Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 5 (1876)
- Issue
- Nr. 7.8 (1.u.15.4.1876)
- Date
- 1876-04-01
- Page
- Seite 31 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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31 »in»»»» V Haut des Körpers steckt, wobei jedoch die Venen zu vermeiden sind. Gewöhnlich geschieht das Einstecken am Stacken, an Fuß oder Hand. Reagiren nach Verlaus dreier Stunden nach Eintreten des leblosen Zustandes die Muskeln, indem sie sich zusammen ziehen, so ist dies ein Zeichen, daß man cs blos mit einem Scheintodten zu lhun habe. 2. Eine Stimme der Gegenwart über Bcrgangenheitsklänge und Zukunjtsmusik. Im achten Bande der Geschichte des Dramas (das spa- Nische Drama) spricht I. L. Klein, der berühmte Literatur- Historiker, von den jüdisch-castiliischen Trovadores und ihren literarischen Fehden, und nennt als einen der letzten den Anton de Montoro, jüdischer Abkunst, von .Haus aus Flickjchueider oder Trödeljudeu, den Heinrich Heine im Cancionero des 15. Jahrhunderts. Dieses Indenthum in der spanische» Poesie giebt dem Verfasser Veranlassung aus Wagner's ״Iudenthum in der Musik" Bezug zu nehmen, und er schreibt: Der jüdische Flick- oder Trödelschneider Montoro maß den Lumpenritiern die Bescheide zu mit der Schneiderelle. Dem Travodar Monotoro hals der Flickschneider aus. wenn es galt, eitlem Neidlappen am Zeirge zu fticEeu, und seinen Richard Wagner's mit ihrem ״Iudenthum in der Musik" spielte Montoro als Trevador Tänzchen auf, wozu der heutige Wagner noch tauzen könnte. Montoro's ergötzlich Gespräch mit seinem Pferde, das im Style der Wagner-Broschüre raisonnirt, schrieben sich auch die Esel am Hose Himers Ohr und ließen es sich gesagt sein. Es Hilst nicht: das spanische Iudenlhuin in der Musik, in der Poesie, in Geschichtschreibung, Staatskunst und Philosophie zählt einmal seine Ahnen, und so rühmwürdige, wie nur Spaniens Rittertrobadorcs. Wie viel Iudenthum in der Musik mag nicht in der von Gregor dem Großen nach überlieserten Tempelgesängeu gegründeten Kirchenmusik wogen, und gottanjauchzend in Psaltermvdulationeu rauscheu, und voil Hallelujah's und Hosianna's schallen! Der Geist des biblischen Judenlhums ist der Welt so tief eittgeprägt und hat sie durch alle Schichten so durchträukt, sich mit ihr so amalgamirt, daß ein Geologe eine Broschüre schreiben könnte: ״Das Judenthum in der Erdbildung und in den Gebirgssor-!Nationen". Kein Hep hep in Scheiterhaufen oder Brandschristen schmelzt dieses Indenthum aus der Welt und Weltgeschichte 3. Ein seltsames Selbstbekeuntniß. ״Das launige Schicksal! — ruft Vambery in einer Schilderung seiner Reisen aus. — In Asien wurde ich für einen Europäer und Ehriste», in Europa (»ach meiner Rückkehr) für einen Asiaten und Mohamedaner gehalten. Wie gern möchte ich es wohl sagen, inwiefern man sich hüben und drüben getäuscht, doch graut erst der Morgen jener seligen Zeit der freien Bekenntnisse, und bis der Tag so weit herangebrochen sein wird, unl ein solches Geständniß ohne Gefahr der Beschimpsung oder Verkennung ablegen zll können, werde ich selbst schon dem Rirawna anheimgefallen sein. Ich will jedoch trachten, daß das geschriebene Wort meiner Asche jenes Recht übermache, welches der lebenden Zunge oder der Feder heute nicht ansteht." B. Reeenfl״nen. Schulbücher. I"chs, Rudolf, Lehrer. 1) Reschith Limiidim. Erstes hebr. Lese- und Sprachbuch zum Schul- und Privatunterrichte. Erster Theil: Die Leselchre. 7. Ausl. — 2) Dasselbe, zweiter Theil: Gebete und die Schöpfungsgeschichte. Fünfte Aust. — “3 ־) Ila-Thora wha-Lose.haun. Hebräisches Lehr- und Lesebuch für die zweite Klasse isr. Volksschulen bearbeitet. 