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Das jüdische Literaturblatt · 1876-08-15 · Nr. 16. (15.8.1876) · p. Seite 63

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
5 (1876)
Issue
Nr. 16. (15.8.1876)
Date
1876-08-15
Page
Seite 63 (sequence 3)
Language
German
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63 Seite der Toseftaangabe sich zu stellen, (s. S. 107 a והתוספות לעולם היא פי׳ המשנה ואיך א״כ יהיה הפי׳ הפך המבוקש♦י* י ומסתברא שהתוספתא בזה עקר) * Grund genug, um seinen LS. besondere Aufmerksamkeit zu schenken und uns vor Allem zu vergewissern, ob seine Litate der Erfurter oder Wiener Handschrist entsprechen. Das, sein Exemplar mit der Erfurter nicht correspondirte, haben wir oben bewiesen. Seine Perekabtheilung und LA. stimmen nicht immer zur Ersurter Handschr. Aber auch die Wiener oder eine mit derselben übereinstimmende kann er nicht vor sich gehabt haben. Zwar sinken wir bei ibm Gleichheit der Perekabthcilung in Para und Mikwaoth niit der Wiener Hich. — letztere zählt in Mikwaoth 7 Perakinl wie Estori (vgl. oben), auch hat dieselbe in Maccoth den fehlenden Perek der Ausgabe nicht — aber in Machschirin hat dieser Codex 3 Perakim, während Estori einen 4. citirt, auch cilirt er מעשר ראשון, wie die Titelüberschrift dieses Trattats in der Erf. Handschrift lautet, während derselbe in der Wiener Hich. מעשרות überschrieben ist, wie in der Ausgabe. Zu demselben Resultat führt die Pergleichung der Varianten, die weder mit der Erfurter, noch mit der Wiener ganz übereinstimmen. Wir haben sonach in zweifelhaften Fällen, wo die Handschriften variiren, wie der Leseart Estori's ein Gewicht, das beim Abwäge» der richtigen LA. schwer in die Wagschale fällt. Wir wollen hier ein Beiipiel geben. Pea 4, 5 lesen wir in der Tosefta-Ausgabe: אמר ר״ש״ב״ג כשם שתרומה חזקה לכהונה בך מעשר ראשון חורה ללויה Gleichlautend ist diese Stelle in der Tosesta- Ausgabe Ketuboth 3, 2. Hingegen finde» wir in Jeruschalmi Ketubolh 26 d und Babli ibid 26 die LA. בך מעשר ראשון חזקה לכהונה. Die Richtigkeit der letzten LA. s tzt das historische Faktum voraus, daß die Cohanim seit Esra den ersten Zehnten auch bekamen. (Vgl. die Kommentatoren a. a. O. und Jeruschalmi Maaßer Scheni 56 b das Vorkommniß zwischen R. Eleasar b. Ajarjah und R. Akiba). Ader die LA. der Tosefta-Ausgabe an beiden Stellen könnte den Glaube» an die Historicität jenes Faktums erschüttern. Da aber die Autorität der LA. in der Toseftaausgabe auf schwachen Füßen steht, müssen wir die Handschriften, die uns jetzt glücklicher Weise erschlossen sind, zu Rathe ziehen. Aber merkwürdiger Weise würde uns diese Vergleichung um keinen Schritt weiter führen. Den» die eine der Handschriften (die Erfurter) steht aui Seiten der Citate im Jerusch, u. Babli, die andere (die Wiener) stützt die Ausgabe. In jener lesen wir an beiden Stellen ׳חזקה לכהונה in dieser in Pea ללויה und in Ketuboth ללוים Wen» nun in zweifelhaften Fällen — denn einen guten Sinn geben beide LA., obwohl ich לכהונת vorziehen würde wegen des daraus folgenden Passus והחולק בב״ד אין לו חזקת לכהונה — ich der Erfurter Hsch. mehr Glauben beimessen würde, als der Wiener, weil jene älter und correcter ist, als diese: so kann hier die LA. Estori als כתוב השלישי המכריע den Ausschlag geben. Er citirt nämlich übereinstimmend mit der Erfurter חזקה לכהונת und so ist meines Erachtens dieselbe ge^en jeden Zweifel sicher gestellt. Wien vr. Zuckermandel. bxegetifche Analecten. Vom Rabbiner vr. Jacob Tauber in Eibcnschitz. 