Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 10 (1881)
- Issue
- No. 50 (14.12.1881)
- Date
- 1881-12-14
- Page
- Seite 199 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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, Eindruck macht, als hätten die Juden grosse Waffen• I timten vollbracht — hatten sie doch einen Rückhalt I an den persischen Satrapen — sondern dass seine Tenden* lediglich ist, 7.u *eigen, wie keinem Feinde die Veinivlmjtng dieses Volkes gelingen wird, und das war ja eine Lehre, welche in den Zeiten des Druckes nicht nahe genug gelegt werden konnte. Andeis nber verhält es sich mit der Geschichte der Hasmoniier. Zu dem System, einen rech! friedlichen, nur dem Lohr- und Go-leshause?.!!gewendeten Sinn im jüdischen Volke, zu erziehen, hätte wohl Nichts weniger gestimmt, Nichts in schreienderem Widerspruche gestanden, als die Verherrlic.hung der glorreichen Krieges und Sicgesthaten jenes grossen Heldengeschlechts. Die Zeiten ändern sich freilich, ünd heute, wo Befürchtungen, wie sie in l' den ersten Jahrhunderten nach Zers örung des Tempels noch gehegt werden mussten, nicht mehr Platz greilen können, hingegen die religiöse Lauheit sich immer mehr in unserer Mitte auszuhilden scheint; brauchen wir nicht nur kein Bedenken zu tragen, sondern miissen es sogar als unsere PÜich! hetvaeh en, an den nnvergleichlicheu Thülen der Muckabäer die Macht der Hegeisterung unserer Glaiibeiisgcsummlheit zu vergegenwürtigen, diesem Iiiditfcrentismus gegenüber ist cs gerade das Chanukafest, welches besonders f׳ st lieb begangen werden sollte, c.iit' dessen Feier in unseren Tugen sogar mehr Gewicht gelegt werden müsste, als es in den früheren Zeiten wohl geschehen ist. Danzig. Dr. Groneinau n. Liter; 1 e h t. Itecensiouen. T«ussig, Salomo, Me 1 echesSch I om0,II. Verlag 4er A c k e rm a n n'sehen lluchli. in München. (Forts) Auf eine Charakteristik der Varianten einzugehen, würde an dieser Stelle zu weit füllten. Da ein mit Consequenz durehgefülutes System nicht, erkennbar, müsste auf das Kinzelne einge״an״en werden, was den Raum einer Anzeige weit überschreiten würde־. Wir verweisen d mim auf den Commenlar des Herrn Taussig, der mit grosser Belesenheit auf alles Wichtige liinweist. Im Allgemeinen ist zu bemerken, dass nicht selten durch iiiowts/.svT* Sä:ze ausgelassen sind, z. B. S. יא, ed. S. 31b nuten; S. 12, ed. S 38b Ed. S. 32b bat die Leseart לאו היינו דבעי אילפא וכ׳ Codex nicht. Nun könnte dies zwar ein Fehler des Abschreibers sein, weil der ausgelassene Satz mit demselben Worte wie der ihm vorhergehende schliesst Da indessen Raschi sich veruiila^t sieht, uabei zu bemerken ה״ג und die Tossafot einen Grund, und noch zumal einen etwas gezwungenen, angeben, weshalb lila hier angeführt wird, so scheinen hier von Alters her zwei Lestarten vorgelegen zu haben. Aus השתא מסרהיבנא wie ed. S. 7b richtig hat, ist Cod. S 3 הש׳ קמסרה רבנן geworden. Die Orthographie ist häufig eine andere als in der Ausgäbe: בארי für 1 חול־ ,בריur אהיא ,חולין für שני ,אהייא für שאני u. A. Auch die Namen der Autoren sind ini Cod. sehr oft andere als in der ed. נחמן f. יוחנן S. 7b; שמעון f. יהושע das.; רבא f. פפא s. 15b רבה בר ר׳ ענן f. רייבב״ח S 2t)a; besonders häutig רבא f. רבה s. 10a und umgekehrt. Noch häufiger als in der ed. steht im Cod. תנו f. תניא und umgekehrt. Zuweilen sind Krkltirungen in den Text des Cod. gekommen, z. B. S. 12 ed. S. 38! unten zu der Stelle: בדשטעיניה דחשיב פליכי bat Cod. den Zusntz: ת״ק ור״א ובפנים כ״ע לא פליגי דאית להו רר׳ אליעזר בר יוסי והבא בטילף חוץ מבפנים קטיפלגי den " jeder Kundige schon au der Ausdrticksweise als Commentar erkennt Ferner S. י״ג, cd. S. 40b zu der Stelle ועולא מעשה כל דרו קאטר hat