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Das jüdische Literaturblatt · 1875-06-15 · Nr. 12. (15.6.1875) · p. Seite 46

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
4 (1875)
Issue
Nr. 12. (15.6.1875)
Date
1875-06-15
Page
Seite 46 (sequence 2)
Language
German
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46 8, 3; 3. Matt. 4, 8; Josephus Antiqu. 9, 10; 2. Matth. 12, 39 K. 16, 4 ff.; Luc. 11, 29—32) entsprach den; wundersprudelnden Charakter jener Zeit. Allein man braucht wahrhaftig nicht von des Gedankens Bläffe unseres Jahrhunderts angekränkelt zu sein, u,n an all den Soilderheiten und Seltsamkeiten des ouches Anstoß zu nehmen. Der gesunde jeder krankhaften Wundersucht unzugängliche Sinn des-Juden bewährte sich auch hier schon im Mittelalter. Ein jüdischer Theologe des 15. Jahrhunderts, der hochorthodoxe Abrabanel, erklärte die Erzählung für einen Traum des Propheten und suchte das Buch so auszusaffen, daß es seine Vernunft nicht beenge uno zwänge. Es ist wahr, für derartige rationalistische Deutungen haben mir allen und jeden Geschmack verloren, allein schon eine oberflächliche Untersuchung drängt die lleberzeugung auf, daß der Berf. selbst keinen »historischen Bericht über vorgefallene Ereigitiffe hatte geben wollen, indein er einerseits Dinge von völlig hist. Gleichgiltigkeit berichtet, andrerseits viele Umstände, die man von einer hist. Erzählung unbedingt erwartet, ausläßt, so z. B. die Vergehen Ninive's, die Gegend, wo Jona nach dem Adenteuer landete, endlich einige nöthige Andeutungen über des Propheten ferneres Schicksal und weiteren Lebenslauf. Die alltest. Chronographen pflegen sonst aus solche Umstände genau zu achten. Endlich haben die Kanonsammler Anstand genommen, das Buch Jona indie Reihe der hist. Schriften zu stellen, worin sich ihre Anschauung hinsichtlich seines Inhaltes mit der wünschenswerthesten Deutlichkeit ausspricht. (Forts. >olgi.) Erklärungen einiger Bibel stellen. *) Bon Zakob Reis mann. 1) 1. Sam. 2, 5. Kür das schwierige Wörtchen עד scheint עבד gelesen werden zu müssen. Der Sinn ist dann: Währenv Satte um Brod zur Arbeit sich verdingen müssen, höreil die Hungrigen auf, daruin zu arbeiten, da ihnen mühelos Sättigkeil zu Theil wird, wie es etwa heißt: Seiilem Liebling gibt er es im Schlaf. (Ps. 127, 2). So erklär! sich ohne allen Zwang in der einsachsteil Weise dieser meist gezwungen uild verkehrt gedeutete Vers. Auch aus metrischen Gründen empstehli sich diese Lesearl, da ein Parallelisnius von je drei Worten in beiden Gliederil dadurch hergeslellt wird, der also lautet: שבעים בלחם נשכרו ורעבים חדלו עבד עקרה ילדה שבעה ורבת בנים אמללה• 2) Ps. 68, 5 ביה שמו ועלזו לפניו• Ich lese ruhig: ביה שמחו ועלזו לפניוwie es heiß!: שמחו צדיקים בדי (ib. 97, 12). Zu beachten ist auch die entsprechende Wendung im vorangegangenen Verse 68, 4 וצדיקים ישמחו יעלצו לם;י אלהים . 3) ib. 82,7: אכן כאדם תמותון וכאחד השרים תפלו• Das Wort שרים Hai allen Erilärern Schwierigkeiten bereitet. Mir scheint es unzweiselhait, daß «vgl. l) ein 2 ausgeiallen und הכשרים zu lesen ist. כשר ist aber mit אדם synonym. So Jes. 31, 3; Jer. 17, 5: ארור הגבר אשר יבטח באדם ושם כשר זרעו; Job 10, 4: העיני כשר לך אם כסידת *) Wir geben dies« dibelkruischen Proven de» durch seine exeget. Aphorismen im ״Hainagid". sowie durch seine olesbezügtlchen Merkchen bekannten seinsübligen und kühne» Texteskritikers, gestehen aber offen, daß uns diese Art de» Excgcsirens und Umspringen» mit dem massoretischen Text durchaus nicht zu,agl. tÄar Mancher, läßt sich bei tieserem Erfassen der Laut- und Sprachgesetze weniger gezwungen erklären, als durch waghaqige Eonjecruren. — Geistreich und belehrend sind Steiftnann'si Apergu's jedoch stets.;Reo.) אנוש הראה: ib. 34, 15: יניע