Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 5 (1876)
- Issue
- Nr. 5. (1.3.1876)
- Date
- 1876-03-01
- Page
- Seite 19 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/5367336-5990818-5990974--0553-5367591- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sprünglich kr fünfte Perek mit Mischna 19 Maß, die deshalb , Mich, um nidtt mit לא יחצו ימיהם zu schließen, das Cität bis zu den Worten ואני אבטח בך fortführte. Hieran knüpfte man später den Ausspruch Juda b. Tema's wegen der ebenfalls an Zahlen anknüpfenden Misch»21 .׳ (vor der also das הוא היה אומה durchaus nicht fehlen darf) und schloß sodann den ganzen Traktat mit יהי רצון ובו׳ ותן חלקנו בתורתך• Gine Notiz zum Targum Jonathan. Bekanntlich übersetzt das Targum Jon. die Worte בהן מהין mit אונום טרין. Aruch leitet dieses אונום von griech. onoa ״Esel" ab, was ebenso eigenthümlich als seltsam erscheint und wird diese Ableitung in Folge dessen von Vielen als ein eingeschlichenes Glosse»! betrachtet. Sachs, Beiträge 1. 163, hielt es für das gr. Eugenes mit ausgefallenem 1 Ändere denken an anax (!80c.) oder wie Levy in seinem Chald Lexicon an «unous ״der Wohlgesinnte", mit Bezug aus Exod. rabba c. 1, daß Jithro die lliichtigteit des Götzendienstes erkannt und eine bessere Gesinnung angenoinmen habe. So hat dieses Wort eine Reihe von Conjecture» durchlaufen, ohne die richtige Lösung gefunden zu haben. — Aber wie seltsam auch immer die Etymologie des Aruch sein mag, so hat mich folgende Stelle in Elmacin 1. 21 für die Nichtigkeit derselben am meisten bestimmt. Dort wird der Khalis Merwan, der ״Esel Mesopotamiens" genannt, weil er seststand im Kriege, wie man sagt, daß der Esel im Kriege nicht flieht. Vgl. Gesen. Cominentar über den Jejaia LXI v. 7, wo viele Stellen aus alten Elassikern über dieses charakteristische Merkmal des Esels zusammengetragen sind. Das Targum Jonathan hätte sonach das onos ״Esel" als ein spitkston Omans in erwähntem Sinne gebraucht und bet vem Lexrwort בהן vielleicht auch an die Ableitung von ״ בוןfeststehen" gedacht. Posen. Di־. Philipp Werner. Literaturbericht. Akstker. Dr. August, ord. Professor der Theologie, Lehrbuch der biblischen Geschichte Alten Testaments. Erste Hälfte/ Erlangen, Andreas Dcichert, 1875. (Schluß.) Um so mehr hat es uns befremdet, auch noch in dieser Darstellung, wonach sogar eine einheitliche Heilsgeschichte in beiden Testamenten bis zu Jesu Zeiten sich hinaufzieht, so daß deren Zusammenhang ״,vie Vollendung zur Vorbereitung, wie Erfüllung zur Weissagung" sich verhält, die alte Zersßlitterung in elohistische und jehovistische Stücke wieder zu finden, deren Unhaltbarkeit in neuerer Zeit von Merx, Grätz, u. A. deutlich dargethan wurde. Eine solche Annahme von Quellenverschiedenheiten und beliebige Textzerstückelung hält nicht Stand vor der positiveil Anschauung, — aber auch nicht vor der gesunden Kritik. Un! einige recht einleuchtende Beispiele zu zeigen, wie leichtfertig diese Annahme, und wie leicht man davon Umgang nehinen kann, sei nur kurz Folgendes erwähnt. Von den zehn Plagen sollen einige elohistisch. andere je ovistisch sein. Exod. 6. 7, 8—13 soll elohistisch sein, dennoch sinden wir da 2 mal יהוה, kein einziges inal אלהים; das- 14 18 dagegen jehovistisch, und Einmal kommt אלהים' vor; das. 19--20 elohistisch und kein einziges mal wird אלהים gefunden, dagegen 3 mal יהוה; das. 25—28 jehov, weil kein einziges mal אלהים steht; allerdings müßte dann auch 8, 1 bis 3 mit demselben Recht jehov. sein, doch weit gefehlt, das ist eloh. sie volo, sie jubeo. C. 8, 12—15 ist eloh., man findet da ׳אצבע אלהים glücklicher Fund! in V. 23 heißt es aber auch ל״ה אלהינו und doch muß 8, 16—28 jehov. sein. Ferner ist das Stück 9, 1—7 jehov. und beginnt dennoch mit ה אלהי העברים; dagegen das. 8—12 eloh., ohue daß Einmal אלהים vorküme. Das Stück das. 13—34 soll jehov. sein und beginnt mit אלהיט und erwähnt noch 2 mal (V. 28 u. 30) אלהים• Auch im Kapitel 10 wechselt יתות mit אלהים ab, es soll aber gleichwohl jehov. sein. — Die hierbei leitenden Schwierigkeiten sind doch wahrlich leicht zu lösen, wenn man einfach 7, 14—18 als Androhung zur Ausführung in V. 19 bis 22 faßt; ebenso 7, 25—28 zu 8, 1—3 u. s. w. — In gleicher Weise ist es durchaus unnöthig, Josua C. 2 aus einer anderen Quelle als das Vorhergehende (1, 11 Ende) und Nachfolgende (3, 1) gestossen sein zu lassen (2. 