Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 10 (1881)
- Issue
- No. 50 (14.12.1881)
- Date
- 1881-12-14
- Page
- Seite 200 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 200 Ausspruch des R. Chisda folgenden Drusch des Mar Sutra הרואה טריפה לעצמו עליו הכתוב אומר יגיע כפיך כי תאכל neben seiner Erklärung וגו׳ כיון שעל שלו אינו חומד כ״ש שאינו חומד של אהרים לגנוב ולגוול auch die von Andern an, die wir hier in extenso mittheilen müssen, weil Herr T. die Stelle, wohl aus dem Gedächtniss und dadurch irre geleitet, ganz anders citirt: ואחרים פירשו איוהו ת״ח וה הרואה טריפה לעצמו כלוט׳ שהגיע לכלל כך שיודע לפרש אי זו כשרה ואי וו טרפה וכדי לסמוך על עצמו ואינו צריך להוראת אחרים ומשו״ה נאמר דעליו הכתוב אומר יגיע כפיך כי תאכל ר״ל שהיגיעה שיגע לו בתורה גרמה לו שאינו מפסיד מטון על הספק• — Wie diese אחרים soll nun auch Raschi die Stelle erklären, nämlich: Wer ist ein ת״ח, auf den man sich bei Entscheidung ritueller Fragen verlassen kann? — Aber jeder Kundige wird sofort sehen, dass davon in der Erklärung der אחרים mit keinem Worte die Rede ist. Nun höre man aber die Stelle, wie Hr. T. dieselbe citirt: איזהו ת״ח כלוט׳ שהגיע לכלל שרשאין לסמוך עליו בשאלות טריפות ובשירות איסור והיתר זה הרואה טריפה לעצמו ואינו חם על ממונו שמחמיר כך, עאכו״ב שאינו טקיל יעל אחרים עכ״ל• Vielleicht hat Herr T. diese Stelle in den חידושי הר״ן zu Chuüiu gefunden, was ein neuer Beweis für die von Asulai im Sehen! I. s. v. ausgesprochene Meinung wäre, dass diese gedruckten חידושים verstümmelt sind. — Hem sei indessen wie ihm wolle, keinesfalls liegt ein Grund vor, die Ansicht der אחרים Raschi zu imputiren. Denn wer in eigenen Angelegenheilen מחמיר ist, wird dadurch noch nicht geeignet zu einem Richter für Andere, wo zu grosse Rigorosität ebenso wie zu leicht nehmen verpönt ist (Schluss folgt). Stern, Ludwig, Director der israelitischen Schule in Würzburg; עמודי הגולה oder: Die Vorschriften der Thora, welche Israel in der Zerstreuung zu beobachten hat. Ein Lehrbuch der Religion für Schule u. Familie. J. Kau ff mann, Frankfurt a/M 1882. Dieses Lehrbuch will in der Volksschule in den letzten 3 Schuljahren den sogeuannteu systematischen Religionsunterricht so gestalten, dass derselbe zur genaueru Kenntniss der jüdischen Religionsgesetze führe, also ein jüdisch religiöses Leben ermdg• liehe. Es befolgt eine neue Eintheilung: Anerkennung Gottes und seiner Thora — Ve!ehrung Gottes— Wansiel in den Wegen Gottes — Heiligung oder Rüstung im Dienste Gottes. Es entspricht dies ungefähr der Eintheilung in Gotteserkenutniss und Verehrung — l'Uicht gegen den Nächsten — gegen sich selbst. Den- 1101 h unterscheidet sie sich in der Gruppirung einzeluer Capiiel wesentlich und ־/.war in echt mosuisch-traditioncllcin Geiste. Z. H. wird die Eltern-Verehrung als ö. Art der Verehrung Gottes angeführt und in diescr Ordnung belnmdelt, bei derselben Abtheiluug auch das Thorastudiuui, der Thoruuutenicht und die Kindererziehung. Der Begriff: Ceremuiiiallehre ist (Gott sei Dank!) uus diesem Buche ausgemerzt, und das zum Zwei- 111־ führende Rousomment vermieden. Es ist das Thora- Leben, das hier in klaren, bestimmten Gesetzen ausge- .-})rochen ist Es ist hier nicht mehr die von der Trailition gelöste Betrachtung biblischer Stellen, nicht mehr eine logische Gruppirung von Abslraclionen, sondern es ist uns biblisch-iulmudische .Indeuthum, das Gesetz des Thuns und Lebens und der Weg für prakti• s c h es •IndentImin ist darin vorgezeichnet; es ist einem שלחן ערוך gleich und doch auch ein Religionslehrbuch im modernen S.nne. Es lehrt dabei nicht Fanatismus, sondern die echte Gottesfurcht. Wir heben besonders die Stelle S 172 hervor, in welcher der Verfasser erkiäri: Da nun die summt liehen Völker, unter welchen Israel zerstreut ist, nicht nur diese (Jesetze (die 7 110achidischen Gesetze) in ihre Sitten und Gesetzgebungen aufgenommen haben, sondern auch die ganze Thora als von Gott geoffenbarte Wahrheit anerkennen und ihre Vorschriften über Sittlichkeit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit beobachten, 80 müssen wir dieselbe als Fromme und zur ewigen Seligkeit berufene Wesen hochachten.