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Das jüdische Literaturblatt · 1876-05-01 · Nr. 9. (1.5.1876) · p. Seite 34

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
5 (1876)
Issue
Nr. 9. (1.5.1876)
Date
1876-05-01
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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34 4/ז ztfi Qf?Scf $yf?c t dem Christenglauben und der germanischen Cultur der Judenhaß in hlnchem Schritt ersta-kte. Sie warm aber auch'ein Eegtti für da- Land; sic brach ' teil" den Handel mit nach Schlesien, daß bisdahin vom Welt« verkehr'gänzlich abgeschlossen war. DÄn die spärlichen Bewohner hatten danials genug damit zu thun, mit ihren elenden Ackergerüthen den Boden urbar zu machen und die Marken gegen die häufigen feierlichen Einfälle zu vertheidigen- Sie gelangten dadurch schnell zu Reichlhum und Ansehen. Dazu kam, daß die soeben von Polen unabhängig gewordenen Fürsten noch ein besonderes Interesse daran hatten, die Juden zu schützen. Die Hofhältungen vieler kleiner Fürsten neben einander sind bekanntlich stets um so kostspieliger gewesen. Ferner verschlangen die häufigen Kriege, die sie mit Polen und untereinander führten, große Geldsummen, und damals besaßen die Juden fast allein bedentendes Baarvermögen. Es st nicht unbekannt, daß sogar die herzogliche Münze sich eine Zeit lang in den Händen der Juden befand; das beweisen die hebräischen Buchstaben, die auf einigen schlesischen Münzen aus jener Zeit gefunden werden. Ihre Wohlhabenheit und ihre unangefochtene Stellung bestätigt ferner eine andere Thatsache. Ein Dorf, das damals dicht bei Breslau lag, hatte im Anfänge des 13. Jahrhunderts zwei Juden, Namens Joseph und Chazkel, zu Eigenthümern. Es hieß Zocholnice oder aus deutsch Falknerdorf — denn villa Falconariorum ist nichts anderes als die Ucbersetzung des slavischen Zocholnice — und lag aus demjenigen Theil der heutigen Stadt, der zwischen der Oderstraße und dem Königsplatz liegt. Die Stadt lag nämlich bekanntlich aus den verschiedenen Oderinseln, Erst im späteren Mittelalter verlegte sich der Mittelpunkt der Stadt auf das andere Oderufer. Im Jahre 12 )3 gab nun Herz. Heinrich I. dem Kloster zu St Pincent (aus dem heutigen Ritterplatz) jenen Theil von Falknerdorf, der früher den, Joseph gehört hatte, im folgenden Jahre schenkte er dem Stift auch den andern Theil, das frü- Here Besitzthum Chazkels. Wie sich Heinrich I. mit den Juden abgesunden, ist für unfern Zweck gleichgültig. Es genügt die Thatsache, daß die Juden, die 250 Jahre später für ewige Zeiten aus Breslau verbannt ivurden, deren Todten man sogar die letzte Ruhe mißgönnte, einst einen jetzt blühenden Theil der Stadt als erbliches Eigenthum besesien haben. In ihrem Besitz- und Erwerbrecht waren nämlich die Juden damals noch nicht beschränkt. Darum erwarben sie ungestört Synagogen und Begräbnißplätze. Wenn in der zweilen Hälfte des 13. Jahrhunderts, anno 1266, eine Breslauer Synode im 12. Artikel ihrer Beschlüsse bestimmte, daß die Juden einen besonders abgeschlossenen Stadttheil inne haben sollten, ״damit nicht etwa", wie dort gesagt wird, ״das christliche Volk von dem Aberglauben und den schlechten Sitten der um uns her wohnenden Juden angesteckt werde", so beweist dieses Verbot gerade am besten, daß es bisher gesetzlich nicht so gehalten wurde. Nichts desto weniger schlossen sich die Juden aus freien Stücken in den Straßeu in der Nähe ihrer Synagoge zusammen, ebenso wie die Mitglieder derselben Gilde oder Innung damals eine eigene Straße oder Gaffe inne hatten. (Fortsetzung folgt ) Stadt-v. Untv.