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Das jüdische Literaturblatt · 1875-06-15 · Nr. 12. (15.6.1875) · p. Seite 47

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
4 (1875)
Issue
Nr. 12. (15.6.1875)
Date
1875-06-15
Page
Seite 47 (sequence 3)
Language
German
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47 Jer., da wird die Ableitung aus einem ganz andern Grunde zurückgewiesen; und «Mich, meine Herren, geben Sie mir Aufschluß, weshalb Alfasi (Berachoth, Ende des zweiten Perek) den Jer. gar nicht erwähnt, sondern diese Ableitung im Namen von רבוואתא bringt? Der Beweis von עקב c 30 (soll heißen 145) bedarf keiner Widerlegung, da Sie selbst bemerken, daß die Erzählung im Midrasch vorkommt und אין למדין ist hier nicht anzuwenden. Aber ich will Ihnen nur sagen, daß der fei. Fr. das auch gewußt hat, denn im ״Mebo" 132 a. schreibt er ausdrücklich: ׳ואך הגדות באו בהם אשר מקורם בירושלמי also Fr. wußte wohl, daß in den Sch. manches aus dem Jer. vorkommt lieber die Stelle von שתי עטיפות läßt sich streiten, da der eigentliche דין, daß man zweierlei Kleider haben soll, ja iy Babli steht, Sabb. p. 113 a שלא יהא מלבושך של שבת ׳כמלבושך של חול woraus hervorgeht, daß man ביעטיפות haben soll; nun möchte ich nur wissen, wenn der Vers, der Sch. den דין der Gemore in positiver Form wiedergeben wollte, wie er sich hätte anders ausdrücken sollen; aber wie gesagt, es läßt sich darüber streiten, Nur möchte ich Sie fragen, warum steht in Jer. der Ausspruch im Namen Rabbi Chainna's, und in den Sch. im Namen Rabbi Jochanan's. Ferner geben Sie mir Aufschluß, weshalb Raschi ibid 2 ד״ה שמלותיך die Frage וכי ערומה היתה nicht im Namen des Jer. anführt? Sollte Raschi nicht die Quelle angeben? Ich glaube aber, daß man bei solchen Redensarten Ausdrücke gebraucht, die anderswo Vorkommen, ohne von denselben zu wisseil. Wie Sie aus der Stelle in ויצא c. 23 einen Beweis bringen wollen, verstehe ich nicht. Was haben da die Sch. aus den Jer. genommen? Der דין steht ja vollständig im Babli (Nedarim 77 b), und wenn man ihn hiernach. ohne den Jer. gesehen zu haben, darstellen will, kann man gar nicht anders schreiben als die Scheiltoth. Meinen Sie vielleicht den Ausdruck מובטל לך? Allerdings wäre das ein Anhaltspunkt für die modernen Bibelkritiker, aber nicht für unser Einen. Und dann frage ich Sie, wenn die Sch. den Jer. nachgeschrieben hätten, warum haben sie nicht den Ausdruck זקן genommen, wie es im Jer. steht? Aber ohne Jer. konnten auch die Sch. auf den Ausdruck מובטל לך kommen, weil es im Babli zur erwähnte» Stelle auch heißt בטיל ליכי.לא יאמר• Es bleibt also nur noch die eine Stelle von קרח zu erklären, wo es wirklich auffallend ist, daß die Sch. sich nicht nach Babli richte»; aber dennoch ist das kein Beweis. Lesen Sie gefälligst מלאכי כללי הרמב״ם בלל ד, der da schreibt, daß der Rambam zuweilen einen andern Vers ansührt als die Gemore, weil es aus dem von ihm angeführten Vers deutlicher hervorgeht, als aus dem der Gemore. Könnte» nun die Sch. nicht eben so gethan haben, da es aus והוא יבדל deutlicher hervorgehr als aus ־־?ארו ארור So wären Ihre sechs Beweisstellen widerlegt, und Irankel's Ausspruch in Betreff der Scheiltoth gerechtfertigt. Wer aber behaupten will, daß die sechs Stellen durchaus aus dem Jer. entnonimen sind — עליו הראית! Ich wiederhole noch einmal, daß keine Nebenabsichten nlich zu diesem Schreiben veranlaßt haben, nur die Ehre der Thora, die בעו״ה seit einigen Decennien von unfern Gegnern in Staub getreten wird, und nun sollen wir ihnen nachahmen und uns selbst Wunden schlagen? Daß Fr. זצ״ל ein großer Talmid-Lhacham war, beweisen seine ׳טפרים in denen ich stets nur großes בקיאות in Babli wie in Jerufchalmi u. a.. und einen שבל הישד, wie selten, gefunden. Conjecturen im