Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 10 (1881)
- Issue
- No. 33. (17.8.1881)
- Date
- 1881-08-17
- Page
- Seite 130 (sequence 2)
- Language
- German
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30 — seltsamen Namen טייכין, wird die Frau des um die Trierer Judenscliaft hochverdienten Vorstehers Gerson Coblenz, (starb 18. Ijar 1760). Der Solin ist der Stolz der Familie, der Arzt, Vorsteher und Rabbiner R. Mnaehern Manlin Walich, (der Stammnamen ist beinerkenswerth)! Er wird genannt הרב הגדל הכאן ורופא מומחה Am 2. Ellul 1718) וזעה) wird er hier als einer der 3 Vorsteher erwählt.*) Dem am 20. Tewelh 1733 verstorbenen Rabbinen Elieser Lipmann bar Jizchak Henjamin (der liier beerdigt ist), folgt er auf dem Rabbinatssitze von Coblenz und dem Niedererzstifte — nicht deutlich ist mir die Notiz ובמדינת פריסקאסיל ו11 לערך ארבעים שנה — und fungirte etwa 2t* Jahre bis zum ersten Tage Schewuuth 1702 Ein tüchtiger Gelehrter, glätszender Redner, lieblicher Raal Telillah, gewandter Sofer, eifriger Arzt, der natürlich, gleich seinem Vater, den Armen noch Arzeneien umsonst gab, war er ebenfalls Ehrenmitglied der Chewra Kadischa und Erster der מתעסקים. Seiner vielseitigen Thätigkeit Spuren liegen noch im Gemeindehuche vor. Besonders interessant ist der Bann, der gegen das Kartenspielen au Arbeitstagen zweimal (26. Teweth 1736 und 7. Adar 1740) von ihm erlassen worden ist. Die Armenpflege ward geregelt, die Gemeindesieuern geordnet, kurz es bekundet sich da ein organisatorischer Geist. Den Namen seiner Frau hat das Memorbuch seltsamer Weise nicht erhalten. Eine seiner Töchter (Michle) wurde die Gattin eines hervorragenden, armen talmudischen Gelehrten, Abraham Frank, die andere, Roes• chen Lea, welche am 24. Aw 1798 starb, war Erau des Leib Deuz, Mutter des Rabbiners Deutz, welcher zu den 74 Notabein gehörte, die am 15. Juli 1806 sich in Paris einfanden. Er blieb in Paris. So wird diese Familie geschändet durch die Zugehörigkeit des berüchtigten Apostaten und Verrüthers Abbd Deutz Der Sohn des Rabbiners Mnachein Manlin Walich hielt die Traditionen seiner Familie aufrecht. Er ist הזקן רופא מומחה כהרר שמעון**) Der greise Arzt Simeon Rote, welcher sein ganzes Leben hindurch Morgens und Abends sich bestrebte, mit Minjan zu beten, der wohlthälig Arme umsonst heilte, Gott vertrauete und fürchtete: לא הלך בעצת רשעים ובסוד משחקים לא ישב, hat für seine Zeit, die Periode leichter Aufklärung, die scharfgespitzte Pointe, dass er nicht zu den Neuerern gehört hat. Er lebte arm und dürftig, (1,וסיפק עצמו במועט. Plötzlich raffte ihn der Tod dahin auf dem Schiffe am 24. Cheschwan rfdjW 27. November 1804. Mit ihm scheint das Geschlecht der Rofe-Walich hier erloschen zu sein Kinder werden nicht genannt, und Keiner der hier Lebenden erinnert sich, von solchen gehört zu haben.— Aber das Andenken an solche Geschlechter und Familien sollte nicht schwinden aus Israel. In zwiefachem Sinne muss es ihnen wahr bleiben: זכר צדיק לברכה! Coblenz. Dr. Lew in. *) ln derselben Sitzung wird ein R. Jiscbak Rofe wegen Al• tere vom regelmässigem Erscheinen bei den Sitzungen dispensirt (Gemeindebuch). **) Ein Bruchstück eines Grabsteines mit der deutlichen Inschrift מהורר שמעון רופא befindet sich uuf unseren! Friedhofe. Welche Schriften setzt Sirach in seinem v־*=;״״״sp״״ voraus? Von Dr. M. Grilnwald in Breslau. Zu den bedeutendsten Schriften der Apokrj'phen zählt ohne Zweifel dass Buch Sirach, hehr. ״ סיראder richtiger ישוע בן מירא genannt; im Syrischen hingegen mit agadischer Deutelei אסירא״" d er G e fesse 11 e, bezeichnet. In den Sprüchen Sirach’s nun ist wiederum der ׳,•!!