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Das jüdische Literaturblatt · 1876-02-01 · Nr. 3. (1.2.1876) · p. Seite 11

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
5 (1876)
Issue
Nr. 3. (1.2.1876)
Date
1876-02-01
Page
Seite 11 (sequence 3)
Language
German
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K»<ckWik«tthtiche4 ick Von Rabbiner D. Oppenheim. (Fortsetzung) 6. Der Söldner.*) Zur Stelle Genes. 3, 16: Nach deinem Manne sei dein Verlangen, er aber herrsche über dich. — führt Bereichith rabba Ab. 20 als Beispiel die kleine Erzählung an. Eine Frau aus gutem Hause war an einen rohen Menschen verheirathet, der sie lehr mißhandelte. Einst besuchten die Weisen die Frau, utH’ deren Mann wegen der rohen Behandlung seines Weibes zurechlzuweisen. Da stellte ihnen' die Frau einen göldtznest Leuchter, auf dem eine irdene Lampe stand, vor, gleichsam damit anzeigend, daß wie der goldene Leuchter von der irdenen Lampe, worin Vas Oel sichbefand, seine Nahrung und seinen Äuchtsiöss ziehe : so bedarf das edle Weib selbst des rohen Wanne-. מעשה באשה אד(ת משל בית טברינית שהיתה נשואה ללוטם אחד * והיה בעלה מלערח ובאו חכ^ים אצלה להוכיחו. חוציאה מנורה של זהב ונר של חרס &נל גבה ׳לקיים ואל אישך ו(ש1קתך Lonsano in Maarich einenbist ללוטס in ״ לטטיסRäuber". Es ist aber unwahrscheinsich, daß die Weisen einen Räuber zurechezuweisen glaubten! Wr glauben dafür י8‘־*1111 ללטריס lat. la׳,ro. ״Miethsoldat, Söldner", zu emeiidire». Die Frau war nämlich an einen rohen Soldaten verheirathet, der sie mißhandelte. Die Weisen glaubten nun durch ihr Zurede» das rohe Herz׳ des Solbaten zu erweichen. Die edle Frau nahm ihren Mann in Schutz, da sie wohl wissen mochte, daß unter der rauhe» Schale doch noch rin edler Kern verborgen liege. Durch diese Emendation wird Alles klar; während, wenn man lestes׳, Räuber, wie in unser» Editionen, liest, das Benehmen der edlen Frau noch unbegreiflicher wäre, als das der Weisen, da es nicht zu entschuldigen wäre, daß sie mit einem Räuber leben ' wollte. S. Aruch 8. v. לטרים und Peßiktha des R. Kahana ed. Buber S- 196 b. 7. Die vergötterte Statue. Bekanntlich haben sich römische Kaiser den Titel ״Gott, divus, göttlich" beilegen laßen, und der kriecherische Senat beschloß, daß mun den göttlich verehrten Kaiserbildern göttliche' Ehre erweisen solle. Jerus. Abodah Sara II, 2 wird erzählt, daß man einst dem R. Acha in der Fieberhitze einen labenden Trunk, ans dem Wasserstrahl einer Statue gekommen, reichte, und er wvllte denselben nicht annehmen. Hingegen war R. Jona hierin minder skrupulös und trank das Wasser aus einer solchen Statue. )ר׳יא הוה ליה עמרמורין ,אייתין ל^ה מ ׳כלותיה דדוהי ולא אישתה אייתין לר״י ואישתי. Das Wort דיוהי 'findet man wederim Maschbir des R. Josef Schönhack, noch in dem vortrefflichen ״Neuhebr. und Lhaldasch. Wörterb. über die Tglmudin von Or. I. Levy. Es ist aber dieses sremdkllngenoe רולי nichts anderes als das lateinische divg8 Der Wasserstrahl floß nämlich aus dem uiembrum virile eines vergötterten Kaiserbildes וכו־־ותיה דדוהי (wie z, B. *) Zn dem Artikel 4 ״Sklaven" (in Nr. 1) ist uns von Herrn Joseph Heidenfeld in Ai aka» ein« andere Erklärung des Wortes כילוטים zugegangen. Er hält es sür ״Lhalifen" und will in der dort angesühr. .ttn PthMa-Tsille statt כשהן כילוש׳ lesen כשהוא מן הכילוש׳ da es den Begriff מלך ב״וד näher detercknnren soll: ein irdischer König, wenn er von den Lhalisen (soll so viel heißen wie ״ein Barbar") ist, u. s. w." Ob man ״Ehalifen" mit ״Barbaren" so ohne Weiteres indentificirte, dürfte jedoch erst nachzuweisen sein. Was der Herr Einsmder gegen d׳e von Hrn. Nabb. O. gegebene Erklärung einzuwenden findet, daß *i überflüssig sei עבדים durch כיליטים näher zu b-zeich, nen, da ErstereS ohnehin die Bezeichnung sür alle Arten vqn Sthwen, also auch sür Leibeigene, sei, so scheint der geehrte Hr. Einsender übersehm zu haben, daß