-BIW. Pranklurt/Mal« ■ Die ®teftic des Epchod. Ein« archLologisch-exegetischi'Eiu^ie 'von Rabb. H. Wassertrilling» , DieAnsicht Raschi's stillt'weher im ba^chl. n<$ ürusalem. Talmud den geringsten ^Anhaltspunkt. Nachdem ich jedoch im כאור עינים von De Uossi (Perek 49.) nachgeschlagen, fand ich die Quelle, ««8־ welcher Raschi seine Behauptung geschöpft haben mochte. Daselbst wird aus Jpsephus (Alterthümer 28,3) Folgendes citirt: 1■»ששה משמותם על כ אבן היינו ששה היותר לקנ׳ם באבן הימנית והצעירים באחרת Das wäre ganz so, wie Raschi Exod. 28,9. die Reihenfolge annimmt. Hierbei,bemerkt nun De Rossi selbst (ib. P. 50), daß in derartigen Dingen, welche Josephus aus eigener Erfahrung oder als Augenzeuge berichtet — da er ja selbst Priester map — ihm auch da mehr Glauben zu schenken sei, wo er mit mancher Erklärung des Talmud collidirt. , In Bezug auf den hier besprochenen Gegenstand fügt er nun noch ausdrücklich die Worte hinzu: וכן נמצא מדם הכרע בסדר בתיבת השבטים על כתבות האסןזך. שהיה כדברי רש״ידלא כהר מ"בם• Daß Raschi in seinem Commcnlar überhaupt in historischer Beziehung sich öfter auf Josephus gestützt hat, ist durchaus keine seltene Erscheinung. Man vergleiche z. B. Daniel 6,29. (Vgl. anch Einleitung zu Esra von Ben-Seew.) Ferner Daniel 1,1. f. das. 7,6. das. 8,11. und 21,22. f. das. 11,2,3. und 17,18,23. An allen diesen Stellen stützt sich Raschi auf Josephus.) Es erübrigt uns nur noch eine schwierige Erklärung in Raschi Exod. 28,21 in Betreff der Namensordnung auf den Steinen des Choschen zurecht zu stellen. Diesen Vers erläutert Raschi dahin, daß aus den 12 Steinen die Namen der 12 Söhne Jacobs nach ihrer Geburt eingravirt waren. Hiemach käme דן auf den fünften Stein מביר, zu stehen Diese Angabe aber widerspricht seiner eigenen Erklärung im Buche d. Richter 18,29, woselbst ,er behauptet, der Name דן wäre auf לשם eingestochen gewesen, weil dies der siebente Stein, sowie דן im Anfang des II. B. M. ebenfalls als sie-' > benter Stamm aufgezählt sei. (S. Mendelsohn's Commentar z. St. im Exod.) Nun scheint mir aber, abgesehen von dem Nachweis R. Bechaja's z. St. (deffen Worte auch Jalkut Rtzubeni copirt) daß ein mystischer Grund dafür spricht, דן aus לשם Ju graviren, daß auch hierin Raschi sich an Josephus gehalten habe, deffen Bericht über die Steine des Choschen in: Meor Enajim (c. 49. a. a o.) ebenfalls citirt wird. Während Josephus bei den Steinen des Ephod sagt: ״Die sechs Namen der ällern Stämme waren auf der rechten Seite und die sechs Namen der jüngeren auf der linken Seite" — ändert er bei den Stämmen des Choschen seine Ausdrucksweise und meint: ועליהן מפתחים שמות בני ישראל כתולדות ם על הסדר• Dieser letzte Satz scheint uns also sagen zu wollen, daß beim Choschen die Geburtsordnung nur gewiffermaßen, in Bezug auf die Mütter nämlich, beobachtet wurde, und dieses geschah dadurch, daß vorerst alle sechs Söhne Lea's, dann die Söhne der Mägde und zuletzt die jüngsten Stämme, יוסף ובינימן eingestochen wurden. Demzufolge mußte also דן der siebente sein. Wenn nun Raschi a, a. O. sagt כסדר תולדותם כדר האבנים, so will er offenbar dasselbe, was Josephus berichtet, acceptiren; mit welcher Ansicht auch das Targ. Jeruschalmi vollständig übereinstimmt. Literarische Notizen. Von Dr. L. Lewysohn. Rabbiner in Stockholm. (Fortsetzung.) 5) Man sucht vergeblich im Talmud und Midrasch nach der Urquelle des landläufigen alten Sprichwortes: חוור חוור

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