Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 10 (1881)
- Issue
- No. 38. (21.9.1881)
- Date
- 1881-09-21
- Page
- Seite 151 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 151 — ben, weil tiian sich der anderen Erklärung anschloss,*) wie auch Targum beweist? So viel zu den Erklarungen des Verses Exotf. 20,6, von denen sich die eine nur in unserer Tosefta-Stelle befindet, und die wir darum als die älteste bezeichnet haben. Literaturbericht. Reeensio■». Coiiiinentariuui, Quem in Pentateuchum composuit R. Samuel b.Melr, ad codi cum tidem libroruinque lypis apressorum adsumento recensuit et annotatione perpetua illustravit Dr. David Rosin. Breslau. S. S c 110111 ä n d e r. 1881. (8°,XLIII. 11. 232 S.) פירוש התורה אשר כהב ישבם, צרוף ומזוקק ע״פי כ״י וספרים נדפםים עם הערת מ״ט ♦ אשר פעל ועשה דוד חין• [Schluss]. Wenn die Erkenntniss der Felder und Gebrechen eines Werkes den halben Weg zu seiner Verbesserung ausmacht, so lag schon in der streng kritischen Durcharbeitung des ganzen Textes, wie sie Rosin in seiner Monographie (S. 22—57 und sonst) an den Tag legte, die Gewähr für d 1s Gelingen der Neuherausgabe. Da galt es, die Lücken des vorhandenen Manuscriptes auszulüllen, die Felde1• der Abschreiber, wie der Editoren auszumerzm, sinnslörende Versetzungen richtig zu stellen, fremdartige Zusätze auszuscheiden, Verschlimmbesserungen und Verballhornungen von späteren Händen, für die gerade dieses Schriftwerk ein klassisches Musterstück abgeben kann, wieder gut zu machen, mit einem Worte unter Zuhilfenahme aller kritischen Behelfe bei möglichster Treue gegenüber der authentischen Vorlage, die selbst unvollständig, und nicht durchweg c״>nvet ist, einen Text zu schaffen, der dem Originale, wie es dem Verfasser aus der Feder geflossen, möglichst gleich komme. Im vierten Capilel der äusserst lehrreichen, 43 Seiten umfassenden Einleitung gibt Hr. Rosiu Rechen• schuft über die Grundsätze, von denen er sich bei der Textes Feststellung und dieser Edition überhaupt leiten Hess, die mit denen einer conservativen Texleskritik ganz übereinslimmeu. Ausser dem bereits von Geiger veröffentlichten grossen Stücke Gen. 1,1 bis V. 31 (S. 3—0), das aus einer Münchener Handschrift copirt ist, hat der Herausgeber die vorhandenen Lücken des Breslauer Codex aus Druckwerken und Handschriften anderer Autoren auszufüllen versucht, so numentlieh in der Genesis von S. 0 bis 13, im Deut, zum ) Schluss mit kleineren Zusätzen und mehreren anderen Steilen, (8. S. XXXIX f.), von denen einige jedoch als nicht authentisch nur in den Noten gebracht werden. Aenderungen und Verbesserungen, die der Herausgeber vornahm, werden in den Noten gerechtfertigt, ebenso die Auslassung unechter oder verdächtiger Stellen, welche nur unterhalb des Textes ahgedruckt sind, enthalten die Anmerkungen ferner den Orlsnachweis aller Citate, Erläuterungen zu solchen Interpretationen Raschbum's, die durch ihre Kürze und Prägnanz dem Versländnisse Schwierigkeiten bieten, oder wenigstens nicht leicht die Tendenz und Pointe des Gesagten erkennen lassen, Hinweise auf die Versioneu, die hulachische und agadische Literatur und undere Erklärer, Transscripiion und Uebersetzung der alifranzüsisclieii Worte, sowie der grammatischen Kunstworie und überhaupt *) f״ Merliiltu linden wir eine undere Erklär!!:)(; al» in imsere Toaefta. Es ist merkwürdig, duss die To-ei'l!!stelle später gur nicht bekannt war; 8. R. Sam. Edels ח״א (En Jakob II S40), der Tosdtot erklärend aiisrechnet, die Zahl 500 sei nicht genau zu nehmen, worauf der מגיה bemerkt: ולי נראה ״תוספות נפקא לד,ן מקרא דכתיב * * פוקד י •, wenn es keine Toseita gilbe! Wenig- 1sein hitlte es sich n״f Ruschi zur Thora beziehen müssen. alles, was das Studium dieses Commentars zu erleichfern vermag — ein Streben, dass auch in der äusseren Gestaltung des Textes durch Voisetzung von Capitel- und Verszahien, Hervorhebung der erklärten Versstucke, Absätze und Interpunctionen zur Geltung kam. So ist es denn nun möglich, in dieser handlichen, zugleich prachtvoll gedruckten Ausgabe den!