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Das jüdische Literaturblatt · 1876-01-15 · Nr. 2. (15.1.1876) · p. Seite 6

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
5 (1876)
Issue
Nr. 2. (15.1.1876)
Date
1876-01-15
Page
Seite 6 (sequence 2)
Language
German
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6 Zerstörung beider Tempel, צואריו dagegen, das ja auch Lingnlar sein kann, aus das eine Heiligthum zu Liloh. Diese Auffassung scheint ziemlich cinleuchteud, leid.׳! aber doch an einigen Schwächen. Zunächst ist das eine Cilat 1. B. M. 33, 4, — dies tarnt nur gemeint sein — welches ec zur Widerlegung der Misrachi angeführt, kein vollberechtigter Beweis, da es nur nach dem Ktil! defective, »ach dem Kri ater plene zu nehmen ist. Er hätte den Beweis richtiger aus 1. B. M. 41, 42 וישם רביד הןר.ב על צוארו bringen müssen. Aber auch seine Erklärung an und sür stch ist nich. de,rieoigcnd. Der Vergleich der Pluraliormen בעליו׳ אדוניו mit צואריו ist nicht recht zutreffend, da der Doppelbegrisf von Plural und Singular eben nur bei Wörtern, die den Begriff von ״Hoheit und Herrschaft' 1" bezeichnen, wie die beiden erstgenannten, als pluralis innjestatis1) Vorkommen dürste **>. Endlich hat der sonst jo überaus gründliche Gelehrte de» angeführten Satz 1■ M. 33. 4 nicht richtig wiedergegeben, er lautet: ויפול על צוארו וישקהו ויבבו Aegiilich wie Mahr'scho argumenlirt der bekannte Midrasch- Eomnlentator Mathnat Kehuna zu der betreffenden Stelle. Er bestreitet die Lesart und Auffassung des Misrachi und schließt mit den Worten: וכן מצאתי שוב בפירוש רש״י וז״ל: צזאריו לשון יחיד במו בעליו׳ צואת־ משמע שנים׳ עב״ל ראי תי ושמחתי♦ Dies angebliche Cilat Rajchi's steht aber in directem Widerspruch mit seinem Commentar zur betreffenden Stelle in Megilla. welche also lautet: כמר צוארין(א גרכינן׳דרך המקרז:‘) לכתוב צוארי לשון רבים חלקת צואריו בכה על ציאריו. Der Mahr'schv a. a. O. will zwar eine ähnliche Äuslaffung, wie die von Biallm. Kehuna citirle, wie es scheint, in einem angeblichen Commentar vom Raschi zum Midrasch gesehen haben; doch ist die Aechtheit dieses Commentars keineswegs verbürgt.'» Für uns sind Raschi's Commemare zum Pentateuch tind Talmud in Bezug aus die in Rede stehende Stelle maßgebend. Sie stiininen beide ziemlich überein und haben nicht den unpassenden Lergleich von בעליו אדוניו mit צוארד. Es wird allerdings, nach der hier erwähnten Raschistelle zu Megilla, welche den Grund der talmudischen Erklärung von den zwei Teinpeln rc. nicht im Plural oder Singular von צואר finden will, das Motiv dieser Erklärung sehlen, oder matt müßte amtehmen, daß Raschi den Grund dafür wie in einer Glosse (in manchen Ausgabe») zu seinem Pentaleuch-Commenlar z. St. angemerkl ist, darin findet, daß bei Joseph zwei Aeußerungen der Theilnahme (ויפול ויבך) stehen, während bei Benjantiit nur בכה steht. Bemerken will ich noch, daß der Misrachi mir der oben erwähnten Lesart צוארו ohne יו״ד nicht vereinzelt dasteht. Der ריף zur angeführten Stelle im En Jacob citirt ebenfalls als Majsorah צוארו ohne יוד . Er setzt sogar hinzu: וכן אמרו רול צוארו כתיב Möglich, daß in einer Handschrift oder Druckausgabe das Wort so gestanden. Thatsächlich haben die ') Siehe Ihn Esra »m> seine Etkliiter zu 2. B. M. 21, 4. *) In alten Gebeidüchern findet inan auch anstatt רצון קונם die Lesart ׳רצון קמיהם die Vielen als ein Ausdruck des Polytheismus Anstoß gab. doch aber »on Amoeitiiten. wie Jacob Emde» und Lzata- »oiv, aujrecht gehalten und damit venbeidigt wurde, daß es לשון אדנות sei, wie 1a auch אלהים die Pluralcndung hat. Uebrigens kommt der Ausdruck קעיהם >» diese», S »ne auch in Midrasch und Talmud vor, wie Breschtth radd. c. lü, Ende. (Doch ist der Sprachgebrauch des Midrasch sür die reine Gebetsprache nicht »iaßgebend Red.) •*) Die Anwendung von Plurals armen mit Singular b ebentung erstreckt sich im Hebräischen viel weiter als aus den pl majest., man denke nur, abgesehen von den vielen Adstracte», wie נעורים ׳רחמים an 9נים Vas ja den! 