Cod. den Zusatz: וכיון השמוט השחוט .1) בה פורתא אסרה) f. Raschi. Mit Raschi stimmt Cod. bald überein, bald nicht Cod S. 10 ed S. 3lb oben hat Cod wie Raschi דבר כונה; ebenso Cod. ״א• ed. S. 32b מרבעי ר' וירא wie Raschi und Tossafot; ferner Cod. S 14, ed. 44a נתנו בו חכמים שעור wie Raschi und Toss. Dagegen fehlt im Cod. S ד was ed. S. 10a oben hat אי נטי טעמא bis פסולא איבא und was schon R Sal. Lurja als eine aus Raschi in den Text gekom* mene Glosse, be ciclinet. Ferner hat Cod. S. 8 gegen ed S. 26b מבת שלש שנים ויום אחד wie in der Tosefta, was Raschi ablehnf. Cod. S 6 hat nach yjj ולא das Wort תיקו, was cd. S. 18b fehlt, Raschi aber zu lesen scheint, wodurch der Einwurf der Tossafot gegen Ra-clii (Toss anf. א״כ הול״ל תיקו או wegfällt. S. 43a hat ed. והאמר רבב״ח אמרו ר׳ יוחנן הלכה כסתם משנה, wus, wie schon R Jesaja Berlin bemerkt im Widerspruch stellt mit Gutin 81b; dagegen Cod. S. ט״ו richtig והאמר ר' יוחנן wie übrigens auch Raschi und Toss. lesender Codex ist begleitet von einem גליון, welches vom Ab* schreibe!׳ ausgelassene Stellen, meist übereinstimmend mit der Ausgabe, uachträgt. Auch die Hamburger Handschrift weicht häutig von der Ausgabe ab und hat manche beaclitenswertbe Leseart. So S. 45b בעי למבהיק für בדק f Raschi; S. 51a לעילא מך׳ ohne רבה auch ר, חייא wie Cod. München nicht ר' הונא S. 47b bat die Hamburger Handschrift beide Male רביעי הבאתו לפני• Der Aramäer, der ed. S. 56b vermittelst des Schrecks einen Bruch geheilt, ist nach dieser Handschrift ein Römer. Dagegen ist gewiss falsch S. 46a למטה ״עד בין" אגפים; ebenso 8. 52a כל הסריג חיישינן für דלא סריג. Etwas länger müssen wir bei einer bemerkenswefthen Leseart dieser .Handschrift verweilen, welche der Herausgeber für eine Hiuzu- (ügung des Abschreibers aus den Tossafot erklärt (S. 35!, Die Hamb. Handscbr. bat nämlich S. 44b die Leseart איוהו ת״ח ״שמחזירין לו אבירה בט״ע״• In der Ausgäbe fehlen die Worte ,שמהדרין וכיו, die Tossafot, R. Ascher und R. Nissim fügen dieselben erklärend hinzu, scheinen sie also auch nicht im Text gehabt zu haben Herr T. perhorrescirt nun S. 85 die Leseart und die Erklärung, indem er geltend macht, dass ja von ט״ע liier gar nicht die Rede ist. Dieses Argument ist aber nicht stichhaltig. Denn das terlium coinparatiouis ist hier die Uneigennützigke.t und Unbestechlichkeit bei rituellen Entscheidungen, von der allerdings uamitteibar vorher die Rede ist. Ganz unlialibar aber ist, was Herr T. weiter sagt, dass Raschi die Stelle anders als Tossafot dahin erklärt : Wer ist ein ח״ח, auf den man sich in rituellen Fragen verlassen kann? הרואה טרפה וכר was Raschi also coumieutirt: ״Wenn über die rituelle Brauchbarkeit seines Viehes ein Zweifel obwaltet und ebenso Grund für das Erlauben wie für das Verbieten vorhanden ist, so erklärt er es ohne Rücksicht für verboten.“ Hieraus folgt aber noch keineswegs, dass Rasclii die Stelle anders als Tossafot erklärt. Vielmehr sehen wir, dass R Nissim ganz wie Raschi mit dem Zusatze von Toss. erklärt: איוהו ת״ח דמהדרי׳ לי׳ אבידתא בט״ע זה הרואה טריפה לעצמו כשנולד ספק טריפות בבהמתו ונראה בו טעם לאיסור וטעם להיתר ואינו חם עליה .•אוסרה. Denn es wird geschlossen: ״Wenn er sein eignes Gut wegen eines Zweifels für unbrauchbar erklärt, so wird er gewiss fremdes nicht für das seine erklären, wenn er es nicht mit unzweifelhafter Bestimmtheit wieder erkennt. Darum darf man ihm einen gefundenen Gegenstand, der. er als den seinigen zu erkennen behauptet, auch ohne die sonst erforderliche Angabe bestimmter Kenn- Zeichen, zurückgeben.“ — Am auffallendsten aber ist der Succurs, den Herr T. für seine Ansicht beibringt. ( R. Nissim führt nämlich in seinem Commentar zum 1 Alfasi zu dem unmittelbar auf den in Rede stehenden D$D