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Das jüdische Literaturblatt · 1881-05-11 · No. 19. (11.5.1881) · p. Seite 75

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 19. (11.5.1881)
Date
1881-05-11
Page
Seite 75 (sequence 3)
Language
German
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— 75 — pg. 78 : מ"כ steht händeringend vor diesen räthselhaften Worten, hält sie für arabisch und vermag sie nicht zu deuten. Neubürger*) enträthselt dieselben in sehr ansprechender Weise und giebt sie wieder durch die griech. Worte: xovr'Y*ov soiapta. i^r’^ouv aiv jjTtaföapo03 .׳ otcoxTct׳. sftr.pAvTo ״er (Gott) täuschte die Jagd (Jäger) auf eine grosse Weise; sie (die Aegypter) stellten zwar nach, aber die albernen Verfolger wurden gefangen.“ pg. 85. P(ausibel sind auch dort die zum Theil verstüminelten, nichthebräischen Worte wiedergegeben mit: ■/.׳x/r, 'ir׳מ/־1<׳1ן :!י> ,fort mit dir, du alte Sünderin, steige herab, 0 Buhlerin.“ pg. 94. אדינון ist wohl das griech. r׳?i;. r;?j. — Diese Arbeit reiht sich würdig ihren Vorgängerinnen an und können wir sie auf das Angelegentlichste empfehlen. Dr. Immanuel Deutsch. הואיל משה ספר תהלים מבואר עברית מלאכת משה יצחק א שבנוי ס״ט איש טריאסטי. (Hebr. Commentar zu den Psalmen von M. J. Aschkenasi in Triest.) Livorno. Der Verfasser obengenannten Psalmencommentars hat uns hier eine Frucht seiner Studien und Erörterungen, welche er mit drei würdigen reifen Schülern angestellt hat, in einer Form und Sprache geboten, welche uns sowohl durch ihre Klarheit und Durchsichtigkeit als ihre Einfachheit und Bescheidenheit, als insbesondere durch die sprachwissenschaftlichen Grundlagen der Exegese und das reine, ungekünstelte und ungemischte Hebräisch an die besten Erzeugnisse unserer exegetiscnen Literatur erinnert. Bei aller Treue gegen die traditionelle Auffassung und die alten hebräischen Exegeten hat der Verfasser nach seinem eigenen Bekenntnisse Forschungen Christlieber Erklärer geprüft und benutzt und neue Gesichtspunkte über die Abfassungszeit und Ursache einzelner Psalmer aufgestellt. In der Einleitung erörtert er die Fragen über die Namen der Psalmendichter, die Tendenz der Psalmensammlung, den Namen der Sammlung und die Bezeichnung der einzelnen Psalmen, die Namen Uber die musikalischen Instrumente und die Methode 6einer eigenen Exegese. In dieser selbst liebt es der Verfasser besonders den masorelischen Text zu halten, seine Dunkelheiten sowie die präcise Auffassung einzelner Wörter und Sätze durch eingehende etymologische Prüfung aufzuhellen und darzulegen. Besonders wohlthuend ist die Fernhaltung waghalsigerEinendationen und historischer Tifteleien. Wo die zarte Poesie in ihrer duftigen Hülle bestimmte historische Anhaltspunkte nicht gibt, unterlässt er es, feststellen zu wollen, wann, wo und wer den Psalm verfasst habe. Durch feine grammatische Beziehungen versteht er es, manchen Satz logisch zu erhellen und so die Freiheit und den Schwung der dichterischen Diction in prosaische klare Formen zu bringen. Soweit Refer. die exegetischen Bemerkungen geprüft hat, hat sich allerdiugs auch manche Behauptung gefunden, die Ref. nicht aufrecht erhalten möchte. So ist z. B. die Etymologie von אחלי S. 1, dass es synonym zu אשרי und gleiche Bildung habe, also von ,חיל חולי komme und das ״irdische Heil“ bezeichne, kaum zu billigen. Denn אחלי findet sich in dem Thenach als Conjunction des hypothetischen Optativen Vordersatzes, dem ein Nachsatz mit אי folgt. Daraus geht hervor, dass אחלי seiner Zusammensetzung nach mit אלולי ,לולי אולי zu vergleichen ist und aus אח und לי besteht. אח ist aber (wie האח) eine freudige Interjection und in Verbindung mit dem conditionalen לי ist es gleich: 0״ wenn doch“ (Jes. 45,16; P8. 