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Das jüdische Literaturblatt · 1881-03-09 · No. 10. (9.3.1881) · p. Seite 39

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 10. (9.3.1881)
Date
1881-03-09
Page
Seite 39 (sequence 3)
Language
German
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— 39 — Herr Dr. Berliner hält 68 für Perfectum. Das wäre jedoch gegen die Halacha; denn wenn der Herr die Sklavin für sich bestimmt hat, d. h. nachdem der עוד" geschehen, ist sie seine rechtmässige Frau, Auslösung ist nicht mehr statthaft, nur Trennung durch Scheide• brief. Herr Dr. Berliner sagt ferner : ״Wäre es Futurum, müsste es דיקימינה heissen * Hierauf ist Folgendes zu bemerken: Das Futurum mit Suffixum findet man häufig ohne Nun epentheticum und zwar zuförderst als Bezeichnung des Conjunctiv. Hier ist der Sinn: ״Wenn es missfällig geworden in den Augen ihres Herrn, dass er sie für sich bestimme* oder nach Raschi: ״die er hätte für sich bestimmen sollen.* Fernere Beispiele: בכסף מלא יחננה לי G. 23,9. 0. יתנה לי (ed. Sab. und Münchener Hdschr. I) Massorah parva S. 76: יתנה יפה. Conjunctiv: ״Für volles Silber gebe er es (das Feld) mir.“ N. 23,8. ״ מא אילוטיה רלא לטיה % מא איתו־כיה וגו׳Wie könnte ich es verfluchen — verstossen.“ D. 21,11. ״ ןתתרעי בה ותיפבה לך לאיתוDu wirst sie sie begehren, sie zur Frau zu nehmen.“ Sie kann erst seine Frau werden, nachdem sie in seinem Hause dreissig Tage ihre Eltern in vorgeschriebener Weise betrauert hat D. 30, 12 und 13. ״ ויפבה לנאdass er sie (die Lehre) uns hole.“ Jes. 8, 20. לית ליה מן דישחר ויבעיהי (Cod. Reuchl. ed. de Lagarde) ״Niemand ist vorhanden, der suche und es verlange.“ — Das Nun epentheticum ist ferner ausgelassen, wenn eine andere Handlung die betreffende Handlung involvirt. D. 25,5. דפבה ליה.0 ,יבמה יבא עליה ולקחה לו לאשה (Durch diesen Akt allein (בביאה) wird sie seine Frau (קדושין פרק א׳ א׳) , N. 14, 8. .0 ,והביא אתנו אל הארץ הזאת ונתנה לגו מתנה לנא (dadurch, dass Gott sie in das Land bringt, giebt er es ihnen). E. 13, 11. ונתנה לך liest nur ed. Sab. correct: *P רועה.. Desgl. L. 20.24 אתננה ed. Sab. איתנה. D. 30, 5. ותירתה .0 והביאך ־ ־ ־ וירשתה (inallen Ausgg.). Desgl. D. 26,1. ותיךתה.0 ״נתן לך נחלה וירשתה. Es dürften sicherlich noch viele dergleichen Stellen in den Targumim sich vorfinden. Obige Bemerkungen sollen nicht als feste Regeln gelten; mögen sie grösseren Sprachforschern Anregung geben, den Gegenstand genauer zu präcisiren. E. 30, 1. Massorah magna S. 43. פיטן מדבחא לאקטרא ־ אהרן לאפקא bezieht sich auf: E. 30, 1 bei מרבחא לאקטרא טובח מקטר קטרת קטורת בוסמין und auf: N. 17,5 bei לאם קא קטורת אהרן הוא להקטיר קטרת Diese Massorah, in der nur die beiden Infinitive angeführt sind, soll ausschliesslich darauf hinweisen, dass bezüglich des Räucherwerks allein in N. 17, 5. י .לאסקא להקטיר Ini Hebr, ist das verb. קטר gebräuchlich sowohl bezüglich der Brandopfer als auch des Räucherwerks. Unkelos und Jon. zu den Propheten setzen קטר nur bezüglich solchen Räucherwerkes, das als an heiliger tätte in gebotener Weise darzubringen oder dargebracht erwähnt ist und zwar: Im Pentateuch, E. 30,1. ־־־• JO, 7 (2 mal) — 30,8 und 40, 27•, in den Propheten 1. Sam. 2, 28 und 1. Kön. 9, 25. — Bezüglich er Brandopfer und in sündhafter Weise dargebrachen Räucherwerks ist אסיק קטר, das dem hebräischen העלין entspricht. Dies ist der