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Das jüdische Literaturblatt · 1875-06-01 · Nr.11. (1.6.1875) · p. Seite 43

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
4 (1875)
Issue
Nr.11. (1.6.1875)
Date
1875-06-01
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
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43 lich gegen Fr., well ex es gewagt hat, um schwierige Stellen 1 in Jeruschalmi zu lösen, Conjecturen zu machen (ich nenne es eine .הנהר zu machen!). Ist Conjecturen machen Sünde? — Daß es erlaubt ist, ist Ihnen bereits gründlich nachgewiesen. Uebrigens haben Sie, geehrter Herr Dr, übersehen, wie vorsichtig Fr. bei den Conjecturen war; lesen Sie gefälligst seinen מבוא הירושלמי Seite 136 b, wo er dieselben Besorgniste über Conjecturen ausspricht, wie Sie. — Wenn Fr. auch nicht der Ciaon von Wilna, auch kein Refchal gewesen ist, so i,1 er doch ein großer Lamdan, dem auch dasselbe Recht zusteht; und wenn sein Peschat nicht gefällt, so mag ein Anderer ihn widerlegen. Selbst gegen den von der ganzen Welt für den größten Mann vieler Jahrhunderte gehaltenen Gaon von Wilna, der um eine schwierige Stelle in Mastechta Sofrim zu erklären, die Hypothese aufstellte: es hätten zwei Schreiber e^istirt, von denen bis dahin kein Mensch wußte — (wenn damals der Redacteur des ״Israelit" mit seinem Blatie dagewesen wäre, so hätte er gewiß von ihm geschrieben: er habe, von Ungründlichkeit zeugend, unwahre Behauptungen in die Welt geschleudert. Red.) — hat der sel. Heidenheim gewagt aufzutreten und seine Hypothese zu verwerfen. Siehe Chomesch Moda Labbina 5 B. Seite 89. Deniwch bleibt der Gaon das, wofür ihn die Welt hielt. Wenn ich meine Bermulhung 'שואה ובו zurüägenommen habe, so darf ich aber doch jagen: בא לכלל * * * טעות Sie gestehen zu, was Sie nicht zurückweisen können, daß es derr großen Lalmidr-Lhachamim wohl gestattet ist, הגהות zu machen, nur Fr. darf es nicht, weil — er in der Vorrede schreibt: der Vers, der ScheMholh bringt keine» מאמר aus dem Jeruschalmi, während Sie glauben, sechs Stellen in den Sch. entdeckt zu haben, die aus dem Jer. enttlommen sind. Ich will vorläufig zugeben. Sie hatten Recht, Fr. hätte das gesagt, und Sie hätten es widerlegt. Also weil eine Behauptung von ihm widerlegt wird, muß ihm das Recht, welches einem andern zusteht, genomnten werden! Was sagen Sie nun aber zu der eben erwähnten Behauptung vom Gaon, die auch widerlegt ist? Und soll ich , hnen hier aufzählen, wie oft Behauptungen von רי״ף ׳ רמב״ם. רש״י,תומי und von unzähligen großen Gelehrten, von Spätern widerlegt worden? Sind die e zurückgewiesenen Behauptungen Principien gegen die Grundsätze des Judenthunis? Aber, lieber Herr Rabbiner, lesen Sie gefälligst noch einmal Fr.'s Vorrede zu seinem Commentar (nur nicht בסירוגין) und Sie werden finden, daß Fr. das gar nicht gesagt hat, was Sie ihm vorwerseu, also keine ״von Ungründlichkeit zeugeitde, unwahre; ehauptung in die Welt geschleudert." Ebenso glaube ich Nachweisen zu können, daß FH re Behauptung, die Stellen in Sch. seien aus dem Jer. entnoinmen, durchaus nicht stichhaltig ist. Aus Ihrer Darstellung sollte man entnehmen. Fr. hätte behauptet, der Vers, der Lck. hätte den Jer. gar nicht gekannt. Auch das wäre zwar kein Princip gegen die Grundsätze des Judenthums, jedoch wäre es unwissenschaftlich, wie sie es nennen, oder, wie ich es nennen werde: es wäre kein בקיאות! Aber beim Durchlesen der Vorrede mit unbefangenem Auge heißt der herausgerissene Satz im Zusanintenhange ganz anders. Da sagt Fr.: daß der Jeruschalmi von den babylonischen Jeschiwoth nicht a n erkannt war, daher hat Keiner den Jerusch, genannt, Saadia Gaon war der erste, der zu einein ״Din" einen Beweis aus dem Jer. ansührt und ihil mit Namen genannl hat. Daß der Vers, der Scheiltorh den Jernsch. gekannt hat, agt Fr. ausdrücklich שרר!" הירושלמי היה ידוע לו; aber er hat in seiner.! Rainen keine הלבות gebracht, weil er noch nicht anerkannt war, und so lauten die Worte Fr.'s: ר׳ אחאי חבר מפרו לבני בבל •♦י ולכן השך את עצמו לתמוך יתדותיו בירושלמי כי עוד לא נתקבל אז ״ בבבלR. Achat verfaßte sein Werk für die Babylonier ... daher unterließ er es, sich auf Jer. zu stützen, weil derselbe in Babylon noch nicht anerkannt war." (Der Ausdruck לא נתקבל heißt nicht: er war nicht g e kannt, sondern: nicht anerkannt.) Also was für einen Vorwurf können Sie Fr. machen, wenn Sie einige Stellen in den Sch. finden, die ja kaum eine Aehnlichkeit haben mit denen de- Jeruschalmi. Haben Sie vielleicht bewieien, daß in dem Sch. ein ganzer מאמר aus dem Jer. angeführt wäre? Durchaus nicht! ״Der Ausdruck Fr.'s: לא הביא מאמר אהד ist demnach ganz richtig. Es wäre vielleicht klarer gewesen, wenn er gesagt hätte: ׳בשם הירושלמי aber wer kann Alles voraussehen. Nun wollen wir mit Ruhe Ihre aus den Sch. angegedenen sechs Stellen näher betrachten, aber nicht wissenschaftlich, sondern ordentlich ״Peschat" lernen.*) (Schluß folgt.) Literaturbericht. Reccnfionrn. Aeulsch, Dr. Imnuumel. De Elihui sermonum origine atque auctore, commentatio philologico - critica. (Preis 2 Mark in der Dietrich'schen Buchhandlung zu Göttingen.) Es gibt trotz der großen Schreibseligkett und allgemein wissenschaftlichen Strömung unserer Zeit nicht viele Werke, die das im Atel Versprochene in so vollständiger Mise leisten, wie die hier zu besprechende philologisch-kri.ische Schrift. Die Reichhaltigkeit und die fast erdrückende Masie der über diesen Gegenstand größtentheils in umfangreichen Abhandlungen dargelegten Meinungen erschweren die Forschung des behandelten Thema's sehr, ja sind im Stande davon abzuschrecken. Die Schwierigkeit auf einem von den bedeutendsten Bibelexegeten und Bibelkritikern von den ältesten Zeiten bis auf die neueste herab so reich bearbeiteten Felde, aus dem die entgegengesetztesten Ergebnisse zu Tage gefördert worden, noch Neues hervorzubringen, har der Verfaffer keineswegs verkannt und ist nicht etwa in kühner Ueberichätzung seiner Kräfte, sondern mit wahr- Haft wissenschaftlichem Ernste und regem Eifer für die zu verfechtende Sache, für die Echtheit der Reden des Elihu gegen eine Menge von ihm auch nicht unterschätzter Gegner ringetreten. Er hebt ausdrücklich hervor, daß er die Echtheit jener Reden nicht durch triftige, positive Grü1ü>e zu erweisen hoffe, sondern daß es ihm lediglich darum zu thun sei, die gegen ihre Authenlicität vorgebrachlen Beweise zu entkräften und als nicht stichhaltig darzustellen. Letzteres ist ihm entschieden gelungen; denn indem die Gegengründe abgewiesen worden, ist die Echtheit jenes Theiles, für die ja von vorn herein die Beschaffenheit des kanonischen Buches Hiob zeugt, eigentlich erwiesen. Doch hat er in einem besonderen Abschnitte dieses in möglichst klarer und streng gegliederter Disposition abgefaßten Merkchens auch positive Gründe zur Bestärkung seiner Behauptung herbeigeschafft, die wenn auch nicht zwingend — was bei einer so heiklen, auf der Basis exegetischer Auslegungen beruhenden Frage fast unmöglich ist —, so doch einleuch- '1 Wir müssen, dem Wunsch« des sehr geehrten Hrn. Eil.senvers entgegen, die zweite Hälfte dieses ״Brieses", worin derselbe als למדן מופלג Hrn. Lehmann durch ״Pschat-Lernen" vollständig ad absurdum führt, sür die nächste Nr, zurucklassr». — Wir erhalten soebm von der BerlagSduchhandlung die mit so viele»! Eclat vorher angetündigte L.'jch« Jern> schalmi-Edition mit dem Lyreleio'schen Lommentar zum Tractat Berachot. Wir haben noch nicht Zeit gehabt, den Inhalt näher zu prüfen, und bemerken n»r in Bezug auf das Leußere, daß Text und Commentar zusammen 08 Blatt, großquart, geben, ivozu noch emige Blatt המכמות הערות. תקונים. פתיחה ושיר komme,! (Preis 2 Thlr.) *״!>« dem hebr. Tuet enthält d,e Rückseite des Umschlages auch einen in i ateinischer Sprache, aus »ein einmal Hyrosolymis (st. Hk ros) und Zechiel ,offenbar st. Jechiel) steht. Es sind jedenfalls nur Druckfehler, aber wenn, wie L. sicherlich sür sich beansprucht, das תוכו בבתו auch von seiner Edition gelten soll, so müßten wir dieselbe für verunglückt betrachten. Doch wir wollen den Inhalt erst näju prüfen: vielleicht wollte Hr. L. gerade durch sein« Unkenntniß im Lateinischen zeigen, welch' großer — Lamdan er seil (Ned.j

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