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Das jüdische Literaturblatt · 1875-04-15 · Nr.8.9 (15.4.1875) · p. Seite 32

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
4 (1875)
Issue
Nr.8.9 (15.4.1875)
Date
1875-04-15
Page
Seite 32 (sequence 4)
Language
German
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32 er will sogar die Veranlassung zur Herausgabe von Karo's Commentar zum Juck st!»°na88.kL gewesen sein. (cfr. Meor En. ed «erlin 33) Dies Alles hat ihn nicht abhalten könvon, seine Meinung rückhaltslos auszusprechen. Dav'd Gans, ein Zeitgenosse BeÜ>er und Mann der Wissenschaft, citirt de Rossi öfter als Gewährsmann, kann jedoch nicht umhin, bei einer chronologischen Berechnung der herrschenden Wissenschaftfeindlichen Richtung gerecht zu werden und bemerkt über ihn (Zcmach David 14) מ״ט ידוע תדע שדבריו אינם מקובלים אצל הגדולים• Lipmann Heller, der an hundert Jahre später lebte, konnte schon freier seine Meinung äußern; wie wohl später Emden (im Migdol 41) de Rossi wegen seiner Apsichien hart zu Leibe geht und dessen Werk nicht מאור עינים sonder» מעור עינים nennt. S. IOC hat der Vers, den R. Hirsche! Zores iil keinem alten Werk erwähnt gesunden, als im קב וישר gegen Ende. In dem eben erwähnteir Migdol 259 wird ein Hirsche! Zores genannt, welcher, nach dem Zusammenhang daselbst, entweder der hier erwähnte, oder doch dessen Zeitgenosse gewesen ist. Betreffs dieses Mannes möge hier folgende Notiz Platz sinden, welche vielleicht zur Aufklärung resp. weitern Verfolgung der Spur, dieses fast apokryphen Mannes dienen könnte. Schreiber dieses besitzt ein Manuscript cabbalistischcn Inhalts über die Pericopen, פדות יעקב genannt (ich weiß nicht, ob das Werk gedruckt ist); in diesem wird die cabbalistische Deutung des Zores, als eines Schülers Enidens, aus dem קב וישי־ citirt. Als Nachbemerkung zu dem erwähnten Citat erzählt der Vers, folgende merkwürdige Geschichte: Als Anguftus König von Sachsen in Warschau zunr König von Polen gekrönt wurde, kam auch aus Krakau eine Deputation der jüdischen Gemeinde z>t ihnt, der auch Hirschel Zores angehörte. Auf ihn wurde der König besonders aufmerksam, weil die übrigen Deputirten ihn mit besonderer Attszeichnung behandelten. Er ließ durch seinen Residenten Berrman von Halberstadt sich näher über ihn erkundigen, da erfuhr B. von den Deputirten, daß Zorcf srührer ein עם הארק גמור geweseil wäre. Hierüber sehr betrübt, habe er sehr viel gefastet, gebetet und sich kasteiet, bis ihm eines Jreitag Abends ein ״Mal'och" erschienen sei, der ihm Vieles offenbarte, so daß er seitdem wie umgewandelt, jetzt ein großer Gelehrter geworden und seinen Zeitgenossen geheime Lehren über die heilige Schrift verkündige. Nachdem B. dem Könige diesen Bericht erstattet, ließ der Köing den Zores zu einer Unterredung zn sich entbieten. Der König soll sich huldvoll mit ihm unterhalten und bei dieser Gelegenheit gefragt haben, ob seine Regierung in Polen lange Bestand haben werde. Zores erwiderte dem Könige, daß er lange und glücklich regieren werde, wie kein Polenkönig, auch ein hohes Alter würde er erreichen, Nach seinem Tode aber würden bei der Wahl seines Sohnes Streitigkeiten entstehen. ES würde neben ihm noch ein König gewählt werden, was zu groben Kriegen führen wurde. Einer von ihnen würde das Land verlassen müssen. Auch sein Sohn würde vor seinem Tode wachsen meiden müssen, sich dann in Warschau anshalten und dort sterben. Dann aber wird Polen aushören ein Königreich zu sein. So weit die Erzählung! — Wenn dieser Bericht hier auch mit der allgemeinen Geschichte in manchem Widerspruch steht — bekanntlich ist August der Starke nicht in Warschau, sondern in Kralan gekrönt worden, auch starb sei» Sohn nicht in Warsciiau, wndcrn in Dresden — so trifft sie doch im Allgemeiurn ju, und der im Bericht erwähnte Zores ist jedenfalls der S. IOC vom Ver^. Eilirte. Umstände wie Zeitrechnung sind säst übereinstimmend. — S. 112. Betreffs der Erörterung, ob der -!,ש״ ein Schüler des R. Heschcl oder des Vers, des ׳מניני שלמה oder