Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 5 (1876)
- Issue
- Nr. 20. (15.10.1876)
- Date
- 1876-10-15
- Page
- Seite 79 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 79 des Philadelphils mit seiner Gemahlin Arfinotz siguriren. (Gräffe, Numismatik Tafel 1 fig. 4.) Wir haben sonach zwei Arsinoö vor uns: die übel beleuiiiundele Mutter des Lagus (Toter), dem die Erinnerung unbequem sein könnte; und die Gemahlin des Philadelphus, der die Namensverivechselung seiner Frau Arstnoö mit der berüchtigten Arsinoö zu scheuen hatte, beide Talmud« streben ein Ziel, aber zwei Richtungen an. Gr. Kanizsa. L ö w p.*) Einige Anmerkungen zu Levita's תשבי♦ Vc׳n Dr. L. Lewy soh», Rabbiner in Stockholm. (Schlnß) ל• Ueber ״ לוהbegleiten" sagt er לשון לויה לא נמצא במקרא s. dagegen Text und Targum zu Koh. 8, 15. — מ. Tie Erklärung Mschi's von ממש durch משש findet L. ׳אינו מחוור allein nach Mussaphia's Nachweis dieses Wortes aus Targ. Jeruschalmi. wo משש mit ממש ident ficirt wird, kann die Nichtigkeit der Erklärung Raschi's nicht bezweifelt werden; die Wortform ist wie מחמ von חטט, der Sinn ist: etwas Fühlbares, Concretes. נ Plausibel ist allerdings der Einwand L.'s, daß נרוניא die Gabe der Frau ist, während ,נרנר (Ezech. 16, 33) die Gabe des Mannes ist; allein der ursprüngliche Begriff des Wortes ist ״geben" wie ׳נחן die Permutation der beide» Buchstaben ist ja bekannt, z. B. תלה .הלה und öfter. Vielleicht hat man hierbei an ckomim, donatio zu denken und das נ ist präformativ wie in vielen Wörtern mit נ, (S. die Lexica über diesen Buchstaben. S. v. נשוי spricht er über die passive Participialsorm des Wortes, wo man doch נושא erwartet hätte; er giebt jedoch keine Erklärung jener Forni; recht interesiant ist hingegen die Erklärung, welche L. Heller (Nedarim c. X. misch. 3) im Nauien seines Lehrers für מטור und im eigenen für אתט und *נשו giebt. ם Eigenthümlich ist L.'s Ordnung der טרריט des Talmuds im Art. טרר; er läßt זרעים vor טהרות und beide vor de'" letzten קרשיט stehen, wohl nur eine Lauile von ihm. ע. Sowohl Levita wie Buxdors übersetzen ברעבר durch כשהדבר כבר נעשה, oder postquam factum est, wohl dem Sinne nach, allein wörtlich muß er heißen עשה, oder fecit, da es nicht participium ist, also wörtlich : ״da er es gethan." Unter Art. עבר sagt er: ולא נבנה ממנו פעל; allein das Verbum ist ja durchaus nicht selten, z. B. Berachoth 19a, עבר עבירה בלילה, Mackot, 248, עוברי רצונו und öfter. | Sollte er nieinen, daß vom nornen עבריין kein Verbum ge- ׳ bildet werde, so ist es ja allegemein der Fall, daß wohl ein! nornen vom Verbalstamm, nicht aber umgekehrt das Verbum j vom nomen gebildet werde. — Während im Talmud (z. B.! Synhedrin 90a,) unter טפרים חיצונים ketzrische Schriften verstanden ivird, benennt Levita damit alle nichtrabbinischcn, : also externen Schriften im Allgemeinen. - (Csr. s. v טבב und (.עלה ם. Unter פגר sagt L. דע כי כל לשון פנר לא נמצא רק אל פגרי אנשים רשעים לכן אין מזכירין זה הלשון רק אל מיתת רשעים, allein wie erklärt man da Gebetssorm?מ״נ לפנריט מתים צ Ueber צדק sagt L. ולפי לשון המקרא אין הפרש בין צדק לצדקה רק שזה לשון זכר וזה לשון נקבה• Wie bekannt, bedeuten die Feminialnomina umfaffender, allgemeiner als die nom. gen. masc. z. B. משען Krücke, משענה Stütze u. a. m. Speciell unser Wort betreffend sagt Bensew im *) Vertasser danlt der löbl. Redaktion sür die Inschutznahme gegen den Correspondenren der Z. d. I. in No. 17 dieses Journals. Das Prädikat ״ein gewisser" oder ״ein sicherer" steht vielmehr uns Kaufleuten gut an. — Lexikon:rttf יש־ מחלקים■ בין צדק לצדקה ׳כי הצדק הוא שמחייב שורת הדין והצדקה הוא מצד החנינה והנדיבות ק• In קנוניא (wo L. übrigens die richtige Erklärung Muffaphia's nicht kennt) hat der Correetvr den Druckfehler con—עט mit Patach nicht angeinerkt, es miß mit Ehirek stehen, d. h. mit. ר- Ueber ״ ריאהLunge" sagt L.