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Das jüdische Literaturblatt · 1876-09-15 · Nr. 18. (15.9.1876) · p. Seite 72

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
5 (1876)
Issue
Nr. 18. (15.9.1876)
Date
1876-09-15
Page
Seite 72 (sequence 4)
Language
German
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72 übergeben läßt (1, 9, 11); dem königl. Edicte zufolge mußte der Tempelbau gleich in Angriff genommen werden, was er auch befolgte (5, 16), und nachdem das Volk die ersten Erforderniffe des pol. Lebens geordnet gatte, bei welcher Gelegenheit es wieder die Zwölftheilung (2, 2) aufnahm, zog Scheschb. in seine Heimath zurück. Auch der Chron. war ähnlicher Anschauung, sonst hätte er die Schwierigkeit leicht durch die Hinzufügung von הוא זרובבל gelöst, ein Beweis mehr für seine gewiffenhafte Benutzung der Quellen. Von ähnlicher Anschauung muß auch 3 Esra ausgegangen sein; nach 2, 13 läßt er die Gefäße dein Samanaffar-Scheschbazar (der Name wird vielfach corrumpirt; in der Sept. Eaßavaaap auch s*?a33apo;; Jgs. arch 11, 1, 3 ׳A?c33־c־p) übergeben und erst in c. 3 und 4 läßt er Zerub. als Jüngling auftreten. Auch der Talm. identificirt die beiden Namen nicht, sondern nach ihm wird Daniel Scheschb. genannt, weil er in 6 Gefahren geschwebt und sich erhalten habe (S. Raschi z. St. u. de Rosst, Moor Enajim ed. Wien S. 134). Die Zahlenangaben in B. 9—11 sind corrumpirt. V. 9. אגרטלים nach Sept. und 3. Esra ein Trinkgesäß; Jdn Esra leitet es nach Jer. Joma IH, 41a von אגר und טלה — Gefäß zur Sammlung des Opferblutes der Lämmer — ad; bei den Rabbinen (B. mezia 42 a; B. batra 73 a) bedeutet קרטיל=K*p־:«X0; Korb. Nach Anleitung der Sept. v 3. Esra könnte man an die Verwandtschaft mit KpaTrjp, Opferkrug, denken. מחלפים sind nach der traditionellen Erklärnng Messer; vgl. Midot 4, 7, wo בית החליפות eine Kammer mit 24 Fenstern genannt wird, iu welcher die 24 Priesterabtheilungen ihre Schlachtmeffer aufbewahrten. V. 10 1 בפורים. Ehr. 38, 17; Esra 8, 27 sind Krüge mit Deckeln versehen. Nach Talm. Sebachim 93 b, Menach. 7 b. Raschi u. A. Esra z. St. sind es Becken, versehen mit Rändern, in welchen die Priester sich vom Opferblute reinigten. (Fortsetzung folgt.) Auftreten als Erlöser JSr., u. Midr. Esth. c. 1 Schlgw. הוא ׳האלהים wo seine Thorheit, Gott nur in Jerus. wohnen zu laffcn (vgl. Esr. 1, 3) gegeißelt wird. ״Und er hat mir geboten". Jos ant. 11, 1 2 berichtet, Cyrus habe die Jesaja- Nischen Verheißungen gelesen und sich dadurch den Juden gunstvoll erwiesen; möglicher Weise wurde er auf diese durch einen der Juden an seinem Hofe - etwa Daniel — aufmerksam gemacht; wahrscheinlicher aber ist, daß ihn seine Po- IitiC dahin geleitet habe, für sich an der Grenze Egyptens ein dankbares Volk zu gewinnen; vgl. Herodot 3, 4. V. 3. ״ מי בכםWer immer unter euch", also auch Angehörige des ehemaligen Nordreiches, von denen sich wahrscheinlich viele von Medien nach Babylon geflüchtet hatten; vgl. Jer. 50, 4, 20; 51, 5, ferner 1 Ehr. 9, 3 und Neh. 11, 4 f , anders Berth. z. St. Daß V. 5 und sonst nur Juda und Benjamin genannt wird, ist noch kein Beweis dafür. daß der Aufruf nur den Angehörigen des ehemaligen jubätschen Reiches galt; sie werden genannt, weil aus ihrer Mitte die Meisten zogen (vgl. u. Schr. S. 11); sicherlich aber waren unter den Zurücktehrenden Bewohner des ehemal. Zehnstämmereiches vgl. Esr. 2, 18 und Zach. 7, 3. V. 4 וכל הנשאר sind alle Exulanten. — נשא aufrichten, Unterstützen wie 1 K. 9, 11; 3 Esra 2, 7, 9 liest hier und V. 6 statt וברכוש, wie cs scheint וברכש vgl. Est. 8. 