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Das jüdische Literaturblatt · 1881-10-05 · No. 40. u. 41. (5.10.1881) · p. Seite 161

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 40. u. 41. (5.10.1881)
Date
1881-10-05
Page
Seite 161 (sequence 5)
Language
German
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— 161 — 29) בורטא, Mems.?1׳iP0־״•:(*, verutum, Spiess. 30) בירניות (Levit. r. 19) ropv!-.ov, Schandhaus 31) ב לא די ו (Tanchama ויצא) ßpdjTO; Speise ל für ף• 32) בלום (Gen r. 25), vor Alter unbrauchhartgeworden. 33) בנתיקה (Synh. jerna. 7,13), zsw/*, fünffach gegen חד. 34) ב רבד י יה (Pirke di R. Nathan 36), Ges, und Fürst Lexic. arab. ברבר Gans, Schwan. 35) בוטנא (Levit. r. 14), Anfschwellen des Leibes. 36) בורכייר (Mischna Kelim 26), ־:p’X“p Armband, dem Aehnliches. 37) בישולה• Diese Lesart genügt so wenig, dass die Erklärer (Ez Josef) statt בישולה lesen ובישוב womit aber dem פגה nicht geholfen ist. Noch weniger genügt die Lesart des Tanchuma Wajera 24: איוב בלעה פגה אבל אברהם בלעה בשילה• Jch lese בי und שלוה in zwei Wörter getrennt: ave! salve! ein höflicher Abschiedsgruss der Römer. Der Sinn der Stelle ist nun klar. Abraharn und Hiob waren derselben Meinung, nur verabschiedete sich Abraham, gleichsam Gott verlassend, auf eine höfliche Weise, Hiob aber sagte: apage! packe dich! Das missverstandene פגה erinnerte an die Redensai t Levit. r. 3, 25 in Kohelet r. 2: דהוון בשליו ולא פגנץ, und daher wurde auch der Gegensatz בי שלוה zu בישולה gemacht. (Fortsetzung folgt.) Nachträge. Zu 22)ארגיניטין, (in Nr. 34) muss heissen: cqp'.avftpmro; wjpo;, Satyrus. Meursius im Glossarium Graecobarbarum. — Zu 26) vpyrancov muss hinzukommen: דור p משיח. Unter 23)ארגדין ist nicht apa£״>v, sondern apxitov zu lesen. Herr Salomon liuber bemerkt zu Nummer 22 (S. 87), das אדיבון ו ein Corruptel für אטירון sei, und verweist auf seine Pessikta-Ausgabe פ׳ החודש Antn. 51. Zu 4 und 5 sei Aruch scholein s. v. אפי zu vergleieben Zu 8: Für לאטין ist zu lesen ף« לאגיין (aus ני ist ט׳ geworden), vgl. Aruch scholein s. v.אבויין, Literaturbericht. Ueccnsioiiru. Kelchner, Dr. Ernst. Wozu der Lärm? Ein Beitrug zur Klärung der sogenannten .Judenfrage. Frankfurt a. M. Selbstverlag. 1881. 24 S. Wenn ich wüsste, dass der geschätzte Verfasser eine Antwort auf seine Frag«: ,Wozu der Lärm'‘ erwartet, so würde icli ihm darauf antworten: Die schlechtesten und hässlichsten Leidenschaften und Instinkte der gedankenlosen Menge, der Neid, die Selbstsacht, der Klassen-, Reiigions׳ und Rassenhass, werden wachgerufen, um dem Liberalismus den Todesstoss zu geben. Ob es elirlich, ob es gerecht ist, die herzlose Diplomatie bis zu dem Grade der Herzlosigkeit zu erniedrigen, das ist eine andere Frage, welche dereinst an die Lenker und Leiter dieser traurigen, dass \ olk vergiftenden Bewegung vor dem öffentlichen und strengen Richtersluhle der Geschichte heranlreten wird. Dieser unparteiische Richterstuhl wird über manchen glänzenden Namen den Stab brechen und mit Beschämutig eingestehen müssen, dass das sonst kerngesunde deutsche Volk politisch noch nicht ganz reif gewesen und von grossen Köpfen mit inhumaner Gesinnung sich hat gängeln, blenden und naheführen lassen. Dr. Kelchnei’s Schrift ist eine kurze, aber gründliche und nüch erna Beleuchtung der antisemitischen Bewegung Sie hält sich an die Wahrheit und ist. deshalb eine scharfe Apologie. Ihr Resultat muss drum naiurgemäss sein, dass diese zu politischen Parteizwecken dieuende Hetze in höchstem Grade verwerflich sei. Einige Stellen daraus weiden uns die Gründlichkeit und die vorurteilslose Klarheit