Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 5 (1876)
- Issue
- Nr. 1. (1.1.1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/5367336-5990818-5990970--0532-5367574- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
מ größere Gewichts Vermehrung und das Bild eines munteren, kräftigen LhierrS. Lei Unitshrung des Vetsuches gckWgte der frühere -pli-Hund bald in de» gleiche« Zitsland der Stumtzfheit »id Mn»kelsch»äche bei geringer -tzrpeqnnahme, «ährend der feührre Natron-Hund wieder ein lebhaftes Thier wurde, welches eine Gewichtszunahme von fast dem vierten Theil vom Gesamml-Gewicht des Kali-Hundes aufwies. Diese kurzen Mittheilungen werden vor Augen führen, daß das Kochsalz, naturgemüß ailgewendet, für diejenigen Menschen, welche vor- 1 zugsweise von vegetabilischen Erzrugmifen leben, ein unenibehrlicheS Nahrungsmittel, oder richtiger ein unentbehrlicher Nahrungsstoff ist." (Schluß folgt.) Kremdfprachttches im Talmud. Von Rabbiner D. Oppenheim. (Fortsetzung aus Nr. 28 v. I.) 4. Sklave«. Bisweilen läßt sich aus dem Gebrauche eines fremden Wortes das Alter eines Midrasch sehr gut bestimmen, es giebt zugleich über mancherlei Zeitverhältnisie und Zustände Aufschluß. In der Peßiktha rabbathi. Ab. 23, wird in einem Gleichniß das Hörigkeitsverhältniß, wie sich dasselbe im Mittelalter ausgcbildet, ganz treu geschildert und auseinander gesetzt. Die Peßiktha rabd. Adschn. 23 deinerkt nämlich zur Stelle im Dekalog: ״Sechs Tage sollst du arbeite» und alle deine Werke verrichten."ר״י ר׳ אייבו בשם ר״ש בן לקיש: כנרהג שבעולם מלך בשר ודם כשהן כילופום אומר לעבדיו. עשו עמכם יום אחד ועמי ששה ימים . אבל ה״ק׳בה אינו כן. אלא כך אמר הק״בה לישראל: בני! עשו עמכם ז׳ ימים ועשו עמי יום אחד׳ Das fremde Wort בילופים ist sehr dunkel und findet sich ntrgends erklärt. Schönhack, der es wohl anführt, will dafür peculium, Eigenthum, emendiren, was aber auch keinen rechten Sinn giebt. Allein es ist hier eine Emendotion gar nicht nothwendig, und man braucht blos die Construction des Satzes zu verbessern und richtig zu stellen und zwar: מלך בשר ודם אומר לעבדיו כשהן בילופים עשו עמכם יום אחד ועמי ר ימים ובו׳ Das Wort בילופים bedeutet Sclavus, Sclavi, Sklaven, französisch esclave. Der Midrasch bemerkt nun: Ein König, der Diener hat, die Leibeigene und Sklaven sind, richtet an sic die Worte und den Befehl: Arbeitet für mich 6 Tage und für euch einen Tag. Gott hingegen sprach zu Israel: Meine Kinder! arbeitet für euch 6 Tage, und l weihet mir blos einen Tag. Bekanntlich wird das in allen europäischen Sprachen übliche Wort ״Sklave" im mittelalterlichen Latein Sclavus, von de» kriegsgefangenen Sklaven, Sclavi, im Griechischen Selal»oi, abgeleitet, die von beit Deutschen und anderen Nationen zu Sklaven nub Leibeigenen gemacht wurden, welche hauptsächlich Frohndienste zu leisten batten. Die Leibeigenen, verschieden von den Sklaven bei den Römern, halten zuiileist landwirthschastliche Arbeiten, Nobbvt und Frohnen zu verrichten, wie dies noch i!r Oestreich, Polen und Ungarn bis zum Jahre 1848 der Fall war, 100 die Bauern wöchentlich 3-4 Tage der Gutsherrschast Robbot zu leiste» hatten. Zn Rußland wurde sogar die Leibeigenschaft erst vor circa 10 Fahren aufgehoben. Wohl sollte es für בילופים mit dem Alef prostheticum אסכלופים heißen, wie אסכולי für Scola, S - chule (siehe Aruch s. v.). Allein wie anstatt אבכולי , — Scola lsranzösisch mit der Weglaffung des L 6cole) abgekürzt, mit Weglassung der Sylbe אם. blos