•ationalistir sehen Bibelcommentar des Raschbain, der bei aller practischen Anerkennung der halachischen und agadisehen Auslegungsweise dieser dennoch das Recht ab• sprach, den reinen, nüchternen Wortsinn zu verdrängen, in seiner authentischen Gestalt zu studiren, und wird er erst jetzt zu allgemeinerer Verbreitung und höherer Anerkennung gelangen. Herr Rosin hat dieses Ziel auch noch durch seine inhaltreiche Einleitung gefördert, in der er (in einem klaren, schönen Hebräisch), unter Zugrundelegung seiner deutschen Ai beit, manches Thatsächliche berichtigend, neue Belagstellen beibringend, das vorhandene biographische Material geschmackvoll zusammenstellte, (I. Cap.) das Bibliographische erschöpfend sammelte (11. Cap.), und ganz besonders instructiv die Quellen und die literaturgeschichtliche Stellung unseres Bibel* erklärers behandelte (III. Cap) Ueberall die gleiche Umsicht, die sich nichts Einschlägiges entgehen lässt, die gleiche V orsicht in der Aufstellung von Behaup- Jungen und endlich die höchst übersichtliche und geschmackvolle Anordnung und Gruppirung des reichen Stoffes, dem gleichwohl nichts abseits oder ferneliegendes beigemengt ist. Das Lob, das Herr Rosin für dieses Werk verdient, gilt aber auch dem wackeren Verleger, der, was Druck und Ausstattung betrifft — namentlich das gelbliche Tonpapier ist so wohltlmend, und die Qua• dratschrift so ausdrucksvoll — vielleicht das Schönste geliefert, was in der neueren Zeit in der hebr. Literatur erschienen ist. Beiden, dem gelehrten Editor zu• vor, unser inniger Dank, unsere uneingeschränkte Anerkenniing —in. —m. Hummel, Fritz. Die Semiten und ihre Bedeutung für die Kulturgeschichte. Leipzig. Otto Schulze, 1881. Aus einem Cyklus von Vorträgen über die semitischen Völker und Sprachen als erster Versuch einer Encyklopädie der semitischen Sprach- und Alterthums- Wissenschaft hat der gelehrte Orientalist den ersten jener Vorträge in vorliegendem Hefte veröffentlicht. Ie verwirrter die Begriffe durch das widerliche Parteigetriebe im socialen Leben werden, desto dankensweither ist das Bestreben der wahrhaft Gebildeten, dort Licht zu schaffen und Aufklärung, wo eine körnmende glücklichere Generatiou aufs Neue mit vorurt heilsloser Geistesarbeit einzusetzen bestimmt ist. Welch ein Missbrauch wird nicht seilst in gelehrten Kreisen mit der Bezeichnung ״semitisch1* getrieben? wie unklar sind die Vorstellungen über die Kulturentwickelung derjenigen Völker und Stämme, die man nach Rcnans Vorgang so gern als eine inferiore Race bezeichnet? Die Unrichtigkeit der Bezeichnung ״Semiten“ hat übrigens bereits Renan nachgewiesen, ״syro-arabisch“ wäre in geographischer und ״triliteral-spraehlich“ in idiomalischer Beziehung die treffende Benennung, doch ist au eine Ausrottung des eingebürgerten Sprachgebrauchs nicht zu denken. Nach Ausscheidung der semitischen Elamiter, welche eine dem sumcrisch-ukkadischeu verwandte Spiache redeten und mit Hinzuziehung der haniitisclien Phönizier und Südaraber hat man folgende sprachlich eng mit einander verwandte Völker unter jener falsch gewählten Bezeichnung zu verstehen: die . Abesinier, Südaraber oder Sabäer, die Central- oder I Nordaraber, die Hebräer und Phönizier, die Babylo-