopfe die Geistesthätigkeit ganzer Jahrhunderte beherrschte und verarbeitete, dem nebenbei eine angestrengte ärztliche Thätigkeit sehr oft die Zeit zum Essen raubte, eben dieser Mann fand, um ein biblisohes Gebot buchstäblich zu erfüllen, noch Zeit zu einem so peinlichen, langwierigen und technisch schwierigen Geschäfte, *1 Lazarus Geiger. Seine Lehre vom Ursprünge der •Sprache und Vernunft und sein Leben, dargostellt von Ludwig •V. Ro 8 e n t h a 1. Stuttgart. J. Scheible’8 Verlagsbuchhandlung 1 Hb4. 15ö S. 8. Die Biographie ist der schwächere Theil der Schrift. Ks ist da zu viel sehematisirt und zu wenig dem Denken und der Weise des Forschers nachgespürt. Auch ist der Ausdruck zuweilen schwerfällig. Dagegen ist der I. Theil, die übersichtlich gegliederte Darstellung der Lehren Geiger’s nebst einer Fülle von Beispielen, durcliaus gelungen und das Buch stdu einpfehienswerth. dem Schreiben einer Thorarolle. Um so auffallender ist die Erscheinung, dass diesem grossen Denker, dem Systematisiren, Genauigkeit und Wahrhaftigkeit zur Natur geworden waren, der genaue Wortlaut der heiligen Schrift nicht immer gegenwärtig gewesen und dass er, aus dem Gedäcbtniss citirena, nicht immer genau in diesen Citaten ist. Mag man auch diese Ausstellung für kleinlich halten, 80 wird es doch nicht überflüssig sein, die Stellen zu sammeln, aus denen man zum Tröste derer, die Unvollkommenheit schmerzlich fühlen, lernen kann: auch Maimonides war nicht vollkommen. In der Jad-hachasaka finden sioh der Reihe der biblischen Bücher folgend nachstehende ungenaue Citate:*) Maimonides citirt: 1. H. Teschuba 6.3 .ואני אחור, את לב פרעה 2. H. M&asse Korbonot 5.9 .וטבל אצבעו 3. H. Maasse Korb. 14.12 .כל נדיבת לב 4 H.TemidimUmusofim2.1 .בני אהרן אש 5.. H. Psule hamukd. 18.13 .אשר תאכל מזבח השלמים 6. H. Biashamikdosch 1.14. .ראשיכם ל א תפרעו 7. H. Maacholot asurot 2.12. השרץ על הארק pבכל הש. 8. H. Tumas Zoraas 9.3. .טמא הוא וטמאו הכהן 9. ibid. 11.1. .ראשו וקנו וגבות עיניו 10. H. Kelim 1.10. .והנוגע במשכבו 11. H. Kle hamikdosch 10.6. .על בשרו ולבשם 12. H. Tumas Ochlin 16.12. והת קדשתם והייתם קדושים .כי קדוש אני ד מקדישכם 13. H. Malwe welowe 1.9. .ויצא עמך 14. H. Taanit 1.3. .והלכתי גם אני עמכם בחמת קרי 15. H. Erachin wacheromim 7.12, .ונתן הכסף וקם לו Es muss heissen: את לבו.1 (2. M. 4.21.) וטבל הכהן אצבעו.2 (3. M. 4.17.) כל נדיב לבו (2. M. 35.5) בני אהק הכהן.4 (3. M 1.7.) אשר תאכל בשר מובח .׳־־ (3. M. 7.20.) אי1 תפרעו 1> (3. M. 10.6.) השרין הש.^ ולא תטמאו.7 (3. M. 11.43.) טמא הוא טמא יטמאנו הכהן.8 (3. M. 13.43.) ואת ראשו ואת זקני ואת נכות •י! (3. M. 14.9.) והאיש אשר יגע במשכבו.10 (3. M. 15.5.) את בשרו ולבשם .11 (3. M. 16.4. Der Talmud Sebachim 19 citirt hier 3. M. 6.3.) 12.והתקדשתם והייתם קדושים 3 כי אני ד אלדיכם:.M. 20.8 Erst ib. 21. 8 heisst es: כי קדוש וכי. 13.3 ויצא מעמך. M. 25.4 hingegen heisst es V. 40 יהיה עמך und יעבד עמך. 14. והלכתי עמכם בחמת קרי 3. M. 26.28 und Vers 23 .והלכתי אף אני עמכם בקר* 15. Ist schon im Talmud Sabbat 128 a falsch citirt, statt רסף כפף ערכך עליו וקם לו (vide Tosafot ibid sub voce 3 ((ונתן. M. 27.19. Litteraturbericht. Recensionen. Horgeiililndische Bilder in Abendländischem Rahmen. Talmudische Parabeln, Gleichnisse und Er- Zählungen ausgewählt und metrisch wiedergegeben von Rabbiner Dr. Leopo 1 d Stein. (Aus den nachgelassenen Schriften des Verfassers.) Prankfurt a. M. Verlag von Franz Benjamin Auffarth. 1885. 187 S. gr. 8. *) Vieles mag (loch wohl auf Rechnung der Abschreiber und Drucker kommen, welche die 01t nur mit den Antangsworten angejahrten Citate selbst weiter (und fälschlich) ergänzt haben | mögen. (Red.)

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