בלי. z. B. רישי בלי, Schulhäupter (vgl. Aruch s. v. בלה) gesagt wurde, so wurde auch aus אבכלופים im Munde des Volkes בלופים- So viel ist gewiß, h»b htgr die Peßiktha die Sklaverei, wie sie Ach nach der VMerwandemug hetMsgebüdet und in den verschiedenen Formen der Leibeigenschaften u»d Hörigkeit sich eytWickesie, die in der Verpflichtung z» ge Wissen Fr<chnart>^ten ßn jeder Woche bchgnd, im Sinn« tzsüe. Sie stellt dghcr den VerDich auf, daß sonst die leibeigenen Ugterthanen בילופים verpfkchtet sind, 6 Tage für ihren Herrn zu arbeiten, während die Schrift von den Israeliten, von denen es ebenfalls heißt: denn mir sind die Kinder Israel Knechte u. s. w., blos einen Tag fordere, der Gott geweiht sein soll. 5. Der Gift sprühende Haman. Große Schwierigkeiten bieten sMtverständlich jene sremden Worte, die durch Abschreib- und Druckfehler verstüininelt sind. Es ist oft ein glücklicher Zufall, wenn »ui« durch PalallrlstellLN die Dunkelheit ,,usheiten kan«. In dem folgenden Pagus im ׳: ereschith rabba Ab. 16 haben wir ein solches Beispiel. Der Midrasch legt die ׳Namen der vier Flühe, Genesis 2. 10, typisch «us: ושם הנהר השני ניחון, וו מדי.שהיה המן שף עמה כנחש על שם על נחונך תלך.. Was שף עמה כנחש bedeuten soll, ist unklar. In der Parallelstelle Wajikra rabba Ab. 13 ist die Lesart: ניחון וו מדי שהעמידה המן הרשע. שמשך עיסה כנחש על שום גחונך תלך. Hier ist also der Passus viel klarer und deutlicher, aber die Phrase שמשך עיסה כנהש ist räthselhaft. Wir glauben aber, daß ,עימד das griechische 108, Gift, ist, und tm Midrasch z. 1. B. M. muß es so emendirt werden: שהיה חמן שף עיבה בנחש d. h. Haman hauchte und sprühete Gift wie eine Schlange aus, und ebenso muß anstatt des sinnlosen שמשך עיבה im Aajikra rabba gelesen «erden: .ששף עימד. Durch die Vergleichung der beiden Stellen, die wohl beide durch Cor rupsele entstellt sind, läßt sich der richtige Sinn uud die richtige Bedeutung des Wortes עיבה — ios, Gift, feststellen. Der Midrasch findet in den! Namen des Flusses Gichon die typir sche Beziehung auf Medien, respective auf Haman, der gleich einer Schlange schleichend, kriechend und giftsprühend Israel verfolgte. Darum vergleicht der Midrasch Gichon mit der Stelle: Auf deinem Bauche, נחונך, sollst du, die Schlange, gehen. Wohl gebraucht der Talnnid und auch die Targumim das Wort אדם für Gift, so z.B.Ps. 140 : אירסא דעכובתא was die Septuag. mit ibs aspedön mied er giebt; aber es schließt dies nicht aus, daß auch das Wort עיבה ios angewendet wurde. Denn selbst ארם scheint aus deni lateinischen Virus abzustammen. (Fortsetzung folgt.) Lileraturbericht. Recenfiooen. Dr. A. Aerkiner, Die Massorah zum Targum Onkelos (Jahresbericht des Rabbinerseminars für das orthodoxe Judenthum pro 5635). Berlin 1875. VII. und 24 S. 4°. ״Wenn Einer eine Reise thilt, so kann er was erzählen". Auch Herr Dr Berliner, der verdienstvolle Herausgeber Raschi's, hat von seiner italienischen Reise so Manches der wiffenfchaftlichen Welt zu Erzählendes hcimgebracht. Die erste größere Reisesrucht bietet er uns in gegenwärtiger Publikation. In der Nattoiialbibliothek zu Parma befindet sich einer jener schön und sorgfältig geschriebenen Codices, welche die Freude des Bibliographen und eine Fundgrube für eingehendere Bibelstudien bilden. Derselbe enthält den Text des Pentateuchs und das Targunl dazu. Das letztere ist nun, gleich dem Texte selbst, nicht nur mit Vocalen und Accenten versehen, sondern es ist ihm auch dir sonst nirgends vollständig