35,21, 25.) Schon in Gesenius’ Wörterbuch (Leipzig 1877, Mühlau & Voelk) «t darauf hingedeutet. Ebenso ist die Etymologie von ה3יי S, 3 als ״entfernen, mit Mühe ausscheiden“ recht *) Vgl. dagegen J astro w inGrätz׳ Monatssclir.!881 p. 176.(R.) auffällig Das sich, wie S. 2 behauptet wird, bei allen biblischeu Verboten nur das Wort לא und nicht אל angewendet findet, ist gewiss nicht richtig; denn es heisst אל תחל את בתך (Lev. 19,4, 29), ferner אל תפנו אל האבות, ferner אל תבקשו לטמאה בהם, ebenso אל תמר בו. Wünschenswerth wäre es gewesen, wenn der Verfasser noch mehr Sorgfalt auf die Darstellung der Gedankenkette, des ganzen Psalms verwendet hätte. Doch verfehlen wir nicht, zum Schlüsse das Buch der besonderen Beachtung aller Freunde der hebräisehen Literatur zu empfehlen. Dr. Krön er. Salfeld, Dr. S. D a s H 0 h e 1 i e d S a I 0111 o’s bei den jüdischen Erklärern des Mittelalters. Berlin, Jul. Benzian. Wir haben hier ein Werk eigentümlicher Art vor uns, eine Zusammenstellung aller Erklärungen Uber das biblische Buch: das Hohelied Salomo’s. Bekanntlich zählt dieses biblische Buch zu den literarischen Erzeugni8sen späterer Zeit, an welchem schom früh Kritik geübt worden ist. Es wurde eine Discussion darüber eröffnet, ob das Hohelied in ,den heiligen biblischen Kanon aufgenommen werden könne, und eine energische Opposition machte sich hiergegen geltend, welche das Buch vom profanen Geiste diciirt erachtete und als oretisches Gedicht auffasste. Dieser Auffassung gegenüber machte sich zur Rettung des Buchs für den biblischen Kanon und den religiösen Charakter die allegorische Erklärung und mystische Deutung herrschend, welche sich schon früh der Synagoge -und Kirche bemächtigte Diese stellte Gott als den Bräutigam und die religiöse Gemeinschaft, Synagoge und Kirche, als Braut hin. Hiermit trat man auch nicht einmal den herrschenden Anschauungen entgegen, denn der heidnische Cultus, welcher auch in Israel eingedrungen war, stand den sexuellen Verhältnissen zwischen den Göttern und den Menschen nicht fern, und bei der Bekämpfung dieser Anschauung durch die Propheten wurde deshalb Gott als der Gemahl und Eheherr Israels, Israel als verlobte Braut und Eheweib Gottes hingestellt; Abfall von Gott, Hinneigung zum heidnischen Götzendienst galt als eheliche Untreue, ward als Buhlerei (זנות) bezeichnet und war solche. Aber auch abgesehen von dieser allegorisch-mystischen Deutung ist iin Gegensatz zur profan-erotischen Auffassung die religiöse Tendenz der Dichtung festzuhalten, indem darin die unwandelbare Treue der israelitischen Jungfrau gegen ihren Geliebten geschildert wird, welche sich selbst durch königliche Verlockungen nicht verführen und irre machen lässt. Theils durch diese kritische Bekämpfung, theils durch diese verschiedenartige AHslegung ist daher das Hohelied von der frühesten Zeit an bis auf unsere Tage ein viel gedeutetes Buch geworden. Sehr interessant ist es darum in dem angezeigten Buche des Dr. Salfeld, jetzigen Rabbiners in Mainz, die Geschichte der Commentirung des Hohenliedes vor uns zu haben. Obwohl der Verfasser nur von den Erklärern des Mittelalters sprechen zu wollen vorgibt, berührt er doch schon die ersten Deutungen, Targum-, Midrasch- und andere Erklärungen der vormittelalterlichen Jahrhunderte. So dankbar dies aber auch anzuerkennen ist, so sehr bedauern wir, dass die geschichtlichen Forschungen über die Commentirung des Buches nicht bis in die neueste Zeit fortgesetzt und auch auf ausscrjüdische Erklärer ausgedehnt worden sind, um die ganze bezügliche Literatur vollständig vor uns zu haben. Dann hätte der Verfasser sich vielleicht auch veranlasst gesehen, einen wissenschaftlichen Ueberblick hinzuzufügen und nicht blos die Resultate der Erklärung zu geben und das Facit der Rechnung nach eigner Ansicht zu ziehen. Wohl treten eigene Anschauungen des Verfassers an einzelnen Stellen hervor, aber

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