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Das jüdische Literaturblatt · 1881-05-25 · No. 21. (25.5.1881) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 21. (25.5.1881)
Date
1881-05-25
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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י eingehend erörtert worden, auch dass die gesammte jüdische Presse mit Interesse von dem gegenwärtige: Vorhaben Kenntniss genommen, meist sogar schon die zweckentsprechende Bearbeitung eines Gemeinde ges angbuches ftlr ebenso nothwendig als verdienstlich bezeichnete, enthebt der Aufgabe, die Dringlichkeit! יי und die Bedeutung des einstimmigen Gemeindegesanges noch besonders zu betonen.!ti 1 Es sei hier noch gestattet, einige Stimmen der Presse anzuftthren. So sagte unter Anderem: ׳;.י Die Jüdische Presse, Berlin 1881, Nr. 3: ' Durch dieses vortreffliche Werk, welches in verschiedenen jüdischen Zeitschriften bereits in lobendster Weist, '■ erwähnt wurde , ist endlich eine bisher in jüdischen Gemeinden sehr fühlbare Lücke ausgefüllt worden. Es sinii - *war in den letzten Jahren auf dem Gebiete des Synagogengesanges eine bedeutende Anzahl von Werken er*! schienen; aber viele davon, und gerade die besten lassen sich nur mit einem bedeutenden Aufwande von Mitteln und Kräften ausführen, und sind daher für die mittleren und kleinen Gemeinden so gut als gar nicht vorhanden, Für diese letzteren nun den Gottesdienst in eine geregelte, musikalische Form zu bringen, ist das uns vorliegende Werk ganz vorzüglich geeignet. — Ihrer leichten Ausführbarkeit wegen sind die Gesänge auch sowohl für den einstimmigen Gemeindegesang, wie zur Einführung in die Schulen sehr zu empfehlen. — Was die ״Scbire beth Jaäcob“ als Schulbuch betrifft, 80 haben die Herren Verfasser mit Recht darauf das Hauptgewicht gelegt; denn soll der liturgische Gesang je volles Eigenthum der Gemeinde werden, so ist es unbedingt nothwendig, denselben so früh als möglich in die Religionsschule als Pflanzstätte der künftigen Gemeinde einzuführen. Wir wüssten kein Gesangbuch, dj£8 wie dieses bei seiner grossen Reichhaltigkeit für so billigen Preis zu be- I ziehen wäre. Es enthält nebst vielen, in vielfach schönem Stil gehaltenen Compositionen von den Leipziger Cantoren Liebling und Jacobsohn, vortreffliche Bearbeitungen aus den Werken Sulzer's, Levandowski’s u. A.; umfasst den ganzen Freitag-Abend- und Sabbath-Gottesdienst, sowie den für sämmtliche Feste; und hat endlich einen Anhang von Predigtliedern, zur Confirmationsfeier, zur Synagogen- und Schuleinweihung u. 8. w.; und dies Alles für 1 den sehr bescheidenen Preis von nur 2 Mk. 40 Pf. in eleg. Einband.! Das Jüdische Literaturblatt, Magdeburg 1881, Nr. 5: Dieses Buch soll vor Allem dem Gemeindegesange in der Synagoge dienen; als Schulbuch dient es, um die Jugend für den Gemeindegesang vorzubereiten. So sonderbar es klingt: Gemeindegesang ist ein Bedürfniss, aber ein neues in Israel. Die alte Synagoge kannte nur den Vorbetergesang, die Gemeinde antwortete in gesprochenen, nicht gesungenen Responsen. Die moderne Synagoge, auch die orthodoxe, hat nur Chorgesang, gemischten oder Knabenchor. Das Bedürfniss für den Gemeindegesang hat sich durch zwei Faktoren herausgebildet; erstlich dadurch, dass durch den ChorgeBang die Gemeinde zur Theilnahmlosigkeit verurtheilt ist. Theilnahmlosigkeit aber ist das Grab des Gottesdienstes, sowohl was Bestand, als Erfolg und Wirksamkeit anbetrifft. Die Vereinfachung, des Gesangs durch einstimmigen Gemeindegesang — wie ein solcher im vorliegenden Falle angestrebt wird — ist daher auch nach dieser Richtung bin eine rettende That. Die Allgemeine Zeitung des Judentbums, Leipzig 1881, Nr. 7: Die Herren Liebling und Jacobsohn haben es versucht, ein Gemeindegesangbuch herauszugeben, und wir müssen, gleich zu unserer Freude bekennen, dass dieses trotz des ausserordentlich billigen Preises das beste und umfangreichste Gemeindegesangbuch ist, welches uns zu Gesicht gekommen. Die Herren Herausgeber haben unserer Ansicht nach das Ziel, das sie sich gesteckt, vollständig erreicht. Das Buch enthält im ersten Theil Gesänge für שנת, im zweiten für שלש רנלים, im dritten filr םי0ח נזראיס und im Anhang, oder besser im vierten Theil, deutsche Gesänge. Die Herausgeber haben sich von allem Trivialen fern und im Allgemeinen entweder an unsere alten überlieferten Melodien oder an die bewährter Synagogenkomponisten gehalten, und daran haben sie recht gethan. Möge das Buch eine recht weite Verbreitung finden und 80 alle unseren Gottesdienst verunzierenden Melodien verdrängen, da sich viele fremde, ungehörige Gäste bei uns einzubürgem gesucht haben und dieses Uebel noch immer fortdauert. Der Jüdische Cantor, Bromborg 1880, Nr. 47: Wir begrüssen dieses schätzenswerthe Unternehmen, womit einem längst gefühlten Bedürfnisse abgeholfen wird, auf’s Freudigste. Fragen wir uns vorerst: welches sind die Faktoren, die in erster Reihe massgebend bei der Einführung des Gemeindegesanges sind? so ist die Antwort: Einfachheit in Form und Styl, Melodienreichthum und das Treffen einer Tonart und Tonhöhe für jede Stimmgattung. Was dem Gemeindegesange die sicherste Stütze gewährt, das ist und bleibt die Orgelbegleitung, die mit Leichtigkeit den vorliegenden Nummern beigefügt werden kann. Nach eingehenden Studien sei mir über das Werk Folgendes gestattet: Schon der Titel ״Schul- und Gemeindegesangbuch“ charakterisirt in trefflicher Weise die Tendenz desselben. Ich lege auf das Schulbuch den Hauptton, denn nur aus der Schule heraus ist Heil für die Zukunft zu erwarten. Hat die jüdische Schuljugend unsere alten Gesänge gelernt, so wird der Gemeindegesang sich schon von selbst entwickeln. Das Inhaltsverzeichniss umfasst 289 hebräische und 26 deutsche Nummern. Wir finden darunter die Compositionen von Sulzer, Lewandowski, Deutsch und Weintraub geschickt verwerthet. Unter den hebräischen Gesängen verdienen ganz besonderes Lob die Nummern 1, 2, 9, 17, 19, 28, 24, 25, 26, 30, 33, 48, 51, 54, 84, 101, 179. Die Recitative für den Vorbeter enthalten Gediegenes und gereichen den bewährten Cantoren Liebling und Jacobsohn zur Ehre. Dieselben sind streng im Takte gehalten und mit Verständniss durchgearbeitet. <

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