ואין לשאול למה נקראה ׳ריאה כי אין טעם לשמות גם בעל הערוך לא הביאו vielleicht heißt die Lunge so wegen ihrer iin lebenden Zustande steten Bewegung, welche Bedeutung fim hat. יש Art. שטה spricht L. hart und ironisch ושמעתי מקצת מלמדים אומללים אומרים שוטה בשין שמאלית ואומרים שהיא נגזר מן כי תשטה אשתו והם שוטים גמורים ושטי כזב, ob wohl diese Melamdim au das frairz. 8ot, oder das engl, sottich gedacht haben? ת L. spricht über תקנת was er dem תכנת שבת vorzieht; im Commentar des Machsor ed. Venedig (s. ob. Nr. 46) wird das Wort מלשן ותוכן לבנים erklärt, also dem Sinne nach ״Du hast deffen Zahl (als den 7.) bestimmt", was nrir recht treffend zu sein scheint. Literaturberichl. Recenstoneu. Nadt, Dr. B. Prof. Dr. M. A. Levy's Biblische Geschichte nach dem Worte der heil. Schrift der isr. Jugend erzählt. 5. vielfach verbefferte und zum Theil neu bearbeitete Ausl. Breslau, 1876, H. Skutsch Verlagsbuchhandlung. XII. und 240 S.. 8. Es giebt außer Herxheimers ״Glaubensuub Pflichtenlehre" vielleicht kein zweites jüdisches Schulbuch, das sich einer so weiten Verbreitung zu rühmen hätte, wie das vorliegende. Die zwanzig tausend Exemplare, die sich von den frü- Heren Aullagen in den Händen der israelitischen Schuljugend befinden, sind gewiß das beredteste Zeuzniß für das dringende Bedürfniß, dein der verewigte Verf. nachzuhelfen bemüht gcwesen ist. Des sel. Prof. Levy große Verdienste auch aus dem Gebiete der jüdisch-pädagogischen Literatur, die vor ihm sehr inr Argen lag. sind ja bekannt genug. Fast alle Fächer, welche die Religionsichule lehrt, verdanken ihm tüchtige und brauchbare Lehrmittel, und die Anerkenntnis!, daß gar manches in seinen Schulbüchern der beffernden Hand bedarf, ist keineswegs dazu angethan, sein Verdienst zu schmälern. Wo gäbe es auch ein Buch, zumal ein Schulbuch, das alle Sachverständigen befriedigte! Und aus was für gemischten Elementen ist nun gar der Kreis der Sachverständigen zusammengesetzt, die über eine bibl. Geschichte für die isr. Jugend ein Urtheil haben, oder wenigstens von Amts wegen eines haben müssen! — So hatten sich denn auch beim Gebrauch des vorliegenden Lehrbuchs manche Uebelstände gezeigt, deren allmählicher Beseitigung sich der Herausgeber, ich möchte sagen, mit geschickter Pietät unterzogen hat. Satzgefüge, die über die jugendliche Faffui.gskrast hinausgingen, sind mit leise, Hand beseitigt, und trotzdem der Grundcharacter des Buches und sein Hauptvorzug, die biblischen Erzählungen in möglichst getreuem Anschluß an das Bibelwort zu geben, überall streng sestgehalten wurde, ist die in der früheren Bearbeitung öfter hervortretende Breite der Darstellung möglichst vermieden worden. Eine wesentliche Bereicherung des Inhalts ist gewiß die durch zweckmäßige Kapitelüberschriften angedeutete Uebersicht über den Inhalt der einzelnen Bücher der heiligen Schrift. Auch die gelegentlichen Winke über den gesetzlichen Inhalt des Pentateuchs, z. B. über die Feier der Feste, sind entsprechend vermehrt worden. Freilich ist noch iinmer manches Wichtige — z. B. die Speifegesetze — nur oberflächlich berührt. Jedenfalls aber hat auch jetzt schon durch das Gegebene der geschickte Lehrer hinreichendes Material in der Hand, das er für den Unterricht in der Bibelkunde und der Religionslehre