Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 10 (1881)
- Issue
- No. 44. (2.11.1881)
- Date
- 1881-11-02
- Page
- Seite 175 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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״— 175 in Kairuan. Wohl war b. Saruk kein ausgesprochener 1 Karäer, er hatte nur die Neigung zu rationalisiren und I billigte darum manche karäische Ansichten. Dasselbe erseht wir aber auch aus dem Schreiben au die Gemeir.de in Kairuan, da sagt Menachem selbst: dass er nach Kairuan gekommen, dort gesehen, dass die Karäer gottbegeisterte Fromme sind, dass sie schöne Einrichtung haben, dass er sie achten gelernt. So spricht also kein ausgesprochener Karäer von früherer Zeit, so spricht vielmehr ein Freidenker wie ben Saruk, der aber vielleicht durch die schönen Einrichtungen und durch das Verhalten der Karäer Anderer Ansicht wurde. III. Die Art, wie David Hababli in den Himmel gehoben wird, lässt wohl b. Saruk als den Verfasser dieses Schreibens erkennen. Auch das Lob, welches Menachem der Gemeinde in Kairuan spendet, verräth ben Saruk als den Verfasser. IV. Es ist wohl anzunehmen, dass Menachem ben Saruk nicht in Spanien war, als er sein Beschwerdeschreiben an Ibn-Schaprut richtete. Auch der Umstand, dass einige cod. die Aufschrift haben מבית הסוהר, (Luzatto a. a. 0.), dass also Menachem im Gefängnisse dieses Beschwerdeschreiben abgefasst, lässt vermuthen, dass er im Lande, in Spanien, war. Man vermisste ihn, daher die Angabe כבית הסוהר. V. Der Name מנחם הגולה passt für den vertriebenen Menachem ben Saruk. ist es doch sonst nicht üblich, dass einer im גלות sich befindende (was wir allgemein unter גלו׳ verstehen) sich so bezeichnet. Es müsste sich demgemäss womöglich jeder im גלות אחר חרבן הבית sich Befindende mit הגולה bezeichnen, wenn damit der Exulant gemeint sein soll. Dies ist aber nicht einmal bei den übertrieben Frommen der Fall. VI. In dem Briefe an דוד הבבלי kommt das Wort גיניצי nicht vor, blos מנחם, und so nennt sich auch b. Saruk in dem Schreiben an Chasdai blos Menachem, nicht ben Saruk. Die Bezeichnung גינצי kommt blos einmal in dem Schreiben an die Gemeinde zu Kairuan vor, dort aber scheint ein Prädicat dem Sinne nach eher am Platze zu sein als גינצי VII. Luzatto wundert sich schon darüber, dass ben Saruk sich erhalten konnte, war er ja von allen verlassen und gemieden. Sind aber die beiden Menachem's identisch, so haben wir eine Erklärung dafür. Es kann aber nicht eingewendet werden, dass Menachem Gizni רבנו יוסף המאור citirt; denn damit wird nicht Josef A 1 b a s s i r, sondern Josef Alkerpassani bezeichnet, nach seinem רכתאב עיון אלגוראי (Pinsher 193). Schorr’s Ansicht, (Chaluz p. 75—76), dass Menachem Gizni aus Maimonides excerpirt, ist unbegründet. Wir wissen, dass Maimonides Gedanken Anderer vertieft, ausarbeitet, ohne zu sagen, dass sie bereits ausgesprochen, wie Maimonides niemals Jehudu Halevi nennt, obgleich Maimonides Ansicht über Prophetie im Kusari zu finden ist. Wir sehen ferner, dass Aliron b. Elias die in Rede stehende Stelle, die Menaehern von Maimonides haben soll, auch citirt. (Pinsker 168), ohne Maimonides zu nennen, also es war dies vielleicht Brauch bei einer Stelle die im Talmud schon vorkommt und eine blosse geschickte Anwendung einiger Bibelverse ist. Ich meine itn Gegentheil diese Stelle gehört b. Saruk und ihm ist sie entlehnt worden. Die andere