4) Dasselbe für die dritte Klaffe isr. Volksschule. > Die hier aufgezählten, im k. k. Schulbücher-Verlage zu Wien erscheinenden Schulschristen des Hrn. Fuchs umfaffen fast das ganze Gebiet dessen, was von einer guten Elementar- und den mittleren Klaffen einer gut organisirten isr. Religionsschule im Hebräischen an Leistungen zu fordern ist. Ueber Rr. 1 ist nicht viel zu sagen. Das Pensum für den Anfangsunterricht im hebr. Lesen ist darin vollständig erschöpft. Ueber Manches in den ersten Uebungen ließe sich rechten. So hat es unsere Billigung nicht, daß gleich in der ersten Nr. das Sch'wa mit unter den Vocalen figurirt und in den folgenden Uebungen auch durchweg als diesen völlig coordinirt, wie eine selbstständige Sylbe, austritt. Das kann sür den späteren grammatischen Unterricht nicht von Vortheil sein. Ebenso isr es nicht zu empfehlen, das Kind gleich in der 2. Nr. mit den Finalbuchstaben bekannt zu machen, diese sind einer späteren besonderen Uebung vorzubehalten. Alles Andere ist recht gut methodisch geordnet; die großen und schönen Typen machen diese hebr. Fibel (mit den dazu gehörigen Wandtabellen) besonders empfehlenswerth. Mit Nr. 2 führt der Vers, das Kind in den ersten Uebersetzungsunterricht ein. Er bietet leichtere Stücke aus dem Gebetbuche und den ersten Kapiteln der Genesis dar. Wir hatten da schon einige grammatische Vorbemerkungen gewünscht, z B. die Bildung des Plural, das persönliche Fürwort und einige leichtere Formen des Sufsixum. Doch das hat der Hr. Verf. sich sür das ״Lehr- und Lesebuch" (Nr. 3 und 4) aufbewahrt, dessen erster Theil von C. 3 bis E. 32 der Genesis und der zweite Theil v. C. 32 des Genes, bis C. 20 (inet.) des Exodus reicht. Der Verf. hat eine neue Methode für den Ueberjetzungsunterricht eingeführt, welche die Mitte hält zwischen Jnterliniar- und gesonderter Uebersetzung, von denen erstere es dem Kinde zu leicht, letztere zu schwer macht, da der Schüler aus der deutschen Uebersetzung eines ganzen Verses die Bedeutung der einzelnen Wörter nicht herausftnden kann. Verf. hat nuil den Ausweg getroffen, daß er je 2—3 zusammengehörenden Wörtern auf der einen Seitenspalte die genau und wörtlich ensprechende Uehersctzung gegenüberstellt, so daß das Kind allerdings über die Bedeutung der einzelnen Satztheile nicht in! Unklaren sein kann. So praktisch und das Uebersetzen erleichternd diese Methode besonders für häusliche Uebungen u. den Selbstunterricht ist, so hat sie unseres Erachtens den einen Uebelstand, daß das Kind in der Schule die gedruckte Uebersetzung beständig vis-ä-vis stehen sieht, so daß der Lehrer sich nicht überzeugen kann, ob der Schüler das betreffende Pensum, auch wenn die gedruckte Uebersetzung ihm nicht vor Augen steht, inne hat. Diesem Uebelstande muß noch in irgend einer Weise abgeholfen werden, ui» diese so gut ausgestattelen und vortresflich eingerichteten Uebersetzungsbücher nach j e d e r Beziehung hin empfehlenswerth zu machen. Für reifere Schüler ist auch ein geeigneter Auszug aus Naschi am Fuße sehr vieler Seilen beigegeben. Die Ausstattung läßt nichts zu wünschen übrig. R. (Wird fortgesetzt.) Briefkasten der Redaktion. K. Di« bett. Numminern des ״Hamaskir" sind durch die Verlags» Handlung in Berlin nicht zu erlangen; ob ״HamaSkir" überhaupt noch weiter erscheint, ist uns nicht bekannt. Hrn Rabb. I. 1. in ö. Wie wir nachträglich sehen, sind Ihre Bemerkungen über א1נום ךיןךין bereits von Sachs in den ״Beiträgen zur Sprach- und Alterthumssorschung" 1. Hest. S. 163 und von Rappaport an den auch von Ihnen citirten Stellen des ״Erech Viillin" gemacht werden. Wozu also Gesagtes wiederholen. Hrn. 8. K. in P. Recens. hatte nur die hebr. Uebersetzng im Auge; doch sind wir gern bereit, auch aus das Originl eingehender zurückzukommen, falls uns ein Exemplar derselben zu diesem Zwecke übermittelt würde. Hrn. LR. 0r A. in C. Ihre gesch. Zusendung soll in nächster Nr. Ausnahme finden. — Hrn. Rabb. vr. R. in P. Ihre ״Entgegnung" desgleichen.