Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 4 (1875)
- Issue
- Nr. 2. (15.1.1875)
- Date
- 1875-01-15
- Page
- Seite 7 (sequence 3)
- Language
- German
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פה דעסא יום ב' כ״א תק׳ב ל׳ הק׳ משה כן לא״א כהדר מענדל סופר יצ״ו מדעסא נכתב בבית התורני והרבני המופלא והמופלג הגאון הגדול עטרת ראשנו כליל יופי נזר הקודש א״י פ״ה ע״ה כבוד מהורה דוד נ״י בעל מחבר פי׳ ותום׳ על תלמוד ירושלמי השם יאריך ימיו ושנותיו עם בל המסתופפים בצלו׳ עד כי יבוא שילה׳ אב״ד ור־־מ פה לפרט ודוד משכיל בכל די־כיו לפ״ק Mendelsohn war also als er dies schrieb 12 Jahre 11 Monate und 9 Tage alt; der damals üblichen Titulaturen war er nicht ganz kundig, da man sonst התורני והרבני mit הגאון הגדור nicht zusammen verbindet. Es geht auch aus diesen! Autograph hervor, daß sein Lehrer Rabbi David Fränkl gegen das Ende des Jahres 1742 noch in Dessau das Rabbinat verwaltete, also offenbar erst 1743 nach Berlin kam. (Vgl. Kayserling. Mos. Mendelsohn S. 9.) Prag, 27. December 1874. Rabb. Gr. Nathan Grün. Literaturbericht. 1) Hecks bibliques i. 861 re depuis la creation jusqu’ä la inort de Joseph par Isaac Levy, Grand- Rabbin ü. Vesoul 2. 6dition, Paris, C. Blum, Länder <fc Fiscbbacher 1874. 2) Inauguration de la Synagogue de Porrentruy (Luisse). Sermon & B6n6diction par Isaac Levy. Vesoul 1874. Das beste Lehrbuch biblischer Geschichte sür alle Geschlechter, sür große und kleine Kinder bleibt — die Bibel. Hier ist Knappheil und Klarheit, Einsachheit und Kraft, sie hat das Wort, sie hat das Bild. Den Erwachsenen, Gereiften entzückt die wunderbare Kürze »>,o Schärfe ihres Ansdrucks, geislnno herzstärkend quellen ium ans ihren'niit weiser Sparsamkeil gewählten Worten Gedanken und Enipftndungeu entgegen, und wo sie selber die Ruhe ihrer Sprache sür einen Augenblick unterbricht, da ergreift es den verständnißvollen Betrachter, wie wenn der rauhrindige Baum am knorrigen Aste ein Auge aufschlägt. Und selbst die Kleinen erfreut uird nährt ihre kindliche Redeweise, auch sie bewegt die holde Einfall, die keusche Reinheit ihres Ausdrucks lebhafter und imiiger, als es die Kunslmiuclchen, der Redeschmuck und Wortsebwall unserer zeitgenössischen Erzähler vermöchte. Denn die Kindheit hat nun einmal wie ein lebendiger Widerspruch ge׳ gen all die Schivermnlh und Verdüsterung, die man in neueren Zeilen als ein Erblheil unseres Geschlechtes hiustellen möchte, eine ungebrochene Heiterkeit, Rührseligkeit und Einpfindelei ist ihr fremd, und die gesunde Kost kräftiger Empfiildungen, die ihr in unnachahmlicher Sprache die Bibel bie-! let, behagt ihr mehr als die verwäffernde Schönrednerei un- : lerer Tage. Aber biblische Geschichte, biblische Erzählungen ohne Bi- > bei sind »un einmal in der Zeit der ״Blüthenlejen׳׳ und ״Lichtstrahlen" ein unvermeidliches Hebel, und der, welcher dieses ן liebel mindert, mit geschickter Hand unschädlich zu machen weiß, verdient iinmerhiu unseren Dank. Und so verdienen denn auch, weil es »>!>! einmal, wie es scheint, biblische Erzählungen geben muß, die des Rabbiners Isaac Levy mit | Achtung genannt zu weiden, als musterhaftes Beispiel ihrer j unvermeidlichen Gattung. Wir haben ein Recht, von wahrhaft französischem Ge-! schmacke bei diesen Erzählungen zu sprechen, da u>׳s ihr Ur- Heber in einer Predigt, die er bei der Einweihung der Sy׳ nagoge in Pruntrut gehalien, über sein aufrichtiges Frauzosenthum nicht in Zweifel gelaffen. Die glühende und aus dem Herzen kommeude Beqisterung für Fraukreich, die er in seiner gewandten und geschmackvollen Rede an den Tag gelegt, hat ihn aber nicht verhindert, Versöhnlichkeit und Friedensliebe seinen ״jungen Lesern" einzuflößeii. Vielleicht ist der Verfasser in seiner Milde und Weichheit bei seinen Darftellungcu für