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Das jüdische Literaturblatt · 1876-01-15 · Nr. 2. (15.1.1876) · p. Seite 7

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
5 (1876)
Issue
Nr. 2. (15.1.1876)
Date
1876-01-15
Page
Seite 7 (sequence 3)
Language
German
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7 setzern auch vorgeschwebt zu habe». Dies Targum hat zwar eine dunkele Erklärung בטא דמנקן כבריהא. soll vielleicht heißen ככריתא; die Septuaginta aber hat vis kadaron die Peschilo לדכיא also die Ueberlragung der Septuaginta. Ewalg und Philippsohn übe ׳setzen zwar ״wie mit Lauge (Seife) deine Schlacken schmelzend." Es springt aber i» die Augen, daß man mit Lauge oder Zeise nicht ichmelzl, noch viel we- Niger ״wie mit Lauge" schmelzt. I. Hamburger behauptet zwar in seiner Realeucyclopädie S. 75 t Z. 7, daß man mit Laugensalz Silber reinigte und ebenso Fürst in seinem Lexicon 8. v. בר, aber sie haben beide nur die fragliche Zesaj. - Stelle als Beleg. So ist es auch zu erklären, wenn Grätz Gesch. d. I. Il A Z. 279 ״mit Scheidemittel" übersetzt (also statt בבר liest G. בבר). ES scheint daher eure anderre als die gewohnliche Uebersetzung der Stelle uölhig. Nun liegen zwei Möglichkeiten vor Entweder ist die masorelische Lesart, die allerdings allen Uebersetznngen, die uns bekannt sind, vorgelegen haben nluß. eine richtige, so muß man anders übersetzen, oder die Lesart ist nicht gut erhalten und eine Emendation zu versuchen. ״M läutere d. h. ich schmelze, wie die Lauge" kann man nicht übersetzten, ״ich schmelze wie die Neinheit" (so. es erfordert) also zur vollen Reinheit ist eine unnöthige Häufung. בבר von ״ הכברhäufen" ableiten, also übersetzen ״ich schmelze die Fülle (oder zu Hausen« deiner Schlacken" könnte man unterstützen, da Jesajas selbst die Verstärkung von בבר in der Bedeutung ״gewallig" ״massenhaft" 17, 12 anwendl מים כבירים■ Die Form בבד wäre aber eilt Unicum. Eine einfache Lösung aller Schwierigkeit wäre es aber, wenn man statt בבר lesen dürste: בכור dann wäre zu übersetzen: ״ich schmelze im Ofen deine Schlacken und scheide all dein Blei." Lileralurbericht. Receofionen. Philo von Alexandria als Ausleger des A. T. an sich selbst und nach seinem geschichtlichen Einfluß betrachtet. Nebst Untersuchungen über die Graecität Philo's von I)r. Carl Siegfried, Professor und zweiter Geü.licher an der Laudesschule zu Pforta. Jena. Verlag von Hermann Dufft. 1875. An Forschungen über Philo, selbst an gründlichen, ist kein Mangel, nur leiden selbst die gründlichsten unter den gründlichen an — Einseitigkeit. Man kann über den Griechen Philo schreiben, ohne über den Juden, über den Philosophen, ohne über den Ex eg et en schreiben zu können Man kan» seinen Einfluß in der Pa t ri stik nachweiien, ohne fähig zu sein, seine Spuren in dem jüdischen Schrislthum zu verfolgen. Unl ein Gesammtbild von Philo zu geben, nruß man selbst philonisch, d. h. zugleich griechisch und jüdisch, letzteres sogar noch im höheren Grade als Philo, dann auch philophisch und exegetisch gebildet sein. Ter Verfasser der vorliegende» Schrift (jetzt Professor in Jena) ist in der glück- Uchen Lage, alle die angegebenen Fähigkeiten in sich zu vereirn^eii. Diesem Umstande verdank! die Schrift die in allen Theilen gleichmäßig hervortretende Sicherheit der Untersuchung, Selbstnänvigkeit und Gediegenheit des Urtheils. Wir haben hier sozusagen ״Philo in der Westentasche" vor uns; denn die Knappheit in der Behandlung des Stoffes ist auch ein Vorzug und keiner der geringsten der höchst ichätzbaren Schrift. Nach einer eingehenden Einleitung (S. 1—31) behandelt der Verfasser zunächst die ״Bildnngsgrundlagen der philonischen Schrutauslegung" (S. 31--160). Diegriech.Bildung, deren dis ins Einzelste gehende» Nachweis der Vers, noch mit Olossarium Philoneuin belegt, hat ohne Zweifel Philo und seine ganze Geistesrichtung vorgezeichnet. Ihr verdankt er die ausschweifende allegorisirende Riethode und die philosophische Be- 1 trachtugSweise. Wenn