470). Als eine beabsichtigte Unterbrechung des Historikers zum Zwecke des leichtern Verständnisses des früher (C. 1) Erzählten ist eS ungezwungen zu verstehen, so daß C. 2. 1 der übersichtlicher» Darstellung wegen auf früher Geschehenes nochinals zurückgreift, und ׳וישלה mit ״Josua hatte nämlich ausgesandt" u übersetzen wäre. Eine gutzuheißende Ansicht, die ich >wch erwähnen will, hat der Verfasser (S. 212) bezüglich der מטעים, daß nämlich unter מטע keineswegs der Ruheplatz nach einem einzigen zusammenhängenden Marsche, also gewöhnlich nach einer Tagereise, zu verstehen sei, keine Nachtquartiere, vielmehr Ansbruchsorte, Punkte, ״durch deren Berührung die Richtung des Marsches wesentlich bedingt wurde". Durch diese Annahme wäre anch die einzige Schwierigkeit, die sich gegen die Identifizirung Paliner's von Sinai mit G'ebel Musä (stehe Grätz' Gesch. I, 393) Vorbringen läßt, vollends gehoben; denn der Einwand: ״die Entfernung von Wady Feiran bis G'ebel Musa kann in einem Tage nicht z >rückgelegt werden" fällt gänzlich weg, wenn die מטעים (Rum. 33) keine Tagemärsche bedeuten, was auch noch anderer Gründe wegen unwahrscheinlich ist. Das Buch hat, abgesehen von der obenerwähnten Schablone, viele Vorzüge. Reben echt deutscher Gründlichkeit, Klarheit und Frische der Darstellung. DäS Pro und Contra der verschiedenen Meinungen wird kurz und doch übersichtlich abgewogen, und auch in der Beschränkung im Heranziehen der einschlägigen weitläufigen Literatur zeigt sich dkr Meister, wodurch es in äußerst befriedigender Weise seinem Zweck entspricht, ein Lehrbuch für Studirende zu sein. Auch der nichtgeschichtliche THAI (4. Periode, 4. Abschn.), welcher mehr referirend als kritisch behändest wird und sich überall, wo Anlaß vorhanden, in sehr anerkennender Weise über die Vorzüge der israel. Rechtsverhältnisse, über die Milde und Humanität, welche sich darin in grellem Contraste zu den Anschauungen der übrigen antiquen Völker kundgeben, ausspricht, auch dieser Theil zeigt eine iikmense Belesenheit und gründliche Beherrschung der weitläufigen Bibelliteratur, so daß wir mit Spannung der (vielleicht mit Beachtung obiger Worte freier und unabhängiger angelegten) zweiten Hälfte cntgegensehe». Cöthett. Rabbiner Dr. M. Dessauer. Arager, A. veteris Testamenti Version« Syrjaca, quam Peschittho vocant, quaestiones eriticae. Gottingae 1875. VIII. pg. 66 cum qppend. pg. 89—75, Vorliegende Dissertation darf mit Recht die Fortsetzung der von Fachgelehrteit beifällig aufgenommeneit Nelstiiemata Psaciiittlloniana voll Perles genannt werden. Auch sie hat es sich zu»t Vorwürfe genommen, die Verfasser der Peschittho und die Zeit ihrer Uebersetzunq zu ermitteln, auch sie hält im Ganzen an den bereits von Kerles gewonnenen Ergebnissen fest und reiht sich überhaupt ihrer Vorgängerin würdig an. Der erste, auch principiell viel bedeutsamere Theil sucht auf pg. 1—40 Zeit und Verfasser der syrischen Version zu er- ,uittelu. Der Umstand, daß die maßgebende Kritik die syrische Uebersetzuug des neuen Testaments, welche an inehrereu Stellen unverkennbar Stellen des alten Testaments nach der Peschittho citirt, zu Euhx des ersten oder zu Beginn des zweiten nächchristlichen Jahrhunderts entstanden sein läßt, veranlaßt den Vers, für die Abfassung der Peschittho ungefähr denselben Zeitpunkt zu ftriren. Er hätte sogar auf dieses Argument gestützt die Zeit der Absassmlg etwas höher hinaufrücken könneu. Innig mit der Frage über die Zeit der Abfassung hängt