Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 10 (1881)
- Issue
- No. 40. u. 41. (5.10.1881)
- Date
- 1881-10-05
- Page
- Seite 159 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 159 — als Erklärung שברו, worauf die Worte folgen: וכן הרב לא מצא לו דמיון. Wer ist der רב bei Rase hi? Cap. 12 Vers 31 z. St. אינק liest man אבל לא שמעתי טפי הרב Cap. 2?,' V. 6 z St. וכרם רשע ילקשו liest man .וכן יסד ר׳אליעור לשון צמח פרי. (In welchem Falle יסד die Bedeutung ein Gedicht, einen Pijjut abfassen, hatte, ist noch zu untersuchen.) Cap. 31, Vers 12 zum Worte תשרש liest man כשהוא מדבר בלשון עיקר. Nach Geiger’s Nitd Naainanim ist diess entschieden dem Rabbi Josef ben Schimeon Kara zuzuschreiben. Auch der Commentar zu Daniel ist in der ed. Ven. am Rande angebracht, und merkwürdig genug ist in diesem Buche allfin der Commentar des רבעו סעדיה zu finden *) Dass aber gerade der Ausdruck פתרונים zur Erklärung eines so dunklen Buches wie Daniel gebraucht wird, kann uns nicht befremden. Dass nämlich die פותרים nicht nach streng grammatischen Regeln vorschritten, dass sie vielmehr ihrer Phantasie die Zügel schiessen Hessen, erhellt wiederholentlich aus den Stellen, die bei Menahem ben Jacob ibn Saruk im Machberet gefunden werden Charakteristisch ist die §telle p. 3a in der editio Filipovsky: הלמען העלמת פתרון אבחת ישחית מלה אחרת להוסיף _ עליה ולגרוע טמנה כי טה יתרון!בפתרון בהיות לו תוספת ומגרעת תמורות ותהפוכות ״Soll man etwa wegen der Unkenntniss der Bedeutung des Wortes אבחת ein anderes Wort verstümmeln, etwas hinzusetzen oder hinwegnehmen? Denn wozu nützt die Erklärung, wenn man hinzufügt oder wegnimint, vertauscht oder umkehrt“. **) Auf solches Etymclogisiren passte ganz wohl der Ausdruck פתר deuten ohne festen Anhaltspunkt, aufs Gerat hewohl hin. Ausser den angeführten Stellen fanden wir noch das Wort והפותרים zu den Psalmen, Caput 68, Vers 32 zu den Worten והפותרים פותרים אותו לשון דורון; Siupov ,Geschenk“, vgl. dagegen Menahem p. 96a. Es scheint auch in der That nicht Raschi anzugehören, sondern dessen Schülern und Anhängern, wenn anders folgende Stelle Cap. 2, Vers 5 יואמר לכשדאי w0 Raschi zugleich Dan. Caput 2 Vers 12 מלכא בנם וקצת שגיא anführt, nicht Rabbenu Jakob (R. Tarn) von Raschi zukam. Denn Raschi zur Stelle sagt genau dasselbe, was in den הכרעות ר״ת p. 9 in der edit. Filip. zu lesen ist. Ferner ist der Ausdruck ומן המקראות קצרי לשון הוא auch nicht Raschi angehörig. Caput. 8, Vers 14 z. St. ויאמר אלי עד ערב בקר אלפים ושלש מאות findet man in dem Raschi Zugeschriebenen Commentare ראיתי פתר בשם רבעו סעדיה לדבר ובבר עבר und darauf folgt wörtlich, was eben in dem פירוש של ר, סעדיה zu lesen ist. Befremdendisthier wiederum der Ausdruck בשם ר׳סעדיה, während er oben die פתרוני ר׳ סעדיה anführt. Cap. 11, Vers 14 z. St. ובני פריצי עמך findet sich wieder der Ausdruck ראיתי בשם ר״ סעדיה זו Es ist ferner von Wichtigkeit, dass bei dieser Unmüsse von Fremdwörtern — d. h. von nichthebräischen "Wörtern — im Buche Daniel Raschi nirgends eine Erklärung durch das französische לעי anwendet, bis auf folgende zwei Fälle 11. z. Cap. 9 Vers 5 wird das Wort ושר durch tolent ט;לנט und Cap. 9 Vers 25 וחרוץ durch Cava קאבא Höhle, offenbar als חריץ Spalte, ,Höhluug1, aufgefasst; da1! לען wird also zur Erklärung rein hebräischer, ja sogar leicht verständlicher hebräischer Wörter gebraucht. Wer Raschi’s Liebe zu einer ein- *) Es ist diess nach Rapaport (תולדות ר' סעדיה in den Bikkure Ha-ittim) und Zunz' Literaturgeschichte der Poesie p. 178 ein •Schüler des יר' אלעור בן משולם also nicht der Commentar des Saadia Gaon. Der Verfasser des in der rabbinischen Bibel abgedruckten Commentar's blühte nach Zunz