נאי בשר יחד ואדם על עפר ישוב• Auch der Plural des Wortes findet sich Prob. 14, 30: חיי בשרים• (Aber nicht in dem hier erforderlichen Sinne. R.) 4) Prov. 27, 21. ״Schmelztiegel für Silber, Ösen für Gold ואיש לפי מהללו-" In den den, TestgpMte Iba Tibbons folgenden Sprüche!» (Nr. 90) heißt es! ״Deß Mannes Probe ist sei!: Thun, wie die des Golds das Feuer." Man muß hier wmit nach der in deil Lautgesetzen wohibegründuen Verwechselung von ה und ע annehmen, daß ואיש לפי מעללו ״Der Mann nach seinem Berk" zu übersetzen sei. Das beweist auch die Bemerkung der Peßikla (c. 43): מצרף לכסף וכור לזהב ואיש כפי מהללו• הקב״ה צורף את הצדיק 1 1 1 (**•לפי מעלליו 5) 2. Ehr. 36, 19 וכל כלי מחמדיה להשחית• Das Wort להשחית isl als Verquickung zweier Worte auszusassen: לא השחיתו, von deren ersten» das א. von deren letzterem das ו weggesallen ist. wie dies z. B. bei בנד (Gen. 30, 11), מזה (Ex. 4. 2), מלכם (Jes. 3, 15) vortomml. Der Sinn ist: Alles, was nicht nach Babylon mitgenommen werden konnte, wie Häuser, Paläste, zerstörlen sie, die Kostbarkeiten, die sie aber gar wohl mitiühren konnten, zerstörten sie nicht, sondern nabmen sie zu ihrem Ruhme und Preise mit. Dies wird auch durch den vorhergehenden Vers bestätigt, wo es heißt: All die Geräthe des Gotteshauses, die großen und kleinen, und die Schätze desselben wie die Schätze des Königs und der Fürsten, Alles brachte er nach Babylon." Schluß des zweite» Schreibens au Herrn Nabbiuer 11!. Lehmann in Mainz. Bo» אוהב שלום Sie meinen, daß die Stelle in den Sch. (Beschallach <5. 50) in Betreff von טחינה רכנו aus dem Jerusch, entnolnmen sei, und ich glaube im Gegen,heil, daß ui den Sch. gerade hier der Jer. ganz unberücksichtigt gelassen ist. Schlagen Sie einmal Tracc. Beza S. 3 auf. Daselbst (דה נזירה) fragen die Toffaph., weshalb man nicht alle מלאכות אוכל נפש am Jomtow thu» dürfe, und geben zuerst als Grund an, es wäre ein llnterschied zwi chm Arbeiten, die schon längst vor יוט verrichtet werden können, und solchen, die man erst am יוט thun kann; sie kommen jedoch davoii zurück und verweisen auf den Jeruschalini! Da sind zwei Grüilde angegeben, einer mit verschiedener Ableitung vom Bibelvers im Namen רשבל, der so laut«, ״ אך .... ושמרתםnur die Arbeiten von שימות an, also vom Kneten au, sind erlaubt, aber nicht die vorher׳ gehenden" — und der andere im Namen Chiskija's. Und wie lauten die Worte in den Sch.? טחינה והרקדה דאפשר לעשותן מע״יט אסור למיעבד כיוט דמעיט רחמנא הוא לכדו יעשה לכם• Die Sch. also geben den ersten Grund von Tossaphoi an und lassen den Jerujchalmi ganz unberücksichtigt. Lernen Sie anders Peschat in den Sch.? so bitte ich, mich zu belehren. — Ebenso in Betreff der Stelle zu 35 .0 (יחי glaube ich ebenfalls, daß die Sch. den Jer. unberücksichtigt gelaffen. Sie selbst, lieber Herr!>., fühlten, wie schwach Ihre Behanptung ist und Sie stützten sich nur auf eine Wahrscheinlichkeit, weil es heißt אין למדין הלכה מן המדרש• Wie UNwahrscheinlich isl aber diese Wahrscheinlichkeit! Erstens ist es zu bewundern, wie Sie und uilser geehrter, aus dem talmubische» Gebiete so sehr versirter, gelehrter Herr Joseph Stern den יד מלאכי כלל ע״ם übersehen haben, der ausdrücklich lagt, daß diese Regel llur dann anweildbar ist, wenn die Entscheidung des Midrasch gegen die der Gemara ist. Zweitens ist in der Sch. wirklich die Ableitung voll diesem Vers zurückgewiesen. Drittens richten sich die Sch. hier nicht nach dem **) Daß di« Lehrer des Talmud und Midrasch die lautliche Verwechjetung der Gutturalen ע und ח oft agadisch verwertheten, ist aus vielen Stellen zu erweisen: wir sühien hier nur die Zerlegung von עשו in הא שוא tBresch robb c. 63.) an, wobei zugleich die Zischlaut« und ש wechseln. Red.

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