Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 5 (1876)
- Issue
- Nr. 3. (1.2.1876)
- Date
- 1876-02-01
- Page
- Seite 12 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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12 wenn man eine Sisra-Stelle zu Lev. 4. 2, 2 כשעהc, ועשה 2c vergleicht und Babli Kerithoth 4» nachliest, wo es heißt יצאו עדים זוממץ שאץ בהם כעשה• Man wundert sich dann über den Keßef und Lechem Mischna, die Rambam eine Stelle Vollstreckung des Todesurtheils nicht gewartet werden durfte weil es ausdrücklich heißt ׳בן ולא איש durch Warten aber derselbe inzwischen die Pubertät erlangen könnte. R Literaturbericht. Recenfionen. als Quelle zuweisen wollen, von der er aus guten Gründen abweicht, ja zu der er durch sein -?והלב sich in Widerspruch setzt. 3) Aboth 5. 23 2 וב״ם לג״ע יהי רצוןC hat den Darschanim Stoff zu allen möglichen und unmöglichen ״Peschatim" gegeben, was allein schon Grund genug isi, eine befriedigende Erklärung der Stelle zu suchen. Zu der daraus folgende» Stelle חמש שנים p 2C bemerkt Toffasoth Jomtob mit Recht, daß hier das הוא היה אומר zu streichen sei, da dieser Spritch nicht Juda den Tema angehört. Daß dieser Fehler hier sich einschleichen konnte, macht es nun »och wahrscheinlicher, daß dies הוא היה אומר ursprünglich vor יהי רצון gestanden und den sehr einleuchtenden Sinn hatte. ״Er, Juda b. T. sagte: ״möge doch durch göttlichen Willen das Heiligthum wieder errichtet und jedem von uns sein Antheil an der Lehre gewährt werden. nämlich dent Fünfjährigen Mikra.dem Zehnjährigen Mischna u. s. w." Juda b. Tema hätte demnach zu dem älteren Spruche nur die Bemerkung gemacht, daß dieser nur in geordneten Zeiten und Zuständen, bei einem guten Schul- und Erziehungswesen und soliden sozialen Verhältnissen in allen seinen Theilen Anerkennung und Geltung sinden könnte. G n e s e n. I)r. Bi. H o r o v i tz. Exegetische 9koti;en. 1) In einem Aufsatze: ״Waldleben in Hoch-Sennar, von R. Hartman," sinden wir folgende Stelle: ״Leider sind diese üppigen und so vielfach interessanten Gegenden recht ungesund. Hier, wie in ganz Afrika, ist der sogenannte Sonnenstich sehr gefürchtet. Derselbe scheint in der That, namentlich in der Regenzeit, bösartig wirken zu können. Er trifft mehr Fremde als Einheimische. Aber nicht nur Sonnenstich, sondern auch Mondstich wird hier sowohl, wie auch in anderen Tropenregionen gefürchtet. Einer meiner Freunde, ein hochangesehener Künstler, wollte im Golfe von Eariaco den Mondstich gehabt haben: ein anderer Hltannter erzählte mir, daß dieses Uebel auf dem Isthmus von Panama ganz heimisch sei. Wir selbst wurden, in Sennar,-Inständig vor der directen Einwirkung der Mondstrahlen gewarnt. Hiernach erklärt sich der 6. Vers des 121. Ps. zwanglos: ״Am Tage wird die Sonne Dich nicht stechen, und des Nachts nicht der Mond." 2) Wie David Ascher von Schoppenhauer erzählt, habe derselbe sich an den biblischen Spruch (Spr. Salom. 12, 10) ״Der Gerechte erbarmt sich seines Viehes" gestoßen; denn man sei dem Thiere nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit schuldig. Hier hat ihm freilich seine Eingenommenheit gegen das Judenthum einen Streich gespielt; denn wenn er seine Sittenlehre auf das ״Mitleid" gründet und dieses zur Erhal: tung der menschlichen Gesellschaft, worauf ja doch das Sittengesetz hinzielt, ausreichen soll, so muß doch wahrlich auch Erbarmen, was ja dasselbe ist wie Mitleid, auch für's Thier genügen, ja bester sein, als bloße Gerechtigkeit. Wehe uns, wenn man mit uns nur nach der Gerechtigkeit verführe, ist ein alter Satz. Ebenso wehe den Thieren, wenn man sich ihrer nicht einfach ״erbarmte". Soweit Ascher, der