Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 5 (1876)
- Issue
- Nr. 17. (1.9.1876)
- Date
- 1876-09-01
- Page
- Seite 67 (sequence 3)
- Language
- German
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67 2 Chr. 35 u. 36. Esra 1 4, 7—24 2—4, 6 5 u. 6 7—10 Neh. 7, 73-8, 12. führte ein Tagebuch über sein Wirten: aus seiner Hand rührt her: Esra 7, 27, 28; 8, 1-34: 9, 1—15; 3. Nehemia schrieb: Neh. 1, 1b—7, 5; 11, 1 u.2; 13, 27 — etwa46; 10; 13, 6, 31; möglicher Weise auch 13, 1—5. Einige dieser Stücke schrieb er wohl erst in der letzten Zeit seines Wirkens nieder, vergl. 4, 36; 5, 14 und die letzten Capp; 4. Der letzte Ueberarbeiter (um 300 v. Ehr. ein Genosse jener bürgerlichen, frommen Partei, die wir unter dem Namen der 1 חסידים. Makk. 2, 42; 7, 13; 2. Makk. 14, 6, kennen) verband die Bücher Esra (Esra 7—10) und Neh. zu einem Ganzen; aus seiner Hand rühren her die Stücke: Esra 7, 1b,—6a und o: 10; Neh. 1, 1a; 8; 9; 10; 11, 3-36; 12. 1-26; 13. 1—5. Das Nähere über die Abfassungsweise s. uns. a. Schr. S. 9—37; daselbst auch das Verhältniß zur Chronik. In der Vulg. wird unser B. Esra, Esra I, Nehemia, Esra II und das griech. B. Esra. Esra III genannt, welche Bezeichnung wir auch hier beibehalten; anders in der Sept. Bet. Lat. und in der syr. Uebersetzung, wo das griech. Esrabuch, Esra I genannt wird. — Verhältnißzum 3. Esrabuche. Der Verfasser von Esra III wollte eine Geschichte von der Wiederausrichtung der Theokratie durch die große relig. Restauration durch Josia bis Esra geben; s. dagegen Eichhorn, Einleitung in die apokryph. Schriften des A. T., Leipzig 1795 S. 345. ES entspreche» die Abschnitte des 3. Esrab. denen unserer ältest. Bb. in solgender Weise: 3 Esra 1 2, 1—14 15—25 5, 7—73 6 u. 7 8—9, 36 9,37—55 Mit 9, 36 batte 3 Esra die Gesch. Esra's beendigt und sodann den Schluß von Neh. 7, 73 als geeigneten Anknüpfungspunkt für den Bericht von dem eigentlichen Wirken Esra's ausgenommen. Das pol. Wirken Nehemia's gehörte nicht in den Rahmen seines Wirkens. Die Annahme, daß das 3. Esrab. sich ursprünglich weiter erstreckt habe und der letzte Theil uns verloren gegangen sei (Berthean d. Bb. Esra und Neh., Leipzig 1862 S- 15: Zunz, Gottesd. Vortr. S. 29, welcher behauptet, daß am Ende von 3 Esra die fehlenden Cap. Neh 1—7 zu lesen waren) ist unbegründet; vgl. Fritzscbe das 3. B. Esra. Leipz 1851 Einl. Den Schluß müssen wir jedenfalls als corruinpirt erkennen. Der hist. Charakter ist, wenn er auch manches für die Kritik Verwendbare liefert, dennoch kein solcher, daß er uns zu Emendationen in unserem Texte verleiten dürfte. Das Ganze ist eine Compilation, deren Quellen sich nicht immer als echt erweisen; vgl. 3,1—5, 6: 5, 2, nach welchen! Berichte unter Darius eine masse Juden nach Jerusalem zurückkehrten; vgl. auch die ungeschickte und unrichtige Verbindung von 9, 37 (Esra 10, 20—44) niit Esra 2, 70 und Neh. 7, 73. I. Das Buch Esra. 1. Theil: Cap. 1—6. C. 1—6 stammt aus der Hand des Chronisten, der das Ganze in seinem Geiste nach authentischen Quellen und Dokumenten abfaßte. Ueber den geschichtlichen Charakter dieses Theilcs s. uns. a. Schr. S. 38 ff. C. 1; vgl. 3 Esra 2, 1-14. Zeit der Handlung: das erste Jahr der Herrschaft Cyrus über Babel 536. Inhalt: Koresch (Kurus, Cyrus) erläßt einen Aufruf an alle im Exile lebenden Juden, in welchem er ihnen die Rückkehr in ihre Heimath gestattet und den Tempel zu Jerusalem auszubauen befiehlt (1—3); auch ermahnt er seine Unterthanen, die Rückkehrenden zu unterstützen (4). Die Exulanten rüsten sich zur Rückkehr, werden von ihren Ortsgenosien unterstützt, und selbst der König sendet Gaben für's Gotteshaus (5—8). Angabe der mitgenommenen, Heuligen Gesäße (9—11). (Fortsetzung folgt.) Literaturbericht. Rtkrustouen. ArM» Dr., Adolf. Zur Geschichte und Literatur der Samaritaner. (Auch u. d. T.: Das samarit. Targum zum Pentateuch. II. Anhang.) Frankfurt a. M Wilhelm Erras, 1876. 