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Das jüdische Literaturblatt · 1876-10-15 · Nr. 20. (15.10.1876) · p. Seite 80

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
5 (1876)
Issue
Nr. 20. (15.10.1876)
Date
1876-10-15
Page
Seite 80 (sequence 4)
Language
German
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80 trefflich verwerthen kann. Für den Religionsunterricht in höheren Lehranstalten, wo in wenigen Stunden möglichst viel geleistet werden muß. werden diese Andeutungen, wie der Herausgeber im Vorwort mit Recht hervorhebt, namentlich in hohem Grade förderlich sein. Besonders dankenswerth sind die beiden Beigaben, die vr. B. am Ende des Buches hinzugerügt hat. nämlich: 1) die Geschichte der Makkabäerkämpfe, und 2) eine Zeittafel, die über die Hauptereignisie der biblischen Geschichte orientiren soll. Nur hätte er bei Letzterer nicht so streng dem Cassel'schen Handbuch folgen sollen, daß er auch seine offenbaren Fehler mit aufnahm. Pekach führte bekanntlich mit Achas einen Krieg. Levy und Caffel thun beide dieses Krieges Erwähnuilg. Trotzdein starb Pekach (nach den drei ersten Auflagen des Caffel'schen Buches) im Jahre 739, während Achas erst ein Jahr später zur Regierung kam. Und Badt hat den Widerspruch der Zahlen nicht beseitigt. Die Ausstattung läßt nichts zu wünschen übrig; die Correclur hätte allerdings aufmerksamer sein können. Ter Herausgeber hat den löblichen Versuch gemacht, die Tonsilben bei den Eigennamen durch lateinische Buchstaben zu bezeichnen, um der bodenlosen Willkür bei der Aussprache ein Ziel zu setzen. Bei der Durchführung dieser Bezeichnung ist nun vom Setzer gesüildigt worden. — Zwei unangenehme Druckfehler will ich noch berichtigen. S. 188 hat Manaffc nur fünfundzwanzig Regierungsjahre erhalten, während ihm deren sünfundfünszig zukomine», wonach (das.) Ueberschrift und Tex; zu verbeffern sind. In der Zeittafel (S. 238) muß es heißen: 1575 (st. 1775) Mose geboren. Wir schließen mit dem herzlichen Wunsche, daß das Buch in der vorliegenden fleißigen und geschickten Bearbeitung des Herausgebers eine immer weitere Verbreitung und Verwendüng finden möge. B-eslau. vr. Braun. פסקי חלה von Salomon ben Aderet ר״ש״ב״א herausgegeben von N. Koronel in Jerusalem. Der Broschüre sind 2 Responsen von Jacob ben Zahal und eine Abhandlung über den Gegenstand der Broschüre vom Herausgeber selbst beigefügt. Herr Koronel, der sich bereits durch Herausgabe ähnlicher Werke in vortheilhafter Weise bekannt gemacht, hat das ganze Werkchen mit kritischen und erklärenden Anmerkungen begleitet. Die Aechtheit der Broschüre, welche voir den Rabbinen in Jerusalem approbirt und wie in der Vorrede vom Herausgeber nachgewiesen, von Karo Kurkus gekannt,') kann nicht angezweifelt werden, und daher überflüssig, über den Werth derselben zu sprechen. Nur auf eine Stelle in den Anmerkungen des Herausgebers B. 2. S. 2. (11) möchte ich hier aufmerksam inachen. Herr Koronel will die Uebersetzung des משביר חדש welcher ״ אטריןMehlbrei" übersetzt, nicht getten laffen, weil es im Texte des ר״שב״א heißt איטרי שהוא כעין אםקריטץ das Targum zu Exodus 16, 34 aber צפיחית mit אסקריטין übersetzt, welches letztere Herr Koronel wiederunl als ein מאפר. מתוק erklärt, folglich kein ״Mehlbrei" sein kann. Der Versaffer scheint übersehen zu haben, daß bei Aderet ,אטר und אסקריטין nicht gleichbedeutend ist; er sagt vielmehr אטרי שהוא פעיז אטקריטין• Im Talmud Peffachim aber (S. 37) erklärt Raschi letzteres als sehr ,veichen Teig, da kann אטרין immerhin ein ״Brei" sein, der aber dem אטקריטין, welcher schon eine Art Teig, ähnlich ist. Auch ערוך erklärt אטרין als ein מין מאכל zum Kuchen, also eine weiche Masse, während er אטקריטץ als מין חלה נאפה ע״ג גחלים erklärt. Der משביר erklärt das Wort nur sprachlich, ohne Rücksicht auf die Halacha. Auch halte ich die Erklärung des Verfassers der chaldäischen Bocabel אטקריטין mit מאפה מתוק nicht für correct, da das Targum sonst nicht übersetzen würde: אטקריטין בדבש•*) Es