Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 4 (1875)
- Issue
- Nr. 14. (1.7.1875)
- Date
- 1875-07-01
- Page
- Seite 54 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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sch sonder ׳תנץ Wallfisch (vergl. Gen. 1,12); dagegen das Wort בלע (Jona 2, 1), welches Leß und Anton zu vielfache«-Dentungen Anlaß gegeben, begegnet uns hier gleichfalls. Wir habe« somit die gunze Erzählung des Buches Jona. Und wie passend HNte der Prophet Jeremias in dieser Rede auf die Jonageschichte als ein Vorbild der Erlösung aus Chaldäa anspielen können. Offenbar war chm das Buch Jona, sowie deffen Erzählung unbekannt. Zu seiner Zeit war das Büchlein noch nicht da. Bei ihm ist es nur ein oratorisches Bild, eine Metapher, wenn er Israel von einem gefräßigen Seethier verschlungen werden und aus seinem Rachen dann durch einen göttlichen Gnadenakt entkommen läßt. Diese von Jeremias gebrauchte Metapher versuchte ein späterer Dichter zu einem weiten Bilde auszusühren. Hier haben wir den Schlüffe! zum Jona-Räthsel! Denn daß dieses merkwürdige Zusammentreffen nicht zufällig sein kann, wird auch der Blödeste einschm. Der- Prophet״ heißt fljy, Taube, und so heißt auch Israel, so heißt auch Jerusalem! Der Vater des Propheten heißt zufällig, wie sonst keine andere bibl. Person,אמתי , welcher Name viel eher Gott als einem Maschen zukommt, u. zu Israel ״dem erstgebornen Sohn Gottes" Ex. 4,22 in einer so zutreffenden Beziehung steht. Zufällig erzähtt der Prophet Jeremia von Israel ganz dasselbe, was unser Dichter von Jona berichtet; ״zufällig" haben die Kanonsammlet das Buch nicht unter die hist. Schriften stellen wollen; ״zusällig" endlich schweigen alle hebr. Chrouographen nicht blos über das außerordentliche Wunder, sondern auch über die ganze Thatsache, daß ein hebräischer Prophet nach einer fernen Heidnischen Stadt gezogen und dort eine so großartige rasche Bekehrung erzielte!*) Statt aller weiteren Argumente will ich die kleine Erzähtung des Büchleins kurz wiederholen, die in ihrer einzelne« Einfachheit mchr überzeugende Kraft hat, als alle gelehrten Argunlente. (Schluß folgt.) Ra״dgtvffen zur heil. Schrift. Von Rabbiner I. Stern. Genesis 2, 3. Der Schluß dieses Verses scheint wie folgt conumrt werden zu müssen: כי בו שבת אלהיט מלעשות בל מלאכתו אשר ברא. Der Objeciivsatz ist paren.heiisch zwilchen 8 und לעשות gestellt, wodurch das Schleppende vermieden und eine lymakmche Schönheit erzielt wird. Jb. 4, 7. Das תטיב bezieht sich nicht auf das Handein, wie man es fälschlich zu nehmen pflegt (״wenn vu Gutes thust"), sondern aus die Gesinnung uud Empsindung. Kain war voll Neid über seinen Bruder, also innerlich nicht mehr gut. Nun!nacht ihn Gott auf die Nachtheile ausmerksam, die aus einem solchen Affekt entspringen: a) ist der von derartigen negativen Empfindungen erfüllte Mensch unbefriedigt und innerlich gedrückt; b) ist er der Gefahr ausgcsctzt, ein Verbrechen zu begehen. Daher soll sich Kain bemühen, dieses Gefühl zu überwinden. Indessen, fügt Gott weiter hinzu, wenn er diese moralische Kraft nicht besitzt, so soll er sich rvenigstens zusamn,ennehnren, daß das Gefühl nicht zur Thal werde. 12 ואתה תמשל■ Der Vers enthält mehr Weisheit als manches moralphilosophijchc Vompendium uud i.t würdig, Gort selbst in den Mund gelegt zu werde»(!)und am Eingang der Bibel seinen Platz zu finden. Jb. 26, 29. עתה אתה ist wohl am richtigsten zu übersetzen: ״du bist nun einmal." *) Aber eines Propheten gleichen Namens geschieht im 3. B. d. «3• 1%( 14, 25 ausdrücklich Erwähnung! (lieb.) JA 30, 6. Dan, Äbhn Jakobs, schtlnl׳' in de^ alte»' Hcreolotzft eilte bedeutender«*-Rollt gespielt u Hakim als die spärlichettMeste der a'.thebr.