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Das jüdische Literaturblatt · 1876-01-15 · Nr. 2. (15.1.1876) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
5 (1876)
Issue
Nr. 2. (15.1.1876)
Date
1876-01-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdische Lueraturmt. Zur Beleuchtung aller Jutentipnn «. Juten betreffenden litrrarischen Erscheinungen auf dem Gebiete derPhilasaphie.Grschichte,Ethnographie,Ehrologie, Krientalia, Exegese, Homiletik, Liturgik, Pädagogik. Heransgegeben von Rabbiner vr. Moritz Rahmer. Magdeburg, IS. Januar 1870. Hücher der einschlägigen Littratur, meiche »er Ne«, den ״Jüd. Meroturdtati" in Magdeburg (oder der,Lsrarl. Wochenschr." in Stettin) plgesandt «erden, finden in diesem Platte eingehende Besprechung. Nr. 2. . . Erscheint am 1. u 18. de« Monats. Preis pro Jahrgang 4 Mark. Für die Abonnenten der ״Israel. Wochenschrift" (die jührl. 9 Mark kostet) g r a t i S. Zu beziehen durch alle Buchhmcklungen; in Leipzig durch Robert Friese. 5. Jahrgang. Bibel- und Naturgesetze. Bon Michael Levy in Jnowraclaw 2. Trist u. Materie. Das Alte Testament wird durch die neuzeitlich gesteigerte Einsicht in die Naturgesetze immer mehr gekräftigt. Dies ist auch für die Kosinogonie der Genesis in diesem Blatte (Jhrg. 1873, Nr. 11, 12) deutlich genug nachgewiesen. Ich möchte nachträglich noch die Revue de Deux Mondes vom 1. Juni 1869 pag. 608 citiren. Daselbst sagt der grobe Chemiker Faraday: Ce qu’on appelle mattere, a’est qu’un asseinblage des qentros de forces: Voilk bien Itetetnent dernier de la matiöre rapprochä autant que possible de la substance immaterielle!! Es dürfte hier auch auf Börne's Ausspmch hinzuweisen sein (Mittheilungen aus dem Gebiete der Länder- und Völkerkunde, Theil I, pag. 10, Offenbach, Brunei, 1833): ״Der Geist war nnr eine unsichtbare Materie; die Materie ein unsichtbarer Geist." Aehnlich äußert sich Salonw ibn Gabirol (Avicebron) in seinem erhadenen ״Letker Malokutd" פי מאש הנעמה נברא הנוף ויצא מאין ליש Ausführlich wird dieser Gedanke behandelt von Nachman Krochmal im More Rebneke ka-8eman eap. 17. Wir misten demnach so ziemlich nichts vom Wesen der Unterschiede zwischen sogen. Körpern und Geist, da eben Astes naturgesetzlich sich verhält, und wenn man ״Gesetz" sagt, so ist eben geistige Bestimmung und Einsicht ausgesprochen. Es giebt kein Diesseits — Alles ist: Jenseits! Somit hat unser Altes Testament, und insbesondere der Pentateuch, sehr Recht, jenen landläusigen Unterschied zu ignoriren. 3 Acht. ״Die Welt ist eine Form des Lichts!" Das lehrt heute auch die vorgeschrittene Naturwissenschaft (Bibel und Talmud*) habe» es vor Jahrtausenden schon ausgesprochen). Gäbe es kein Licht, so gäbe es keine Wärme, keine aus deren Wirkung *geballten Gestirne, keine Vegetation, keine Thierwelt — aber Keiner weiß, was Licht ist. Trotz aller noch so gewistenhasten Forschungen und ihren nicht zu unterschätzenden Resul- *) Vergl. Midr. rabba zur Genesis c, 3 und zu Wajikra e. 31. רבי יהודא אומר האורה נבראת תחלה וגו מהיכן נבראת האורה י אמר ליה מלמד שנתעטף בה הקב״ה כשלמה והבהיק זיו הדרו מסוף העולם ועד סומו אמרה לו בלחיש׳ א״ל מקרא מלא הוא עטה אור כשלמה נוטה שמים כיריעה taten gilt doch noch immer das herrliche Wort der Bibel: ״Du vermagst mir nur nach zuschauen, meine Spuren zu verfolgen, — das innere Wesen bleibt Dir unerschaulich." (Exod. 33, 23.) Wenn Gott sein« Werke schauen läßt, sieht man einseitig die Resultate, doch nicht deren volle Beziehungen! Gine hagadifch-maffor-tifch- Schwierigkeit. Die talmudische Auslegung (Megilla 16 b und Bereich, rabba e 93 Ende) des Bibelverses Genesis 45, 14 הטול על צוארי כנימן וכר וכי שני צוארים(* היו לו לכנימן אלא א״ר אלעזר בן 6דח יוסף ראה^וי״ה״ק ששני בית המקדשות עתידק רבנות בחלקו של בנימין ועתידין ליחדב׳ ובניטן בכה על צואריו ראה שמשכן שילו עתיר ליעשות בחלקו של יוסף ועתיד ליהרב , welche auch Raschi als Erklärung des betreffenden Verses benutzte, hat mannigfache Besprechung« und Supererklärungen gefunden, die aber oft selbst unllar, wenig zum bester» Verständniß derselben beigetragen haben. Sehr auffallend ist die Erklärung des Misrachi. Abgesehen davon, daß er dieselbe auf die ungegründete Prämisse, daß bei צואר ohne Suffixum die Singularsorm und nur in Verbindung niit Suffixen die Pluralform gebraucht wird, stützt, da, wie weiter nachgewiesen wird, auch beim Suffix die Singularform vorkommt, so ist seine Erklärung schon darum hinfällig, weil sie in der falschen Voraussetzung wurzelt, daß צואריו in dem angführten Text ohne יוד geschrieben ist. Aber auch andere Exegeten und Mastoreten, welche die Erklärung des Misrachi aus den angeführten Gründen bemängeln, kommen zu keiner klaren Definition und lasten manches Jrrthümliche unterlaufen. Schon der Mahr'scho zur betreffenden Stelle En Jacob verwirft die vom Misrachi angeführte Lesart צוארו ohne יוד, und widerlegt besten Meinung, daß mit dem Suffix stets die Pluralform צואריו gebraucht wird, durch den Hinweis: דהא מצינו ככינוי צוארו כלא יו״ד נכי עשו׳ ויבך על צוארו׳ Er will jedoch folgenden Ausgleich finden: צוארי ist Plural, צוארו (ohne יוד) Singular, צואריו (mit יוד) kann jedoch sowohl Singularals PluralBedeutung haben, wie ,בעליו אדוניו- Darauf basire auch die Eingangs angeführte talmudische Erklärung zu Gen. 45, 14. צוארי beziehe sich auf die *1 Die ursprüngliche Leseart im Talmud (Megilla a. a. O.) lautet: כמה צוארין הוו ליה וכוי א״ ר אלעזר בכה על שני מקדשים שעתידין להיות וכוי בכה על משכן שילה שעתיד להיות וכוי Raschi, der die einleitende Frage gestrichen misten will giebt dadurch zu verstehen. daß die talmudische Interpretation dir Pluralform צוארי und צואריו >n diesem Verse garnicht urgiren will. (Red.)

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