ist immerhin zu bewundern, daß Männer, wie Asulai und Jechiel Minsk eine Schrift des ר״שב״א. die zumal von פוסקים angeführt u. gedruckt vorhanden ist, nicht kenne» sollen. Es wäre dem Verfasser, der wie schon erwähnt, sich um die hebräische Literatur verdient gemacht, aber jetzt leider durch Unglückssälle mit Nahrungssorgen zu kämpfen hat, zu gönnen, daß seine Mühe von Literaturfreunden auch materiell belohnt würde. Magdeburg. Nathanson. Real-Enchclopaedie für Bibel und Talmud, Würterbuch zum Handgebrauch für Bibelsreunde, Theologen, Juristen, Gemeinde- und Schulvorsteher, Lehrer rc. Ausgearbeitet von Dr. I. Hamburger, Landes-Rabbiner zu Strelitz in Mecklenburg. Neustrelitz, Hosbuchhandlung von G. Barnewitz. Abtheilung I. die biblischen Artikel A—Z; Abtheiluug II. die talmudischen Artikel A—Haftara. Unsere Zeit, der die Kenntniß des jüdischen Schristthums immer niehr abgeht, somit leicht über Gegenstände desselben im Unklaren ist, hat vorzüglich das Verlangen nach einem Buche, wo dieselben nach ihrer geschichtlichen Entwickelung auf leicht faßliche Weise ihre Darstellung finden. Wir nennen aus vorliegendem Werke beispielsweise die Artikel: Eid, Ehe, Familie, Todesstrafe, Gemeinde, und erinnern uns der Kammerdebatten in den deutschen Staaten bei den Verhandlungen über die Abschaffung des confessionellen Eides, der Todesstrafe u. s. w., wo ein Zurückgehen auf die Entwickelung dieser Gegenstände im biblischen und nachbiblischen Alterthum sich als nothwendig herausstellte. Hierzu kommen die Schmähschriften und Angriffe aus das Judenthum in der neuesten Zeit, wo man ganze talmudische Sätze sinnentstellend und tu falscher Uebersetzung citirt. In wissenschaftlicher Beziehung haben wir in dieser Real-Encyclopaedie eine reiche Ausbeute für Alterthumskunde, die uns auch über die Urgeschichte des Christenthums Aufklärung verschafft und dadurch einen schöneu Beitrag zu den Arbeiten der Theologen auf diesem Gebiete liefert. Hierher gehöreit die Artikel in den Heften der Abtheilung II.: Agada. Apokryphen, Bibel, Chaberbund, Chassidim, Christenthum, Dogma, Effäer, Exegese, Griechenthum, Große Synode u. a. m. Allgemein intereffant sind die Artikcl: Alexander der Große, Allegorie, Fabel, Geographie, Geschichte, Hadrian u. a. in. — Das Urtheil der bedeutendsten Männer der Wiffenschast über dieses Werk ist ein überaus günstiges, das wir dem Versaffer als Lohn seiner Arbeit von Herzen gönnen. In! Jahre 1860 schrieb darüber nach dem Erscheinen des ersten Heftes der gelehrte Professor Munk in Paris: ״Es ist ein großartiger Entwurf, und ich bewundere in der That die Gelehrsamkeit in dieser Arbeit. Die verschiedenen Gegenstände sind mit großer Sorgfalt gearbeitet und die Angabe der Quellen setzt den gelehrten Leser in den Stand, sich selbst von der Genauigkeit der angeführteit Fakten zu überzeugen. Im Jahre 1800 äußerte sich darüber Profeffor Wessely iu Prag unter andere»!!: ״Es sind Hunderte von Artikeln in jener Gedrängtheit und Gediegenheit, die einerseits Zeugniß davon abgeben, daß wir es mit einem Gelehrten zu thun haben, der nur Dinge, nicht Worte geben »vill, andererseits die vollständige Bewältigung des massenhaften Materials bekunden." Wir empfehlen dieses Werk auf's Nachdrücklichste, besonders Lehrern, Predigern, auch nicht-jüd. Theologen und besonders für jüd. Gemeindebibliotheken.;Auszug einer Aeecnsion von Dr. Julias Landsber ger in Berlin.) *| Dieses Wort ftnmmt aus de»! Griechischen und bezeichnet ״et* was auf dein Kost!ebackenes"; Masrliltir will es (fälschlich) mit ״Zucker" in Zusammenhang dringen, daraus erklärt sich das ׳מתוק (Red.) ') Im ערך לחט Anzeiger der Quellen zu הלבות חלה wird die Broschüre einige Mal angeführt Briefkasten der Red. vr. Aabb. Ilr. L. i»!>!. Das betr. Buch ist iin ״Jüd. Literatur!!!." gar nicht besprochen worden. Verantwortlicher Redakteur: vr. M. Rah,»er. Druck von C. Scharnke in Barby. Verlag von Aobert Friese in Leipzig

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