Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 10 (1881)
- Issue
- No. 21. (25.5.1881)
- Date
- 1881-05-25
- Page
- Seite 83 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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83 — es consecutivum nennen und dadurch mehr verwirren ן als aufklären. Bemerkt wird überdies, dass der Ton häufig, wenn auch nicht immer zurücktritt, und zwar weiter nach vorn (p 89 A). Der Grund hiervon ist nach Driver das präfigirte) mit darauf folgendem Dagesch Cp• 93)• Dass die Zeitfolge im biblischen Hebräisch nicht stets beachtet wurde, sagt schon Talmud und Midrasch mit den Worten אץ מוקדס ומאוחר בתורה (Driver p• 100) Das harte Urtheil, da«־s Driver über jüdische Grammatiker des Mittelalters fällt <p. 107», ist nicht gerechtfertigt, denn Männer wie Ihn Gannch, Ihn Esra 11. a. haben das Arabische stets in den Bereich ihrer Betrachtungen gezogen Doch behalten wir uns die nähere Erörterung dieser Frage vor. Eine eigene Erklärung des Verses 15, Psalm 49, wird uns gegeben (p. 11): כצאן לשאול שתו מות ירעם וירדו ״ בם ישרים לבקרden Schafen gleich sind sie bestimmt für den Sche’ol, während der Tod ihr Hirt ist; und am Morgen herrschen bereits die Rechtschaffenen über sie.“ Anmerkung 1 Seite 111 bemerkt Driver, dass nach Exodus, Jesaja 37, 36, Job 27, 20 der Tod seine Mission in der Nacht vollführt. Jedenfalls ist es eine recht sinnige Erklärung dieses schwierigen Verses Geschickt und interessant zusainmengetragen ist Caput VII über die Accente (טעמים ,נגינות) p. 121-136. Caput VIII handelt vom Perfectum mit waw und datauf folgendem Dagesch p. 137—185 Caput IX bespricht das Perfectum und Irnperfectum mit schwachem waw von p. 185—192. Caput X bespricht eingehend das Participiurn. Von p. 193—202. Caput XI beschliesst die hypothetischen Sätze. Als Anhang erhalten wir I. eine Behandlung der Umstandssätze (p. 224—240). II. Ueber den Gebrauch des Jussiv (p. 240 — 248). III. Ueber das Arabische als Illustration zum hebräischen. Ein höchst lehrreicher Aufsatz, der nach dem was Driver hier mittheilt, beim Leser den Wunsch entstehen lässt, die Arbeit von ihm vervollständigt zu sehen. Hinzufügen wollen wir nur, dass das Grimm’sche Lautgesetz bereits uls nicht 11 n 11 m st Ö8s 1 ich nachgewiesen wurde und ein solches sich schwerlich in den semitischen Sprachen finden dürfte. Der IV. Appendix handelt über die Apposition im Hebräischen, anknüpfend an Prof. Fleischers Arbeit: Ueber einige Arten der Nominal-Apposition im Arabischen und an Phillppi’s status constructus. Der V. Appendix endlich handelt: 1) vom Unabhängigkeils• satze, 2) über den Gebrauch des Infinitiv mit Lamed und 3) über die Wortstellung — Zur Entstehung der Etymologie des Lamed (p. 302) verweise ich Driver aut die interessante Arbeit Notes de grammaire juddobabylonienne par Israel Ldvi in der Revue des dtudes juives p. 212—221, und auf die jüngst erschienene Grammaire syriaque par Duwal. In Bezug auf das ל sagt Ldvi (p. 210): On est donc contraint de penser au ל qui entre dans la composition de la particule optatif לוי ,לו en syriaque, הלואי en juddo-aramdenne, la en arabe. Dus ל hängt etymologisch mit dem Wunschpartikel לן im hehr,, לוי im syrischen, הלואי im jüdischaramäischen, la im arabischen zusammen.) Index I ein sachliches Verzeichniss, Index II alle im A. T. behandelten Stellen. Drivers Buch muss von jedem, dem das Studium der hebräischen Sprache und eine richtige Bibelexegese am Herzen liegt, studirt werden und es wird die Mühe reichlich lohnen. Unangenehm berührt nur das Eine, dass Driver manchmal mit der Septuaginta liebäugelt, über deren Unzuverlässigkeit seit den gründlichen Forschlingen