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Das jüdische Literaturblatt · 1876-09-15 · Nr. 18. (15.9.1876) · p. Seite 71

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
5 (1876)
Issue
Nr. 18. (15.9.1876)
Date
1876-09-15
Page
Seite 71 (sequence 3)
Language
German
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Zwecke und genügte, dieses Ramensuche» ins Lächerliche zu ziehen.*) Es erübrigt nur noch die Umwechslung des Namens Josef zu erkläre». Hier tritt die dritte oben erwähnte Art der Namenmodernisirung in Anwendung — die spätere Berühmtheit Alexanders, hätte den Träger des Namens Josef, der in Aegypteneinen hohen Rang inne hatte, Anlaß geben können, sich ebenfalls Alexander zu nennen. — Sie haben es nicht gethan. — Nach unsereut Dafürhalten muß es also in beiden Midraschim heißen — לא היו קורץ לראובן רופום, ולא ליהודה ליליאנו. ולא לבנימין ליסטים ולא ליוסי* אלכסנדרי. Steinamanger. Br. Josef Stier, Rabbiner. Nachbemerkung der Redaction. So sehr wir dem gesch. Hrn. Mitarbeiter bezüglich der beiden ersten Namen sowohl hinsichtlich der U m s e tz u n g als auch der B e d e u t u n g desselben bei stimmen, — wir würden nur לוליאנו (so steht in der Amsterdamer Ausgabe des Midrasch radba an beiden Stelleil Schirchafchirim und Wajikra rabba, nicht ליליאנו) in Julianus auflöfen; dieser Name kommt — ebenfalls so geschrieben — auch in Schebiith jcrusch. IV, 2 und Jalkut zu Deuter. 14, 29 (Nr. 897) vor. Noch jetzt giebt man Jehuda mit ״Julius" wieder — so scheint uns feine Auseinanderfetzung bezüglich der beiden letzten Beinamen — wie der Hr. Vers, selbst dnrchblicken läßt — sehr gewunden. Lestes bleibt unverständlich, ob es nun neben Joseph oder Benjamin sieht. Wir glauben darum, daß dafür יוסטוס zu lesen — Justus, die lateiii. Uebersetzung des epitheton ornans gerade bei Joseph (יוסף הצדיק). Justus ist auch ein nicht selten im Talmud jerusch, vorkommender Eigeirname. ״Alexander" ist ein allgemein für ״Wehrhaftigkeit" und Tapferkeit beigelegter Ehrenname, der Benjamin im Hinblick auf das יחלק שלל wohl zukommt. Wir gewinnen dadurch außer den 3 vom Hrn. Vers, aufgeführte Namen-Klassen noch eine vierte: die wörtliche Uebersetzung eines hebr. Epitheton ins Fremdsprachliche — so daß die 4 angeführten Beispiele auch 4 verschiedenen Klassen entsprechen und wir nicht rröthig haben, zwei Beispiele unter eine und dieselbe Rubrik zu bringen. Orthographische Eigenthümlichkeiten des Wiener Tofefta Codex. Der Wiener Tosefta-Codex, wie er an Alter nicht so weit hinausreicht als der Erfurter, steht bezüglich der Ordnung und Abtheilung der Tractate und Perakim, sowie bezüglich der Li!Aa. der Ausgabe näher als der Erfurter; obwohl er in wichtigen Punkten mit diesem zusammenstimmt. In orthographischer Hiilsicht finden wir zwar auch viele Aehnlichkeiten des Wiener mit dem Erfurter, aber auch viele Eigenthümlichkeilen des ersteren, die wir dort nicht finden. So ist auch in der Wiener Hschr. die Schreibart plene öfter als in der Ausgäbe, aber nicht so oft als in der Erfurter. Die Pielform hat abwechselnd bald ein Jod bald nicht, im Hiphil koninit es gar nicht vor. Während in der Erfurter meist ילל.-, geschrieden ist, hat die Wiener nur הלל (vgl. Ers. Hfch. 8); Abbreviaturen sind zwar viel seltener als in der Ausgabe, aber es sind einige stehend, so ע״ן אצ״ל אע״ם. Namen sind nicht abbrevirt, in der Erfurter kommt jene auch nicht ,vor (vergl. das.). Auch der Gottesname wird gleich der Erfurter Hfch. mit zwei י und einem Haken darüber bezeichnet, aber אלהים wird nicht geschrieben, sondern אלים und für אלהיך steht אליך. Auch Punkte über den Buchstaben als Zeichen des Streichens finde» wir, aber mit dem Unterschiede, daß *) tLs scheint una darum überhaupt zweifelhaft, ob לסטים jemals als Name gebraucht wurde. Der