wiederum übersehen hat, daß Schoppenhauer nach Luthers Bibelübersetzung citirt. Im hebr. Text steht einfach: ״Der Gerechte weiß, wie seinem Vieh zn Muthe ist." 3) Herr Rabbiner I. Taubes in Verlad (Rumänien) macht in Bezug auf die vom Herrn Rabb. Dr. I. Deutsch im Ltbl. v. I. Nr. 22 angeregte schwierige Raschistelle (Deut. 21, 21) auf die Erklärung des L'wusch im לכוש האורה aufmerksam, wonach beim widerspenstigen Sohn deshalb mit der ÄerlmtwortUcher Rtdoclcur: Dr. 5R. Rahmet. Koldsteiu, L. Erstes Buch Moses, Theil I, zu-׳ nächst für die israelitische Jugend bearbeitet. Gleiwitz, Albert Jäger, 1875. Der seit fast 40 Jahren im Dienste der jüd. Schule, um die er sich gar manche Verdienste gerade durch Förderung des hebräischen Sprachunterrrichts erworben, stehende Vers, des angezeigten Büchleins geht am Schluß seiner pädagogischen Laufbahn an die Lösung des anerkannt schwierigsten Problems der jüdischen Schule überhaupt, der Religionsschule insbesonders, nämlich: an die Vermittelung des Verständniffes der heiligen Schrift im Urtext in Rücksicht auf das jugendliche Alter der Lernenden und die geringe Zahl der hierfür sich ergebenden Unterrichtsstunden und Schuljahre. Er will das Problem in d e r Weise lösen, daß er zunächst das erste Buch Mos. in drei Theile zerlegt: 1) die Urgeschichte, 2) daS Leben der Patriarchen und 3) das Leben Josephs; im ersten Theile — der in dem angezeigten Büchlein vorliegt, das die ersten 11 Kapitel umfaßt (die Pericopen Breschith und Noach) — soll der Anfänger alles zum Nomen Gehörige, im zweiten das regelmäßige, im dritten das unregelmäßige Verbum durch gründliche Präparation sich aneignen und practtsch einüben. Zu diesem Zwecke giebt der Verf. den hebr. Text vollständig in kurzen Stücken von 8, 13, 20—30 Versen, und läßt jedem Stücke eine gründliche von obengenanntem Gesichtspunkte ausgehende Präparatton vorangehen. Zum Schluß folgt eine recht gut zur Regitition geeignete Zusammenstellung der grammatischen Ergebniste. Wr sind, was die grammatische Behandlung und Ein-!Heilung des Stoffes anlangt, mit dem Verf. ganz einverstanden — wir haben in unserer ״Tefilla kezara" fast denselben Weg eingeschlagen (im 1. Curs. mehr das Nomen, im 2. das Verbum bei der Präparation resp. im Bocabularium) berücksichtig! — wir halten es nur nicht für richtig, die Präparatton jedem Stücke voranzustellen, weil das Kind dadurch ga>tz mühelos dazu gelangt. Es wäre ersprießlicher, wenn die Präparationen zu allen Stücken, entsprechend numerirt, hinter dem gesammten hebr. Text ihren gemeinsamen Platz gefunden hätten. Daß Verf. aus dem Cap. 9 die Verse 20 bis 28 nicht weggelasten, erschien uns auffallend. Die genealogischen Register sind wegen Einübung des Zahlwortes mit Recht beibehalten. — Eine etwas sorgfältigere Correctur in den Präparationsstücken wäre erwünscht. Wir sind überzeugt, daß das Büchlein in den Händen eines geschickten Lehrers recht ersprießlich für den biblischen UebersetzungSunterricht werden kann, und wünschen demselben recht große Verbreitung. Israelitische Wocheuschrift für die gesammten In- Icresten des Judenthums. 7. Jhrg. 1 mal wöchentlich. Kostet incl. ״Jüd. Literaturblatt" vierteljährlich 2 Mark. 25 Pfg. Die 3 gespaltene Petitzeile: 20 Pf., 2 gesp. Neclamezeile 40 Pf. (Wird vorzugsweise in den gebildeten jüd. Familien gelesen.) Jüdisches Literaturblatt. 2 mal monatlich; kostet jährlich 4 Mark, bei Robert Friese in Leipzig. Die 2 gespaltene Petitzeile 30 Pfg. Eignet sich besonders für buchhandlerische Inserate. Wird der Israel. Wochenschrift gratis beigegeben. (Wird in allen jüdischen Gelehrtenkreisen gelesen.) Druck n. Verlag von E. Scharnkr in Barby.