uin 1180. **) Ein sehr beahteuswerther Wink und beherzigenswerthe Warnung gegen die Conjecturenjägerei unserer Zeit. gehenden und genauen Erklärung kennt, wird bald einsehen, dass ein solcher Commentar Raschi nicht zugeschrieben werden kann. Wir kommen zum Schlüsse zum Buche Esra und N e c h e m i j a zurück, das ja, wie es schon Ramban angedeutet und in unserer Zeit Zunz nachgewiesen hat, nur ein Buch bildet. Dass dieser gewöhnlich Raschi zugeschriebene Commentar nicht Raschi angehöre, ist auch von Zunz schon nachgewiesen worden. (F, f.) Das Trierer Memorbach.*) Eine Eigenthümlichkeit dieses im Jahre ־ כדת= 5424 1664 geschriebenen Memorbuches **) dürfte es entschuldigen, dass wir für diese Materie nochmals Raum im Literaturblatte beanspruchen. Bei Aufzählung der einzelnen Gemeinden werden auch hervorragende Gelehrte genannt, welche mit ihren Jüngern niedergemetzelt worden sind. Das dürfte für die chronologische Feststellung der einzelnen Verfolgungen hie und da von Werth sein. Die Aufzählnng beginnt mit Speier, Worms, Oppenheim, הרב רב יוסף בר ישראל ובני ישיבותו שנהרגו ושנשרפו על יחוד השם,***) Coblenz, Cöln, — Rabbi Josef und R. Schlomoh, R. Jäkel, R. Joel, R. Mosche hakohen, Rotenburg, R. Jizchak bar Abrahaut halevi, Würz bürg, R Jechiel hakohen, R. David hakohen und R. David, Nürnberg, Strassburg, R. Jakob, Basel, R. Schlomoh, Erfurt, R. Alexandria hakohen, Mühlhausen, R. Elieser, Nordhausen, R. Jacob bar Meier, Meidenburg (Magdeburg), Naumburg, Halle, (d. i. wohl auch das Hai des Cobl. M. B.!), R. Nathan und R. Scholaun aus Meidenburg, Augsburg, Nördlingen, Ulm, Regensburg, Landshut, (לנדשהועט ist sprachlieh interessant), Esslingen, R. David, Oberlingeu, ZUrieh (צירכא), R. Mosche, Frankfurt, R. Ephraim, ווידלא; (wohl verschrieben für וולדא Fulda?), Eger, ׳-׳\\ (?) קרימוא:/ R. Jizchak und R Ahron bar Josua (2 Schulen 1) (Kremsier in Ungarn?) Dortmund, Münster, Minden, ברעציל, Trier, Krakau (קרקא), Prag, Wien; R. Mnachem Selardi und R. Mosche (2 Schulen). Trient (טרינטא), Pisa, Weissenburg, Schweinfurt, Neustadt, Costnitz, Kuchensburg (?), Salzburg, Schafhausen (שיפהויון), Hagenau, (die Folgenden in zusammenhängender Reihe bis Colmur), Friedburg, Bamberg, Ofen, Wertheim, London, Markburg, Wetzlar, Dillingen, Colmar. ניידנא (?), Coburg, פאלווי (?), Arnstadt, Hildesheim (הילדוום), (wieder zusammen bis Buzbach), Winterthur, Lindau, Braunschweig, Magdeburg, וילינגן (?) Alzei, Buzbach. Die Gemeinden der Mark (in Westphalen!) R. Josef und R. Schlomoh; Mecklenburg, Rhein, Franken, Sachsen, Thüringen, Baiern, Schwaben, Holland, Brabant, Frankreich, Oesterreich, Steiern (!), Kärnten, Böhmen, Mark Brandenburg, Meissen, Eisass, Westphalen, Spanien, Unter- und Ober-Erzstift, sowie (??) מדינת זיא. In einer Nachschrift, Polen, Renssen und Lithauen. Schliesslich noch die Bemerkung, dass der 1670 in Metz hingerichtete Rafael bar Jizchak auch hier, wie im Cobl. M. B. ehrend genannt ist, also wohl aus Trierischetn Gebiete stammte. Coblenz. Dr. Lew in. ״) Hierdurch sei dem ldbl. Vorstande der Gemeinde Trier für die Bereitwilligkeit, mit welcher er mir das alte Mscr. gebelien, der geziemende Dank abgestattet. *•) Dies bezeugt am Schlüsse Juda Loeb bar David Schmuei Pikart, also ein Ahn der Familie, welche am 28. Januar 1723 mit so grossem Pompe sich hat taufen lassen. ***) Im Weitern werde ich, da die Formel dieselbe bleibt nur die Namen angeben. (Wie Herr College Caro mir freundlichst mittheilt, ist der später erwähnte R. Alexandria hakohen 1349 in Erfurt getödtet worden — der Verfasser des אגודה). — Soweit gehören die Gelehrten zu den vorher genannten Städten, Rabbi Josef also zu Oppenheim.