ס,; -u-ip<,v in die erste Reihe zu setzen. Denn da die Abfassungszeit der Uebersetzung des Originaltextes, der in hebräischer Sprache abgefasst war, uns vom Uebersetzer selbst genau angegeben wurde, so können wir über die Zeit der Abfassung selbst auch nicht im Zweifel sein.*) Liesse sich ein richtiger Text der Septuaginta autfinden, oder besässen wir bereits eine kritische Ausgabe, wie wtr eine solche Itlr das Neue Testament von Tischendorf und für die Genesis von Lagarde besitzen, so wäre diess ein grosser Vortheil für unsere Untersuchung. Tisehendorfs Ausgabe der Septuaginta des Alten Testamentes und der Apokryphen des A. T. ist. aber eine höchst mangelhafte; zum Glücke waren wir aber in. der Lage, die in Rom erschienene Ausgabe von Angelus Majus, die sich in der Breslauer Stadtbibliothek befindet, zu benützen,**) u. werden wir im Laute der Arbeit zeigen, von welcher Wichtigkeit selbst scheinbar unbedeutende Varianten sein können. (Der Titel der Ausgabe lautet: •ll zai.ax x« rt zcc.vr,?׳.atb;xr(. Vetos et novum testamentum ex antiquis* simo codice vaticano edidit Angelus Majus, S. R. E. Card. Tom 3. Romae 1757 apud Josephum Spithöver Lipsiae apud E. F. Steinacker) Die syr(jj^e Ausgabe ben Sirach’s (mit hebräischen Typen) mit gegenüberstehender hebräischer Uebersetzung von Ben Sew, Wien 1807, steht an Zuverlässigkeit, der von Lagarde besorgten, nicht weit nach, so dass Lagarde wirklich es nicht so nothwendig ha'te, die Transscription in’s Hebräische ohne seine Erlaubnis zu verbieten. Ben Sew’s he br äi sch e Uebersetzung aber wäre für den Forscher von viel grösserem Vortheil, wenn er nicht zu viel Schöngeist gewesen wäre, als dass erSinn beachtend auch wortgetreu hätte übersetzen sollen Und nur eine getreue wirkliche Uebersetzung kann von wahrem Nutzen für den Forscher sein. Es kommt für unsere Aufgabe noch hinzu, dass gerade die betr. Capp. bei Ben Sew, Cap 45—50 inclusive, jedes Contmentars entbehren, während bis dahin alle früheren Capitel einen ausführlichen Commentar haben. War es die Schwierigkeit des Stoffes, die Ben Sew abschreckte, oder schien ihm der Stoff so gar leicht, dass er keinen Commentar hinzu schrieb? Man ist daher gezwungen, selber aus der Vereinigung des griechischen Textes (Tischendorf und Majus) den möglichst, richtigen herzusteilen, und diesen in’s Hebräische wörtlich zurückzuübersetzen; die Mühe lohnt reichlich Nimmt man nun noch die Heptaglotte hinzu, so kann mun manchen Punkt, der bis jetzt noch dunkel war, mit Leichtigkeit lösen, wenn auch alles mit einem Male nicht gelöst wirdf) *1 Ueber diese Fragen baadelt Otto F. Fritzsrhe in der V. Lieferung seines kurzgefassten exegetischen Handbuches (Leipzig, S. Hirzel. 18 9! p. XIII.—XVII!. der Einleitung. Nach Fritzsche steht allerdings nur so viel fest, dass der Verfasser sein Buch nach 199 zum Abschluss gebracht, was aber vollständig zum Verständuiss des Buches hinreicht **) Für die gütige Ueberlassung dieses kostbaren Folio-Werkes in meiner Wohnung, spreche ich hiermit dem Stadtbibiiotliekur Herrn Dr. Zuckur meinen verbindlichsten Dank aus. +) Der Titel von Ben Sew’s Ausgabe lautet: p חכמת יהושע סירא נעתק בלשון עברי ואשכנזי ותרגום ארמית עם באור ענין והערות מוסר העתיקו יהודה ליב בן ואב נדפס שנית בתוספות חקו! הלשון והמליצות מאת המעתיק ווין שנת תקפו לפ״ק. Wien 1807. (Josua ben Sirach, hebräisch, deutsch und aramäisch, übersetzt von Ben Sew. 2. verbesserte und vermehrte Auflage).