20 S. hebr. und 47 S. deutsch. 8". Wer durch den Titel dieses Heftchens veranlaßt, mit allzu hohen Erwartungen die Lektüre desselben unternähme, würde sehr stark enttäuscht werden. Unter den 47 Seiten der vorliegenden Schrift ist auch keine einzige, welche irgend einen neuen Aufschluß oder eine neue Bemerkung ״zur Geschichte und Literatur der Samaritaner" böte. Den schriftstellerische» Charakter und den innern Werth derselben beleuchtete am besten eine Inhaltsübersicht, Nach einer Skizze über die letzten Jahre des ephraimitischen Reiches (3—6) solgt der Bericht über die assyrisch-kuthäische Colonisation desselben (7—9); dann geht eine ausführliche Darstellung der exilisch u! und nachexilischen Geschichte der Judäer (10—22) der Erzählung von den judäisch-samaritanischen Streitigkeiten (23—25) voran. Die nehemianische Reform und deren Beziehung zu den Samaritanern (26—28) bilden den Schluß die,er geschichtlichen Nacherzählung. welche vollständig den wesentlichen Inhalt der Bücher Esra und Nehemia wiedergibt. Eine kurze Parallele zwischen Judenthum und Samaritanerthum (29—30) bildet einen äußerst lose» Uebergang zu dem, was wir als ״Beitrag zur Literatur der Samaritaner" erhalten. Es ist das zuerst eine Charakteristik des samaritanischen Pentateuchs (31—34), die Geschichte der europäischen Kenntniß desselben (34—36), etwas über die samaritanische Paraphrase (36—37) und endlich genaue Darstellung der Eigenthümlichkeiten des Codex Nablus, einer Handschrift jener Uebersetzung (37—47). In diesem letzten Abschnitte, dem einzigen, in welchem des Berfassers selbstständige Arbeit zu Tage tritt, findet sich manche gute Bemerkung, so z. B. die, daß Genesis 2, 14 כולאות äu vokalisiren ist (— קרמת). Ein unnöthigei Emendationsvorschlag ist der zu ואנברת (Uebersetzung von ותכחש Gen. 15 ,18־). Herr Br. vermuthet (2. 43), dies sei, wegen der Aehnlichkeit der Buchstaben B und נ im Samarit. aus ואפכו־ת corrumpirt und dies ist s. v. a. ואכפרת. Indessen ist ואנכרת blos einer der vielen ArabiSmen des samaritanischen Targum und bedeutet ohne Zwang: ״sie leugnete". — Ebenso gezwungen ist die Erklärung von פענטום , Uebersetzung von שיח Ge». 2, 5. Dies sei gleich dem talmudischen (sie) פנטסיה, welches gleich ״ שיחGedanke" ist! — Um auf den geschichtlichen Theil des Schriftchens zurückzukommen, sei noch bemerkt, daß derselbe in sehr blühender, manchmal nur zu sehr ins Homiletisch-Rhetorische sich versteigender Sprache geschrieben ist. Was soll es z. B. heißen, wenn Esra, von dem wir im Grunde so wenig wissen, ״ein denkender Betrachter der jüdischen Vorzeit, Gegenwart und Zukunft" genannt wird? — Wenn der Verfasser in seiner Skizze eine populäre Darstellunq der samarit. Geschichte liefern wollte, und das mar offenbar sein Zweck, so hätte er einerseits eine bessere Perspective anbringen und der j ü d i s ch e n Geschichte keinen so dreiten Raum gewähren sollen, andererseits aber hätte auch die nachbiblische Geschichte der Samaritaner, die erst jüngst durch M. Appel so gründlich erörtert wurde, mit hineingezogen werden sollen. Was der Verfaffer diesmal bot, findet sich fast in jeder Geschichte des Volkes Israel, und verdient nicht den anspruchsvollen Titel, womit es sich ankündigt. Schließlich sei erwähnt, daß der hebr. Anhang die Varianten aus der Petermann'schen Edition des sam. Targun! zur Genesis zusammenstellt. vr. W. B. Kollev-er-, Aoharm. Der Charakter der alexandri-