des Verfassers in dieser brennenden Frage vor Augen führen. ,Wenn von Seiten der Höchsten ini Reiche“, heisst es S. 5, ,80 mit den Juden verfahren wurde, wie konnte es anders kommen, als dass auch die Magistrate der Städte sich alle möglichen Unbilden erlaubten“. Seite 8: ,Was haben denn die Juden verbrochen, dass man sie plötzlich aufs neue verfolgt? Man sagt, sie seien an dem Verfalle unserer Wirtschaft liehen Verhältnisse schuld. Es ist eine alte Erfahrung, dass man gern einen Grund sucht jder eine Ursache, der man die Schuld geben kann, wenn die persönlichen Verhältnisse eines Menschen sich verschlechtern. Nun wird von einer Partei ganz richtig gedacht: Halt, man muss einen Urund ausfindig machen, der geeignet ist, den wahren Grund unserer schlechten Finanzlage zu verdecken und dagegen einen Prügelknaben schaffen, auf den sich der ganze Zorn der bedrängten Menge entladen kann, und dazu kann der Jude dienen.“ ,Man hat den Juden vorgeworfen, dass sie nicht arbeiten, sondern ihr Geld ohne grosse Thätigkeit verdienen.... Es geht ihnen wie dem geistigen Arbeiter, dessen Leistungeu auch nicht für sehr mühevoll gehalten werden, weil man eben die Hobelspähne seiner Arbeit nicht sieht, und ihre Arbeit daher bei der grossen Menge nicht beachtet wird.“ 8. 13. — *Der Jude ist sparsamer in seiuem persönlichen Bedarf, meidet das Wirthshaus und ist nicht gleich bereit, wie das öfters bei uns geschieht, wenn er in bessere Verhältnisse kommt, oder einmal ein gewinnbringendes Geschäft gemacht, gleich viel Geld auf Aeusserlichkeiten seiner Person, in Kleidung, besserem Essen und Trinken zu verwenden. Er ist sparsamer und hält mehr das erworbene Geld beisammen.“ So geht der Verfasser auf alle gegen die Juden geschleuderten Vorwürfe näher ein und zeigt in Kürze, dass sie theils unwahr, theils durch ihre sociale Stellung begründet sind. ,Man sollte meinen, schliesst der Verf., die Zeiten des grauen Mitielalters seien für uns ein längst überwundener Standpunkt. Wäre es nicht sehr traurig um die ganze deutsche Nation, wenn wir nur im aller Entferntesten zu jenen Zuständen zurückkehren würden.“ Nur das letzte Wort des gesch. Verf. müssen wir tadeln. Er schliesst mit den Worten: ,.Wenn aber nichts Vortheilhaftes herauskommt, dann wozu der Lärm?‘1 Ei. Ei, nur weil nichts Vorteilhaftes dabei herauskommt? Nun wir glauben, diese Bewegung ist, und käme noch so viel Vort hei I haftes dabei heraus, im Namen der H u m a n ität, im Namen der Gerechtigkeit und der büigerliehen Ruhe und Freiheit, verwe! flieh und verdammlich. Schreiber, Dr. Emanuel. Der Talmud vom Standpunkte des modernen Judenthums. Berlin 1881. W. lssleib. Ein Sammelsurium von Collektaneen aus Geiger, Stein, Johlson, Jellinek, Chronik etc., Plagiate aus Grätz, Dessauer etc., dazu ein barocker, ungelenker Styl, belustigende Gedankensprunge und possirliche Reklmnen! Wir wussten uns mit der gesummten literarisehen Welt so ziemlich in dein Urtheil einig, dass die- 6er ״Schrifteustehler“ nicht ernst zu nehmen sei. Von dieser Ansicht sind wir durch das obengenannte Opus in Etwas zurückgekommen, der Abscheu und der Ekel, mit dem es uns erfüllte, stimmte uns ernst und traurig. Elias Cohn in Berlin steht in unserer Achtung höher als Dr. Schreiber in Bonn, denn Cohn, der seine Glaubensgenossen beschimpft, hat den Muth und die Consequenz, sich taufen zu lassen, Schreiber, der das jüdische Ritualgesetz in einem öffentlichen Vortrage vor Nichtjuden in den Koth zieht und mit dem frechsten Hohn besudelt, wagt es, sich Rabbiner zu nennen.

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