Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 4 (1875)
- Issue
- Nr. 7. (1.4.1875)
- Date
- 1875-04-01
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
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מזומן) Schemtob dahin richtig erklärt: לפי דעת הרב ב״ק הוא שיהיה אדם חזק הדמיון באופן שיחשוב קול חוץ לנפש IV. R. Jehuda Hulevi hält (Kusari 3, II. 41. 73) uni. Wort für einen Untergrab der Prophetie. So auch Nachm, zu Exod. 28, 30 und R. Lipni. Heller zu Jeb. 16, 6 und Bechai zu זאת הבדבה• Endlich V. R. Levi b. Gerson, der es (zu 2. Sam. I, 27) gleichfalls für eine Art Wahrsagung ansieht, die aber mehr der Volksstimme entspricht. So sagt Gersonides, das Loblied auf David ll. Sam. 18, 7) ״Saul erschlug Tausende, David Zehntansende", diente dem Saul zum vorbedentenden Zeichen dafür, daß sich sein Thron auf die Tauer nicht behaupten könne, und diese Art von Wissen (d. h. die durch die vffentliche Meinung vermittelte Erkenntniß) sei das Bath AI 01, welches eine Art vom Wahrsagen sei (והנה ואת המדרגה מההודעה יקראו ר״זל ב״ק ואחשוב שהיא חלק מה מהקסם השלם) Geht man nun aber auf die oben initgetheilten 05 Stellen ein, so wird man 1׳cb sofort überzeugen, daß keine der ausgestellten Erklärungsversuche für alle Stellenzutrissl. Tie Ansicht Derer, die unter ב״ק eine Art Prophetie verstehen, stützt sich aus die Stellen zu Synh. 11 a, Jom. 9 b u. s. w., die von einem Fortbestehen des B. Mot nach dein Untergang des Prophelismus sprechen, voraus mm gefolgert wird, daß inan sich des B. Kol als Surrogates des verstorbenen Prophetengeistes bediente. So richtig auch diese Vermuthung an sich sein kann, so läßt diese Erklärung die ungleich größere Anzahl der diesen Gedanken schlechterdings nicht begünstigenden Stellen unberücksichtigt. — Ebenso vage ist die Ansicht unter B. K. ein göttliches Attribut oder Echo zu verstehen. — Allen Schwierigkeilen ist aber begegnet, so wir בת nicht als Tochter (wie es auch das jer. Tg. nahm, daher araniäisirt 0 ברת קרא sondern vom arab. ״ «תoffenbaren, kundgeben, eröffnen" deuten. בת קול wäre Mach jede Kundgebung Ossenbarung, die etwas bis dahin Unbekanntes enthüllt, was aber nicht stets von Gott, sondern auch aus der Verkettung der Umstände, ja auch aus dem Jnncrn des Menschen, seinen Ausgangspunkt nehnten kailil. Daher!vird eine von Gott ausgehende Kundgcbung nicht schlechtweg durch בת קול sondern (wie Synh. l. c.) durch בת קול מן השמים näyer determinirt, Diese letztere göttliche Knndgtbungsstimme ließe sich mit dem ״theie otnphe“, ״göttliche Stimme, Schicksalsstimme" des Homer >Jl. 2, 41; 20, 129; vgl. Odys. 3, 215) vergleichen. Auch die ״symbola* und ״seineia“ 1omina der Römer), welche Wahrsagungen, Enthüllitngen, aus der Verkettung ntancher Umstände hervorgehende Eröffnungen bedeuten, können als Analogien angeführt werden (S. Kreuz. Symb. 4, 508.) Als solche ominöse Vorbedetttuug ist unstreitig B. Kol hin und wieder z. B. in jer. Echabb. zu 6, 9 zu nehmen. Mit einem Worte, die mannigfache Bedeutung des B. K. ist unter die eine Grundbedeutuitg: ״Die Ossenbarungsod. Kundgebmigsstimme" zu subsummiren und läßt überall den Sinn von irgend einer sich ausdräilgcnden Wahrheit oder Ueberzcugung zu, weshalb בת קול ntanchmal als vox populi genommen werden kann. Gen. Nabb. C. 67 wird sogar eine sprichwörtliche Redensart unter dem Namen בת קול angeführt, was variirt in Synh. .52 a E. Utit הייני דאמרי אינשי wiedergegeben wird (vgl. Levy CH. W. 1, 112; Dukes ״Zur rabb. Spruchkunde" S. 10). Literaturbericht. Rerensionen. עיר הצדק Geschichte der Krakauer Rabbinate vom Anfange des 16. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart, als Beitrag zur Geschichte der Juden in Polen von I. M. Zunz. 1874. In Commission bei A. Faust, Buchhandlung in Krakau. (Fortsetzung statt ״Schluß") S. 6 schreibt der Vers., daß auch Dclmedigo stch lobend über das Werk תורת העולה ausgesprochen habe. Grätz (Gesch. IX. 474) scheint Delmedigo mit De Rosst verivechselt zu haben; da letzterer (wie in der Amnerk. 