Beweis aus dm hier angeführtm Dtellen ist nicht niaßgebmd, da hier der Name, wie gesagt, nur als Jro, nie erscheint. Lonjecturm, wie aus Lestos Lysimacho» zu machm u. dg. dürfen sich schwerlich rechtfertigen, scheinm auch nicht nöthig. — immer auf zwei mittlere Buchstaben des zu streichenden Wortes je ein Punkt steht, während in der Erfurter entweder aus jedem Buchstaben des Wortes oder am ersten und letzten desselben. Wie dort sind die Buchstaben ב und ד ,ב und ,ר ה und ה schwer zu unterscheiden, woraus viele fehlerhafte LAA. der Ausgabe sich erklären lassen (vgl. das sinnlose מצר in Maaßeroth II, 24 was הצד gelesen werden muß, wie R. Samuel Abigdor das sinnlose מודיעין in Challa für מודיעץ emenbitt ebenso R. Jona den Amitai). Eigenthümlich diesem Codex ist die zum Verwechseln ähnliche Form von נ und z. Ersteres unterscheidet sich von diesem nur durch eine schwache Biegung des Querstrichs, die oft schwer bemerkbar ist. Auch dadurch erstanden Fehler in der Ausgabe (vergl. Nedarim 2 נהנין für נוהנין• Andere Eigenthümlichkeiten, die dieser Codex aufweist und ein deutliches Zeugniß von dem Zusammenhange zwischen Tosefta und Jernschalmi geben, sind folgende: 1) Das Vorherrschen des י vor א. Für ,דמאי. הנאי תדאי. עזאי׳ שמאי u. a. steht meist •דמיי תניי ׳תדיי.עויי שט״ לוי für המורע;לאן für המאורע auch in der Erfurter Hfch.)מטמין für שני;מטמאיו für שאני. 2) Für ד׳ אלעור ד אלתור U.ר׳ אילעי mit wenigen Ausnahmen wie im Jerufchalmi ר׳ לעיי ר' לעור ל׳ ליעור. 3) Für בר U.בן meist בי. So ר' לעור בי ר־ יוסה ר׳ לעור בי ר׳ צדוק, ר' יוסד. בי ד יהודה. (So nämlich mit ה statt י am Ende ist ר׳ יוסי, immer geschrieben, wie es auch Jerufchalmi vorkömmt (in der 6. Ordnung meist ר' יוסי). 4) Für במה דברים אמורים meist במי דברי׳ אמורים (in der 5. u. 6. Ordnung kommt öfter במהד״א; auch für מה ״was" heißt es öfter מי- 5) לוכל für לאכול wie im Jerufchalmi. 6) Ganz merkwürdig scheint die Verwechselung des נ׳ u. מ׳ in Stammbuchstaben. So komnlt nicht selten vor אדן für אדם selsam erscheint auch בשהריס für בשחרין. Vocale und andere orthographische Zeichen, die der Erfurter Codex hat (vgl. a. a. O. S. 9)״ enthält der Wiener nicht, auch kommt 'ביוה צו nicht vor, sondern es heißt immer ביצד. Auf andere Punkte des Codex kommen wir noch zurück. Wien. Br. Zuckermandel. Die Bücher Efra und Nehemia. Von Dr. A. Rofenzweig, Rabbiner in Birnbaum. (Fortsetzung.) V. 1. Das ו bei ובשנת ist sowohl hier, als auch 2. Chr. 36, 22 ursprünglich; vgl. a. a. O. S. 3?; anders Philipps Bibelwerk z. St., der es in Folge seiner Annahme, daß die Bücher Esra und Neh. einen anderit Verfasser, als den Chronisten haben, hier für ursprünglich hält; Raschi z. St. knüpft an die Jahrwochen in dem B. Daniel an und bringt so unser B. mit diesem in Verbindung. — ״ ,לבלותDamit zu Ende gehe" das Wort J.'s durch die Ersüllung der Verheißung (Jer. 25. II s. 29, 10). N. 2. ״Alle Reiche der Erde" kann nur hyperbolisch genommen werden; so wird auch der Ausspruch im Talm. Megilla 11 b aufgefaßt; vgl. auch Gen. z. c. 27 und Midr. Esth. c. 1 Schigw. ישבע ועשרים ומאה Der messianische Beruf des Cyrus (vgl. Jes. 44, 28; 45, 11, hierzu Midr. Esth. A. בהראותו) erhält auch im Talm. seine Würdigung: Die Verheißung Ge» 9, 27 ״der Herr breitet Japhet aus" bezieht sich nach Gen. r. c 36 aus Cyrus; er ist ein Gerechter, dessen Macht die Freude des Volkes ist (M. Esth. c. 1 Schlgw. ברבות צדיקים); sein Auftreten führt Israels Verjüngung herbei (Midr. Hhl. zu 2, 12); die Worte seines MundeS sind Weisheit (Midr. Esth. c. 1 Schlgw. דברי פי), die deutlich seine Bewilligung zur Rückkehr beweist (Gen. r. c 36); wie das liebliche Girren der Taube erklingt sein Freiheitsrus (Pesikta A. ההדש); vgl. dagegen Meg. 12 a, wo sein schlaffes

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