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Das jüdische Literaturblatt · 1881-06-22 · No. 25. (22.6.1881) · p. Seite 99

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 25. (22.6.1881)
Date
1881-06-22
Page
Seite 99 (sequence 3)
Language
German
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Aber wenngleich in der Praxis jede Szirchali zwi- | sehen Lunge und Brust als das Symptom einer incurabeln Krankheit beurtheilt wird, wäre es dennoch ein laienhafter Irrthum, wollte man daraus schliessen, da s gedachte Krankheitserscheinungen ausnahmslos Folgen der Pleuropneumonie seien. Ja man würde sogar auf Grund der von mehreren Decisoren angegebenen Unter• suchung manches Stück Vieh, ungeachtet solcher verfänglichen Szircholh, dem Consum übergeben dürfen 2. Die Merkmale zwischen wirklicher und scheinbarer Pleuropneumonie. Diese lassen sich mit Leichtigkeit aus der Präcision erkennen, mit welcher Karo a a. 0■ die Symptome der Pleuropneumonie im Stadium einer Scheingenesung bezeichnet. Denn wenn er ein Thier für ״trepha“ erklärt, aus dessen Lunge eine Szirchali heraus in das Brustfell gewachsen ist, so ist die Folgerung statthaft, dass in umgekehrtem Falle die Entscheidung eine andere sein würde Und in der Tliat muss der Ursprung der Szirchah io der Lunge als causa efficiens betrachtet werden. Denn ist erst festgestellt, dass die Szirchah aus dem afficirten Brustfelle sich zu entwickeln begonnen, so kann der Genuss des Fleisches des damit behafteten Thieres gar keinem Verbote unterliegen. Wird doch das ״Trepha“ infolge eines Hautanswuchses mit אין סרב׳ בל' נקב motivirt, dass wo eine Szirchah sich gebildet, da muss das Fleisch in Folge einer vorangegangenen Krankheit durchlöchert sein. Gesetzt nun auch, das Brustfell wäre wirklich durchlöchert, so fehlt doch immerhin jeder Anhallepunkt dafür, das bezügliche Thier unter den Bann von ״Trephah־‘ zu 6te!len. Vermissen wir doch das Brustteil in der Reihe der aufgezählten Kör pertheile, von welchen angenommen wird, dass auch die kleinste Durchlöcherung (נקב במשה״) den Tod zur Folge haben würde. Drum muss das qu. Verbot gegen den Consum d*s Fleisches auf den Fall beschränkt werden, dass die Szirchah in der Lunge sich zu bilden begönnen, wo es wegen des Nekeb in der Lunge ״trephali“ ist. (Schluss folgt.) Tosefta-Varianten von Dr. Zucker in and el, Überrubb'.ner in Trier. (Fortsetzung.) Durch die in Nr. 6 dieses Bl.*) von mir erklärte Toseftastelle lindet eine andere, die auch in der Mischna sich lindet und den Commentatoren viele Schwierigkeiten macht, eine wie mir scheint ganz befriedigende Lösung. Im Tract. Pessachim p. 160b wird unter den drei Dingen, welche die Leute von Jericho, abweichend von dei sonstigen Sitte, aber nicht gegen den Willen der Chachainim übten, auch aufgezählt כזו־כץ את שמע• Das wird nun zwar in Tos. selbst erklärt und auch im Talmud angeführt (vgl. J. Pes. 31 b (4, 0), B. ib. 56, Menachot 71), aber die Erklärung erfährt verschiedene Erklärungen (vgl. Tosafot a. a. 0.) Levy in seinem chaldäischen Lexieon ist von der Erklärung so unbefriedigt, dass er s. v. פרם eine neue versucht, die aber noch weniger einleuchtet. Was hätten daun die Leute von Jericho Abweichendes gethan, wenn :נח heissen soll: die Segenssprüche vor und nach dem שמע lesen? Die Sache ist aber nach unserer obigen Erklärung so zu verstehen. Das שמע wurde allgemein so reeitirt, dass die Vorbeier einen Theil des Verses begannen und die Gemeinde mit dem anderen respondirte. Wahrschein• lieh fiel nach den Worten des Vorbeters: ה׳ אלהינן die *)Seite 22, wozu die Erklärung der Zeichen nachzutragen ist: E Erfurter Handschrift, VV