Grund, weshalb N. 17,5, woselbst das Darbringen von Räucherwerk Seitens eines Nichtpriesters als sündhaft verboten wird, להקטיר לאסקא• Desgleichen in den Propheten, in denen ausser 1. Sam 2,28 und 1. Kön. 9,25 nur von sündhaftem Räuchern die’jRede ist, stets אסיק קטר. Ausnahmsweise ist in ויעל על המזבח להקטיר» l. Kön. 12,33 und 1 עמד על הטובח להקטיר• Kön. 13,1. «= להקטיר לאקטרא« obgleich auf Götzendienst bezüglich. Der Grund dürfte sein, weil bei עמד על המזבח *er stand auf dem Altäre“, ״ לאסקאhinaufzubringen“ nicht gesagt werden kann. Die Opferstücke mussten bereits hinaufgebracht sein, oder von Anderen hinaufgereicht werden. Beim vorhergehenden Verse mag des Gleichlauts wegen לאקטרא gebraucht sein; לאסקא wäre daselbst auch eine Tautologie, weil bereits ואסיק und וסליק im Verse Vorkommen. Berichtigung. In Nr. 51 des Jüd. Literaturbl. v. v. J. ist durch das Fehlen einer Zeile im Manuscript eine Reihe von Worten ausgefallen. Auf S. 202. Sp. 2. Z. 12 u. 13 ist statt ״Bezeichnung des Decalogs (Exod. 20,3)“ zu lesen: ״Bezeichnung des Dacalogs, oder אחרי' לא יהיה' Andeutung für die Stelle לא יהיה לך אלהים אחרים (Exod. 20,3)“. Literaturbericht. Btctiilun. Revue des dtudes juives, publication trimestrielle de la soci6t6 des 6tudes juives. Nr. 2 Octobre-Decembre 1880. Paris, Ca la socidtä des dtudes juives, rue saint- Georges 17. 260 S. Lexcf. Das erste Heft ist uns nicht zugegangen, was der reiche Inhalt von Nr. 2 uns um 80 mehr bedauern lässt. Die Verbindung tief eingehender Forschung mit leicht gefälligem Stil und einer allgemein verständlichen Darstellung prägt fast allen diesen Aufsätzen den Sternpel einer edlen Popularität auf, wie sie von den jüdisehen Gelehrten Deutschlands unser Graetz in meister* hafter Weise erreicht hat. Der Forscher und der Schriftsteller leisten Beide gleich Grosses und Bedeutendes, Keiner wird der dienende Handlanger des Andern. Diese Weise der Darstellung muss Jedem Etwas bieten. Der Gelehrte findet Bestätigung seiner Ansichten, oder geistvolle, wissensreiche Bekämpfung derselben, der Laie wird in angenehmster Weise mit den Resultaten der Forschungen auf einem verhftltnissmässig unbekannten und doch so reiche Beziehungen zu den mannigfachsten Bestrebungen und Forschungen der Jetztzeit darbietenden Wissenskrei9e vertraut gemacht. Wir sehen also in dieser Revue eine schätzenswerthe Erweiterung der jüd. Literatur und wollen, hoffend, dass sie in den eingeschlagenen Bahnen fortschreiten werde, ihre Artikel unseren Lesern referiren. Von einer Recension sehen wir im Allgemeinen ab, wobei freilich nicht ausgeschlossen ist, dass wir hie und da Einzelnem auch kritisch uns gegenüberstellen werden. In dem 1. Artikel giebt J. Derenbourg einzelne Notizen Uber Koheleth. Dass der Gerechte für die Sünder leide, ist ein von den Propheten consequent angewandter Grundsatz, der auffälliger Weise weder in Hiob noch im Koheleth acceptirt worden ist. Der Name des letzteren Buches scheint als Adjectiv zu חכמה gedacht zu sein, also etwa ״Populäre Philosophie.“ In würdiger, die wissenschaftliche Bedeutung des Autors hervorhebender Polemik wird die Graetz’sche Hypothese von dem Entstehen des Buches in der Zeit des Herodes zurückgewiesen (sein und Delitzsch’s Leistungen lexicographischer Art aber hervorgehoben), worauf eine i

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