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Das jüdische Literaturblatt · 1881-03-30 · No. 13. (30.3.1881) · p. Seite 52

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 13. (30.3.1881)
Date
1881-03-30
Page
Seite 52 (sequence 3)
Language
German
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Worte, das ״geschoren“ bedeutet, erklärt. Uns gemahnt j es an das in den Ostländern gebrauchte Chamball Esel. Der Brief selbst ist ein literarischer Ulk. Ein reichhaltiges bibliographisches Register, das später über alle Länder ausgedehnt werden soll und einige llecensionen beschliessen den reichhaltigen Band, desseu Nachfolgern wir wünschen: ועלית מעלה מעלה• Coblenz. Dr. Lew in. Ilorowitz, Ch. M. Sammlung kleiner Midraschim, erster Theil. Nach seltenen Handschriften und Druckwerken mit Varianten, Parallelstellen, Anmerkungen und kritischen Einleitungen. 80 S. u.XII. Berlin 1881. Selbstverlag, ln Commission bei J. Kauffmann in Frankfurt a. M. und B. Bär in Berlin. Der Herausgeber dieser Midraschsammlungen hat sich schon durch mehrere Aufsätze im ״Hamaggid“, so wie durch eine grössere Arbeit in der hebr. Zeitschrift ״Beth Hatalmud“ von Weiss und Friedmann vortheilhaft bekannt gemacht. Derselbe hat, wie er in der Vorrede sagt, eine kritische Ausgabe des פרקי דר' אליעזר nach 16 Handschriften mit Commentar, über 70 Bogen stark, druckfertig. Er hat seinen Aufenthalt in München •־enommen, um die Handschriften in der dortigen Bibliothek zu studiren, und auch mehrmal zu dem Zwecke die Bibliotheken Italiens besucht. Daselbst habe er nun eine grosse Anzahl unbekannter Midraschhandschriften gesehen und diejenigen, welche zu den פרקי דר' אליעזר in Beziehung stehen, hat er ausgewählt, um sie in zwei Theilen zu veröffentlichen. Der vorliegende erste Theil enthält folgende Stücke: 1) פרק דר׳ אליעזר בן הורקנום nach einer Handschrift im Britisch-Museum in London; 2) מדרש יונה in drei Recensionen, a) nach der Hsch. de Rossi in Parma, b) nach dem gedruckten מדרש יונה, c) nach Jalkut. 3) אגדת קרני ראמים nach der ersten Ausgabe des En Jacob Salonichi (1516); 4) מעשה אברהם אבינו nach der Ausgäbe von Constantinopel (1519); 5) מאמר עשרת מלכים nach בראשית רבתי von R Moses Hadarschan. 6) מדרש מגלת אסתר nach der ersten Ausgabe Constantinopel; 7) אגדה מספר המעשים nach einer Münchener Handschrift. Einem jeden dieser Midraschim schickt der Verf. eine Einleitung voraus, in welcher er sich über die Hand- Schriften und Ausgaben, sowie über Verfasser und Zeit desselben ausspricht. In der Einleitung zum ersten Stück weist er nach, das der Midrasch פרק דר׳ אליעזר durchaus verschieden ist von den פרקי דר׳ אליעזר, dass aber der wesentliche Inhalt diesem entnommen sei, doch könne über den Verfasser des Stückes und die Zeit der Abfasssung nichts Bestimmtes gesagt werden. Zum zweiten Stücke bemerkt der Verf., dass die drei Recensionen des מדרש יונה von drei Verfassern herrühren, dass die Handschrift de Rossi älter sei, als die beiden anderen, dass deshalb der Vorwurf, den Zuuz (G. V. 270 i) de Rossi macht, unbegründet sei. Während das erste Stück eine Agada zu ראש השנה ist, ist der מדרש יונה eine אגדה zu 'מנחה יום הבפ und demselben Zwecke war die folgende אגדה קרני ראם bestimmt, welche Art von Vorträgen sehr alt sei (z vgl Freudenthal, Jahresbericht des Seminars 1860, S. 36). Alle wiesen auf פרקי דר״א zurück. In der Ausgabe des עץ יעקב, wo sich das Stück אגדה קרני ראם befindet, sei die Ueberschrift ירושלמי eine irrthümliche. Bezüglich des Stückes מעשה דאברתם אבינו wird auf Jellinek Beth Hamidrasch II und I rankeis Monatsschrift 1853 verwiesen und ausführlich über den Verfasser des ספר הישר gehandelt. Doch lasse sich Genaues über die Abfassungszeit und den