ein Schüler Beider war, kommt der Vcrf.. nachdem er überzeugt zu sein i glaubt, daß Erstcres der Fall sei, i» der Note 48 durch eine dem ש״ך (Krakau 1ת״ז beigedruckte הם במה des מ״ש zn dem! Schluß, daß er auch dessen Schüler gewesen. Ich erinnere j mich, in meiner Vaterstadt eine alte (ich glaube in Krakau! gedruckte) Ausgabe des י״ד gescheit zu haben, in bcnt eine < ״Haskama" von R. Heschel vorgedruckt war. Es fiel mir damals der selbstbewußte Ton dieses Gelehrten aus; während er seinem Schüler, dem יש"ד den bescheidenen Titel ungefähr האלוף המרומם u• f• w. zurheilt, betitelt er deffen Vater הרב הגאון הגדול המפורסם und zwar mit dem Zusatz אגוש בערבי• Mit Recht bestreitet der Vers. S. 117, daß Samuel Kaidcnower ein Schüler des חלקת מחוקק war; sowohl Asulai (Schein hgd. S. 80, 138) wie Adler ״Vorträge zur Fürderung der Humanität" S. 244, berichten, daß in der Zeit, in welcher der Verf. des 'ייי חלקי מחומ Wilna Rabbiner war, Kaidcnower (bei Adler Kridenower) das Amt eines Gemeindevorstehers bekleidete; sie würden diesen Umstand nicht unerwähnt gelassen haben. S. 126 Z. 10 ist של״ט jedenfalls Druckfehler; auch Adler giebt S. 244 das Sterbejahr des Kaidenower 1679 — תלט unrichtig an. Ich will hier noch die Bemerkung hinzufügen, daß Adler bei Nennung des Namens des חלקת מחוקק R- Moses b. Jizchak Jehuda. genannt < המכונה) Lima (Anmerk. z. S. 243) zweifelt, ob der Beiname ״Lima" ein Beiname des Verf. oder seines Vaters ist. Ich glaube, dies kann nicht zweifelhaft sein, da nach Nachlath Schiwa לימן (auch לימא) ein Beiname zu יהודה ist. *) Auch kann es nicht, wie Fränkel und Jost schreiben, ״Lama" heißen, da schon im Talmud ר״אבא ב״ר ליטא vorkommt (piene mit Jod). Zur Note 66. Die in dem Jahre תכ״ד in Amsterdam gedruckten jüdischen Werke, d. i. in dem Jahre, in welchem Sabbathai Zewi eine Rolle spielte, mögen wohl öfter in der Jahreszahl Anspielungen auf Zewi als den vermeintlichen Messias enthalteti. Schreiber dieses besitzt ein kleines in Amsterdam gedrucktes Pentateuch, welchem ein von שלמי די אולייורה im gen. Jahre verfaßtes Kalenderwerk beigebundei: ist, das eine chronologische Tabelle, bis aus das Jahr, in welchem es erschien, enthält, und daselbst beifügt: קם שבתי צבי מאיזמיר למשיח בן דוד ונתן בנימין אשכנזי בעז״ה לנביא כמבשר הגאולה על ידו שנה וחדשים קודם להות בשנה הזאת התכ״ו עבר קציר כלה קיץ ואנחנו לא נושענו הושיענו אלהי ישענו וקבצנו והצילנו אכי־יר■ Dennoch halte ich den פרם, welcher sich auf dem Grabstein des ש״ך befindet, nicht auf Zewi lezüglich, weil תכ״ס sein Stern bereits im Vcrsinken war. Ich halte die dort erwähnte ans Messias anspielende Jahreszahl vielmehr für einen frommen Wunsch, wie man deren auf allen hebräischen Werken zuweilen findet. So schließen z. B. die oben erwähnten Response» des רישבתי סופר beide mit בבא משיח לפ״ק• Dies ergiebt aber die Jahreszahl ׳ימם"נ Kl welcher Zeit an Zewi noch nicht zu denken war. Ausfallend ist's, daß der Vers an mehreren Stellen <Anmerk. S. 6, 7 u. a. O.) den Eonvertitcn Seclig Cassel mit rabbinischcm Titel ansührt. — In der zur ״Vorrede" gehörigcn erstell 'Note ist von der Gelchrsantkcit der Krakauer Fleischer die Rede, welche zur Zeit des מהר״י חייל und Mahrjchal cnstirten. Wie aus dem Zusammenhang ersichtlich, scheinen zu jener Zeit die jüdischen Schlächter auch als שו״ב fnngirt zu haben; es würde sonst ihre Gelehrsamkeit nicht so hcrvorgehobcn werden. Jmn'.crhin ein bemerkenswerther Umstand. Zn N'otc 2 (S. 8) sei ״och bemerkt, das! der dort erwähnte רימשה תקו der erste und heftigste der deutschen Rabbinen war. welcher den Streit gegen den More Nebuchim von 'Neuem angeiacht'). Diesen Umstand hat auch Landshnty, Ainiule Ilo-Almda 223 unerwähnt gelassen. *) Im Onomaslikon des Bvth Selmmel (8. v. יהודה) heißt es ausdrücklich: וכן;לימא) חתם את עצמי הגי בעל חלק׳ מחיק׳ ״Lima״ ist jedensatls eine Adtürzung von ״Liebinan" (Lieb, Lob, Löw — יהודה אריה)• Aed. ') Siehe חולדות חכמי ישראל von Schulmann S. 33. Dieses Werk wird nächstens besprochen werden.

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