'צואת׳ a1» meisten entspricht. (Stell.] •) Hier kann רש י allerdings unter מקרא nur die,תורד >»einen, da in צואר נ״ך mit Sussixum auch im Sing, vorkomint, wie Hiob 39, 19. (Mit dein Suffix der zweiten Person auch im Pentateuch: Genes. 27. 40. Deut 28. 4«. Red.) ׳) Bgl שם הגדולים Wien. Buchstabe ש l>-?4 d anerkanntesten Massoreten צואריו mit יוד- Mimhat Schaf, eine Aulorität auf dem Gebiete der Masiora, führt zur Stelle de» Misrachi a», schreib: aber im ־.'tarnen des מסורתהר״מה wie folgt: ועל חלקת צואריו מלא וכר וכל אורייתא דכותא בר מן חד חסר וסימן וורץ עשו וגו ויפול על צוארו ומסר לי1 רו כתיב ריו קרי§ mir angeführte Stelle l.Ö. M: 41, 42. Die von tcheine» auch diese Herren übersehen zu haben. Ich habe jedoch später gesunden, daß Salomo» Dubno in seinem תקר * סופרים die von mir beregte Stelle angeführt hat. Er meint auch, der talmudische Drasch sei viel besprochen, aber nicht genügend erklärt. Er verspricht in einem Nachtrag zu seiitem Werke, eine befriedigende Erklärung zu geben. Ob dies geschehen, ist mir »ich: bekannt. Magdeburg. Nalhanson. Gine schwierige Lchriftstelle. In Jejajah Cap. 1. Vers 25. ואשיבה ידי עליך ואצרף כבר פיגיך wird כבר gewöhnlich ״wie mit Seife" oder ״wie mit Lauge" übersetzt. Diese Uebersetznng ist aber bei näherer Belrachtung eine sowohl lexikalisch und grammaiisch als sachlich schwierige und stört in unschöner Weise das vom Propheten gebrauchte Bild. 1) Sie ist lexiealisch schwierig. Seife oder Lauge heißt ברית >,nd nicht ׳בר jenes kontmt überhaupt zweimal und nur in dieser^Bedeutug in der Schrift vor, nämlich Jer. 2, 28 und Mal. 3, 2, dieses in dieser Bedeutung mit AtiSnahme der eben fraglichen Jesajanischen Stelle in Jjob 9, 30, sonst aber nur in der Bedeutung ״Reinheit". Aber auch die Jjob-Stelle läßt recht wohl die letztere Bedeutung zu. 2) Grammatisch ist die Stelle schtvierig. Sie ist in der Masora כבר punktirt, schließt also den bestimniten Artikel ein. In allen andern Stellen, in denen בר vorkommt, ist es ohne Artikel angewendet und nur in Verbiiidiing mit כף oder יד oder mit der Person ברי (Sam. II 22, 25). Wozu soll auch die Hinweisung auf eine bestimmte ״Lauge" oder Reinheit dienen? Es gab eben nur außer נתר eine vegetabilische Lauge :ברית, und der Begriff Reinheit bedarf keiner besonderen Hinweisung. Mit Stossnamen verbindet man den Artikel, men» »tan eine bestimmte Gattung desselben meint. 3) die Stelle ist sachlich schwierig. Nach der gewöhnlichen Uebersetznng muß man aiuiehmen, daß man mit Lauge Silber von Schlacken reinigte. Dafür, daß dies aber im Alterthum, bei den Israeliten resp., geschah, finden wir keine weitere delegstelle. Im Gegentheil finden wir nur Läutern des Silbers wie des Goldes durch Feuer in Schmelzgesäßen Ps. 12, 17; Maleachi 3, 2; Spr. 17, 3; 27, 21. צרף bedeutet ״anhauchen und durch Feuer schmelzeit" und deshalb ״läutern". Rialeachi 3, 2. Der ganze Vorgang des Schmelzens und Läuterns des Silbers wird Jechesk. 22, 17—22 und Mal. 3, 2—3 deutlich geschildert, und es ist darum wohl mit Sicherheit anzunehmen, daß man Silber nicht mit Lauge, sondern durch Schmelzen läuterte. Gesetzten Falls aber, man hätte mit l eiben geläutert, so wird wohl das Schmelzen stärker als die Lauge gewirkt haben und das Schmelzen ein gewaltigeres Bild sür die moralische Läuterung sein, als das Waschen mit Lange. Denn nur zuut Waschen resp. Reinigen des Körpers und der Kleider brauchte man diese: Jer. 2, 23 u. Mal. 3, 2. Deshalb kann man 4) sagen, daß das gewaltige ergreifende Bild, welches der classische Prophet anwendet, geschwächt und in dieser Fassung sogar verunstaltet würde. Es würde also Folgendes sein: ״Ich läutere (durch Feuer) wie mit der Lauge deine Schlacken". Bei Maleachi ist ein doppeltes Bild in Kap. 3 P. 2; er führt aber in V. 3 nur das Bild des Schmelzens aus. Eine solche Schwächung des Bildes können wir von dem ästthetisch feinfühlenden Jesaiah nicht erwarten, noch viel we- Niger eine Mischung beider Bilder. Die angegebenen Schwierigkeiten schei» -n den alten Ueber-

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