10, 14 Micha 1, 13. V. 6 ובל סביבתיהם sind die heidnischen Mitbewohner; die Juden scheinen daher in freundschaftlicher Weise verkehrt zu haben, wie auch ihre ganze Lage keine ungünstige gewesen zu sein scheint, vgl. 1, 4, 6; Zach. 6, 10, 11. מינתות entspricht dem arab. madzdun-Gloria, lionore conspicuus. V 8. מתרדת ein altpersischer Name (S. DMG. Jhrg. Il, 5, 35; VII, 8, 25), der in Neupers. Muhradat lautet. נובר Schatzmeister; Dan. 3, 2, 5 נהבריא S. Hitzig z. St. Neupers. geugvvar vgl. DMG. XVIII, 299. ששבצר wird der Fürst von Juda genannt, so noch V. 11 u. 4, 14, 16, welchen Rainen man gewöhnlich mit Zerubabel identificirt; doch was berechtigt hierzu? Berth. z. St. sagt, daß wir den Namen Sch. als den von der Regierung in Babel anerkannten zu betrachten haben; weshalb gebraucht aber dann der Chronist in seiner hebr. Bearbeitung den sonst unbekannten, sremdländischen Namen? Ferner, sind diese beiden Namen identisch und war das auch die Ansicht des Chron., warum führt er nicht, wenigstens an einer Stelle, beide Namen neben einander an, wie dies ähnlichen Falles z. B. Esth. 2, 7; 3, 7; Dan. 1, 7 geschieht? Noch auffallender aber ist es, daß Esra 2, 2, wo der Name Z. zum ersten Male genannt wird, diesem nicht die Bezeichnung ״Fürst von Juda", welche übrigens nur bei diesem Namen vorkommt, beigelegt wird. Ewald (Gesch. d. V. I. IV, S. 114 A. 3) will dieses durch den Umstand erklären, daß נשיא gleichbedeutend mit dem affyr. Amtsnamen פחה (Hag. 1, 1 u. o.) sei und man könne demnach Scheschb. für den andern Namen Zerub. halten. Bedenklicher findet Hitzig (zu Hag. 1, 1) diese Annahme; er schließt, da Esra 5, 16 dasselbe dem Scheschb. zuschreibt, was Esra 3, 8, 10 dem Zerub., daß jener der chald. Name Zerub. zu sein scheint, doch genau genommen wird an beiden Stellen gar nicht ein und dasselbe ausgesagt, denn nach Esr. 5,16 war es Scheschb., der nur den Grund zu den Mauern des Gotteshauses legte, also einen Akt vollsührte, der auch heute noch einen mehr pol. Charakter trägt, während Esra 3, 8 von den Anordnungen Zerub. bei den Arbeiten der Leviten, also aus dem innern Gemeindeleben der Heimgekehrteu berichtet. Wir sehen, daß die Annahme der Identität beider Namen nicht berechtigt ist (s. dagegen Grätz Gesch. II 6 S. 74 A. 2) und erklären uns den Sachverhalt folgendermaßen: Scheschdajar (vgl. okasabanasar Feuerverehrer) war der per!. Kriegssürst, der den Heimkehrenden zum Schutze mitgegeben ward, eine VorsichtsmaßregU, die ganz nothwendig war, vgl. Esra 6, 11, namentl. 8. 21. Als pol. Bevollmächtigter stand er an der Spitze der Sendui g, daher der König auch ihm die heil. Geräthschaften Vvrantwortttch«r!ttcbactcur: Dr M. Rahiner. Druck von C. Tcharnke m Barby. Brrlag: Rodert Friese in Lripzig. Bücher-Anzeige. Weiß, I. H. Zur Geschichte der jüd. Tradition, Zweiter Theil. Wien, Brüder Winter. 1876. (Hebräisch.) Brüll, Dr. N. Jahrbücher für jüd. Geschichte und Literatur. Zweiter Jahrg. Frankfurt a. M., Wilh. ErraS. 1876. Luzzatto, T. D. Erläuterungen zu Jeremias, Esechiel, Proverbia und Hiob. Lemberg, Js. Menkes, 1876. (Hebr.) -II Pentateuco volgarizzato e cominentato. Padova, F. Sachetto. Migdal, Ghananel, über Leben und Schriften R. Chananel's in Kairvan, nebst hebr. Beilagen. Vom Docenten-Collegium des Rabbinerseminars in Berlin. Leipzig, I. C. Hinrichs, 1876. Lewe-, G. H. Geschichte der neueren Philosophie. Bd. 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