die Jugend sogar etwas zn iveil gegangen. Ein wenig mehr Krasl und Scbärse und weniger Zerstoffenheit ist für die Kleinen iniuier ein Ersorderiuß. Der V-rsaffer hat das Verdienst, nicht die heilige Schrift überflüssig machen zn wollen, er setzt sie vielmehr voraus, baut oft seine Belrachlungen darauf, ivas er bei seiner kleinen Lesewelt als bereits bekaiiilt annlniint. Und so ivird es wohl auch richtig sein! Die Schrisl muß inimer die Grundlage bilden, die Bücher, die ihre Nacherzählung sich zur Ausgabe mache», soilen ihre Ausdeutung und Vertiesung allein uch vorsetzen Ob , die Gattung berechtigt ist, ob nicht der Lehrer mündlich all das hinzuthnn soll, was das Schrislworl etwa »och erheischt, ist eine andere Frage, die aber wohl zu Gunsten unseres Büchleins wird entschieden werden tüuueu, da es gut ist, baß es Büeher gebe, m denen die Kleinen auf tieferes Verstandniß der Bibel hingewiesen, zu eingehenderem Erfassen äugeteilet werde». Der Verfasser verbindet auch mit diesen seinen Anleituttgen Hinweise aus das spälere jüdische Schrlstthum, aus denen die Kinder die lehrieiche Ueberzeuguug schöpfen können, daß der reine uird milde Geist ins Judeulhums nicht auf die heilige Schüft allein beschränkt ist, sondern auch meiler sich entwickelt har und ia aller Folge derselbe blieb. Mit Geschick sind Schwierigkeiten des hebräischeil Unterrichts in den Erzählungen geebnet worden, auch ist die Nacherzählung stets eine ansprechende und geschmackvolle. Und wenn etwas dem Werke, das Ins zürn Tode Joses's reicht und weiter sortgesetzt werden soll, gewünscyl werden kann, so ist es nur das Eule, daß sein Verfasser mehr von der Gabe geschickter und nutzbringender Erzählung und Erklärung, als von der ihm im hohen Grade eigenen Gabe, zu belehren und zu predigen, darin Gebrauch mache. I). K. Karmina, ein Trauerspiel in fünf Aufzügen von Louis Rosenthal, Kassel, 1874. Der Stoff, welcher in der uns vorliegenden Schrift zu einer Tragödie verarbeitet wurde, ist der Novelle ״Mönch und Jude" iu Pascheles' Sippurim und der ״Prager Jungtrau" von Philipptohn entlehnt. Daß der Verfasser sich nicht an. die historische Treue gehalten, thui nichts zur Sache, denn da der Werth des Drama's nicht von seinem Inhalte, sondern der Größe der darin niedergclegu» Weltanschauung abhängl, bleibt es uns ja gleichgültig, wenn inan, um einen Knoten zu schürzen, nicht blos d.!s Alte uuigestaltei, sondern auch Neues hillzufügt. Ob aber der Dichter ßeu dramatischen Faden so gesponnen, daß er ihm nicht unter der Hand abgerissen, ob er daS, was wir Einheit der Handlung ueiiuen, in Wirklichkeil sestgehalten, das wollen wir aus der Fabel selbst zu erkeiiuen tuchen. Der Erzbischof von Prag, ein Vis zur Raserei sinnlicher Jesuit, verliebte sich in Haunina, die einzige Tochter des Rabbi Ephraim Luntschütz, und aus daß die Eminenz des Juden- Mädchens desto leichter habhaft werde, stellt ihm der Dichter eine» Pater und zwei Brüder als Assistenten zur Verfüguilg. P. Domenico, eitt altersschwacher getaufter Jude, der keinen anderen Wunsch, als aus dem jüd. Gottesacker begraben zu werden, in seiner Brust hegt, trissl zur gelegensten Zeit aus Rom in Prag ein, un! denl Erzbischof die unumschränkteste Gewalt über die Protest rnten Böhmens — wir zählen 1617 - einzuräuiilei!. Der Vollniachtsbries des Jesuiteugenerals liefert ihm auch die Juden aus, und da es dem Kirchenfürsten in erster Reihe um die in Haiiinna verkörperte Seele zu thun ist, befiehlt er seinem Kammerdiener An!!alten zu treffe», um Haunina, daS frühgeraubte Christenkind, ehestens entführen zu können. Hannlna ist Braut, das ist dem Bischof gleichgültig. Dieser Bräutigam Morteira steht mit dem Protestanten- Führer Thurn und Mansfeld im Felde, das ist dem Bischof