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Das jüdische Literaturblatt · 1874-01-01 · Nr. 15. (1874) · p. Seite 59

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
3 (1874)
Issue
Nr. 15. (1874)
Date
1874-01-01
Page
Seite 59 (sequence 3)
Language
German
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könnte. Und diese gewiß nicht zu unterschätzende Eigenschaft seiner Provuktionen drängt gewiß Vieles in den Hintergrund, was in dem interessanten Werke unbedeutend ader diskutirbar ist. — Den Schluß des Heiles bilden 16 kleine und leichte Stücke sür 1, 2 und 3 gleiche (Knaben ) Slimmen, zu»! zweckmäßigen Gebrauche für kleine Gemeinden oder sür die ersten Anfänge eines geordnete» Chorgesanges. Hilft das Werk in Rede einen solchen überall würdig einführen, so hat es des Gute» gewiß genug geschaffen! llr. H. Salomo». Gin Commentar zur Chronik aus dem 10. Jahrhundert *) Die Comulentare zu»t Buche der Chronik scheinen das Schicksal dieses bibl. Buches selbst zu!heilen. So wie das Buch selbst von mannigfachen Gesichtspunkten aus frühzeitig ein Gegenstand oder richtiger rin Opfer der Kritik geworden, so geht es auch den Commenlaren zu demselben; besondeis ist dies im Bezug aus den allgemein verbreiteten sogenannten Raschi-Commeitlat der Fall. So viel über diesen Commenlar auch schon gesprochen wurde, so ist meines Äisseit» über die Zeit der Absaffnug »nd den eigentlichen Verfasser noch kein bestimmtes Resultat gewonnen. Allem Anscheine nach wird auch über den uns vorliegenden, aus Handschristcn zum ersten Male edirlcn Commentar hinstchtlich dieser Fragen nichts Bestimmteres festzustellc» sein, als daß seine Abfassung in die gaonäische Zeit fällt. Die Vorrede klingt fast wie ein Kalir'scher Pijut, sie ist auch eben so schwerfällig und unverständlich, und bas lalmndische und agadische Element rst darin ebenfalls sehr stark vertreten, so daß er Kimchi gar wohl bekannt gewesen sein kan», und doch von ihm aus de» eben genannten Gründen unbeachtet geblieben ist (Siehe dagegen das Vorwort des Herausgebers.) lieber den Werth und die Eigentyümlichkeit dieses Commenlars hat der gelehrte Herausgeber sich am Schlüsse der Vorrede ausführlich ausgesprochen, so daß sich dem dort Gesagten nichts Wesentliches hiuzusügen läßt. Doch bietet der Commentar selbst sür Fachgelehrte und Exegeien noch manche Ausbeute. Ohne eine erschöpfende Recension liefern zu wollen, sei hier nur auf einige schwierige, zum Theil unverständliche Stellen aufmerksaiu gemacht. Im Vorwort S. 5 scheint der gelehrte Herausgeber dem Verfasser doch zu viel moderne Kritik zuzulrauen. Von welchem Gesichtspunkt der Letztere bei der Abfassung seines Commenlars ausging, darüber spricht er sich S. 55 an! Schluffe des Comuieillars aus, und was ihm die lalmndische und agadische Auslegung gilt, geht deutlich aus seiner Aeußerung S. 19, 23, אין לזוז מרז״ל hervor. Wenn er eine talmudische oder agadische Auffassung als fehlerhaft verwirft, jo schiebt er den Fehler gewöhnlich auf den Abschreiber (“!לבל) (vgl. S. 11. 19. 26. 20.) Eine gewisse freie Kritik hat ja selbst Raschi, dessen Orthodoxie und Respect vor dem Talmud noch Niemand angezweifelt hat, geübt, und nicht nur gegen die Agada, in Bezug aus welche er oft sagt: אין המדרש מתישב על הכתוב sondern selbst gegen biblische Verse; so bemerkt er z. B zu 2 Könige 13, 10 מקרא זה מוכחש משני צדדים Der (daselbst Anmerk. 2) genannte Dvffa kann schon darum nicht der S o h n Saadja's sei», weil er in der Münchener Handschrift der Sohn Elieser's geirannt wird. In Bezug auf das iiu Vorivort S. 4 Anmerk. 2 Ge- *) Zum ersten Mate herausgegeben von Raphael Kirchheim. Frankfurt a. M. 1874. (Der gelehrte Herausgeber, der den Comment., wie er int Vorwort sagt, der jüd. Literatur, seiner früheren Jugendliebe, nur als Dankesgabe sür sein grvvn old age" edirte — er begehr am 1. Tebeth c. (9. Dec.) seinen 70. Geburtstag — versendet denselben an Rabbinen und sonstige Gelehrte auf deren Wunsch in generöser Weise gratis. Red.) sagte sei hier an die Bemerkung des Asarjah de Rossi erinnert. daß die betreffende Stelle dort später eingeschoden sei. Zum Eommentar selbst übergehend, so sei gleich zum ersten Verse desselben bemerkt, daß di.