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Das jüdische Literaturblatt · 1875-04-15 · Nr.8.9 (15.4.1875) · p. Seite 34

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
4 (1875)
Issue
Nr.8.9 (15.4.1875)
Date
1875-04-15
Page
Seite 34 (sequence 6)
Language
German
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34 Was die andere Conjectur F.'s in Bezug auf קדשי קדשים für קדשים קלים (entstanden aus ק״ק) zu Berachoth I, 4 betrifft, muß ich Ihnen gestehen, daß sie auch mir schwierig erscheint, da, wenn wir einmat eine Conjectur auwenden muffen, es besser wäre, den Jeruschalmi mit Raschi und Rambam gleichzeitig in Uebereinstimmung zu bringen Gestützt auf die Worte des Gaon aus Lemberg in den חשמטות מציון ידושלים bie ba lauten:והירושלמי והתום פתא שלפנינו מועטות ו ק צ ר ו ת können wir annehmen, es fehlen hier die Worte בין קדשי קדשים בין ובו' und dann wären alle Schwierigkeiten gelöst. (In ähnlicher Weise wird auch eine unverständliche Midrasch- Stelle, die die berühmten Darschamin künstlich deuten, einfach erklärt; nämlich Mivr. zu Ruth ישלם"״ פעלך וגו׳ אי׳ר הבא siehe קול יעקוב dazu; aber der Vers, von משנת דרי אליעור sagt einfach, es f hlt da eine Reise.) Wollen wir aber das nicht wagen, so ist die Conjectur vom sel. Fr. doch gar nicht zu verwerfen. Ihre Frage תודה ואיל נדר müßte doch in ובל הנאבלים ובו' inbegriffen sein, läßt sich leicht beantworten nach dem Grundsätze אין למדין מן הבללות אפילו במקום שנאמר בהן ההן. und da die Klaffe der קדשי קדשים viel größer ist, als die der קדשים קלים, so bezieht sich das ובל auf die größere Zahl. Die Frage, warum die Weisen bei jenen die הרהקה gemacht haben und bei diesen nicht, ist dahin zu beantworten תודה ואיל נזיר מילתא דלא שביהא ולא גזרו בה רבנן Ich erwarte, daß Sie, Herr Redacteur, der Wahrheit die Ehre geben, und Ihr abfälliges Urtheil über F.'s ganzes Werk aus diesen zwei Stellen, wo der Jrrthum doch auf Ihrer Seite, zurücknehmen Rvr das sei zum Schluffe nochmals gekagt, daß Frankels Hypothesen zum mindesten ebenso berechtigt sind und ebenso zur Aufklärung mancher unverständlichen Stelle dienen werden, wie die הגהות vom Wilnaer Gaon, רש״ל ׳ב״ח ׳ריב ׳רע״א u. A. Mit großer Hochachluitg zeichnet sich Ihr Freund אוהב שלום Indem wir aus einer der vielen Widerlegungen das Nachfolgende noch im Auszuge bringen, haben wir nur die Bemerkung vorauszuschicken, daß der Einseilder derselben sich brieflich als ״Kauffmaun" bezeichnet, der, ״empört über die Geringschätzung, mit welcher ein Lehmann von einem Frankel spricht", bedauert, ,ücht die nöthigen םפרים zu besitzen, um Hrn. Lehmann noch gründlicher heimzuleuchten. Der Einsender thul es trotzdem mit ausreichender Sachkenntniß; er schreibt u. A.: ״Wer mit Verstand lernt, wird einsehen, daß die Heroen der talmudischen Wiffenschaft keinerlei Schwierigkeit in bet betreffenden Stelle erblickt haben würden, wenn sie, wie Frankel vorfchlägt, קדשי קדשים gelesen hätten. Die Lösung des צלייה wäre alsdann als selbstverständlich zu betrachten, Nach der Lesart קדשים קלים ist es in der Thal schwer, sich mit der Ansicht des R. Jecheskel Laindan זצ״ל Ju defreuirden, daß der Jeruschalmi deshalb ק' קלים anführt, weil bei diesen die עיקר התקנה gewesen, während bei קי קדשים eine eigentliche הרהקה nicht nothwendig wäre. Da hiernach aber die Worte ק' קלים zu der falschen Ansicht verleite» fönncu, daß bei יק' קדשים wo ׳כהנים זריזין die תקנה nicht stattfindet, mußte ja der Jeruschalmi nach dem Grundsatze: אמורא צרין" לפרש דבריו sich deutlicher ausdrücken und gerade im Gegentheil ק' קדשים sagen, uni ק' קלים durch קל והומר daraus schließen zu können. Die Bemerkung, daß עיקר התקנה bei ק' קלים gewesen, ist ja nicht so wichtig ׳לדינא daß man darüber berechtigt sei, Veranlaffung zu einent Zweifel in Betreff ק' קדשים zu geben. Ist es ja iin Grunde auch selbstverständlich, daß jede תקנה da ihren llrsprung hat, wo