des verewigten Zacharias Frankel doch kein Zweilei mehr walten kann. Dr. M. Grünwald. קהלת, מאכרים ושירים כסופרים נודעים לשם♦ So lautet der Titel eines von den Herausgebern des ״Hatneliz“, den Herren Zederbaum und Dr. Goldenblum herausgegebenen reichhalfigen hebr Kalenders für das Jahr 5641. Die ersten 24 Seiten bilden den Kalender, in welchem neben der Datumangabe nach dem alten Styl auch die. hei uns übliche nicht fehlt. Der erste Aulsatz, צער גדול בנים, behandelt mit der bei Herreu Zederbaums Arbeiten stets bemerkbaren Wärme, Schärfe und Klarheit die vrrgebliehen Versuche zur Hebung des russisch jüdischen Schulwesens und gipfelt in gut gemeinten, doch schwer durchführbaren Vorschlägen, das Chederwesen nicht auszurotten, sondern zu modificiren, umzubilden und unter Einführung des Selfgougouvernemeots — Schulvorstände aus dem Schoosse der Gemeinde sollen die Aufsicht führen — zu Bildungsmitteln zu machen. Culturhistorisch interessant ist die Berechnung der 8'aatlicherseits für das jüd Schulwesen von 1863—78 geleisteten Ausgaben, die durchschnittlieh 250,000 Rubel jährlich betrugen und zum grössten Theile aus der Lichtsteuer gezogen wurden. Weitere 14 Seiten besprechen Maimonides' Verhältniss zu Aristoteles und ev/cisen, dass Maimonides nur in Physik und Logik den Aristoteles als Führer anerkennt, in Metaphysik dagegen ihm entgegeniritt. Die nächsten 8 Seiten bringen ein AutenstUck aus der letzten Zeit des ״Waad der 4 Länder“ (1764), das iin Ganzen weder viel historische Ausbeute noch Interessantes bietet, von Harkavy. Den leichteren, belletristischen Theil bildet: ,ולא ביד חוקר, eine anmuthige Schilderung zweier trostlosen Ei Ziehungsresultate, von Gordon, wobei der Gedanke durchgeführt wird, dass Ueberlastung des Kindes den Geist verwirrt oder verdummt Die literarische Polemik in 'צרכי עטנו וג erscheint uns nicht am Platze, während die drastische Entlarvung eines M0808 Rosenson, der in einem Buche דברי שלום oder משפט הקבלה (ed. Wilna) unter kabbalistischer Form christliche Mission betreibt, in dem Artikel מגלה סוד eben in dem Kalender recht wirkungsvoll wird. Herr Broda will seine Gedanken Uber den Militärdienst nicht übersetzt sehen. Fürs Ausland haben sie auch keine Bedeutung. Die Erklärung einiger Hagada’s durch Zederbauin, Lieder und Gedichte, sowie je e'n Brief von Letteris, Schalom Cohn und Pinsker beschliessen diesen reichhaltigen Kalender, dem wir seines reichen und zumeist geschickt gewählten Inhalts wegen weite Verbreitung in Polen, Russland und dem Orient wünschen. Dr. Lew in. Tietz, Dr. Herrmann. Das Buch der Elegieen, metrisch übersetzt und mit einem hebräischen Commentar, Sichron Jehuda genannt, versehen. Sclirimm 1880. Selbstverlag. Aus den Commentaren Raschi's, Ibn Esra's und neuerer Biuristen hat der Verfasser die angemessensten Erklärungen ausgesucht und ziemlich geschickt zusammengestellt. Trotzdem er sich in Bezug auf das Verschweigen der Quellen auf das Beispiel von Jacob Lissa und Nachmanides stützt, so wäre es am Ende doch besser gewesen, er hätte für jede Erklärung den Autor genannt, um die Controlle zu erleichtern und für eigeue Notizen Anerkennung zu gewinnen. Nichtsdestoweniger wird dieser Commentar und besonders die Erläuterung der grammat. Formen dem hebräisch lernenden Laien viel Belehrung und auch Befriedigung gewähren. Nur mit einem Theile seines Werkes hätte der Verf. uns lieber verschonen sollen, mit der metrischen (?) Uebersetzung. Man kann ein sehr grosser Gelehrter sein und durchaus unbefähigt als Dichter, aber man muss als Gelehrter Einsicht genug besitzen, sich nicht als Dichter blosszustellen. Wjr sind wahrlich gegen aufstrebende Talente