der Verf. daneben auch von einer jül dischen Bildnng Philo's spricht, so hat :׳-an diesen Begriff auf jüdische Erziehung und Lebensgewohnheit einzuschränken. Denn die mehrfachen Beziehungen aus den Midrasch, welche der Verf. mit großein Fleiße ausgesucht und nachgewiesen hat, konnten auch einem Am-haare? bekannt sein. In dem zweiten Hauptstück des ersten Theiles behandelt der Verf. sodann die ״allegorische Schriftanslegnng Philo's" (S. 160—275), während der ganze zweite Theil (S. 275—398) ״dem geschichtlichen Einflüsse der philonischen Schrifiauslegung", sowohl dem im christlichen (patristischen) wie im jüdischen Schriftthnme hervortretenden, gewidmet ist. Was das letztere Schriftthum betrifft, so ist hier die Anstrengung des Vers's. Spuren philonischer Zchrisiauslegung darin zu entdecken, mit sehr spärlichem und kauin sicherein Ertrage belohnt worden. Dies war zu erwarten. Die späten Largums, Ps. Jonathan und Jeruschalmie, dürften schwerlich mit Philo auch nur in entferntem Zusaminenhange stehen. Dasselbe gilt von der Kabbala. Wenn diese Etwas von philonischer oder nenplatonischer Philosophie in sich ausgenommen, so geschah es höchstens auf dem Umwege durch den Ssufisnius Tiefere Furchen hat Philo auf dem Gebiete der Patri«tik gezogen, und der Verf. hat keine Mühe gespart, sie blos zu legen. Bei einer so ausgedehnten, zwei entlegene Liieraturgebiete umfassenden Untersuchung wird sich die Kritik nicht an Einzelheiten stoßen, der Gesammtwerth der hervorragenden Leistung läßt billig über Kleinigkeiten hinwegsehen. So z. B. iU er die Erklärung des Wortes מינים. Daß darunter Judenchristen zu verstehen sind, scheint mir ausgemacht und selbst durch die vom Verf. S. 286 zur Unterstützung seiner gegentheiligen Ansicht beigebrachte Stelle aus Hieronymus erwiesen. Denn die Nazaräer, welche weder Juden noch Christen sein sollen, sind es eb n, welche das Hebräerevangelium benutzten (vgl. Hilgenfeld, Evangel. sec. Hebraeos in Nov. Testam extr can. reo. IV). Die Bemerkung R. Josua's über Ben Soma (S. 231) bedeutet: Ben Soma ist noch (?כרי ) wahnsinnig, was er nämlich nach Labli Chagiga 16 a seit seinem Besuch im ״Paradiese" geworden war. Daß R. Jos. ״entsetzt" >var, ist nirgends angegeben, dürste auch um so weniger der Fall gewesen sein, als er die Ansicht Ben Sonia's treffend widerlegt. Uebrigens findet sich die Stelle nicht Her. rabba 1, sondern 2, und so, wie sie der Verfasser citirt, auch dort nicht, sondern Hub!. Chag. 16 a und Jer. Chag. 2, 1. Ueberhaupt gestatte uns der Herr Verf. den Wunsch, er möge künftighin nicht spätere Compendien statt der Quellen, wie Jalkut oder gar (S. 145) של״ה statt des Talmud's, ferner nicht den Midrasch (ohne Angabe der Edition) nach Seitenzahlen (wie S. 19 Midr. rabba p. 224) citiren. Der Herr Verf. ist ja i» der Lage, in den Quellen tüchtig Bescheid zu wissen. Wir schließen die kurze Anzeige mit der wärmsten Empfehlung des auch durch seine äußere Ausstattung höchst ansprechenden Buches. M. G. Mach, I. S., Rabbiner. Studien zur Geschichte der Sammlung der althebräischen Literatur. (Schriften des neuen israel. Literaturvereins, Jahrgang l, 1875.) 160 A. 8. (Schluß) Hierauf folgt in Abschnitt V (Sammlung des Hagiographenkanon S. 133—158) der Nachweis, daß die P,almen ein Buch für sich gewesen zu gottesdieustlichciu Gebrauche, daß sie also das erste Buch der Äetubim seien, während Esther u. Kohelet die letzte». Der Abschluß ist in der Zeit der Ecclesia magna erfolgt, da selbst die tiefgehenden Streitigkeiten der Sadducäer und Pharisäer die Kanonsrage nicht berührt haben, da Kohelet schori von Eleasar b. Hyrkanos als kanonisches Buch citirt und benutzt und ebenso von einem christlicheu Schüler ei» Satz daraus gegen R. Gamaliel verwerthet wird. Die Sammlung der Propheten bildet den Höhepunkt, die der Hagiographen den Schluß Punkt der sopherischeu Thätigfeit der großen Synode. Aus der Fülle intereffaister Einzelheiten verweisen wir

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