Wiener Hschr., A ־=• Ausgabe von Tosefta, B =־ Babli, J — Jeruschalnii. — Z. 86 ist nach ״Verbaltiiias“ der Punkt zu streichen. Die Ueberschrift des be.tr. Art. in Nr, 6 muss wie hier lauten. Gemeinde mit ר׳ אחד ein. Das erfordert nothwendig Pausen abwechselnd von Seiten des Vorbeters sowohl, als auch der respondirenden Gemeinde. Die Leute von Jericho haben nun diesen sonst bestellenden Brauch nicht beobachtet und das שמע gemeinschaftlich, d. 11. also ohne Pausen reeitirt (לא היי פפסיקץ). Natürlich ist es bis jetzt unerklärt gewesen, welche Pausen machen wir denn? Und dass die Leute von Jericho zwischen den Wörtern oder Absätzen nicht den gewöhnlichen Absatz zwischen den Worten sollen gemacht haben, klingt ganz befremdend. Das Wort כדך, welches zusammenrollen heisst, (wie היה כורן■ מצה ומרוד), Verschiedenartiges verbinden, wird ganz folgerecht auf das ohne Ordnung, resp. Pausen, gemeinschaftlich recitirte שמע angewendet. Nach R Jehuda bestand die Unordnung darin, dass sie ב״ש״כ״ט״ל״ו ausliessen. 2) Im Tractat Sota p. 298,11—14 bieten die Varianten der Codices keinen bemerkenswerthen Unterschied im Sinn. Der Zusatz von AW. in Z. 11 kann ganz gut ausbleiben, hingegen hat das Fehlende in AW. gewiss ursprünglich gestanden, wie wohl die erste Variante als erklärender Zusatz angenommen werden kann, nicht aber der letztere; vielmehr hat der Abschreiber die gleichlautenden Worte ausgelassen, wie •sich dieselbe Wiederholung in Frage und Antwort in Mechilta (p. 49a ed Friedmann) B. Joma 76 und Synhedrin 100 findet. Z. 12 haben AW. מדת הטוב für מדת טובה und scheint das ה am Ende bei Ersterem ausgefallen zu sein, ebenso muss man in Z. 11 und 14 für הטוב setzeu הטובה oder man müsste הטוב lesen, denn jedenfalls ist das auf מדת folgende Wort ein Abstraetum entsprechend dem ״ פורענותDie göttliche Eigenschaft der Strenge und der Güte.“ In den Parallelstellen a. a. 0 heisst es: מדה טובה also טובה Adjectiv, ersteres ist prüciser על אחת בהמש מדות in AW. für אהד כחמש in E. Z. 12 und 14 haben wohl auch Raschi und Tosafot gelesen (vergl. Rnsclii zu Exodus 34,7 und Tosafot zu B. Sota II ד״ה מרים). Z. 13 in E. beidemal הוא אומר; in AW. das einemal כתיב. Schliesslich ist das Citat in AW. על בנים ועל בני בנים falsch, denn es bezieht sich nicht, wie aus ועושה חסד hervorgeht, auf Fxodus 14, 7, sondern auf 20,5, 6. — Z. 19 ist das אומר in AW. wohl zu streichen, da diese Form הוי öfter vorkommt.. Vergleieben wir nun die Erklärungen zu diesem Verse, um zu einem Schluss über das relative Alter unserer Tosefta-Stelie zu gelangen. (Forts, folgt ) Literaturbericht. Recensionen. Maybauiu, Dr. S. D i e E n t w i c k e I u 11 g des altisrael. Priesterthums. (Schluss von Nr. 18.) Dass Priester den Thürhüterdicnst versahen und diese mit den levitischen Priestern identisch seien, will Verf. mit 2. Kön. 12,10 beweisen. Dort steht der Ausdruck הנהנים שמרי הסה. Abarhanel erklärt diesen Ausdruck gar nicht mit Thiirhüter, sondern als שמרי כלי המקדש•, es ist auch gar nicht zu erweisen, dass סף hier nur ״Thür“ und nicht ״Geräth“ bedeute. Dazu kommt noch, dass gerade diese Stelle auf die Schekelsteuer hinweist also auf das Central heiligthu in. Dass Leviten opferten, sucht Verfasser mit dem Michahdienste zu beweisen, also mit einem Götzendienste. Dass im Deuteronomium der Ausdruck הנהנים הלוים gebraucht ist, beweist nicht die Identität vou נהנים und לויס; könnte sic ja nach Maybaum nicht beweisen, da ״Leviten“ ja kein Familienname sondern Amtsname uacli ilun sein 8011 und die zwei Amtsnamen keine irgendwie bereehtigte Verdoppelung enthielten. Diese Ausdrucksweise

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