׳ dort angegebene Erklärung jedenfalls einem Midraicti entnommen ist. In Bereschiih rabba e. 23 wird derselbe Gedanke mit etwas andern Worte» ausgedrückt. Die ganze Erklärung ist übrigens nicht stichhattig, denn in demselben Capitel heißt es ebenfalls “!ארבכשד שלח עב wiewohl dieselben, wie der Berf. selbst S 5 ausführt, nicht der Kategorie des Enosch angehörten, doch אין משיבין על הדרוש• Daselbst Vers 35. Betreffs des ארור (Genes 49, 6) mag hier bemerkt sein, daß Raschi im Pentateuch die Stelle anders erklär! als z!l Ioma 52, b. indem er dort das שור aus Joseph und hier das ארור ans Canaan bezieht. S 9 Annierk. 1 dürfte vielleicht שלה mit של נעליך im Zusammenhänge stehen, und dadurch an das וחלצה נעלו erinnern. Da» Uebrige ist ähnlich im Ramban zur Thora erklärt.*) S 18 v. 16 lautet dieser V. im B. d. Chronik ובני יהללאל זיף וזיפה• — Daselbst v. 17 Eine merkwürdige Conjectur, nach ivelcher der Vater und Sohn eine Person wäre, eö sei denn, daß nach seiner Auffassung der Mann Ben-Esra hieß und V 17 eine Fortsetzung des V. 16 wäre — eine immerhin seltsame Ausfaffung; weungteich der Singular בן mit den beiden Söhnen יתר und מרד nicht recht gut in Einklang zu bringe» ist Zn S. 15,1. 3. Wer die Erklärungen des Juda den Koreis gelesen, die fast den rabbinischen gleichen, wird wenig Neignng haben, ihn, wie Dod Mordechai oder wie Pinsker, (Likule Kadmoniolb 107) sür einen Karäer zu halten. — S. 25, 16. Es ist sehr schwer anzunebmen, daß die beiden Namen einer Perion gelle», zumal es ausdrücklich heißt ״und der Name seines Bruders"; daß hier der Zingul ■p vorangesetzt ist, berechtigl nicht zu dieser Behauptung. S. 33, 22 ist die Erklärung zu עלמות sehr gesucht und schmierig und wird durch den Hillweis auf עלמות לבן nicht verständlicher. (Der Comment. scheint להבין לבן geuommeu zu haben. — Wir kommen übrigens auf inanche hier angeregte Punkte, sowie auf noch viele andere Stellen dieses Commentarr bei Gelege»- heit der Quuestiones in Paralipom. II. — in den Werken des Hieronymus — die wir im nächsten Jahrg. des Literatnrbl. eingehend besprechen wollen, zurück. Red.) (Schluß folgt.) fflmttfiotun. Me hebräischen Zteversehnnge« von ״Nathan der Weise" und ״Othello." (Schluß.) Während in der Uebcrs. des ״Lthello" die Versform in einer glücklichen Nachahmung des bibl. ParaUelismus besteht, so daß mit dein Verse, der gewöhnlich in zwei gleiche Hälften zerfällt, auch der Satz schließt und nicht ein der hebr. Dichtung unangemessenes Hinüberschleppen des Satzes in die nächste Verstelle daran mahnt, daß wir es mit einer liebersehung aus einer occidemalischen Sprache \u thun haben, so hat der Ucbersctzer des Lessing'fchen ״Nathan '*) diese Klippe nicht immer qemieden. C» ist dies zwar eine bloße Aeußerlichkeit, die den» Werthe der Arbeit im Ganzen keinen Gintrag thun kann; aber immerhin wird der Charakter dieser Arbeit dadurch beeinfiußt uud erhält durch dieses häufige Brechen der Sätze ein unangcnehnies Clement. Dasselbe wird sogar sprachwidrig, wenn zwei eng durch den statua construetua verbundene Wörter so von einander getrennt werden, z. B.;1 .2 ארץ בבל 2.11 ישע ימינם «1 .2 רוח עועים». Auch sonst hat sich Herr Goltlobcr Verstöße gegen grammatikalischen und lexikalischen Sprachgebrauch zu Schulden konunen lasten, die um so mehr zu bedauern sind, als seine Sprache sonst rein und sorgfältig ist. Uin Einiges hervorzuheben, ist die Anivendung des Suffixes »fl— bei Hauptwörtern aller *) Das שם מקום neben פסקה im Midr. rabb. z. St. ist nicht zu streichen; vgl. Rabiner die hebr. Traditionen in den Werken des Hieronvmus S. 48, *) נתן החכם übers. v. A. B. Gottloder. Wien, Gebt׳. Winter, 1874, XXIX und 272 S. 8.

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