Ansicht Schorr’s, dass kein Karäer Citate aus dem Talmud aul'ührt, ist falsch, weil wohl auch ein Karäer Stellen aus dem Talmud citireu kann, besonders wenn dieser kein ausgesproenener Karäer, wenn Menachem Gizni identisch mit Menachem b. Saruk ist, wie wir dies hier bewiesen. Uebtigens wird auch eine Tulmudstelle angeführt (Pinsker 48), Menachem b. Saruk hat demnach Talmudcitate haben können, also Menachem Gizni, der identisch mit b. Saruk, muss diese Talmudcitate nicht von Maimonides haben. Rabb. Dr. Fried-Meisenheim. Beiträge 1ar Erklärung der griechische■ Wörter io de■ lidraschi■ ■ad Talaiade■. Von Rabbiner Dr. Gebb&rdt in Bromberg. (Fortsetzung von Nr. 42.) 51) המלים (Genes, r. c. 87 Tanchuma), ׳üü.׳.׳,;, Uuglücklicher! Herzloser! 52) הימום (Genes, r. 45, Jalkut c. 79), ״׳1<׳,׳; =» mar, niÄr״ Zaubergesang. 53) הרבית (Midr Satn. 7, Jalk. Kohel. 20), muss heissen 0־,־.׳? הרבית; Frostschauer, Fieberkälte. Dem הרבית im Jalkut entspricht in andern Stellen, wie Gen. r. 19, 34: חככית, חיככית, חכאבית. Dass auch letzteres Wort, wie Matnoth Kehuna cap. 19. das. im Namen das Aruch bringt, Fieberkälte (קור) bedeutet, ergiebt sich aus der Pes. d’R. Kahana f. 97. Schon Buber bemerkt, es müsse statt חכך heissen חככית, nur bleibt nach seiner Annahme (dass חככית חום) die Stelle ohne Sinn. Dagegen wird alles klar, wenn קור חככית Der Sinn ist dann folgender: ״Zuerst erfüllt sie (die Frevler) Gott mit Fieberfrost, dann bringt er sie in die Hitze der Gehenna, und da ihnen die Hitze wohl thut, so fragen sie verwundert: Ist das dia-befächtigte Gehenna Gottes! Nachher führt er sie in den Schnee. 0, über die erfrisehende Kälte nach der brennenden Hitze der Gehenna! Anfangs rufen sie ah! zuletzt aber, weh!“ Wie der Bedeutung nach halte ich auch הככית für dasselbe Wort aus הרבית korrumpirt, da ה in der sogenannten Kaschischrift leicht in ח verschrieben werden kann und ebenso ר in כ. Auch wird der Spiritus asper ebenso oft durch א wie mit ה wiedergegeben, selbst bei einem und demselben Worte v. אומניא und הוטניא iiwvo•.«, so dass hier הרבית dort ארביח ge־ standen haben mag, und daraus ist;חכבית ,חככית; אככית עועוית׳ עגעבית, אבבית>, und mit Abwerfung der ersten Sylbe (in Kohel. rabbah) עוית entstanden; das bereits aus Chullin 60, Gittin 70, als Bezeichnung einer Krankheit bekannt war. Bedeutet nun aber הרבית und ״ חבכיתFieberkälte“, so kann חטה nicht ׳w* sein, sondern חמתה Fieberhitze. Ich vermuthe jedoch, dass auch dieses Wort entstellt sei. In «len beiden, mir vorliegenden Ausgaben der Rabboth (Lemberg תק״ע in Warschau תדכ״ז); steht Gen. r. 19 כמה statt חמה. Dieses כמה diirfte mit Auslassung des Vocalbuchstaben (wie bei ל»* (מריטניא;« Fieberhitze sein. Aus dem unbekannten כ!מה ist das bekanntere und hier auch entsprechende חמה gemacht worden. Ist es schon an sich Re«gel, das Unbekanntere dem Bekanntem vorzuziehen, so ist es hier um so angemessener, da schwerlich ein griechisches und ein hebräisches Wort mit einander zu einer Redensart verbunden worden sind. (Forts, folgt.) Literaturberich t. Hecensioiien. Jellinek, Dr. Ad. קונטרס המקונן, Märtyrer- und Memorbuch-Verzeichniss der Märtyrergemeinden aus den Jahren 1096 und 1349, das alte Memorbuch der Deutzer Gemeinde von 1581 bis 1784 nebst Auszügen aus dem neuen von 1786 bis 1816. (Wien, L ö v y, 1881) Dem uralten Gebrauche, die Namen von Verstor- I benen, die als Blutzeugen ihres Glaubens ihr Ende