Verfasser dieses kleinen Midrasch nicht feststellen. Der מדרש מגלח אסתר sei sehr selten, so dass er Zunz unbekannt geblieben und Jellinek, der ihn erwähnt, auch nicht gesehen habe. Der Herausgeber vermuthet. dass der Verfasser dieses Midrasch im 13. Jahrhundert in Egypten oder Arabien gelebt habe. Er spricht dann von den Quellen desselben mit grosser Gründlichkeit. Das letzte Stück betreffend אגדת מספר המעשים berichtigt der Verf. den Irrthum des früheren Herausgebers Taussig, der diese Agada unter dem Titel אבות דר׳ נתן שהובא מארץ ישראל bezeichnet. Wir sehen aus diesem kurzem Referat, mit welcher Gründlichkeit der Herausgeber seinen Gegenstand behandelt. Den Text der Midraschim hat der Herausgeber unverändert abgedruckt, aber unterhalb des Textes sind theils Parallelstellen, theils Varianten, Emendationen, theils Erklärungen gegeben, die von grosser Vertrautheit mit der Midrasch-Literatur zeugen. Oft. wird auf das herauszugebende Werk פרקי ר׳ אליעזר verwiesen Von den Erklärungen ist Referenten aufgefallen, dass S. 4 Anm. 4 עילום von ״ עולםEwigkeit“ hergeleitet und mit Ewigkeit übersetzt wird. Es kommt von עלם ״verborgen sein“, davon עלם «der unentwickelte Knabe1‘ und עלמה, also ״ עילוםUnerforschlichkeit, Unergründlichkeit“.*) S. 9 wird für דיי אנו לו emendirtמודים אנחנו ^־. Referent glaubt, dass die LA. im Texte die richtige, sei. Der Sinn ist: Es ist uns genug von Dir, wie דיינו, welcher Sinn aus dem Folgenden nolhwendig hervorgeht; ״Dennoch (obwohl es Euch genug ist) will ich Euch noch mehr sagen “ Hervorzuheben ist noch der schöne hebräische Styl des Verfassers, so dass er im Bewusstsein seiner Fertigkeit darin für die hebr. Sprache eine Lanze einlegt. Möge der Herausgeber den zweiten Theil bald folgen lassen und möge er durch Verbreitung dieser Bücher in den Stand gesetzt sein, sein grosses Werk פרקי דר׳ אליעזר herauszugeben. Wir würden aber dem Verfasser 1-athen, die Realisirung seines Wunsches, den alle Freunde der jild. Wissenschaft mit ihm (heilen werden, sich dadurch zu erleichtern, dass er erst den Text mit Varianten herausgiebt, und diesem die grosse Einleitung und andere Zuthaten folgen lasse. — Die Ausstattung des Buches ist gut. Zuckermandel. Weissinanii, A. S. Chajim Prostak. Histor. Erzählung aus der Entstehungszeit des Chassidismus in der zweiten Hällte des 18. Jahrhunderts. Verlag von Robert Friese, Leipzig. Preis 1,50 Mk. So wenig es im Judenthum Dank dem Mangel an fixirten Dogmen zu einer eigentlichen Sektenbildung gekommen ist, so vielfach sind doch Auswüchse und Abirrungen von dem ruhigen Gang der geschichtlichen Entwickelung der reinen Gotteslehre zu verzeichnen. Beruhen diese Abweichungen auf geistige Speculation. mag diese auch noch so sonderbar und verkehrt erscheinen, so werden sie doch noch immer ein gewisses geistiges Gepräge an sich tragen, entstammt der Jrrthum aber der Unwissenheit, der schlauen Dummheit und der sinnlichen Begier, dann wird das missgestaltete Kind seine hässlichen Eltern nicht verläugnen, Eine solche Missgeburt unter den herrlichen Erzeugnissen des Judenthuirs bildet der slavische Chassidismus. Geburt und Jugend dieses Cretins beschreibt der Verfasser in der zuerst im Feuilleton der ״Isr. Wochenschr.“ erschienenen Erzählung. Die Kunst des Autors kann uns über die widerlicher! Eindrücke, die der Chassidimprophet Beseht und seine unsaubere Gefolgschaft auf uns machen, nicht hinweghelfen, immer wieder auf jedem Blatte der anziehend und spannend geschriebenen Novelle fragen *) ln diesem Sinne gebraucht'!» auch der Verf. des ״Nessanne tokef*: ואין לפרש עילום שמך (Sachs: uicht zu enthüllen ist das tiefe Geheimniss deines Namens). (Red)

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