eine Ueberiretung am meisten zu befürchten ist. Um aber alle Schwierigkeiten gänzlich zu beseitigen, liest Frankel mit Recht יק' קדשים Damit belehrt uns der Jemschalmi, daß nicht nur bei ק׳ קלים המסורים לבל . sondern auch bei יק' קדשים obwohl sie nur von Kohanim verzehrt werden, die הרהקה für nothwendig erachtet wurde; eine sogenannte ׳רבותא wie sie oft im Talmud vorkommt. Nach dieser sichersich richtigen Idee fällt sogar die Schwierigkeit weg, weshalb denn der Jeruschalmi überhaupt sich genäthigt sah, eine Erklärung zu כל הנאבלין ליום אהד zu geben, da diese ja klar und deutlich aus dem Perek איזה מקומן zu ersehen. Der Jeruschalmi will aber, wie ich schon bemerkt, dem etwaigen Jrrthum begegnen, daß man קי קדשים nicht etwa wegen בהנים זריזין הן von der תקנה ganz ausschließe. Herr Lehmann kann es aber nicht begreifen, daß talmudische Schriftkürzungen zu einem Zweifel resp. Fehler Veranlaffung geben können. Um ihn eines Bessern zu belehren, nehme ich ntir gerne die Mühe, ihn auf eine schwierige Stelle (Chagiga 17 b) aufmerksam zu machen. Dort heißt es: 'ת״ש מי שלא הג ובו מאי לאו יום טוב ובו׳ לא יום טבוח• Hier ist die Frage ebenso schwer zu verstehen als die Antwort. Es steht ja in der ברייתא ausdrücklich יום טוב, wie paßt da die Frage ימאי לאו יום טוב Die Antwort aber ist noch räthselhafter. Wie darf die Gemara die Worte der Boraitha so entstellen? Siehe Synhedrin 10 b Raschi ׳די ה והא עובר קתני ibi‘0.41 b ׳א׳רבא והא עדותן קימת קתני Ketuboth 12 a u. a. m. Aus all' den angeführten Stellen ist ersichtlich, daß der Amora nicht die Freiheit hat, dem ,Tana eine andere Lesart unterzuschieden; mit welchem Rechte soll nun hier das יום טבוה gelesen werden? Nun höre Herr Lehmann und staune! Der Nestor der talmudischen Wissenschaft, der vor einigen Monaten verstorbene hochwürdige Rabbiner in Grätz 'ה'כ'מ, den Hr. i׳. doch gewiß als Autorität auf bicfcm Gebiete gelten lassen muß, und gegen deffen Orthodoxie er sicherlich nichts einzuwenden hat, gab mir, als ich zu deffen Füßen gcseffen, eine Erklärung die der Frankel'schen ganz aralog ist. Mein seliger Rabbi meinte ebenfalls, daß in der ברייתא ursprünglich nicht wie wir jetzt vorfinden יום טוב sondern die Abbreviatur יו״ט gestanden hat. Diese konnte aber ebenso gut in יום טבוה als in יום טוב aufgelöst werden. Diesen Zweifel drückt die Gemara durch obige Frage und Antwort aus! I—n. in R. Daß dergleichen Abbreviaturen, die zu Zweifeln, in Vetreff der Leseart, Veranlassung geben, in der Gemara häufig Vorkommen, ist keinem Talmudkundigen unbekannt; ׳wir erinner» hier nur — um dein! Tract. Berachoth stehen zu bleibeit —, an das תשעה וארון «.ib. 47 b.), woselbst das ואי־ון als Anfangsbuchstaben von ואהד רואה ואינו נראה genommen wird (in diesem Sinne erklärt's R. Huna das.), wie ib. p. 48 a. das 'ששה ודאי ובו für ששה ודי אוכלין ירק; ebenso ist wohl auch שנים ושבת für ׳שנים ושונין בתורה oder בתלמוד zu nehmen; wie's ähnlich ריאמי das. erklärt. (Red.) Nachschrift der Redaction. Von dem geehrten Einsender des Letzteren geht uns nachträglich auch noch eine Widerlegung des andern L-'schen Angriffs zu, die wir, insoweit sie Neues enthält, in nächster Nr. bringen wollen. Soviel erhellt schon aus dem Bisherigen, daß Hr. L. sich arg blamirt, und >nit seiner Frage: ״ivas ist mit diesem kühnen Haitdstreiche gewonnen? . . . Selbst wenn wir ק' קדשים läsen wäre die beregte Stelle so unverständlich wie zuvor, da ja תודה ואיל נזיר - - - inbegriffeil sein müßten" — als «»'סתם מקש documentirt habe. Und mit solch'seichten Gründen glaubt er Frankel widerlegen zu können? Doch darum ist's Hr». L׳ vielleicht gar nicht zu thun, ihm genügt's durch Aeußerungen wie: ״Wenn man solche Grundsätze — (wie die in Rede stehenden des sel. Fr., denen, wie wir gesehen, auch andere talmudische Koryphäen gehuldigt haben) — zugestehen

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