1) Genesis 40, 23. Der Pleonasmus ולא זכר und וישכחהו ist ungachtetek der midrajchifchen Auslegung und der daran geknüpften Bemerkungen der Commentatoren nicht genirgend aufgeklärt. Er hört auf ein solcher zu sein, sobald man sich zu der grammatikalisch correcten Nebersetzung bekennt. ״Es gedachte nicht der oberste Mundschenk des Josef und (Josef) vergaß ihn." Hierdurch fallen auch die ungerechtfertigten Necriminationen wegen mangelnden Goltcsvertrauens, die in der midraschischen Literatur gegen Josef erhoben wurden, wiewohl in der Schrift über seine Gottesfurcht nicht der entfernteste Tadel sich findet. 2) Exodus I I, 7. ״Aber alle« Kindern Israels wird kein Hund seine Zunge spitzen weder wider Menschen noch Vieh u. s. w.", ist als Antithese von v. 5—6 hingestellt. Die Comnientaloren machen die verschiedenartigsten Versuch«, um die Antithese ausfindig zu machen, die zwischen dem Sterden der erngeborenen Menschen und Thiere in Aegypten und dem Nichtrecken der Zunge des Hundes de!ehe. ׳Rach unserem Dafürhalten dürfte folgende Erklärung zutresfen: Im Orient gab und gibt es Rassen wilder Hunde, welche Menschen zerfleischen und namentlich Leichname verzehren (vgl. Winer Realw. S. 516). Auch knurren und heulen Hunde instinktiv, sobald ein Todesfall in einem Hause eintritt, wobei sie die Zunge recken und spitzen, was auch (Bad. Kam. 60b bemerkt wird. Dies vorangeschickl ist v. 7 ״Es spitzte kein Hund seine Zunge" nur die euphonische Umschreibung (לשון נקייה) für ״Aber allen Kindern Israels starb kein Erstgeborener". Was. gerade heraus zu sagen, wegen אדם תולת קללתו באחרים oder ..אל תפתח פת ängstlich vermieden wurde. Wie sehr aber die Schrift bei diesem Ereignisse jeden directen Ausdruck, der den Tod Israels enthielte, vermieden wissen wollte, ersieht man aus Exod. 12, 29—30; 13, 15. An beiden Stelleil wird das S.erbell der Aeghpter ausführlich berichtet, unerwähnt hingegen bleibt, wiewohl es am Platze gewesen wäre, daß von de» Israeliten Niemand gestorben ist. Zur Stelle Exod. 11, 5—7, wo die Entgegenstellilng denn doch einmal statthaben muß e. damit der von Gott beabsichtigte Unterschied zwischen Aegypter und ISraeliten deutlich hervortrete, geschieht es durch die besagte euphonische Umschreibung, die dem Oriente geläufig war- ״Wider Israel spitzte kein Hund seine Zunge". 3. Exod. 16, 15. Die Erklärung des Wortes מן wird hei .allen Exegeten in Verbindung gebracht mit מה הוא ״Einer sprach zum Andern, was ist dies, denn sie wußten nicht, was es sei". Der Etymologie nach würde מן eine ältere (syrische) Form der Fragepartikel מה sein, die sich auch im Aramäischen als ונא) erhalten hat. Wir würden dann in demselben Verse ein und dasselbe Wort einmal mundartlich als ältere Form gedehnt und gleich darauf das andere Mal verkürzt antreffen. Sonach würbe מן eine nur e i nn> a l n der Bibel in dieser Form vorkommende Fragepartikel sein: Alle Schwierigkeiten sind behoben, wenil die Annahme gestattet wirb,מן sei das vulgär arabische, ״man", welches ״Speise" bedeutet. Ein Wort, welches den Wanderern in den arabischen Wüsten, weil vulgär, mithin auch Israel geläufig sein konnte*). Der einfache Sinn des Verses wäre demnach: ״Einer sprach zum Andern, das ist ״eine Speise", denn sie wußten nicht, was es sei. Einen speziellen Namen zur nä- Heren Bezeichnung kannten sie von vornherein nicht. Worauf Moses dann ihnen ganz passend antwortete: Das ist auch (nichts anderes als) die ״Speise", die Gott für Eich zum Essen bestimmt hat. Es verhielte sich dann mit dieser doppel sprachlichen Bezeichnung des Wortes מן u. לחם, wie bei נל־עד und ינר־שהדותא. Literaturbericht. Recenfionen. Schrift und Bächerwese» der Kebraer zur Zeit des alten Bundes von Oberlehrer K. A. Stegkich. Leipzig, Breitkops und Härtel. Wir haben es hier mit einer sog. wissenschaftlichen Programmschrift zu thun, welche die Buchhändler-Lehanstalt in *) Vql. auch Nehemia S.2V u. Pf. los, 40. (Red.)

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