׳ LÄratur vermüthSlf läffe». (Vgl. Moritz, Mythologie p: 143* Vielleicht ist et identisch mit Danaus, tM Griechen, deifi siH - um die SchMMt > oerdieE machte (ff Jud. 5, 17).' )fadf Mythologie hätte DaiDA 50 Söhne und Töchter; hienach kann vielleicht das räthselhaste ובני רן השיט heißen sollen המשים. Bemerkenswerth ist jedenfalls, daß Dan im Segen Jakobs mit der Schlange und im Segen Mose 's mit dem LöM» verglichen wird, zwei gewaltige Attribute; ferner, daß er der Ahn Simsons ist, tute Tanaus der des Perseus und daß endlich Jakob nach deffen Erwähnung ausruft: לישועתך 21׳- (Vgl. auch רינה u! Danatz.) Jbid. 32, 24. Der Dämon der Einsanikeit, der durch die Phantasie den Menschen ängstigt, verwirrt, oder zu ge- Heimen Sünden aufregt. Erst bei Nacht ist der Einsame vereinsamt, weil ihm beim Hellen Tage die sichtbare Umgebung so zu sagen Gesellschaft leistet und ihn zerstreut. Jb. 49, 10. Die Frage, weshalb Levi nicht als Gottesdiener gerühmt wird, beantwortet sich leicht durch die Annahme, daß wir hier ein vaticinium ex eventu aus Salomo's Zeit vor uns haben. Die Dichtung, welche die Stämme Israel verherrlichen will, ist ein nationales Poöm und hat zugleich eine apologetische Tendenz; sie will das Prinzipat Juvä's rechtfertigen, daher tadelt sie-alle vorangehenden Stämme, um diesen als den ersten würdigen hinzustellen. Daher mit Nachdruck יהודיה.אתה »du bist's." Das שילה wird am besten als Umschreibung für Salomo (״Friedrich") aufgesaßt — so schon Pros. Oehler in Tübingen. Exodus 1,10. Das ו;! לה מן הארץ scheint eine Redensart zu sein in der Bedeutung: ״dem Lände über den Köpf wachsen", so daß sie, wegen׳ ihrer numerische» Stärke, däS' Land nicht mehr fccht, wie Hos. 2, 2'verglichen mit V. 1. Exod. 3, 4. Die'Wurzel שר׳יזרדםר, die in vielen' hebr. Worten vorkommt, scheint ursprünglich das Schnellen des Pfeils von der Senne bezeichnet zu haben, wobei der surrende Ton 8r vernommen wird. (Die Wurzelbildung de^ Sprache ist das erste Erwachen des'Sprachgenius bei der noch verwilderten Menschheit, bei der Psbil und Logen eine Hauptrolle spielten.) Allmählig nahm sie die Bedeutung an: Trennung eines Theils von einem Gegenstände, eines Gegenstandes von einem Ort re. Diese Grundbedeutung der Wurzel läßt׳ sich in allen Stämmen Nachweisen. Jbid. 12, 13. Schwarz in seinem hebr. Büchlein פרדס hat einen guten Gedanken, der von der wiffenschaftl. Exegese verdient beachtet zu werden. Nach seiner Ansicht ist das 2לכ ein Tikkun Sopherim für לי , um das Anstößig« zu vermeiden, wie G. 18, 22 n. a. St. Jbid. 12, 2. Dies sieht wie eine Reform des Kalenders aus. In der Thal b.-gann früher der Thisrkreis mit dem Zeichen des Stieres; da sich aber die Erdare alljährlich etwaverschiebt und der Frühling immer balder beginnt, so scheint man später deshalb di«!e Aenderung vorgenommen zu haben, (s. Diesterweg, Astronomie). Literaturbericht. Rrcenfiooen. Weill, Kmanuek, llabbin & Versailles. La feanne juive; sa condition legale d’apr&s la Bible et le Talmud. Paris, Joseph Laer 1874. (Fortsetzung.) Es ist zunächst befremdend, daß der Herr Berfaffer die Arbett des seligen Dr Frankel, wie andere einschlägliche Ab- Handlungen auch nicht mit einer Silbe erwähnt. Wie es scheint, sind dieselben dem Herrn Verfaffer nicht bekannt, er