eben durch dieses כילופים «ine Klaffe ausgechloffen werden soll, nämlich die ״Heloten^, die ganz und gar rechtlos waren, mit welchen man gar keine Verabredungen betreffs der Arbeit«, tag« trifft^ während die כילוטים (Hörige, Leibeigen«) gewiss« Menschen, rechke behiekkün und Tage hatten, die ihnen zur Verfügung ständenl (AleLJ! divus Antonius, was auch die Kirche zum Theil adaptirt hat, divus ketrus), und darum wollte R. Acha ,das Wasser nicht trinken, weil man das Götzendienerische selbst als Heilmittel nicht anwenden darf. Wahrscheinlich ist in der Stelle, Bereschilh rabba Ab. 74, u. Aruch 3. V. קרקר unter לדיוויז auch divus gemeint. Laban näinlich kehrte zu seinen Gottheiten, Götterbildern, zurück. I>r. Levy Talni. Wörterb. S. 393 vergleicht דיויו mit dem persischen div, Dämon, was wohl wieder mit divus sprachlich zujammenhängt. Dem sei aber wie ihm wolle; so ist der Nachsatz des Midrasch: denn Räuber drangen in sein Haus und beunruhigten ihn die ganze Nacht hindurch, unklar! Möglich wollte der Midrasch sagen, daß Laban in seinem Aberglauben wähnte, daß deshalb die Räuber in seinem Hanse ihr Unwesen trieben, weil Rachel die Thoraphim, die Schutzaötter, mitgenommen, und darum suchte er bei seiner Rückkunft die alten Götterbilder wieder einzuführen. 8. Der Fremdling. Aboth d. R. Natban Ab. 1K führt folgend« Säge an: Als Potiphera den Joseph zur Sünde verleiten wollte, so I wendete sie auch Drohmittel an. Sie sagte zu ihm, daß, wenn er ihren Wünschen nich nachgebe» würde, so würde sie ihn ins Gefängniß werfen, die Augen ausstechen n. s. w. Joseph erwiderte, daß er dies nicht fürchte: Gott löset die Gefesselten! Gott niacht die Blinden sehend u. s. w.! Endlich sagte sie: אני עושה אותך ארמאי! אמר לה׳ הי שומר את גרים!• Das Wort ארמאי hat weder Schönhack noch Lewy und ist ganz unverständlich. Es ist aber blos ein Druckfehler oder transponirt für עמורא — אמראי, was im Syrischen bedeutet. Exod. 22, 20: Den Fremden sollst du nicht drücken, denn, ihr wäret Fremdlinge in Egypten, übersetzt dir Peschittho: ולעמודא לא תעיקון׳ מטל דעמוריא הויתון בארעא דלוצרין.Die Bühlerist sägte zu Joseph) daß sie sthstzum schittzlosen Fremdling machbn werdö, und Joseph erwk-' derte: Der Ewige schützt die Fremdlinge! Das verb. ע0ר kommt auch im Targum Sprüche 25, 24' voit. (Mr HitpMauch in der Bibel: Deutorvn 21, 14 u. 24, 7. Red.) Talmüdische Nandbeine^kungen. 1) Die erste Frage der babyl. Gemara, Berächot, 2 u: תנא היכא קאי rc. bleibt selbst nach Raschi's Erklärungdie übrigens in der Antwort der Gemara ohne Zwang gar nicht durchzuführeu ist, sehr dunkel. Mit jener Jeruschalmistelle aber, die Raschi ibid. 8. v. עד סוף ansührt, verglichen, ergiebt sich, wie ich glaube, der wahre Sinn der Frage und Antwort. Die Stelle למה קורין אותו -בבית הכנסת p אם die wir in Raschi lesen, sind die eigenen Worte des Jeru׳ schälmi z. St., die uns also beweisen, daß mast schvst in früher talmudischer Zeit allgemein das Maaribgebet ist den Synagotzen vor Abestds verrichtete und zu Hause nochmals das Sch'ma las. Die Irrige תנא היבא קאי imll demnach wissen, von welchem Schema-Lesen in der Mischna die R6»e sei. Das ״ מאמתיv o n nsänn an", ist beim Sch'ma im Göttesbause noch wichtiger, da einmal vor Eintritt des Abends gelesen, ihm jedes natürliche Zeichen wie צאת הכלבים fehlt. Taräuf ist daun di-: Antwort תנא אקרא קאי sehr passend, und 'will sagen, daß hier von dein ק״ש לצאת י״ח die Rede sei. Hierdurch ist auch das והכי קתני am Orte, das den Nachdruck aus שכיבה legt und auf das נכנסין der Mischna im Gegensätze zum טובלין der Germarä ibid. b. sich stützt. 2) Zu MaimonideS Hilch. Edüt 20. 4 ואין לעדים זוממין שננה לטי שאין בהמי מעשה finden die Erklärer nicht die rechte talmudische Queste und, nach eigenem Geständnisse, auch nicht den rechten Sinn. Beides crgtebt sich aber lekcht,

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