17 ausdrücklich nachgewiesen) das erwähnte Werk im Gegentheil tadelt. — S. 7. Die הגהות aus den ש״ע vom רמ״א scheinen jedenfalls vor dem דרבי משה herausgegeben zu sein, da in seiner Borrede zum ש״ע א״ח — die den spätere» Ausgaben nicht mehr bcigedruckt ist — vom ד״מ, deni doch die הגהות entnommen sein sollen, nichts erwähnt wird. Uebrigens scheint man ד״מ erst nach seinein Tode herausgegeben zu haben, («kr. Asulai eck. Wien p. 58 b.) — S. 8. In dem Satze וקרני ראם שמם sollen wohl durch das mittlere Wort ראם die Anfangsbuchstaben von רבי אליה' מזרהי angedeutet sein. — S. 13. Sollen sich vielleicht die unveritändlichen Worte *) המ״ן כז״ה ר״ע ג״ט aus den רימן beziehen, der wegen eines גם sehr arge Verfolgungen erdulden mußte (siehe die Respons. des רמ״א Nr. 55-60) S. 21. weiß der Vers, nicht, weshalb Elieser Aschkenasi nach so kurzer Zeit Posen wieder verlassen hatte. Mir ist — wie ich glaube hierauf — von ihm folgendes Witzwort bekannt: Es war zwischen ihm und der Gemeinde ein Streit entstanden, welcher seine Kündigung von Seilen der letzter» zur Folge hatte. Hieraus soll er, der bekanntlich früher in Aegypten Rabbiner war, gesagt haben: ״ ממצרים ועד הנה ושם נאמרBon Mizraim bin ich hierher gegangen, und hier hat man mir (die Stelle) auf gesagt." Zu S. 22, wo von Aschkenasi's profanem und philosophischem Wissen die Rede ist. mag hier erwähnt sein, daß er in seinem Werk 'מ״א פ״ג) מעשי ה) Ilm Esra wegen seiner Erklärung zu והבנעני אז בארץ scharf tadelt; seine eigene das. gegebene Erklärung dieses Verses ist der Beachtung werth.**) — S. 23. In der hier erwähnten ersten in Venedig gedruckten Ausgabe nennt sich der Herausgeber des Werkes, der auch der Vers, der Vorrede ist ברוך בן כמר שמחה קלמן מרעוועם. — S. 24. Der in תשוב׳ רמ״א angeführte מרדכי גרשוז kann nicht der Vater des שארית יוסף sein; einmal würde רמ״א den Vater seines Swagers wohl mit dem üblichen Zusatz מחותני bezeichnen, dann würde er einen רב מובהק nicht ohne jede rabbinische Titulatur nennen. Uebrigens kommen diese Namen in den hier erwähnten Responsen Nr. 14 u. 16 (Hanauer Ausgabe) verschieden vor; in Nr. 14 heißt er במרדכי ב״ר גרשון in 16 מרדכי גרשון. — S. 28. Zur Charakteristik des מהר״ם לובלין mag hier noch seine Geringschätzung der hebräischen Grammatik sowie derer, welche sich mit derselben beschäftigen, erwähnt sein. In dem Werkchen מעשה רב gedruckt תם"ח in London befinden sich zivei Responsen des auch als Grammatiker besannten ר" שבתי סופר מפרעמסלא an ihn. In einer derselben macht er ihm trotz der überschwenglichen Ehrerbietung, welche er ihm zollt, doch Vorstellllngen wegen seiner geringschätzigen Aeußerung Betreffs der hebr. Sprachlehre und der Mißachtung der Jünger dieser Wissenschaft. Es heißt dort unter Anderem: חלילה לקרא אותם בת נפרדת בי הם מחזיקים תורה - Er weist ihm nach, daß schon der Talmud die Grammatik zum Verständniß der heiligen Schrift für unentbehrlich hielt. Noch härter läßt sich Salomon Hanau, der bekannte Graiumatiker des 17. Jahrhunderts (יסוד הניקוד י"ם) über ihn aus. Nachdem er die oben angeführten Worte citirt, fügt er hinzu: ואילו ידע סגולת מבע הלשון לא יצאו דברים האלה מפיו השליך הדקדוק ארצה ובו׳. Selbst der Lohar, fährt er fort, nennt die Häupter dieser Wissenschaft מארי הדקדוק- *) Obige Worte sind ossenbar eine witzige Anspielung auf Exod. 16, -11 *המן בזרעי גז• <*«*•) **) Daselbst ist dem Vers das War: תופמ iraglich. Ich glaube, es soll entweder bedeuten: ״aussassen", wie inan noch heute von Einem sagt: ״Er hat eine gute תפיסה-" oder, dem Zusammenhänge besser entsprechend, kann eb hier auch bedeuten: ״kritisiren", ״augreisen", ein üblicher rabbinischer Ausdruck, so heißt es ja unmittelbar darauf;ור״ןין על ב״י, so auch 31 .5׳ die Worte des Mahram Lublin: אמנם לא בתפיסה זו בלבד נתפס•