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Das jüdische Literaturblatt · 1881-05-25 · No. 21. (25.5.1881) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 21. (25.5.1881)
Date
1881-05-25
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Soeben gelangte zur Ausgabe: Schire beth Jaäcob. Israelitisches s Schul- und. Gremeinde-Gresangbuch zum $ Gebrauch beim Unterricht in der Liturgie und beim öffentlichen Gottesdienste herausgegeben von L. Liebling und B. Jacobsohn Cantor in Hamburg. Cantor in Leipzig. Preis gebunden 2 Mk. 40 Pf. In besonders elegantem Einband zum Gebrauch in der Synagoge 2 Mk. 60 Pf. Dem israelitischen Publikum wird hiermit ein Werk geboten, welches einem dringenden Bedllrfniss abhilft. Auf dem Gebiete des synagogalen Gesanges ist seit dem Beginne dieses Jahrhunderts allerdings eine bedeutende Anzahl von Werken entstanden, die mehr oder weniger von bleibendem liturgisch-musikalisoben Werthe sind. Die Münchener Gesänge, die Arbeiten eines Sulzer, Nanmbourg, Weintraub, Lewandowski, Deutsch u. A. m., haben auf die gegenwärtige Gestaltung des jüdischen Gottesdienstes den segensreichsten Einfluss ausgeübt. Sie waren und sind bahnbrechend für die weitere Entwickelung des Synagogengesanges und ihnen ist es zu danken, dass in einem verhältnissmässig so kurzen Zeiträume der jüdische Cultus sich zu einer achtunggebietenden Hohe musikalischer Leistungen emporgeschwungen hat. Was aber bei einem genaueren Blick auf die zu einer ganzen Literatur angewachsenen liturgischen Gesangswerke überraschen muss, ist die Wahrnehmung, dass sie für den Gemeindegesang, für dies in den mittleren und kleinen Religionsgemeinden immer stärker hervortretende Bedürfnis, weil dort der mehrstimmige Chorgesang nicht durchführbar ist, nur wenig enthalten. Und doch deutet die ganze Beschaffenheit der jüdischen Liturgie so sehr auf die Mitwirkung der Gemeinde hin — man denke nur an die Be- Zeichnung Chasan und Kahal im Siddur und Machsor, — dass eben nur durch die allgemeine Betheiligung eine wirkliche Andacht'erzielt werden kann. Der guten Sache glaubten daher die Mitarbeiter zu dienen, als sie sich entschlossen, an die Bearbeituug eines vollständigen liturgischen Gesangbuches zu schreiten, welches diesem Zwecke zu dienen im Stande sein dürfte. Hierbei musste es ihr eifriges Bestreben sein, die traditionellen Gesangsweisen, wie sie Jahrhunderte lang in der Synagoge heimisch sind, nach Möglichkeit zu pflegen, um diesen musikalischen Schatz, der der heranwachsenden Jugend gänzlich unbekannt ist, zu erhalten. Denn nur was in seinem Wesen und Charakter dem Boden der Synagoge entstammt, kann hier die rechte Wirkung haben. Dass sie aber genötbigt waren, auch modernere Gesangsweisen zu benutzen, ja häufig ganz Neues für den Gemeindegesang zu schaffen, bedarf für Fach- und Sachkenner keiner Rechtfertigung. Der Umstand, dass die Frage der Einführung eines geregelten Gemeindegesanges in fast sämmtlioheu jüdischen Lehrer- und Cultusbeamteu-Vereinen Deutschlands auf ihren vorjährigen Conferenzen

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