Talmud oder in der Misckna machen, ist keine strafbare Handlung, wie ich schon in dem ersten Brief nachgewie en, und dennoch wie vorsichtig Fr. dabei zu Werke gegangen ist, beweist er, indem er in seiner Vorrede schreibt ׳וגם הטעות לא שניתי••• כמצות ר״ת ול Daselbst führt er auch alle ihnl LorarWgailgeneü Erklärer des Jerufchlllmt auf, (darunter auch Syreleio) und in Bescheidenheit sagt er von seinem eigenen Commeiuar: דוב הפירושים הם ילדי שכלי הדל Auch Ihre Ir. zugeschriebene Hypothese, daß die Mischna des Jer. ursprünglich anders gewesen sei als die des BE u. s. w, konnte ich s o nicht finden. Im Gegentheil, in der Vorrede heißt es וידוע שיש לפמים שינוי ובד und in der ׳פתיחה :יבורר לנו שבאי ו ה מקומות ובד und an einer dritten Stelle הגיהו לפעמים ובד- Ich möchtehier auch, wie jener Amora, ausrufen:לא תתלו בו קי טריקי ברב.ד I. B. N. in P. Nachbemerkung der Redaction. Es strch uns noch einige Widerlegungeil der Lehmann'jchen Jrrthümer und grundlosen Beschuldigungen zugegangen -- darunter auch eine interessante Zuiammen^elluug von Satzverdrehungen und Entstellungen, die Herr L. in feiltet: sogen. Kritik nch zu Schulden kommen ״läßt — allein da Herr L. in seinein dritten Artikel die ihm bisher gründlich uachgewiesenen Jrrthümer nicht nur unwiderlegt läßt, sondern forifährt, von ״ungerechtfertigter Hypolhesemacherei des Frankel'schen Jeruschalmi-Commentars" zu fabeln, so schließen wir hiermit jede weitere ״Replik" und zwar mit den Worten, mit welchen der sel. Direktor Frankel vor 23 Jahren eine Replik gegen den jüngst verstorbenen Prof. Ewald schloß: ״Die Selbstachtung verbietet, sich weiter mit vi. (L.) einzulassen. Mag er in;einem Betragen forlsahren; mußte ihm nach Spr. Salom. 26, 5 einmal geantwortet werden, so mahnt Vers 4 das., ihm gegenüber in Zukunft — zu schweigen." Lileraturberichl. Schulprogramme. (Schluß. *) **) 2) Aünfuudzwauzigster Jahresbericht über die Religionsunterrichts-Anstalt der Synagogen-Gemeindezu Bresl au. Bon I)r. Samuelsohn. 3) Siebenter Aericht der hebräischen Unterrichtsanstalt von Prediger Dr. P. N eustadt in Breslau. 4) Jahresbericht über die jüdische Gemeinde-Schule zu Thorn. Von Rabbiner l)r. I. Oppenheim. 5) Arüfmtgsprogramm der isr.Religioitsschule in Oels. 1875. Von Prediger L)r. Cohn, jüd. Religionslehrer daselbst. Har uns die Einladungsschrist sub 1 einen Einblick in eine oerhältnißmäßig noch junge Religionsjchule gewährt, so gibt uns der sub 2 genannte Jahresbericht einen ״geschichtlichen Rückblick aus das 25jährige Besteheil" der Religionsunterrichts-Anstalt zu Breslau. Mil Genugthuung kann der Leiter derselben, Hr. Dr. Samuelsohn, der 23 Jahre ihr Dirigent ist, ihre Entwickelung und Resultate überschauen. Die Grundzüge seines Lehrplanes haben während dieses langen Zeitraumes sich bewährt, sie haben diese Anstalt zu einer Pflanzstätte jüd.-religiösen Wissens gemacht, in welcher an 2000 Schüler und Schülerinnen ihre religiöse Bildung genoffen. Auch hier fehlte es — durch die Nähe des jüd.-theol. Seminars begünstigt — nicht an tüchtigen jüd. Lehrkräften, die es ermöglichten, dem Unterricht in den hebräischen Fächern die nöthige Ausdehnung, Sorgfalt und Gründlichkeit angedeihen zu lassen. Die Schülerzahl war eine stetig zunehmende. Im abgclaufenen Schuljahre wurden 309 Zöglinge in 8 Klaffen unterrichtet. Die Schüler der 1. Klasse erreichten in jüdischer Geschichte das Pensum bis Maimonides. Möge diese Anstalt unter ihrem tüchtigen Dirigenten auch ferner gedeihen. *) Der Schlug des Brieses, der nichts Wesentliches enthielt, muhte Raummangels wegen sortgetajsen werden. (Red.) **) In Besprechung der Nr. 1 (in vor. Nr. S. 44 Sp. b) muß es Zeile 26 heißen: der ״Dank der Schule", u. Z. S ״Hagada."

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