“ Ferner die Stelle S. 43 Nr 4: ״Wer einen Nichtisraeliten belügt, bestiehlt, betrügt, ihm etwas ableugnet, den verdienten Lohn verkürzt, Wucherzinsen abnimmt, der Übertritt nicht nur die Verbote der Lüge, des Diebstahls, des Betrugs u s. f., sondern begeht ausserdem die schwere Sünde der Herabwürdigung Gottes (לחילול השם weil dadurch Gott, die Thora und Israel, als Bekenner Gottes und Träger der Thora, der Vernichtung preisgegeben werden. Diese Sünde ist so gross, dass weder Busse noch Versölinungstag, sondern nur der Tod sie sühnen kann.* Die Kapitel IV. S 204 u. ff. sind ebenfalls Zeugen obiger Behauptung. Der Verfasser steht bei allem vollständig auf dem Standpunkte der Tradition voll, ganz und innig, und ist thats&chiich der treue, redliehe DoUmetsch unserer Weisen. Einzeines treilich hätten wir in Rücksicht auf unsere Zeit klarer gefasst gewünscht. Z. B die Bestimmungen S. 18 über Bildnerei, Malerei, sind zum Theil auch von den Decisoren milder gefasst (S. 141 בית יוסף-, zum Theil ist <•6 gerade hier in Rücksicht auf die nicht bei jedem Lehrer vorauszusetzende genaue Kenntniss der emschläglichen Quellen erforderlich, genau «nzugeben, in wie weit Malerei, Bildhauerei u. s. in erlaubt ist. So ist nicht nur die bildliche Darstellung von Himmelskörpern zuin Zwecke wissenschaftlicher Behandlung erlaubt, sond׳׳rn von allen Körpern mit wenigen besondein Ausnahmen. Ebenso ist es nicht ganz genau, wenn Vert. S. 4!) Nr. 2 in Cap. 20 sagt: ״Es ist uns verboten, uns mit den Vorschriften des Götzendienstes zu beschäftigen und Gölzenbihler oder die zu ihrer Verehrung veranstalteten Feste.in Gedanken uns vorzustelleu. Wenn dies zu Belehrungszwecken gcschieht, wie auf den Schulen, so ist dies wohl gestuttet. (Raschi zu 5 B. M. 18,9; Sifre zu Schofiim 170; Toi. babl Sabb. (Z. 75a), Ebenso liiilte Verfasser die Pflicht, sich allgemeine s Wissen zu erwerben nicht nur um der Erleichterung des Thoralernens, um der Verachtung halber, welche de. Ungebildete erfährt, uui des Bruterwrrbens halber, sondern uni Gottes willen, dessen Weisheit aus allen Wissensquellen zu erkennen ist, festsetzen sollen. Doch sind dies Mängel, die ein kundiger Lehrer ergänzen kann. Aus pädagogischen Gründen wäre es besser gewesen, wenn Verfasser eist die Bihelverse gegeben und die betreffenden Gebo'e thcils entwickelnd, theils trudirend angeschlossen hätte. Doch wird auch dies ein kundiger Lehrer leicht ausführen können. Im Ganzen empfehlen wir das Buch auf das W ä r 111 s t e. Notiz. 1) ויותר יעקב לבדו. Mos 32, 25). Dazu gibt Raschi die dem Talmud eil׳iiomin ■ne Erklärung, dass Jacol) ״kleine Krüge* vergess׳•» habe und, um sie zu holen, über den Fluss y.urückgek hrt sei. Die Frage liegt nahe: worauf gründet sich die Angabe, dass es Krüge gewesen seien, die er vergessen habe? — Mir scheint, dass derselben ein, wenn auch unausgesprochenes אל תקרא zu Grunde liege, indem man zum Zwecke das DYusch לבדו in לכדו verwandelte.*) S a s k i n d-Wiesbaden. *1 Es ist 1ms ei'i 11 ״erlicl> in 11er Timt dies« LA. in einein Uldrusch »!]getroffen 7.11 linben. (Red) Berlehticun■;• In vor. Nr S. 19311 Z 19 muss es 8t. Wahnsinn ״des Kriege*“ heissen: des ״Kreuzes“. Verenlwonlicher lUdacteur Dr. K&hiuer in Magdeburg. Druck vou 11. Horbach in Barhy. Verlag von Robert Friese in Leipzig.